Moses, der Ägypter

Von Richard Beiderbeck   www.koinae.de    

 

Amenophis IV. (Echnaton), der Prophet, der vor Moses kam

 

Pharao Amenophis IV. herrschte von 1364 bis 1347 ? v. Chr. Er nannte sich Echnaton, brach mit der religiösen Tradition, gründete eine neue Religion und eine neue Hauptstadt. Amenophis IV. war erst 15 Jahre alt, als er Pharao wurde und die schöne Nofretete heiratete.

Echnaton glaubte, daß der Sonnengott der einzige Gott sei und daß es neben Aton keine anderen Götter gebe. Er ließ die Tempel aller anderen Götter schließen und entmachte die Priester aller anderen Götter.

Im fünften Jahr seiner Regierung errichtete er in Theben ein Heiligtum mit dem Namen „Aton ist gefunden“. Er nannte sich fortan „Echnaton“ („Es gefällt Echnaton“ oder „Wirkender Geist des Aton“). In ihm wirkte also der Geist des Aton, und deshalb nannte er sich später auch „Größter der Propheten“.

Im sechsten Jahr seiner Regierung wählte er am Nil, auf halbem Weg zwischen Theben und Memphis einen Ort aus, an dem er seine zukünftige Hauptstadt, die Stadt des Lichtes, „Achet-Aton  („Horizont des Aton“), die Stadt des Sonnengottes (griechisch Heliopolis)  innerhalb von vier Jahren bauen ließ. Im Zentrum der Stadt entstand der große Aton-Tempel. Er wurde „Tempel des aufgerichteten Steines“ genannt, jenes Steines (offensichtlich ein Obelisk oder ein Menhir), dessen Spitze zu Beginn aller Zeiten die ersten Strahlen des Sonnengottes berührten. Wir haben uns den Tempel Atons als eine Abfolge von nicht gedeckten Höfen vorzustellen, die zu einem großen Hof hinführte, in dessen Mitte der Altar stand. Das ganze erinnert an das Heiligtum in Mekka mit der Kaaba oder an den Petersplatz in Rom mit dem Obelisken oder auch an den Tempel des Herodes in Jerusalem mit seinen Höfen und Vorhöfen.

Erinnert dieser Neubau einer Hauptstadt nicht an den Bau von Washington, jener viel zu weiträumigen und überdimensionierten Hauptstadt, die erst langsam zu einer lebendigen Stadt werden konnte ? Steht nicht in Washington ein Obelisk, der die Mitte der Welt symbolisieren soll und dessen Spitze morgens die ersten Strahlen der Sonne berühren ? Und trägt nicht die Freiheitsstatue in New York den Strahlenkranz des Sonnengottes um den Kopf und hält ihr Arm nicht die Fackel des Lichtes ? Echnaton ist uns näher als wir glauben.

 

Der Gott Echnatons machte das vor, was der Gott des Moses nachmachte: Er duldete keine anderen Götter neben sich. Echnaton verbot die Verehrung der vielen anderen Götter und ließ ihre Namen aus den Inschriften entfernen. Für ihn gab es keinen anderen Gott als Aton, so wie es für Mohamed keine anderen Gott als Allah gab. Er erklärte des Priestern des mächtigen Ammon den Krieg, so wie später der jüdische König Josia den Baalspriestern den Krieg erklärte.

 

Echnaton scheiterte mit seiner Politik, der ruinierte das Reich. Es gibt von ihm kein Grab und Keine Mumie, ebenso wenig wie von Nofretete.

 

Joseph, der Sohn Israels, war in Wirklichkeit Pharao Sethos I.

 

Joseph begann seine Karriere etwa 40 Jahre nach der für Ägypten desaströsen Regierungszeit von Pharao Echnaton. So jedenfalls ist die Zeittafel, wenn meine Vermutung stimmt, dass Joseph mit Pharao Sethos I. identisch ist.

In 1. Mose 37, Vers 9 heißt es: (Joseph) sprach: Seht, ich habe einen Traum gehabt: die Sonne und der Mond und elf Sterne verneigen sich vor mir.“

Die Sonne, der Mond und die elf Sterne sind die Götter Ägyptens. Jospeh träumt also davon, daß er über die Götter Ägyptens und damit auch über das Land am Nil herrschen wird.

