Von
Moses führte also
die Gebeine von Pharao Sethos I. alias Joseph mit
sich. Er hielt in Einklang mit den ägyptischen Glaubensvorstellungen Sethos I. für eine Inkarnation des Gottes Seth. Mit Hilfe
dieses Gottes gelang es den Israeliten, so glaubten sie, dem Pharao zu
entkommen und in der Wüste der Halbinsel Sinai zu überleben.
Die erste Erwähnung
findet die Bundeslade im 2. Buche Moses, Kapitel 25. Moses steigt auf den Berg
Sinai und nimmt die zehn Gebote in Empfang. Gott sagt ihm: „Mache eine Lade aus
Akazienholz, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb Ellen breit und
anderthalb Ellen hoch; die sollst du mit reinem Gold überziehen, inwendig und
auswendig sollst du sie überziehen, und oben ringsum sollst du einen goldenen
Kranz anbringen...In die Lade lege das Gesetz, das ich dir geben werde...Dann
sollst du eine Deckplatte aus reinem Gold machen...Und du sollst zwei Cherube
(Engel) aus Gold machen...an den beiden Ecken der Deckplatte...Und die Cherube
sollen die Flügel nach oben ausbreiten, indem sie mit ihren Flügeln die
Deckplatte bedecken, während eines jeden Angesicht dem anderen zugekehrt
ist...Daselbst will ich mit dir zusammenkommen, und von der Deckplatte aus,
zwischen den beiden Cheruben hervor, will ich alles kundtun, was ich dir und
den Israeliten befehlen will. Du sollst auch einen Altartisch aus Akazienholz
machen, den sollst du mit reinem Gold überziehen...Du sollst auch die
dazugehörigen Schüsseln und Schalen und Becher machen, mit denen man das
Trankopfer spendet. Und den Tisch sollst du allezeit Schaubrote vor mir
hinlegen. Sodann sollst du einen reinen Leuchter aus reinem Gold machen.“
Für die
Bundeslade sollte Moses ein kostbar ausgestattetes Zelt machen, mit Teppichen
ausgelegt, das Bundeszelt. In dem Zelt sollte es eine heilige „Wohnung“
Jahwes hergestellt werden, ein
Wohnzimmer aus Akazienbrettern, zehn Ellen hoch, 30 Ellen lang und neun Ellen
breit. Ein Vorhang sollte das Heilige vom Allerheiligsten trennen. Im
Allerheiligsten, durch den Vorhand verborgen, sollte die Bundeslade stehen, im
heiligen Vorraum der Altar.
Die Bundeslade
war ein Sarkophag
Warum dieser
Aufwand um eine Kiste aufzustellen, die angeblich nur die Gesetzestafeln
enthielt ? Aber die Bundeslade enthielt in Wirklichkeit die Mumie des Pharao Sethos I., der als Inkarnation des Gottes Seth galt und der
jetzt zu Jahwe geworden war. Die Bundeslade war der Sarkophag des Pharao Sethos I. Aber aus diesem Sarkophag konnte der Gottkönig
jederzeit auferstehen und in den Himmel fliegen, begleitet von den beiden
geflügelten Engelwesen, die auf dem Sargdeckel saßen. Oder der Gott Seht konnte
aus dem Himmel in seinen Körper herabsteigen und die Mumie des Pharaos zu neuem
Leben erwecken, um zu seinem Volk, repräsentiert durch Moses oder den Hohen
Priester, sprechen.
Oder er konnte
sich an den Speisen und Getränken laben, die ihm auf dem Altar serviert wurden.
Der Leuchter, genannt Menora, war ein Totenleuchter, auf dem die Totenlichter
brannten, der aber auch als Tischleuchter diente für Jahwe diente.
Das Bundeszelt
war ein transportabler Grabtempel für
einen ägyptischen Gottkönig Sethos I. Die Brote, die
Speisen und Getränke in den Schüsseln und Schalen wurden auf den Tisch
gestellt, damit der Gott, wenn er aus den himmlischen Sphären in seine Körper
zurückkehrte, etwas zu essen und Trinken vorfand, und der Leuchter brannte,
damit er nicht im Dunklen sitzen musste.
