Die israelitischen Urväter Abraham,
Isaak und Jakob
Von Richard
Beiderbeck www.koinae.de
Es gibt weder
archäologische noch historische Belege für die Existenz der israelitischen Urväter
Abraham, Isaak und Jakob. Die heutige Wissenschaft geht davon aus, daß sie nicht existiert haben, sondern Sagengestalten sind.
Abraham steht symbolisch für die Israeliten der Vorgeschichte. In ihm wurden
die alten Überlieferungen personifiziert.
Der Auszug
aus Ägypten fand nicht statt
Auch der
Auszug aus Ägypten ist historisch und archäologisch nicht nachweisbar. Aber es
hat wahrscheinlich immer wieder Gruppen von semitischen Nomaden gegeben, die
als Arbeiter und Sklaven eine zeitlang in Ägypten waren und dann das Land
wieder verließen. Es gab sicher auch Nomaden, denen die Ägypter gestatteten,
die Grenzfestungen zu passieren und ihre Herden auf dem Brachland am Rande der
bebauten Gebiete zu weiden, um so einer Hungersnot zu entkommen, wie das laut
Bibel auch Abraham tat.
Zur Zeit des
Pharao Sethos II. (ca. 1209 bis 1205 v. Chr.) schrieb
ein ägyptischer Grenzbeamter an einen Vorgesetzten, er habe „Beduinenstämme von
Edom in die Sümpfe bei der Stadt Pithom
ziehen lassen, „um sie und ihre Herden in der Besitzung des Königs...am Leben
zu erhalten.“
Die
„Landnahme“ – ein Mythos
Die
„Landnahme“, wie sie im Buch Joshua geschildert wird, fand in dieser Form nicht
statt. Es war keine heroischer Eroberungszug. Vielmehr geht die Wissenschaft heute davon aus, daß das Volk Israel aus einer Mischung von einheimischen
Randgruppen und eingesickerten Nomaden entstanden ist.
Wie die
fünf Bücher Mose entstanden
Die fünf Bücher Mose basieren auf mündlichen Überlieferungen. Erst in
späterer Zeit, etwa ab König David und Solomon begann man Aufzeichnungen zu
machen. Zur Zeit des Königs Josia (um 600 v. Chr.) wurden diese Texte und
mündlichen Überlieferungen redaktionell überarbeitet und zusammengefasst.
Zunächst entstanden die ersten vier Bücher Mose,
später (vielleicht erst nach dem babylonischen Exil) kam dann noch das 5. Buch Mose, das Deuteronomium hinzu.
Zusammen bilden diese fünf Bücher Mose die jüdische
Thora.
In der
babylonischen Gefangenschaft ( 586 bis 538 v.Chr.)
wurde die Bibel um weitere Bücher ergänzt und weiter überarbeitet. Die
endgültige Version des alten Testaments lag erst schätzungsweise um 150 v. Chr.
vor, also zu hellenistischen Zeit.
Die fünf Bücher
Moses sind ein Heldenepos mit theologischem Kommentar und einem Anhang aus
religiösen Gesetzen und Vorschriften, wie die kultischen Handlungen an den
Feiertagen vollzogen werden müssen.
Wie auch im
Gralsepos „Parzival“ verraten die Namen der Helden etwas über ihre Person und
über ihr Schicksal. Die Namen sind der Schlüssel zu der eigentlichen
Geschichte, die unter der Oberfläche des Epos verborgen liegt. Ich nenne diese
Geschichte das „Krypto-Epos“
Ein zweiter,
vielleicht noch wichtigerer Schlüssel sind die Sexual-Symbole, die im Epos
auftauchen. Sie sagen etwas über die sexuellen Beziehungen der handelnden
Personen.
Die eigentliche
Epos ist das Krypto-Epos. So wie eine Krypta unter
einer Kirche verborgen ist (krypto heißt: „ich
verberge“), so liegt das Krypto-Epos unter dem Epos.
In der Krypta liegen die Heiligen, denen die Kirche geweiht ist, oder, wie im
Speyrer Dom, die Kaiser, oder wie in Grabeskirche zu Jerusalem, die
(angebliche) Grabkammer Christi. In der Krypta liegt das eigentliche und
wesentliche. Vielleicht hatte der Jerusalemer Tempel auch eine Krypta. Das
Heldenepos kann man mit einer Photographie der Helden vergleichen, das Krypto-Epos mit der Röntgenaufnahme der Helden.
Man muß aber klar sehen, daß auch
diese von mir „Krypto-Epos“ genannte Geschichte nicht
die historische Wahrheit widerspiegelt. Das ist auch nicht anders zu erwarten,
denn das Epos ist eine Sage, und der Dichter der Sage kennt die wahren
geschichtlichen Fakten nur aus großer zeitlicher Distanz. Wenn die Fakten
unvollständig sind, kann auch eine noch so ausgeklügelte Interpretation nicht
die umfassende Wahrheit herausfinden. Aber es zeigt sich, daß
das Krypto-Epos der Wahrheit näher kommt als das
Epos. Das Krypto-Epos sagt, was der Dichter des Epos
insgeheim dachte, sich aber nicht zu sagen traute – oder: worüber er sich
selbst keine Rechenschaft ablegt, weil das Epos aus seinem Unterbewusstsein,
aus seiner Inspiration, kommt.