Später heißt es dann in 1. Mose 39: „Als aber Joseph nach Ägypten hinabgeführt worden war, kaufte ihn Potiphar, der Kämmerer des Pharao, der Oberste der Leibwache...sodaß er im Hause seinen Gebieters (des Chefs der Leibwache) bleiben durfte.“ Joseph kam in große Gunst bei ihm und wurde sein Leibdiener, und „Potiphar setzte ihn über sein Haus, und alles was er hatte, übergab er ihm.“ Joseph erbte also das Amt des Führers der Leibwache, sowie das Amt des Kämmerers (Verwalter der Staatsfinanzen), und er erbte den Besitz von Potiphar. Potiphar kümmerte sich nur noch „um die Speise, die er aß“ und überließ alles andere Joseph.  Joseph war damit nach dem Pharao der mächtigste Mann im Staat. Welcher Pharao war das ? Es war Ramses I. Dieser hieß eigentlich Paramessu und war ein Soldat, möglicherweise ein semitische Söldner. Er war Oberbefehlshaber der Bogenschützen, der Wagenkäpfer und des Fußvolkes. Er wurde von dem General Haremhab als sein Nachfolger eingesetzt und ernannte sich selbst zum Pharao Ramses = Ramoses (Sohn von Ra-Amun-Osiris) und begründete eine Dynastie. Dieser einfache Soldat war aber nicht in der Lage, das Reich zu verwalten. Deshalb machte er (vielleicht nicht ganz freiwillig) nach 2 Jahren Regierungszeit (1306 bis 1304 v. Chr.) den Kämmerer und Chef der Leibgarde zu seinem Nachfolger Sethos I. Joseph, der ein Semit war, wollte nicht an die ägyptischen Götter glauben, sondern er glaubte an seinen eigenen Gott: Seth. Er sah sich als Sohn Seths. Sein Herr und Gott (Jo) war Seth. Daher der Name Joseth, aus dem Joseph wurde.

 

Der Name des Mose – Moses war der Täter

 

Moses ist nicht der Hebräer und Prophet eines neuen Glaubens, sondern er stammt aus dem ägyptischen Königshaus, er ist der Sohn einer Nebenfrau des Pharao und revoltiert gegen den Pharao und muß mit seinen Getreuen aus dem Land fliehen. Das ist das Krypto-Epos.

 

Zunächst fällt auf, dass der ägyptischen Name „Ahmose“ sehr ähnlich zum Namen „Moses“ ist. Moses war also Ägypter.

 

Die Vertreibung der Hyksos aus Ägypten als Vorlage für das Moses-Epos

 

Als Vorbild für die Flucht der Kinder Israel aus Ägypten könnte die Vertreibung der Hyksos gedient haben. Diese fand aber weit vor der Zeit von Ramses II. statt, nämlich nach 1537 v. Chr.

Hyksos herrschten etwa 200 Jahre lang (von etwa 1730 v. Chr. bis 1567 v. Chr.) über Ägypten. Der Name „Hyksos“ bedeutet „Herrscher aus der Wüste“ oder „Häuptlinge der Fremdländer“. Die Hyksos waren kein bestimmtes Volk, sie stammten nicht aus einer bestimmten Volksgruppe, sondern sie waren die zusammengewürfelten Angehörigen verschiedener asiatischer Nomadenstämme, die sich zu einem Raubzug vereint hatten und die Schwäche des durch innere Kämpfe zerrissenen Ägyptens nutzten. Wahrscheinlich ging der Machtübernahme durch die Hyksoskönige eine allmähliche Unterwanderung durch einsickernde Volksstämme voraus, bevor einer der Nomadenhäuptlinge die Herrschaft am unteren Nil übernahm und seine eigenen Pharaonendynastie begründete, die 14. Dynastie, der noch zwei weitere Dynstien der Fremdherrscher folgten.

Ahmose, dem späteren Pharao Ahmose I. (1552 bis 1527 v. Chr.), gelang es die von der alten Hauptstadt Theben am mittleren Nil ausgehende Zurückeroberung des Landes mit der endgültigen Vertreibung der Hyksos aus dem Nildelta abzuschließen und mit der 18. Dynastie das „Neue Reich“ (1536 bis 1085 v. Chr.) einzuläuten.

 

Aber die Vertreibung der Hyksos ist nur die Vorlage für das Heldenepos. Aber es zogen keine 600 000 Mann aus Ägypten aus. Hier übertreibt die Bibel. Es war nur eine Flucht relativ weniger, und sie fand nicht um 1540 v. Chr. statt, sondern etwa 300 Jahre später.