Wenn er dem Hohen
Priester erschien, thronte er auf dem Deckel des Sarkophags zwischen den zwei
geflügelten Wesen.
Der Hohepriester
hatte die magische Kraft, Jahwe aus dem Jenseits herbeizurufen und ihn um
Anweisungen zu bitten, wie das Volk zu regieren sei und Vorhersagen über die
Zukunft zu machen. Der eigentliche Herrscher von Israel war nicht Moses oder
der Hohe Priester, sondern Jahwe/Seth in der Bundeslade. Deswegen hatten die
Israeliten auch bis zu Saul auch keinen König. Sie brauchten ihn nicht, Jahwe
war ihr König. Seine Stellvertreter und Mittler waren die Hohen Priester.
Nach dem Tod des
Moses sprach der Hohen Priester mit Jahwe. In der Praxis wird es wohl so
gewesen sein, dass er neben der Bundeslade schlief und Jahwe ihm im Traum
erschien oder sich der Hohe Priester sich durch Drogen, Fasten oder wie auch
immer in einen Zustand der Trance oder der religiösen Ekstase versetzt hatte.
Mit welcher Recht
konnte nun der Pharao und Gott Sethos I., in einer „Bundeslade“ genannten Holzkiste
unterwegs in der Wüste zwischen Ägypten und Kanaan, seinem Volk das Gelobte
Land übergeben ? Nun, ganz einfach, es war Teil des Herrschaftsgebietes des
Ägyptischen Reiches. Der Sohn des Pharao Amose, Amenophis
I. (er herrschte 1536 bis1517 vor Chr.), hatte das Reich bis zum Euphrat
ausgedehnt – mit Hilfe von Streitwagen, die von Pferden gezogen wurden, die von
den Pferden der Hyksos abstammten.
Aus dem Gott
Seth, dem bösen, teuflischen Gott soll Jahwe entstanden sein ? Das ist sicher
schwer zu akzeptieren. Jahwe gibt nichts über sich preis – noch nicht einmal
seinen Namen. Auf die Frage von Moses nach seinem Namen antwortet er : „Ich bin
der ich bin.“ Standbilder dürfen von ihm nicht angefertigt werden. Könnte es
sein, daß Seth einfach nicht vorzeigbar ist, weil er
ein blutrünstiger, böser Gott ist ?
Wer Jahwe ist,
das könne wir nur aus seinen Taten, seinen Worten und aus seinen Befehlen
erschließen. Und die sprechen allerdings eine deutliche Sprache.
In 1.Mose,
Kapitel 6, ab Vers 7 heißt es: „Und der Herr sprach: Ich will die Menschen, die
ich geschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, die Menschen sowohl als das Vieh,
auch die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.“
Und Gott machte
eine Sintflut und vernichtete Mensch und Tier fast restlos.
Ist das Werk
eines liebenden, gnädigen Gottes, oder ist das das Werk eines bösen,
satanischen Gottes ?
„Der Herr ließ
Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorrha regnen, von
dem Herrn vom Himmel herab, und vernichtete so die Städte und den ganzen
Umkreis und alle Bewohner der Städte und was auf dem Land gewachsen war.“ (1. Mose, 20, Vers 24 und 25)
Jeder
Bibelgläubige sagt dazu im Brustton der Überzeugung: „Sodom und Gomorrha ! Recht geschieht ihnen !“ Warum dies: Weil dieser Geschichte ein
Vorspann vorangeht, der suggeriert: Es gab in diesen Städten noch nicht einmal
zehn Gerechte. Was heißt gerecht ? Gerecht ist, wer den Vorstellungen Jahwes
über Sexualmoral gerecht wird. Aber gesunde Menschenverstand sagt, daß in den Städte ja eine Vielzahl von Kindern gelebt haben
müssen die keine Perversionen begangen haben können, sondern höchstens Opfer
von Perversionen wurden. Im Übrigen ist es völlig ausgeschlossen, daß eine Bevölkerungsmehrheit sich sexuell abartig verhält.
