Moses,
der Ägypter
Von
Pharao Amenophis IV. herrschte von 1364 bis 1347 ? v. Chr. Er
nannte sich Echnaton, brach mit der religiösen
Tradition, gründete eine neue Religion und eine neue Hauptstadt. Amenophis IV. war erst 15 Jahre alt, als er Pharao wurde
und die schöne Nofretete heiratete.
Echnaton glaubte, daß
der Sonnengott der einzige Gott sei und daß es neben Aton keine anderen Götter gebe. Er ließ die Tempel aller
anderen Götter schließen und entmachte die Priester aller anderen Götter.
Im fünften Jahr
seiner Regierung errichtete er in Theben ein Heiligtum mit dem Namen „Aton ist gefunden“. Er nannte sich fortan „Echnaton“ („Es gefällt Echnaton“
oder „Wirkender Geist des Aton“). In ihm wirkte also
der Geist des Aton, und deshalb nannte er sich später
auch „Größter der Propheten“.
Im sechsten Jahr
seiner Regierung wählte er am Nil, auf halbem Weg zwischen Theben und Memphis
einen Ort aus, an dem er seine zukünftige Hauptstadt, die Stadt des Lichtes, „Achet-Aton“
(„Horizont des Aton“), die Stadt des
Sonnengottes (griechisch Heliopolis)
innerhalb von vier Jahren bauen ließ. Im Zentrum der Stadt entstand der
große Aton-Tempel. Er wurde „Tempel des
aufgerichteten Steines“ genannt, jenes Steines (offensichtlich ein Obelisk oder
ein Menhir), dessen Spitze zu Beginn aller Zeiten die ersten Strahlen des
Sonnengottes berührten. Wir haben uns den Tempel Atons
als eine Abfolge von nicht gedeckten Höfen vorzustellen, die zu einem großen
Hof hinführte, in dessen Mitte der Altar stand. Das ganze erinnert an das
Heiligtum in Mekka mit der Kaaba oder an den Petersplatz in Rom mit dem
Obelisken oder auch an den Tempel des Herodes in Jerusalem mit seinen Höfen und
Vorhöfen.
Erinnert dieser
Neubau einer Hauptstadt nicht an den Bau von Washington, jener viel zu
weiträumigen und überdimensionierten Hauptstadt, die erst langsam zu einer
lebendigen Stadt werden konnte ? Steht nicht in Washington ein Obelisk, der die
Mitte der Welt symbolisieren soll und dessen Spitze morgens die ersten Strahlen
der Sonne berühren ? Und trägt nicht die Freiheitsstatue in New York den
Strahlenkranz des Sonnengottes um den Kopf und hält ihr Arm nicht die Fackel
des Lichtes ? Echnaton ist uns näher als wir glauben.
Der Gott Echnatons machte das vor, was der Gott des Moses
nachmachte: Er duldete keine anderen Götter neben sich. Echnaton
verbot die Verehrung der vielen anderen Götter und ließ ihre Namen aus den
Inschriften entfernen. Für ihn gab es keinen anderen Gott als Aton, so wie es für Mohamed keine anderen Gott als Allah
gab. Er erklärte des Priestern des mächtigen Ammon den Krieg, so wie später der
jüdische König Josia den Baalspriestern den Krieg
erklärte.
Echnaton scheiterte mit seiner Politik, der ruinierte
das Reich. Es gibt von ihm kein Grab und Keine Mumie, ebenso wenig wie von
Nofretete.
Joseph begann
seine Karriere etwa 40 Jahre nach der für Ägypten desaströsen
Regierungszeit von Pharao Echnaton. So jedenfalls ist
die Zeittafel, wenn meine Vermutung stimmt, dass Joseph mit Pharao Sethos I. identisch ist.
In 1. Mose 37, Vers 9 heißt es: (Joseph) sprach: Seht, ich habe
einen Traum gehabt: die Sonne und der Mond und elf Sterne verneigen sich vor
mir.“
Die Sonne, der
Mond und die elf Sterne sind die Götter Ägyptens. Jospeh
träumt also davon, daß er über die Götter Ägyptens
und damit auch über das Land am Nil herrschen wird.