 

Die Namen verraten das Krypto-Epos

 

Weil die Namen der Helden etwas über die Identität und das Schicksal der Helden verraten und so das Krypto-Epos enthüllen, müssen wir uns mit den Namen befassen. In den Namen der biblischen Helden kommt oft der Name Gottes oder eines Gottes vor. Wir befassen uns deshalb erst mit den Namen der Götter. Sie verraten uns wer sie sind und wo sie herkommen.

 

Wenn wir dann die Götter kennen, können wir erfahren, an welche Götter die Helden, die die Namen dieser Götter in ihrem Namen haben, glauben: nämlich an den Gott, der in ihrem Namen ist.

 

Die Ägyptischen Gottesnamen in den Namen der biblischen Helden und Heldinnen

 

Der Gott Re oder Ra

 

Er ist der Sonnengott, der „Herr der beiden Welten“. Welcher beiden Welten ? Der Welt des Tages und der Nacht. Nachts beherrscht er als Mondgott Jah den Himmel. Er herrscht nicht nur im Himmel, sondern auch in der Unterwelt. Re war der Gott des Pharao Cheops, der sich als sein Sohn betrachtete.

Pharao Amenophis IV., der sich Echnaton nannte, sah im Sonnengott den einzigen aller Götter und nannte ihn Aton.

 

Der Gott Amun (griechisch Ammon)

 

Amun ist der oberste der Götter, der Gott des Himmels. Sein Sohn ist der Mondgott Chons.

Er wurde mit dem Sonnengott Re verschmolzen und wurde zu Amun-Re, dem ägyptischen Reichsgott.

Das heilige Tier des Amun ist der Widder.

Das Wort Amun steckt möglicherweise im Wort Amen.

 

Der Gott Seth

 

Seth war der Gott des Pharao Sethos I. (er regierte von 1304 bis 1290 v. Chr.). Er war Vater von Ramses II. (der Große), unter dessen Herrschaft Moses die Israeliten aus Ägypten führte. Seth war der Gott des Chaos und der ungezügelten Urkraft. Seth war der Gott, der über die Wüste herrschte.

Der Vater von Sethos I. war Ramses I. (er regierte von 1306 bis 1304 v. Chr.). Dieser Ramses I. war ein Soldat aus dem Nordosten des Nildeltas. Möglicherweise war er sein semitischer Söldner. Er gründete seine eigene Dynastie, die 19.

Wenn Sethos I. von einem Semiten abstammte, könnte sein Gott Seth ein semitischer Gott sein, vielleicht ein Stammes- oder Kriegsgott.

 

Der Glaube an Isis und Orsiris als Antwort auf den Seth-Kult

 

Der Volksglaube der Ägypter ließ möglicherweise als Antwort auf diesen bösen fremdländischen Gott Seth, der für die Ägypter zum Teufel wurde, eine neue Religion entstehen: den Kult von Isis und Osiris. Dieser Kult entstand etwa ab 1200 v. Chr.

Der Gott Osiris war aber schon im alten und mittleren Reich als Herr des Totenreiches bekannt. Durch den Osiriskult wurde ihm aber eine neue Rolle zugedacht: er wurde zum Gott der Sonne, zum Gott der Fruchtbarkeit und Ehemann der Muttergöttin Isis. Er war für die Einhaltung der göttlichen Ordnung zuständig.

Seth war der dunkle und teuflische Bruder des Osiris. Seth ermordete Osiris, zerstückelte seine Leiche und nahm den Platz des Osiris als Herrscher Ägyptens ein. Isis, die Witwe des Osiris, suchte mit Hilfe des hundsköpfigen Gottes Anubis die Leichteile zusammen, balsamierte sie ein und erweckte Osiris wieder zum Leben. Er konnte zwar nicht in den Himmel der Götter und auf die Erde zurückkehren, wurde aber Herr der Unterwelt und Richter der Toten. Isis war aber schwanger von Osiris und gebar einen Sohn: Horus. Dieser entmachtete Seth.

 

 

Der Name „Mose“ ist kein hebräischer Name, sondern ein ägyptischer. Mose bedeutet „geboren“, also Sohn. Die Buchstabenfolge „-mosis“ oder „-mose“ begegnet uns in den Namen von Pharaonen aus der 18. Dynastie, Thutmosis und Ramses (=Ramosis) und in den Namen der Hyksos-Vertreiber Kamose und Ahmose. Thutmosis ist also der Sohn des Gottes Thot (Gott der Weisheit und Übersetzer im Totenreich), Ramses der Sohn des Sonnengottes Ra und Ahmose ist der Sohn des Himmelsgottes Amun.