Wie es bei
Sagen aber der Fall ist, machen sie sich an bedeutenden historischen Personen
fest, die auch noch nach vielen Jahrhunderten im Bewusstsein der Dichter
präsent sind. So ist das Vorbild für Dietrich von Bern der Ostgotenkönig
Theoderich, und der König Etzel des Nibelungen-Liedes ist der Hunnenkönig
Attila.
Das Krypto-Epos von Adam und
Eva
Sein Name
verrät es: Adam glaubte an den mesopotamischen Gott Adad
(„der Herr“). Adam lebte im Garten Adads, also im
Garten des Herren, dem Garten Eden. Eva glaubte an die Erdmutter, deren
heiliges Tier die Schlage ist und die im Baum des Lebens wohnt.
Adams Sohn
Abel glaubt an „Ad Bel“, den „Herren Baal“, den Gott der Fruchtbarkeit.
Sein anderer
Sohn Kain glaubt an die göttliche Kraft Ka.
„Gott der Herr
bildete ein Weib aus der Rippe Adams“, sagt die Bibel. Die Rippe Adams
symbolisiert seinen Penis. Adam hatte nicht, wie die Bibel schreibt, einen
Tiefschlaf, sondern einen Beischlaf. Aber mit wem ? Mit Lilith, seiner ersten
Frau.
In der
jüdischen Tradition hat Adam vor Eva noch eine andere Frau, seine erste Frau
Lilith. Wie Adam wurde sie aus dem Staub der Erde geschaffen. Deshalb bestand
Lilith darauf, mit Adam gleichberechtigt zu sein. Der Patriarch Adam aber
wollte eine Gehilfin und Untergebene. Deshalb sagte sich Lilith von ihm los und
entschwand in den Lüften. Lilith glaubte an Enlil
(oder El Lil), das ist der sumerische Gott des Windes.
Adam und
Lilith
Adam hatte
eine Tochter mit Lilith. Er beging mit seiner Tochter Eva also Unzucht. Das war die Ursünde. Verführt hatte ihn Eva
mit ihren beiden Früchten (sprich: als sie einen Busen bekam).
Wann die
Menschen erkannten, daß zwischen Beischlaf und
Kinderkriegen ein Zusammenhang besteht, wissen wir. Irgendwann merkten die
Menschen auch, daß die Kinder, die aus einer
inzestuösen Verbindung hervorgehen, gesundheitliche und mentale Schäden
aufweisen können, die folge der Inzucht sind. Als sich die menschliche
Gesellschaft darüber klar war, daß Inzest schädlich
ist und für das Überleben der Gruppe auf die Dauer eine Gefahr darstellt, wurde
Inzest mit einem Tabu belegt und zur Sünde. Die Menschheit hatte vom Baum der
Erkenntnis gegessen. Seit der Zeit sind die Früchte der Tochter für den Vater
tabu.
Adam war
nicht der erste und einzige Mensch
Adam kann
nicht der erste Mensch und einzige Mensch gewesen sein. In der Bibel heißt es:
„Also ging Kain hinweg vom Angesicht des Herren und wohnte im Lande Nod, östlich von Eden. Und Kain wohnte seinem Weibe bei...“
Adam war aber
der erste Israelit, der allererste Stammvater. Bloß wird er nicht als solcher
bezeichnet, denn weder er, der Blutschande begehende, noch der Mörder Kain sind
als Stammvater akzeptabel. Da lässt man doch lieber die ganze Menschheit von
den beiden Delinquenten abstammen. Deshalb ist Abraham der erste Stammvater.
Wenn die Bibel eine Oper
ist, dann ist die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies die
Ouvertüre. Hier wird schon das große Thema intoniert: „Was sind wir Juden und
was wollen wir sein ?“ Adam lebte im Garten Eden. Dieser wurde ihm von Gott
übergeben. Er war also Landbesitzer, der sorglos und ohne zu arbeiten von
seinem Landgut lebte. Das ist das, was die Juden sein wollen.
Aber ist das nicht, was
wir alle werden wollen: Landbesitzer und Kapitalisten, die von der Fron der
Arbeit befreit sind ? Insofern sind wir alle Juden. Wer von uns verachtet
Reichtum und Besitz ? Doch nur diejenigen, die hoffen, die irdischen Güter in
einen noch höheren Besitz umzutauschen, in Drogen und Alkohol, in Sex, in
Adrenalin, in Glück und Glückspiel, aber auch in Freiheit, Freizeit und
Selbstbestimmung, oder auch in Erfolg, Selbstbestätigung, Ruhm und Ehre, in
Gesundheit oder sogar das ewige Leben. Sind diejenigen, die ein unvergängliches
Kapital im Jenseits erwerben wollen, nicht die größten Kapitalisten ? Und da
ist dann noch die große Mehrheit der Verlierer, die niemals hoffen kann,
Reichtum zu erwerben. Aber derjenige, der keinen Besitz hat, für den ist das
Geld das wichtigste.