Später heißt es
dann in 1. Mose 39: „Als aber Joseph nach Ägypten
hinabgeführt worden war, kaufte ihn Potiphar, der
Kämmerer des Pharao, der Oberste der Leibwache...sodaß
er im Hause seinen Gebieters (des Chefs der Leibwache) bleiben durfte.“ Joseph
kam in große Gunst bei ihm und wurde sein Leibdiener, und „Potiphar
setzte ihn über sein Haus, und alles was er hatte, übergab er ihm.“ Joseph
erbte also das Amt des Führers der Leibwache, sowie das Amt des Kämmerers
(Verwalter der Staatsfinanzen), und er erbte den Besitz von Potiphar.
Potiphar kümmerte sich nur noch „um die Speise, die
er aß“ und überließ alles andere Joseph.
Joseph war damit nach dem Pharao der mächtigste Mann im Staat. Welcher
Pharao war das ? Es war Ramses I. Dieser hieß eigentlich Paramessu
und war ein Soldat, möglicherweise ein semitische Söldner. Er war
Oberbefehlshaber der Bogenschützen, der Wagenkäpfer
und des Fußvolkes. Er wurde von dem General Haremhab als sein Nachfolger
eingesetzt und ernannte sich selbst zum Pharao Ramses = Ramoses
(Sohn von Ra-Amun-Osiris) und begründete eine
Dynastie. Dieser einfache Soldat war aber nicht in der Lage, das Reich zu
verwalten. Deshalb machte er (vielleicht nicht ganz freiwillig) nach 2 Jahren
Regierungszeit (1306 bis 1304 v. Chr.) den Kämmerer und Chef der Leibgarde zu
seinem Nachfolger Sethos I. Joseph, der ein Semit
war, wollte nicht an die ägyptischen Götter glauben, sondern er glaubte an
seinen eigenen Gott: Seth. Er sah sich als Sohn Seths. Sein Herr und Gott (Jo)
war Seth. Daher der Name Joseth, aus dem Joseph
wurde.
Moses ist nicht
der Hebräer und Prophet eines neuen Glaubens, sondern er stammt aus dem
ägyptischen Königshaus, er ist der Sohn einer Nebenfrau des Pharao und
revoltiert gegen den Pharao und muß mit seinen
Getreuen aus dem Land fliehen. Das ist das Krypto-Epos.
Zunächst fällt
auf, dass der ägyptischen Name „Ahmose“ sehr ähnlich
zum Namen „Moses“ ist. Moses war also Ägypter.
Als Vorbild für
die Flucht der Kinder Israel aus Ägypten könnte die Vertreibung der Hyksos gedient haben. Diese fand aber weit vor der Zeit von
Ramses II. statt, nämlich nach 1537 v. Chr.
Hyksos herrschten etwa 200 Jahre lang (von etwa
1730 v. Chr. bis 1567 v. Chr.) über Ägypten. Der Name „Hyksos“
bedeutet „Herrscher aus der Wüste“ oder „Häuptlinge der Fremdländer“. Die Hyksos waren kein bestimmtes Volk, sie stammten nicht aus
einer bestimmten Volksgruppe, sondern sie waren die zusammengewürfelten
Angehörigen verschiedener asiatischer Nomadenstämme, die sich zu einem Raubzug
vereint hatten und die Schwäche des durch innere Kämpfe zerrissenen Ägyptens
nutzten. Wahrscheinlich ging der Machtübernahme durch die Hyksoskönige
eine allmähliche Unterwanderung durch einsickernde Volksstämme voraus, bevor
einer der Nomadenhäuptlinge die Herrschaft am unteren Nil übernahm und seine
eigenen Pharaonendynastie begründete, die 14. Dynastie, der noch zwei weitere Dynstien der Fremdherrscher folgten.
Ahmose, dem späteren Pharao Ahmose
I. (1552 bis 1527 v. Chr.), gelang es die von der alten Hauptstadt Theben am
mittleren Nil ausgehende Zurückeroberung des Landes mit der endgültigen
Vertreibung der Hyksos aus dem Nildelta abzuschließen
und mit der 18. Dynastie das „Neue Reich“ (1536 bis 1085 v. Chr.) einzuläuten.
Aber die
Vertreibung der Hyksos ist nur die Vorlage für das
Heldenepos. Aber es zogen keine 600 000 Mann aus Ägypten aus. Hier übertreibt
die Bibel. Es war nur eine Flucht relativ weniger, und sie fand nicht um 1540
v. Chr. statt, sondern etwa 300 Jahre später.