 

Der Name „Moses“ sagt also: Moses ist der Sohn eines Gottes. Aber welchen Gottes ? In seinem Namen ist kein Gott dem „-mose“ vorangestellt. Mose ist eigentlich: „      -mose“. Er ist der Sohn des namenlosen und unsichtbaren Gottes, der zu ihm aus dem brennenden Dornbusch sagt: „Ich bin der ich bin“. Dieser Gott ist die Stimme, die Moses am Berg Sinai seine Gesetze verkündet und es ist der unsichtbare Gott, der im Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels wohnt. Deshalb ist der  Platz vor „    -mose“ so leer, wie dieses Allerheiligste im Tempel.

 

Moses ist also der Sohn des Gottes, der seinen Namen nicht preisgibt. Genauer gesagt: Dessen Namen die Bibel nicht preisgibt. Ich vermute, Moses und die Israeliten kannten den Namen genau. Der Name ist Seth, der böse Gott der Zerstörung und des Krieges. Der wahrer Name des Moses muß „Sethmosis“ gewesen sein. Wie ich darauf komme, davon später.

Der Gott, an den Moses glaubt, ist Seth.

 

Moses sieht sich als rechtmäßiger Pharao, aber nicht als Gottessohn

 

Dadurch, daß Gott sich Moses am Berg Sinai offenbarte, war Moses legitimiert, der Führer seines Volkes und der oberste Priester in einer Person zu sein, derjenige, der sein Volk mit seinem Gott als „Pontifex maximus“, als „größter Brückenbauer“ verbindet. Bei den Ägyptern nahm diese Position der Pharao ein. Aber Moses sieht sich als Prophet, als Mensch und getreuer Diener seines Gottes. Sein Gott gebietet, keine anderen Götter neben sich zu haben.

 

Wie Jesus sieht sich Moses selbst nicht als Gott und Sohn eines Gottes. Auch seine Israeliten sehen ihn nicht so. Groß ist die Ähnlichkeit zwischen dem Propheten Moses und dem Propheten Mohammed. Auch er ist Religionsstifter, und auch er (und vor allem seine Anhänger) ist an den Befehl gebunden, keine anderen Götter neben Allah zu haben.

 

Moses, ein Sohn von Joseph alias Pharao Sethos I.

 

Der Name „Moses“ weist ihn also als einen Ägypter aus. In der Bibel wird geschrieben, dass Moses von einer hebräischen Mutter abstammte, die ihr Kind aus Angst vor dem Kindsmord der Ägypter in einen Schilfkorb auf den Nil gesetzt habe. Die Tochter des Pharao ließ den kleinen Moses von ihrer Magd aus dem Nil fischen ließ und gab ihn an seine Mutter zurück, damit sie es großziehen sollte.

Das lässt uns hellhörig werden: Wieso diese Nähe des Moses zur Tochter des Pharao ?

 

Moses sah sich als Nachfahre von Pharao Sethos I. Dieser Pharao war semitischer Abstammung, aber sein Nachfahre Moses hatte wohl auch ägyptisches Blut in den Adern, weil sich die von Ramses I. gegründete Dynastie wahrscheinlich mit Nachkommen früherer Pharaonen verheiratet hat, um sich zu legitimieren.

 

Wie die wirkliche Geschichte verlief, können wir nur ahnen. Aber man kann ahnen, daß Moses in irgendeiner verwandtschaftlichen Beziehung zu Pharao Sethos I. (in der Bibel als Joseph bezeichnet). Möglicherweise war Moses ein Sohn von Sethos I. und erhob Anspruch auf den Thron des Pharao. Auf diesem Thron saß Pharao Ramses II. (der Große, er regierte von 1290 bis 1224 v. Chr.).

Moses lieferte sich mit Ramses II. einen Machtkampf. Deutet dieser Machtkampf nicht darauf hin, dass Moses ein Rebell oder Usurpator war ? Betrachtete er sich vielleicht sogar als Angehöriger einer ägyptischen Dynastie ?

 

Moses findet auch Unterstützung in den untersten Schichten der Gesellschaft: bei den hebräischen Sklaven. Sie stachelt er zur Rebellion an. Als die Revolte zu scheitern drohte, griff Moses zu einem radikalen Mittel: Er raubte die Mumie von Sethos I., der nicht nur der Vater von Ramses II., sondern wohl auch der Vater von Moses war.