Adam, das Urbild der
Israeliten
Aber Adam wurde aus seinem
Land vertrieben, er wurde ein Flüchtling, und seine Nachfahren wurden wandernde
und räuberische Schafhirten, die ihre Herden in den Ödlandgebieten am Rande
fruchtbaren, die Städte Mesopotamiens umgebenden Landstriche weideten. Sie
waren heimat- und rechtlos, einzelne Sippen, an den Rand gedrängt, in der
Zwischenwelt zwischen der Wüste und den fruchtbaren Gegenden mit ihren reichen
Städten hin und her ziehend, begehrlich auf sie hinüberschauend, aber zu
schwach und zu uneins, um sie zu erobern. Ihr sehnsüchtiger Wunsch: Fruchtbar
zu sein, sich zu vermehren, über die ganze Erde zu verteilen, zumindest aber
ein Land, „in dem Milch und Honig fließt“ zu eigen zu haben, mit einer reichen
und mächtigen Hauptstadt und einem prächtigen Tempel für ihren Gott. Aber ihre
Machtbasis war zu schmal, es gab zu wenig Nahrung für die Herden, und die Zahl
der Menschen blieb klein.
Und sie kamen zu
spät. Andere waren vor ihnen da. Die Kanaäer, ebenso
wie die Isaraeliten, waren semitische Hirten aus
Mesopotamien, und sie hatten das nach ihnen benannte Land auf dem Landstreifen
zwischen Mittelmeer und Wüste, zwischen Mesopotamien und Ägypten schon etwa um
des Jahr 2000 v. Chr. erobert und besiedelt. Ihre befestigten und volkreichen
Städte waren für die Israeliten uneinnehmbar. Also zogen sie weiter nach
Ägypten. Aber auch hier kamen ihnen andere zuvor: Die Hyksos,
semitische Nomaden, hatten Ägypten schon erobert. In ihrem Gefolge kamen erst
die Hebräer, von Armut und Hunger getrieben, ins Land – arme Verwandte, welche
die reich gewordenen Vettern und Onkel besuchten.
Adam, ein
Landbesitzer, der zum Nomaden wurde
Adam war ein
Landbesitzer, der in Ur in Chaldäa ein Stück Land
hatte, das er für den sumerischen König verwaltete. Der König setzte ihn ab und
vertrieb ihn aus seinem Paradies. Fortan musste er selbst arbeiten und sein
Sohn Kain zog als Hirte umher, nachdem er seinen Bruder Abel, der Bauer war,
erschlagen hatte. Kain und Abel verkörpern den Unterschied zwischen der
Nomadenkultur der Hirten und der städtischen Zivilisation einer bäuerlichen
Hochkultur. „Der Nomade ist verbannt vom Ackerland“ (1. Mose
4, 11) und muß unstet und flüchtig sein. Kain nimmt
schon das Schicksal der späteren Israeliten vorweg. Er glaubt auf die Kraft
Gottes und fühlt sich dadurch legitimiert, die bäuerlichen Bewohner des Landes
Kanaan auf ihren Feldern zu töten. Sein Gott schützt ihn: „wer immer Kain
totschlägt, an dem wird es siebenfach gerächt“ (1. Mose
4, 15).
Der Name
Noahs
Noah heißt
eigentlich Noe oder Noel, also No-El,
der Herr von No. Was ist No ? No ist die vom großen Geist beseelte Natur. Noel
ist ein Beschützer der Natur. Er rettet die Tiere vor der Sintflut. Woher weiß
er, daß die große Flut kommen wird ? Von einem Naturgeist.
Noel ist Schamane und er lebt in den Bergen nördlich von Mesopotamien. Er hat
sich keine Arche gebaut. Das hatte er nicht nötig, denn er lebte schon auf dem
Berg und konnte von dort aus beobachten, wie die Flut die zivilisierte Welt
verschluckte. Er und seine Tiere überlebten.
Nachdem die Hyksos in Ägypten die Macht erobert hatten, strömten immer
semitische Zuwanderer nach. Es handelte sich um Armutsflüchtlinge, die sich von
ihren Herden oder ihren bescheidenen Landwirtschaft auf schlechten Böden nicht
ernähren konnten. Wie auch heute ins Land des Wohlstandes, nach Europa ziehen,
so zogen die Menschen in das urbanen und hochentwickelten Ägypten, um überleben
zu können. Dort lebten sie auf sumpfigen und minderwertigen Böden von
bescheidener Landwirtschaft und Viehzucht oder verdienten ihren Lebensunterhalt
als Hilfskräfte in der großen Landbesitzer. Manche allerdings schafften wohl
auch einen sozialen Aufstieg.
Aber die Mehrheit
stieg ab. Sie bezogen ihre Einnahmen aus Kleinhandel, Prostitution, Diebstahl
und Bettelei. Als die Hyksos vertrieben waren, kamen
auch für die Hebräer noch schwerere Zeiten. Sie wurden versklavt und zu
Fronarbeiten herangezogen.