Weil die Namen
der Helden etwas über die Identität und das Schicksal der Helden verraten und
so das Krypto-Epos enthüllen, müssen wir uns mit den
Namen befassen. In den Namen der biblischen Helden kommt oft der Name Gottes
oder eines Gottes vor. Wir befassen uns deshalb erst mit den Namen der Götter.
Sie verraten uns wer sie sind und wo sie herkommen.
Wenn wir dann die
Götter kennen, können wir erfahren, an welche Götter die Helden, die die Namen
dieser Götter in ihrem Namen haben, glauben: nämlich an den Gott, der in ihrem
Namen ist.
Er ist der
Sonnengott, der „Herr der beiden Welten“. Welcher beiden Welten ? Der Welt des
Tages und der Nacht. Nachts beherrscht er als Mondgott Jah
den Himmel. Er herrscht nicht nur im Himmel, sondern auch in der Unterwelt. Re
war der Gott des Pharao Cheops, der sich als sein Sohn betrachtete.
Pharao Amenophis IV., der sich Echnaton
nannte, sah im Sonnengott den einzigen aller Götter und nannte ihn Aton.
Der Gott Amun (griechisch Ammon)
Amun ist der oberste der Götter, der Gott des
Himmels. Sein Sohn ist der Mondgott Chons.
Er wurde mit dem
Sonnengott Re verschmolzen und wurde zu Amun-Re, dem
ägyptischen Reichsgott.
Das heilige Tier
des Amun ist der Widder.
Das Wort Amun steckt möglicherweise im Wort Amen.
Seth war der Gott
des Pharao Sethos I. (er regierte von 1304 bis 1290
v. Chr.). Er war Vater von Ramses II. (der Große), unter dessen Herrschaft
Moses die Israeliten aus Ägypten führte. Seth war der Gott des Chaos und der
ungezügelten Urkraft. Seth war der Gott, der über die Wüste herrschte.
Der Vater von Sethos I. war Ramses I. (er regierte von 1306 bis 1304 v.
Chr.). Dieser Ramses I. war ein Soldat aus dem Nordosten des Nildeltas.
Möglicherweise war er sein semitischer Söldner. Er gründete seine eigene
Dynastie, die 19.
Wenn Sethos I. von einem Semiten abstammte, könnte sein Gott
Seth ein semitischer Gott sein, vielleicht ein Stammes- oder Kriegsgott.
Der Glaube an Isis
und Orsiris als Antwort auf den Seth-Kult
Der Volksglaube
der Ägypter ließ möglicherweise als Antwort auf diesen bösen fremdländischen
Gott Seth, der für die Ägypter zum Teufel wurde, eine neue Religion entstehen:
den Kult von Isis und Osiris.
Dieser Kult entstand etwa ab 1200 v. Chr.
Der Gott Osiris war aber schon im alten und mittleren Reich als Herr
des Totenreiches bekannt. Durch den Osiriskult wurde
ihm aber eine neue Rolle zugedacht: er wurde zum Gott der Sonne, zum Gott der
Fruchtbarkeit und Ehemann der Muttergöttin Isis. Er
war für die Einhaltung der göttlichen Ordnung zuständig.
Seth war der
dunkle und teuflische Bruder des Osiris. Seth
ermordete Osiris, zerstückelte seine Leiche und nahm
den Platz des Osiris als Herrscher Ägyptens ein. Isis, die Witwe des Osiris,
suchte mit Hilfe des hundsköpfigen Gottes Anubis die
Leichteile zusammen, balsamierte sie ein und erweckte Osiris
wieder zum Leben. Er konnte zwar nicht in den Himmel der Götter und auf die
Erde zurückkehren, wurde aber Herr der Unterwelt und Richter der Toten. Isis war aber schwanger von Osiris
und gebar einen Sohn: Horus. Dieser entmachtete Seth.
Der Name „Mose“ ist kein hebräischer Name, sondern ein ägyptischer. Mose bedeutet „geboren“, also Sohn. Die Buchstabenfolge
„-mosis“ oder „-mose“ begegnet uns in den Namen von
Pharaonen aus der 18. Dynastie, Thutmosis und Ramses
(=Ramosis) und in den Namen der Hyksos-Vertreiber
Kamose und Ahmose. Thutmosis ist also der Sohn des Gottes Thot
(Gott der Weisheit und Übersetzer im Totenreich), Ramses der Sohn des
Sonnengottes Ra und Ahmose ist der Sohn des
Himmelsgottes Amun.