 

Moses raubt die Mumie seines Vaters Sethos I.

 

Schon Amenophis I. aus der vorangehenden 18. Dynastie hatte erkannt, daß die Pyramiden den Gräber der Pharaonen keinen zuverlässigen Schutz boten, sondern als weithin sichtbare Monumente die Grabräuber anzogen. Deshalb ließ er sein Grab versteckt in den thebanischen Bergen anlegen. Seinem Beispiel folgend, ließ Tutmosis I. im einsamen Tal der Könige heimlich einen Schacht in eine Felswand bohren und baute eine versteckte Grabkammer. So taten es ebenfalls alle Könige der 18., 19., und 20. Dynastie. Auch Sethos I., der Vater von Ramses II., ließ sich im Tal der Könige begraben. Moses öffnete mit seinen Rebellen das Grab von Sethos I. und entführte die Mumie des toten Königs.

 

Nun wird man einwenden, daß sich die Mumie von Pharao Sethos I. im ägyptischen Museum in Kairo befindet, daß Moses und seine Leute die Mumie gar nicht geraubt haben können.

1898 wurden im Tal der Könige in der Grabkammer von Amenophis II. außer seinem Steinsarkophag und der unversehrten Mumie noch weitere dreizehn königliche Mumien in einer vermauerten Grabkammer gefunden, darunter die von Tutmosis IV. und von Amenophis III. Priester und Beamte hatten wohl, als alle Abwehrmaßnahmen gegen Grabräuber erfolglos waren, in einer Nacht- und Nebelaktion die Mumien in diese unscheinbare vermauerte Kammer gerettet.

Ob sich unter diesen dreizehn Mumien aus der vermauerten Kammer, die heute im Museum sind, auch diejenige von Sethos I. befindet, weiß ich nicht. Es könnte möglich sein. Ob in Kairo oder irgend einem der Museen der Welt die Mumie von Sethos I. liegt, kann ich nicht beurteilen, da meine Kenntnisse der Ägyptologie nur gering sind.

Nach meiner Theorie jedoch hat Moses die Mumie des Pharao Sethos geraubt, und die Israeliten haben seine sterblichen Überreste in der Bundeslade herumgetragen und später im Allerheiligsten des Tempels zu Jerusalem aufbewahrt. Das würde nämlich sehr viel Sinn machen.

 

Warum Moses die Mumie seines Vaters raubte

 

Wer im Besitz der Mumie war im Besitz der Macht. Um dies zu verstehen, muß man den Glauben der Ägypter an die Göttlichkeit der Pharaonen kennen. Die zu Göttern gewordnen und in den Himmel entrückten Pharaonen konnten immer wieder in ihr irdisches Reich zurückkehrten, von ihrem Körper wieder Besitz ergreifen und ihren Nachfahren Anweisungen gaben, wie sie das Reich regieren sollten. Ohne die geistige Führung der in den Kreis der Götter aufgestiegenen Pharaonen der vergangenen Jahrhunderte konnte die göttliche Ordnung im Land nicht aufrecht erhalten werden und es drohte das Chaos. 

 

Ich glaube, die Pyramiden waren Grabtempel, in welche der regierende Pharao hineinging, um am Grab seiner Ahnen ihre Geister herbeizuzitieren und mit ihnen Zwiesprache zu halten, um so Rat und Orakel für die Zukunft zu erhalten. Der Zugang zu den Grabkammern war schwer zu finden, und nur die Eingeweihten konnten den Weg gehen, aber Weg war offen. Sonst hätte man die Pharaonen auch durch dicke Mauern und riesige Felsquader viel wirksamer vor Grabräubern schützen können. Aber die Gräber waren für die Eingeweihten offen.

 

Ich vermute, Moses setzte am schwächsten Punkt des Pharaonen-Regimes an. Wer Zugang zu den Mumien der Pharaonen hatte, wer gar mit ihren göttlichen Seelen Kontakt aufnehmen konnte, der hatte die geistige Führung. Wer die geistige Führung hatte, hatte die Macht.

 

Auch Ramses II. besuchte wohl das Grab seines Vaters Sethos I. im Tal der Könige, um ihn in einer Art Totenbeschwörung herbeizurufen und um Hilfe zu bitten und um Rat zu fragen. Durch den Raub der Mumie von Sethos I. hoffte er die Psyche von Ramses II. schwer zu treffen.