Diese Unterschicht der Eingewanderten hatte
eine höhere Geburtenrate als die einheimischen Ägypter. In 2. Mose 1 heißt es: „So setzte man denn Fronvögte über sie, um
sie durch Fronarbeiten zu bedrücken, und sie mussten dem Pharao die
Vorratsstädte Pithom und Ramses bauen. Aber je mehr
sie das Volk bedrückten, umso mehr nahm es zu und breitete sich aus, sodaß ihnen vor den Israeliten graute.“
Die Bibel
behauptet zwar, daß schon in Ägypten die zwölf
israelischen Stämme entstanden sind. Das trifft aber wohl kaum zu. Die zur Zeit
des Pharao Ramses aus Ägypten geflohenen oder vertriebenen semitischen Nomaden
waren eine (aber nur eine) der Bevölkerungsgruppen, aus denen später die
israelitische Nation entstand.
In 1. Mose 17. heißt es:
„... Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu
ihm: Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir, und du wirst unsträflich
sein, und ich will einen Bund stiften zwischen mir und dir und ich will dich
über alle Maßen mehren...du sollst nicht mehr Abram
heißen, sondern Abraham...den ich mache dich zum Vater vieler Völker.“
Abraham war aber nicht
der Vater vieler Völker, sondern der Sohn vieler Völker. Die von ihm
abstammenden Israeliten waren ein Mischvolk.
Dann heißt es in
1. Moses, Kapitel 17 weiter: „Ich will dich über alle Maßen fruchtbar machen
und dich zu Völkern werden lassen, und Könige werden von dir abstammen. Ich
richte meinen Bund auf zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von
Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, daß
ich dein und deiner Nachkommen Gott sei. Und ich gebe dir und deinen Nachkommen
das Land, wo du als Fremdling weilst, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz,
und ich will ihnen Gott sein...Du aber halte meinen Bund, du und deine
Nachkommen, Geschlecht für Geschlecht. Das aber ist der Bund zwischen mir und
euch und deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter
euch, das soll beschnitten werden. An der Vorhaut sollt ihr beschnitten
werden...im Alter von acht Tagen soll...beschnitten werden, auch der in deinem
haus geborene (Sklave) wie der von irgend einem Fremden gekaufte, der nicht
deines Stammes ist. Ein Unbeschnittener aber...soll aus seinen Volksgenossen
ausgerottet werden: meinen Bund hat er gebrochen.“
Welches ist nun
der Gott Abrams ? Es ist der Vater (Abu) Ra. Ra oder
Re ist der ägyptische Sonnengott Re. Abram oder
Abraham war in Ägypten. In 1. Mose 12, ab Vers 10
lesen wir: „Es kam aber eine Hungersnot über das Land. Da zog Abram nach Ägypten hinab, um dort eine Weile zu
verbleiben...Und als er sich Ägypten nahte, sprach er zu seinem Weib Sarai: Ich weiß recht wohl, daß du
ein schönes Weib bist. Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie denken:
‚Das ist sein Weib’ und sie werden mich erschlagen und dich am Leben lassen. So
sage doch, du seiest meine Schwester...Als nun Abram
nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß das Weib
sehr schön war. Und die Großen des Pharao sahen sie und sie rühmten sie vor dem
Pharao. Da wurde das Weib in den Palast des Pharao geholt“. Die Frau Abram wurde also zu einer Nebenfrau des Pharaos. „Dem
Abraham aber tat er Gutes um ihretwillen: er bekam Schafe, Rinder und Esel,
Sklaven und Sklavinnen, Eselinnen und Kamele. Doch der Herr schlug den Pharao
und sein Haus mit schweren Plagen um Sarai, des
Weibes Abrams, willen. Da ließ der Pharao und sprach:
Warum hast du mich nicht wissen lassen, daß sie dein
Weib ist ?...Nun, da hast du dein Weib und ziehe hin !“
In Ägypten hat Abram also seine Gott Ra, den allmächtigen Sonnengott
gefunden. Und er trug das Trauma seines Lebens davon: Ein anderer war mit
seiner Frau in Bett gegangen.
Abraham war ein
Patriarch. In seinem Gott begegnete er sich selbst, seinem Unbewussten Ich.
Sein Gott ist sein Ahne Ra, der ihm zeigt, wie sich ein Patriarch (sein Gott
und Herr) gegenüber seinem Sohn (Abraham) verhält: Er verlangt bedingungslose
Unterwerfung. Sein Gott fordert von Abraham, das Liebste zu opfern, was er hat:
seinen Sohn Isaak. Aber vielleicht war Isaak gar nicht sein Sohn, sondern der
Sohn eines andern. Denn Abraham war schon 100 Jahre (sprich: sehr alt), als
Isaak geboren wurde.