Der Name „Moses“
sagt also: Moses ist der Sohn eines Gottes. Aber welchen Gottes ? In seinem
Namen ist kein Gott dem „-mose“ vorangestellt. Mose ist eigentlich: „
-mose“. Er ist der Sohn des namenlosen und
unsichtbaren Gottes, der zu ihm aus dem brennenden Dornbusch sagt: „Ich bin der
ich bin“. Dieser Gott ist die Stimme, die Moses am Berg Sinai seine Gesetze
verkündet und es ist der unsichtbare Gott, der im Allerheiligsten des
Jerusalemer Tempels wohnt. Deshalb ist der
Platz vor „ -mose“
so leer, wie dieses Allerheiligste im Tempel.
Moses ist also
der Sohn des Gottes, der seinen Namen nicht preisgibt. Genauer gesagt: Dessen
Namen die Bibel nicht preisgibt. Ich vermute, Moses und die Israeliten kannten
den Namen genau. Der Name ist Seth, der böse Gott der Zerstörung und des
Krieges. Der wahrer Name des Moses muß „Sethmosis“ gewesen
sein. Wie ich darauf komme, davon später.
Der Gott, an den
Moses glaubt, ist Seth.
Moses sieht
sich als rechtmäßiger Pharao, aber nicht als Gottessohn
Dadurch, daß Gott sich Moses am Berg Sinai offenbarte, war Moses
legitimiert, der Führer seines Volkes und der oberste Priester in einer Person
zu sein, derjenige, der sein Volk mit seinem Gott als „Pontifex maximus“, als „größter Brückenbauer“ verbindet. Bei den
Ägyptern nahm diese Position der Pharao ein. Aber Moses sieht sich als Prophet,
als Mensch und getreuer Diener seines Gottes. Sein Gott gebietet, keine anderen
Götter neben sich zu haben.
Wie Jesus
sieht sich Moses selbst nicht als Gott und Sohn eines Gottes. Auch seine
Israeliten sehen ihn nicht so. Groß ist die Ähnlichkeit zwischen dem Propheten
Moses und dem Propheten Mohammed. Auch er ist Religionsstifter, und auch er
(und vor allem seine Anhänger) ist an den Befehl gebunden, keine anderen Götter
neben Allah zu haben.
Moses, ein
Sohn von Joseph alias Pharao Sethos I.
Der Name „Moses“ weist
ihn also als einen Ägypter aus. In der Bibel wird geschrieben, dass Moses von
einer hebräischen Mutter abstammte, die ihr Kind aus Angst vor dem Kindsmord
der Ägypter in einen Schilfkorb auf den Nil gesetzt habe. Die Tochter des
Pharao ließ den kleinen Moses von ihrer Magd aus dem Nil fischen ließ und gab
ihn an seine Mutter zurück, damit sie es großziehen sollte.
Das lässt uns
hellhörig werden: Wieso diese Nähe des Moses zur Tochter des Pharao ?
Moses sah sich
als Nachfahre von Pharao Sethos I. Dieser Pharao war
semitischer Abstammung, aber sein Nachfahre Moses hatte wohl auch ägyptisches
Blut in den Adern, weil sich die von Ramses I. gegründete Dynastie
wahrscheinlich mit Nachkommen früherer Pharaonen verheiratet hat, um sich zu
legitimieren.
Wie die wirkliche
Geschichte verlief, können wir nur ahnen. Aber man kann ahnen, daß Moses in irgendeiner verwandtschaftlichen Beziehung zu
Pharao Sethos I. (in der Bibel als Joseph
bezeichnet). Möglicherweise war Moses ein Sohn von Sethos
I. und erhob Anspruch auf den Thron des Pharao. Auf diesem Thron saß Pharao
Ramses II. (der Große, er regierte von 1290 bis 1224 v. Chr.).
Moses lieferte
sich mit Ramses II. einen Machtkampf. Deutet dieser Machtkampf nicht darauf
hin, dass Moses ein Rebell oder Usurpator war ? Betrachtete er sich vielleicht
sogar als Angehöriger einer ägyptischen Dynastie ?
Moses findet auch
Unterstützung in den untersten Schichten der Gesellschaft: bei den hebräischen
Sklaven. Sie stachelt er zur Rebellion an. Als die Revolte zu scheitern drohte,
griff Moses zu einem radikalen Mittel: Er raubte die Mumie von Sethos I., der nicht nur der Vater von Ramses II., sondern
wohl auch der Vater von Moses war.