 

Die Flucht der Israeliten aus Ägypten

 

Moses versprach Ramses, ihm die Mumie seines Vaters zurückzugeben, wenn er den Rebellen freien Abzug gewähren würde. Die Übergabe sollte wohl dann beim Passieren der ägyptischen Grenze geschehen. Der Pharao ging zum Schein darauf ein. Die Rebellen durften abziehen und sie nahmen ihre Beute aus dem Grabraub mit. In 2. Moses 12, Vers 35 und 36. heißt es: „Die Israeliten hatten aber nach den Worten des Moses getan und sich von den Ägyptern silberne und goldene Schmucksachen und Kleider erbeten. Und der Herr hatte dem Volke bei den Ägyptern Gunst verschafft, daß sie ihrem Begehren willfahrten; so beraubten sie die Ägypter“. In 2. Moses 14, Vers 19 heißt es dann: „Und Moses nahm die Gebeine Josephs mit“. Die „Gebeine Josephs“, das kann die Mumie von Pharao Seth I. (Sethos ist der griechische Name) sein. Wir haben gelernt, daßJah“ oder „Jo“ Herr oder Gott heißt. Der Name Joseph sagt, daß sein Träger an den Gott Seth glaubt. Joseph ist eigentlich Joseth. Joseph war also, so vermute ich, der Pharao Sethos I. und Vater von Moses.

 

Weil Moses und seine Israeliten inzwischen die ägyptischen Glaubensvorstellungen angenommen hatte, glaubten sie, daß die Pharaonen Söhne von Göttern seien. Sethos I. war für sie also die Inkarnation des Gottes Seth. Vielleicht hatte Sethos I., dessen Gott Seth ja der Gott der Wüste war, auch den Wunsch geäußert in der Wüste begraben zu werden, im Land seiner Väter.

 

Seth, der Gott in der Bundeslade

 

Moses führte also die Gebeine von Pharao Sethos I. alias Joseph mit sich. Er hielt in Einklang mit den ägyptischen Glaubensvorstellungen Sethos I. für eine Inkarnation des Gottes Seth. Mit Hilfe dieses Gottes gelang es den Israeliten, so glaubten sie, dem Pharao zu entkommen und in der Wüste der Halbinsel Sinai zu überleben.

 

Der Gott aus der Bundeslade offenbart sich am Berg Sinai

 

Die erste Erwähnung findet die Bundeslade im 2. Buche Moses, Kapitel 25. Moses steigt auf den Berg Sinai und nimmt die zehn Gebote in Empfang. Gott sagt ihm: „Mache eine Lade aus Akazienholz, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch; die sollst du mit reinem Gold überziehen, inwendig und auswendig sollst du sie überziehen, und oben ringsum sollst du einen goldenen Kranz anbringen...In die Lade lege das Gesetz, das ich dir geben werde...Dann sollst du eine Deckplatte aus reinem Gold machen...Und du sollst zwei Cherube (Engel) aus Gold machen...an den beiden Ecken der Deckplatte...Und die Cherube sollen die Flügel nach oben ausbreiten, indem sie mit ihren Flügeln die Deckplatte bedecken, während eines jeden Angesicht dem anderen zugekehrt ist...Daselbst will ich mit dir zusammenkommen, und von der Deckplatte aus, zwischen den beiden Cheruben hervor, will ich alles kundtun, was ich dir und den Israeliten befehlen will. Du sollst auch einen Altartisch aus Akazienholz machen, den sollst du mit reinem Gold überziehen...Du sollst auch die dazugehörigen Schüsseln und Schalen und Becher machen, mit denen man das Trankopfer spendet. Und den Tisch sollst du allezeit Schaubrote vor mir hinlegen. Sodann sollst du einen reinen Leuchter aus reinem Gold machen.“

Für die Bundeslade sollte Moses ein kostbar ausgestattetes Zelt machen, mit Teppichen ausgelegt, das Bundeszelt. In dem Zelt sollte es eine heilige „Wohnung“ Jahwes  hergestellt werden, ein Wohnzimmer aus Akazienbrettern, zehn Ellen hoch, 30 Ellen lang und neun Ellen breit. Ein Vorhang sollte das Heilige vom Allerheiligsten trennen. Im Allerheiligsten, durch den Vorhand verborgen, sollte die Bundeslade stehen, im heiligen Vorraum der Altar.

 

Weiter: Drittes Kapitel: Die Bundeslade als Sarkophag eines Ägyptischen Pharao