Ihn „soll“
(sprich: will) Abraham auf einem Scheiterhaufen als Brandopfer für Gott
verbrennen. Und wie sich Gott ihm gegenüber gnadenlos verhält, so verhält er
sich auch gegenüber seinem Sohn: Er bringt ihn gnadenlos zu der Stelle, an der
er verbrannt werden soll. Der Sohn ahnt, was mit ihm geschehen soll, aber er
wagt sich nicht aufzulehnen. Der Gott Abrahams ist die patriarchalische
Ordnung, der er und seine ganze Familie unerworfen
ist. Abraham ist nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Aber die größeren Opfer
bringen in dieser patriarchalischen Gesellschaftsordnung die Söhne, Töchter und
Ehefrauen. Abraham verkauft seine Ehefrau Sarah an den ägyptischen Pharao. Die
Söhne Jakobs verkaufen Joseph als Arbeitssklaven nach Ägypten. Es ist eine
grausame und unmenschliche Welt, die von dem einzelnen fordert, dass er seine
eigenen Wünsche und Interessen der Gemeinschaft opfern muß,
damit die Gemeinschaft überleben kann. Der Patriarch sorgt dafür, dass diese
Gruppeninteressen dominieren – im Interesse des Überlebens der Gemeinschaft,
aber auch seine eigenen Interessen. Er hat von allen die wenigsten Opfer zu
bringen. Als seine Frau Sarai keinen Sohn gebären
kann, bietet sie ihm, im vorauseilenden Gehorsam, ihre ägyptischen Magd Hagar als Gebärmutter seines Sohnes an: So wird sein
unehelicher Sohn Ismael geboren. Wichtiger als die Eifersucht und die seelische
Verletzung seiner Frau ist für Abraham der Fortbestand der Familie. Seine Frau
opfert ihre persönlichen Interessen den Wünschen des Patriarchen.
Großzügig und
scheinbar uneigennützig ist der Patriarch nur gegen Fremde. Von ihnen will er
etwas, und sei es nur Frieden und Tolerierung. Sie könne sich ihm widersetzen
und ihn in die Schranken weisen. Seine eigene Familie kann das nicht. Deshalb
braucht es da auch keine Großzügigkeit.
Die
Gastfreundschaft ist ihm heilig. Gäste werden überreich bewirtet, Gäste
genießen den Schutz des Hausherren. Als Lot in Sodom zwei Fremde bewirtet,
fordern die Sodomiten ihre Herausgabe, um sie vergewaltigen zu können. Lot
bietet als Ersatz seine beiden jungfräuliche Töchter an.
Großzügig ist er,
als er für einen Wucherpreis einem Landbesitzer in Hebron eine Grabhöhle für seine
tote Frau Sara abkauft. Hier taucht wieder das Trauma der Landlosigkeit
der Juden auf. Warum will der Landbesitzer das Land nicht verkaufen ? Auch die
Indianer und Schwarzafrikaner haben ihr Land an die fremden Eindringlinge
verkauft. Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Abraham, der
Patriarch kennt nur seine Sicht der Dinge. Seine Umgebung muß
sich seinen Wünschen und Ideen beugen. Er lässt nur seine Weltsicht und seine
Wünsche gelten. Alle andere haben sich ihm zu fügen. Entsprechend diesem
patriarchalischen Charakter weigert er sich, andere Götter zur Kenntnis zu
nehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Er ist religiöser Autist.
Der Monotheismus
Abrahams wird als große philosophische und religiöse Leistung dargestellt.
Dabei musste sich Abraham gar nicht anstrengen. Er tat nur auf religiösem
Gebiet das, was er auch sonst gewohnt war: Er ließt einfach keine anderen
Meinungen und Vorstellungen als seine eigenen gelten.
Der Gott Abrahams
kommt aus seinem Charakter und seiner Psyche. Er projizierte das, was er selbst
war, auf seinen Gott und fand sich selbst in diesem Gott wieder. Nun konnte er
im Namen Gottes sprechen – mit göttlicher Autorität sprechen.
Der Mensch
Abraham wollte seinen Sohn nicht opfern. Aber der Gott Abrahams (oder sollen
wir vielleicht in entlarvender Weise sagen (der Gott Abraham) konnte dies tun. Daß dann auch der Gott Abrahams auf das Opfer verzichtete,
ist naheliegend. Ohne den Sohn Abrahams hätte der Gott Abrahams keine Zukunft gehabt.
Und auch Abraham selbst hätte durch den Mord an seinem Sohn seine eigene
Zukunft ermordet.
Der Gott Abrahams
war der Gott Abraham. Der Gott Abraham war das Über-Ich Abrahams. Das Ego
Abrahams machte sich zum Gott. Das Über-Ego schloß
mit dem Menschen Abraham eine Bund; besser gesagt: er verkündete ihm sein
Diktat. Dieses Diktat ist der „Alte Bund“. Abrahams Über-Ego sprach:
„Ich bin der
allmächtige Gott. Gehorche mir, dann wirst du straffrei sein“ (also an keine
menschlichen Gesetze gebunden). „Du sollst ein Vater vieler Völker sein. Ich
will dich über alle Maße fruchtbar machen und Könige sollen von dir abstammen
und dich zu Völkern werden lassen, und Könige sollen von dir abstammen...Und
ich gebe dir und deinen Nachkommen das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz...Im
Alter von acht Tagen soll alles, was männlich ist unter euch, beschnitten
werden, Generation für Generation – auch der von irgend einem Fremden um Geld
gekaufte Sklave (auf dem Feld) und der Sklave, der in deinem Haus geboren
wurde...Wer unbeschnitten ist, soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet
werden...“
Wir können hier
mühelos Allmachts- und Weltherrschaftsphantasien erkennen. Wenn Abraham als
Privatperson so etwas verkünden würde, wäre er als Psychopath entlarvt. Aber
nicht er verkündete es, sondern sein Gott, und so ist er „straffrei“. Er ist
aber ein Psychopath, der seine Allmachtsphantasien durch seinen Gott
aussprechen lässt.