Schon Amenophis I. aus der vorangehenden 18. Dynastie hatte
erkannt, daß die Pyramiden den Gräber der Pharaonen
keinen zuverlässigen Schutz boten, sondern als weithin sichtbare Monumente die
Grabräuber anzogen. Deshalb ließ er sein Grab versteckt in den thebanischen Bergen anlegen. Seinem Beispiel folgend, ließ
Tutmosis I. im einsamen Tal der Könige heimlich einen Schacht in eine Felswand
bohren und baute eine versteckte Grabkammer. So taten es ebenfalls alle Könige
der 18., 19., und 20. Dynastie. Auch Sethos I., der
Vater von Ramses II., ließ sich im Tal der Könige begraben. Moses öffnete mit
seinen Rebellen das Grab von Sethos I. und entführte
die Mumie des toten Königs.
Nun wird man
einwenden, daß sich die Mumie von Pharao Sethos I. im ägyptischen Museum in Kairo befindet, daß Moses und seine Leute die Mumie gar nicht geraubt haben
können.
1898 wurden im
Tal der Könige in der Grabkammer von Amenophis II.
außer seinem Steinsarkophag und der unversehrten Mumie noch weitere dreizehn
königliche Mumien in einer vermauerten Grabkammer gefunden, darunter die von
Tutmosis IV. und von Amenophis III. Priester und
Beamte hatten wohl, als alle Abwehrmaßnahmen gegen Grabräuber erfolglos waren,
in einer Nacht- und Nebelaktion die Mumien in diese unscheinbare vermauerte
Kammer gerettet.
Ob sich unter
diesen dreizehn Mumien aus der vermauerten Kammer, die heute im Museum sind,
auch diejenige von Sethos I. befindet, weiß ich
nicht. Es könnte möglich sein. Ob in Kairo oder irgend einem der Museen der
Welt die Mumie von Sethos I. liegt, kann ich nicht
beurteilen, da meine Kenntnisse der Ägyptologie nur gering sind.
Nach meiner
Theorie jedoch hat Moses die Mumie des Pharao Sethos
geraubt, und die Israeliten haben seine sterblichen Überreste in der Bundeslade
herumgetragen und später im Allerheiligsten des Tempels zu Jerusalem
aufbewahrt. Das würde nämlich sehr viel Sinn machen.
Wer im Besitz der
Mumie war im Besitz der Macht. Um dies zu verstehen, muß
man den Glauben der Ägypter an die Göttlichkeit der Pharaonen kennen. Die zu
Göttern gewordnen und in den Himmel entrückten Pharaonen konnten immer wieder
in ihr irdisches Reich zurückkehrten, von ihrem Körper wieder Besitz ergreifen
und ihren Nachfahren Anweisungen gaben, wie sie das Reich regieren sollten.
Ohne die geistige Führung der in den Kreis der Götter aufgestiegenen Pharaonen
der vergangenen Jahrhunderte konnte die göttliche Ordnung im Land nicht
aufrecht erhalten werden und es drohte das Chaos.
Ich glaube, die
Pyramiden waren Grabtempel, in welche der regierende Pharao hineinging, um am
Grab seiner Ahnen ihre Geister herbeizuzitieren und mit ihnen Zwiesprache zu
halten, um so Rat und Orakel für die Zukunft zu erhalten. Der Zugang zu den
Grabkammern war schwer zu finden, und nur die Eingeweihten konnten den Weg
gehen, aber Weg war offen. Sonst hätte man die Pharaonen auch durch dicke
Mauern und riesige Felsquader viel wirksamer vor Grabräubern schützen können.
Aber die Gräber waren für die Eingeweihten offen.
Ich vermute,
Moses setzte am schwächsten Punkt des Pharaonen-Regimes an. Wer Zugang zu den
Mumien der Pharaonen hatte, wer gar mit ihren göttlichen Seelen Kontakt
aufnehmen konnte, der hatte die geistige Führung. Wer die geistige Führung
hatte, hatte die Macht.
Auch Ramses II.
besuchte wohl das Grab seines Vaters Sethos I. im Tal
der Könige, um ihn in einer Art Totenbeschwörung herbeizurufen und um Hilfe zu
bitten und um Rat zu fragen. Durch den Raub der Mumie von Sethos
I. hoffte er die Psyche von Ramses II. schwer zu treffen.
Moses versprach
Ramses, ihm die Mumie seines Vaters zurückzugeben, wenn er den Rebellen freien
Abzug gewähren würde. Die Übergabe sollte wohl dann beim Passieren der
ägyptischen Grenze geschehen. Der Pharao ging zum Schein darauf ein. Die Rebellen
durften abziehen und sie nahmen ihre Beute aus dem Grabraub mit. In 2. Moses
12, Vers 35 und 36. heißt es: „Die Israeliten hatten aber nach den Worten des
Moses getan und sich von den Ägyptern silberne und goldene Schmucksachen und
Kleider erbeten. Und der Herr hatte dem Volke bei den Ägyptern Gunst
verschafft, daß sie ihrem Begehren willfahrten; so beraubten sie die Ägypter“. In 2. Moses 14,
Vers 19 heißt es dann: „Und Moses nahm die Gebeine Josephs mit“. Die „Gebeine
Josephs“, das kann die Mumie von Pharao Seth I. (Sethos
ist der griechische Name) sein. Wir haben gelernt, daß
„Jah“ oder „Jo“ Herr oder Gott heißt. Der Name Joseph
sagt, daß sein Träger an den Gott Seth glaubt. Joseph
ist eigentlich Joseth. Joseph war also, so vermute
ich, der Pharao Sethos I. und Vater von Moses.
Weil Moses und
seine Israeliten inzwischen die ägyptischen Glaubensvorstellungen angenommen
hatte, glaubten sie, daß die Pharaonen Söhne von
Göttern seien. Sethos I. war für sie also die
Inkarnation des Gottes Seth. Vielleicht hatte Sethos
I., dessen Gott Seth ja der Gott der Wüste war, auch den Wunsch geäußert in der
Wüste begraben zu werden, im Land seiner Väter.
Moses führte also
die Gebeine von Pharao Sethos I. alias Joseph mit
sich. Er hielt in Einklang mit den ägyptischen Glaubensvorstellungen Sethos I. für eine Inkarnation des Gottes Seth. Mit Hilfe
dieses Gottes gelang es den Israeliten, so glaubten sie, dem Pharao zu
entkommen und in der Wüste der Halbinsel Sinai zu überleben.
Die erste
Erwähnung findet die Bundeslade im 2. Buche Moses, Kapitel 25. Moses steigt auf
den Berg Sinai und nimmt die zehn Gebote in Empfang. Gott sagt ihm: „Mache eine
Lade aus Akazienholz, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb Ellen breit und
anderthalb Ellen hoch; die sollst du mit reinem Gold überziehen, inwendig und
auswendig sollst du sie überziehen, und oben ringsum sollst du einen goldenen
Kranz anbringen...In die Lade lege das Gesetz, das ich dir geben werde...Dann
sollst du eine Deckplatte aus reinem Gold machen...Und du sollst zwei Cherube
(Engel) aus Gold machen...an den beiden Ecken der Deckplatte...Und die Cherube
sollen die Flügel nach oben ausbreiten, indem sie mit ihren Flügeln die
Deckplatte bedecken, während eines jeden Angesicht dem anderen zugekehrt
ist...Daselbst will ich mit dir zusammenkommen, und von der Deckplatte aus,
zwischen den beiden Cheruben hervor, will ich alles kundtun, was ich dir und
den Israeliten befehlen will. Du sollst auch einen Altartisch aus Akazienholz
machen, den sollst du mit reinem Gold überziehen...Du sollst auch die
dazugehörigen Schüsseln und Schalen und Becher machen, mit denen man das
Trankopfer spendet. Und den Tisch sollst du allezeit Schaubrote vor mir
hinlegen. Sodann sollst du einen reinen Leuchter aus reinem Gold machen.“
Für die
Bundeslade sollte Moses ein kostbar ausgestattetes Zelt machen, mit Teppichen
ausgelegt, das Bundeszelt. In dem Zelt sollte es eine heilige „Wohnung“
Jahwes hergestellt werden, ein
Wohnzimmer aus Akazienbrettern, zehn Ellen hoch, 30 Ellen lang und neun Ellen
breit. Ein Vorhang sollte das Heilige vom Allerheiligsten trennen. Im
Allerheiligsten, durch den Vorhand verborgen, sollte die Bundeslade stehen, im
heiligen Vorraum der Altar.
Weiter: Drittes
Kapitel: Die Bundeslade als Sarkophag eines Ägyptischen Pharao