Der geheime
Wunsch des Patriarchen (und im Grunde
ist jeder Mann in seinem Herzen ein Patriarch) ist es, seine Gene möglichst
weit zu zerstreuen und möglichst viele Nachkommen zu haben. Entgegen aller
Beteuerungen am Traualtar ist der Mann polygam. Sein Sexualleben, so meint er,
geht im Grunde seine Ehefrau nichts an. Daraus ist für die Frauen unendliches
Leid entstanden.
Der Mann möchte
also mit möglichst vielen Frauen schlafen und möglichst viele Kinder haben –
allerdings möglichst die Aufzucht der Kinder den Frauen überlassen. Diesem
Wunsch des Mannes werden aber zahlreiche Grenzen gesetzt. Da ist zuerst einmal
die Frau selbst. Sie ist ja diejenige, die die hauptsächliche Last der
Vermehrung trägt. Sie muß viel mehr Kraft und Aufwand
treiben, um ein Kind zu bekommen und großzuziehen als der Mann. Kinder, so
denkt der Mann in seinem Herzen, sind die Privatsache der Frau.
Die Frau
widersetzt sich also im allgemeinen dem Wunsch des Mannes nach
Geschlechtsverkehr, weil sie dabei draufzahlt. Sie ist im Allgemeinen nur zum
Geschlechtsverkehr und erst recht zur
Vermehrung bereit, wenn ihr der Mann eine Kompensation für ihre
Nachteile bieten kann: Den Status einer Ehefrau, ein schönes Heim, ein
angenehmes und interessantes Leben. Wenn der Mann darauf verzichtet, dass aus dem
Sexualakt ein Kind hervorgeht, kann er den Geschlechtsverkehr auch billiger
haben.
Ein wesentlicher
Charakterzug einer von Männern beherrschten Welt ist es, dass ein Umfeld
geschaffen wird, in welchem der Widerstand der Frau gegen die sexuelle Wünsche der
Männer so gering wie möglich gehalten wird. In der patriarchalischen Welt
werden die Frauen einfach verteilt. Je höher der soziale Status des Mannes ist,
umso größer ist die Quantität und die Qualität der Frauen, die er zugeteilt
bekommt bzw. sich selbst zuteilt.
Ein anderer
Grund, dass die Männer im allgemeinen bei einer Frau nicht an Ziel kommen, ist
folgender: Viele, vielleicht sogar die meisten Frauen wollen durchaus ein Kind
haben und sind dafür sogar bereit, den Mann in Kauf zu nehmen. Aber das Kind
sollte die bestmöglichen Gene haben. Die Frau will sich also den Vater ihres
Kindes aussuchen, und er sollte ein besonders prächtiges und gesundes Exemplar
sein, mit einem schönen Körper und einem klugen Geist. Auch da haben die
wenigsten Männer die Chance, an eine Frau heranzukommen.
Die ideale
Kombination wäre natürlich ein superreicher Supermann. Da diese aber so gut wie
niemals vorkommen, muß die Frau Kompromisse und
Abstriche machen. Partnerwahl ist die Kunst des Möglichen. Umgekehrt gilt das
natürlich auch für die Partnerwahl der Männer. Im allgemeinen wird man bei
einem Partner landen, der in etwa die gleiche Stufe der Attraktivität hat. Die
Attraktivität ergibt sich aus der Summe: positive Eigenschaften plus Vermögen:
Ein attraktiver Partner muß nicht so sehr reich sein,
und ein reicher Partner muß nicht so attraktiv sein.
Das zweite
Hindernis, das sich dem grenzenlosen Vermehrungswunsch des Mannes
entgegenstellt, ist die Konkurrenz durch die anderen Männer. Sie sind oft
schneller und erfolgreicher als er und haben die Frauen schon geschwängert
bevor er zum Zuge kommt. Außerdem erheben sie Besitzansprüche auf die Frau. Das
ist nur verständlich. Wenn ein Mann schon soviel Mühe aufgewendet hat, dass sie
ihm sich hingibt und wenn er schon einen so großen Aufwand treiben muß, um seine Frau und ihre Kinder zu versorgen (und was
noch schwerer ist: sie auch zufrieden zu stellen), dann will er nicht, dass
andere ihn um den Lohn seines Aufwandes betrügen und ihre Gene in die
Gebärmutter seiner Frau pflanzen. Die ist nämlich sein Allerheiligstes, in das
keiner Zutritt hat.
Am liebsten würde
so ein Patriarch alle anderen Männer, einschließlich seiner Söhne, umbringen.
Da dies aber nicht möglich ist, würde er sie am liebsten alle kastrieren. Da
dies aber auch nicht möglich ist, muß er sich mit der
symbolischen Kastration begnügen: der Beschneidung.
Beliebt sind bei
Patriarchen Kriege. Da kann man die jungen Männer in den Krieg schicken und hat
zu Hause die Frauen allein für sich. So schickte König David seinen Offizier Uria in den Krieg, damit er dessen Frau Potiphar
für sich haben konnte.
Aber auch die
Söhne des Patriarchen kommen im Krieg in sexueller Hinsicht auf die Kosten. Die
fremden Männer werden getötet und deren Frauen werden vergewaltigt.
Der Patriarch hat
eigentlich nichts gegen Sexualität – solange es die eigene ist. Er hat nur
immer etwas gegen die Sexualität der anderen.
Es gibt nicht nur
den Ödipus-Komplex. Es gibt auch noch den Abraham-Komplex. Der wurde von mir
entdeckt und harrt noch der wissenschaftlichen Erforschung. Der Abraham-Komplex
ist der unbewusste Wunsch eines Patriarchen, seinen Sohn zu töten und mit der
Frau seines Sohnes zu schlafen.
Die große Entdeckung
Abrahams war, wie er seinen Sohn auf dem Scheiterhaufen verbrennen konnte, ohne
dass ihm irgendein Mensch Einhalt gebot oder in ihn dafür bestrafte. Er musste
nur sagen: „Gott will es.“ Daß Gott es am Ende doch
nicht wollte, liegt daran, dass Abraham es am Ende selbst nicht wollte. Aber er
hatte gesehen, dass, wenn Abrahams Gott sprach, Abraham zum Gott werden konnte.
Patriarchen sind
Gurus, und Gurus sind Patriarchen. Gurus sind Menschen, die sich mit Hilfe
ihres Gottes zu Gott machen wollen.
Abraham war
der erste Rassist
Hitler lebte
in Abrahams Welt – einer Welt der Patriarchen. Hitler wollte den Samen seiner
Arier über die Welt ausbreiten und alle anderen Völker kastrieren und
versklaven. Die Arier sollten über die Welt
herrschen. Hitler setzte einfach an die Stelle von „Das Volk Israels“:
„Das Volk der Arier“.
Abrahams Gott
war auch Hitlers Gott. Hitler hatte Abrahams Ideen verinnerlicht, sie
arbeiteten und wirkten in ihm weiter. Er übertrug Abrahams Ideen auf seine
eigene Zeit und sein eigenes Volk. Abrahams Gott war Rassist. Abrahams Gott war
Massenmörder. Und Hitler war Glaubenskämpfer, vergleichbar mit den moslemischen
Glaubenskämpfern, die ebenfalls glühende Anhänger Abrahams sind. Die arabischen
Fanatiker sind Antisemiten, obwohl sie doch selbst Semiten sind. Genau wie
Abraham, der Antisemit und sogar Anti-Israelit war. Denn was Abraham tat und
verkündete, richtete sich gegen das eigene Volk. Aber eigentlich richtete sich
sein Glaube gegen alle Menschen, er war Menschenhasser. Er war Anti-Israelit,
so wie Hitler letztlich Anti-Deutscher war. Mohammed und Hitler waren Abrahams
gelehrige Schüler und willige Vollstrecker. Hitlers SS-Männer waren sich
opfernde Glaubenskämpfer. Abraham hatte die Israeliten zu Glaubenskämpfern
gemacht. „Israel“ heißt „Kämpfer für Gott“.
Die
Rassengesetze der Nazis sind ein Echo der jüdischen Rassengesetze. Als die
fundamentalistischen Juden aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten,
brachten sie die Rassengesetze mit und wendeten sie auf die Samariter an. Wenn
es um die Reinheit der Rasse geht, geht es in Wirklichkeit um die Reinhaltung
des Glaubens. Und bei der Reinhaltung des Glaubens geht es in Wirklichkeit um
die Aufrechterhaltung der Macht der Glaubensvermittler über die Gläubigen.
Es gibt nur eine
Rassenschande: die Inzucht. Hitlers Eltern hatten Rassenschande begangen: Sie
waren Verwandte 2. bis 3. Grades. Um heiraten zu können, mussten sie eine
Dispens (eine Ausnahmegenehmigung) einholen. Hitlers Mutter nannte ihren
Ehemann „Onkel“.
Hitler der
Antisemit und Antichrist
Als die Nazis
auf dem Münchner Königsplatz Bücher verbrannten, sagte man ahnungsvoll: „Wer
Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen“. Es ist aber umgekehrt: Wer Menschen
verbrennt, will Bücher verbrennen. Wer Bücher verbrennt, will Ideen verbrennen.
Wenn man Ideen vernichten will, muß man Ideen
vernichten – nicht Menschen. Wenn man Menschen verbrennt, tut man dies, weil
man gegen ihre Ideen machtlos ist.
Hitler nannte
sich Antisemit. Warum nannte er sich nicht Antijudait
? Weil es keine jüdische Rasse gibt. Die Juden hatten sich mit so vielen
Völkern vermischt, dass sie genetisch alles andere als Orientalen waren, zumal
im Verlauf der Geschichte ganze Völker zum Judentum übergetreten sind, die
überhaupt keine Semiten waren. So manchem SS-Mann bekam Zweifel an seinen
Befehlen, als er blonde und blauäugige junge Frauen und Männer in die
Gaskammern trieb. Und Goebbels sah ja auch nicht gerade wie ein germanischer
Gott aus, sondern eher wie derjenige, den er verteufelte: der Jude. Das hatte
die bayerische Volkpartei erkannt, und auf einem ihrer Plakate zeigte sie ein
Bild von Goebbels und schrieb daneben: „Erklärt mir doch, Graf Ohrindur, diesen Zwiespalt der Natur !“
Hitler war nicht
Antisemit. Das sagte er nur, um zu verschleiern, dass er Antichrist war. Er war
der Antichrist schlechthin. Er war ein religiöser Fanatiker. Er war ein
fanatischer Anhänger Abrahams und ein fanatischer Gegner von Jesus Christus,
der die Nächstenliebe gepredigt hatte.
Der böse
und herrschsüchtige Gott Abrahams
Weder Hitler
noch Abraham konnten einen sanften,
gnädigen Gott der Liebe gebrauchen. Wenn man fremde Länder erobern und deren
Bewohner versklaven will, kann man nicht die linke Wange hinhalten, wenn einem
einer auf die rechte Wange schlägt. Als dann das Land erobert war und das
zivilisierte und soziale Verhalten zum allgemeinen Maßstab wurde, konnte man
einen asozialen Kriminellen wie Abrahams Gott nicht mehr gebrauchen. So wurde
aus Abrahams Gott allmählich der Gott von Jesus Christus.
Der
Stammvater Isaak
Isaak
bedeutet: Sohn der göttlichen Kraft. Isa heißt Sohn
und Ka war für die Ägypter die göttliche Kraft. Isaak
heißt also Isa-Ka, Sohn der göttlichen Kraft.
Sein Vater
Abraham schafft es in vielen Jahren nicht, seine junge und schöne Frau Sara zu
schwängern. Dann endlich, als Abraham schon 100 Jahre alt ist, bringt Sara
Isaak auf die Welt. In 1. Mose 17, ab Vers 15 heißt
es: „Und Gott sprach zu Abraham: Dein Weib Sara sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara, d. h. die Fürstin, soll ihr
Name sein. Ich will sie segnen, und auch von ihr (nicht nur von der ägyptischen
Magd Hagar, von der Abraham seinen Sohn Ismael hat)
gebe ich dir einen Sohn.“
Segnen heißt:
Schwanger machen. Gesegneten Leibes heißt: schwanger. Abrahams Gott Ra,
vertreten durch den Pharao, hat Sara geschwängert.
Wie das ? Wie wir
oben erfahren haben, ging Abraham nach Ägypten und seine Frau Sara wurde die
Nebenfrau des Pharaos. Der Pharao ist der irdische Stellvertreter und Sohn des
Sonnengottes Ra. Ra hat also Sarah geschwängert. Dadurch wird Sarah in den Rang
einer Fürstin erhoben. Isaak war ein Sohn des Pharaos.
Der Name
Jakobs (Israels)
In dem Namen
steckt „Jah“ oder „Jak“,
was ja „Herr“ oder Gott bedeutet. Die Silbe „-ob“ kann ich leider nicht
zuordnen.
Jakob ringt in
der Nacht mit seinem Gott. Dieser gibt ihm, als er ihn nicht besiegen kann, den
Namen „Israel“. Dies soll, so behauptet die Bibel, „Streiter des Herren“, also
Gotteskrieger bedeuten. Aber das ist nur die Oberfläche. Der Name, so haben wir
gesehen, sagt, an welchen Gott Israel glaubt: Er hält sich für einen Sohn (Isa) von Ra und El. Er glaubt also an den Sonnengott Ra und
an El, den Himmelsgott.
Isaak hatte keine
Chance, sich gegen Abraham durchzusetzen. Aber Abraham wurde älter und
schwächer. Sein Enkel Jakob konnte schon eher hoffen, mit seiner Revolte Erfolg
zu haben. Wir wissen inzwischen, daß Abraham und
Abrahams Gott identisch sind. Abrahams Gott ist die Verkörperung des Wunsches
von Abraham, omnipotent zu sein und alle Frauen für sich zu besitzen – auch die
Frau Jakobs.
In 1. Mose 32, ab Vers 24 heißt es: „Jakob aber blieb allein
zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.“ Dieser Mann ist
Abrahams Gott, also Abraham selbst. Als Abrahams Gott ihn nicht überwinden
konnte, schlug er ihn aufs Hüftgelenk. Die Hüfte ist in der Bibel das Codewort
für sexuelle Potenz („die Kraft seiner Lenden“). Der Angriff Abrahams gilt also
der sexuellen Potenz Jakobs. Hier haben wir also wieder das Beschneidungsthema.
„Und Jakobs Hüftgelenk wurde verrenkt.“
Jakob kämpft aber
weiter gegen Abraham und will erst aufgeben, es sei denn, Abraham segnet ihn
(will ihn als Erben einsetzen). Jakob sagt: „Ich lasse dich nicht los, es sei
denn, du segnest mich.“ Abrahams Gott ist bereit, Jakob, der eigentlich nicht
erbberechtigt ist (sondern sein älterer Bruder Esau)
das Erbe zu geben, aber unter einer Bedingung: „Du sollst nicht mehr Jakob
heißen, sondern Israel, das heißt Gottesstreiter.“
Die
Gottesstreiter sind ja dann meistens im Krieg unterwegs und Abraham hat wieder
bei den jungen Frauen freie Bahn.
Weiter: Zweites
Kapitel: Moses, der Ägypter