In Sodom und Gomorrha hat die Mehrheit, wie überall
auf der Welt, den guten alten Sex zwischen Mann und Frau sicher als das
angenehmste und beste empfunden.
In 2. Mose 7 heißt es: „...und alles Wasser im Nil verwandelte
sich in Blut; die Fische im Nil starben, und der Nil ward stinkend, sodaß die Ägypter kein Wasser mehr aus dem Nil trinken
konnten...da kamen die Frösche herauf und bedeckten das Land Ägypten...die
Frösche starben in den Häusern, in den Höfen und auf den Feldern. Und man
schüttete sie haufenweise zusammen, daß das Land
davon stank...da kamen die Mücken über die Menschen und das Vieh...eine Menge
Bremsen kam in das Haus des Pharao und in die Häuser der Leute...alles Vieh der
Ägypter starb...da entstanden an den Menschen und am Vieh Geschwürbeulen, die
aufbrachen...und der Herr ließ donnern und Hageln, und Feuer fuhren auf die
Erde hernieder...es war ein Hagel und einunaufhörliches Feuer unter dem
Hagel...und der Hagel erschlug im ganzen Lande Ägypten alles, was auf dem Feld
war, Menschen sowohl als Vieh.“
Moses sprach zu
den Leviten (das sind die Priester Jahwes): „So spricht der Herr, der Gott
Israels: Gürte ein jeder sein Schwert an die Hüfte ! Geht im Lager hin und her,
von einem Tor zum andern und tötet alles, Brüder, Freunde und Verwandte ! ... So fielen an einem Tage dreitausend
Mann.“
Grund: sie
brachten ihm ein „ungehöriges Feueropfer dar“ (3. Mose
10)
„...traf man einen
Mann, der am Sabbat Holz gesammelt hatte...Der Herr aber sprach zu Mose: Der Mann muß getötet
werden; die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen“.
(4. Mose 31): „Und der Herr redete mit Mose
und sprach: Räche die Israeliten an den Midianitern !
... Und die Israeliten führten die Frauen und Kinder der Midianiter
gefangen hinweg, und alle ihre Lasttiere, alle ihre Herden und ihre ganze Habe
machten sie zur Beute....und Moses sprach zu ihnen: Wie ? ihr habt alle Frauen
am leben gelassen ? ...So tötet nun alles was männlich ist unter den Kindern;
auch alle Frauen, denen schon ein Mann beigewohnt hat, sollt ihr töten.“
In Josua 1
heißt es: „Der Herr sprach zu Josua: ...ziehe über den Jordan hier, du und
dieses ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten gebe. Jeden Ort,
darauf eure Fußsohle treten wird, gebe ich euch wie ich Mose
versprochen habe. Von der Wüste an und dem Libanon dort bis an den großen
Strom, den Euphratstrom, das ganze Land der Hethiter, und bis an das große Meer
im Westen soll euer Gebiet reichen.“
Jahwe befiehl
also einen Angriffskrieg und gibt den Israeliten ein Land, das anderen Völkern
gehört.
(Josua 8.)„Und
als die Israeliten alle Bewohner von Ai auf freiem
Felde, am Abhang niedergemacht hatten, und alle bis auf den letzten Man durch
die Schärfe des Schwertes gefallen waren...Joshua äscherte Ai
ein und machte es zu einem Trümmerhaufen für ewige Zeiten:“
Dasselbe lässt
Jahwe mit Jericho und seinen Bewohnern und mit anderen Städten machen.
Die angeführten
Zitate belegen, daß Jahwe kein Gott der Liebe und
Gnade ist, sondern ein Gott des Krieges, der Massaker. Er bevorzugt blutige
Opfer, ist grausam und intolerant.
Jahwe ist der
Gott Seth, als dessen Sohn und Inkarnation sich Pharao Sethos
I. betrachtete. Sethos I. ist ein zum General und
Pharao aufgestiegener semitischer Nomade. Sein Gott Seth ist vermutlich kein
ägyptischer, sondern ein semitischer Gott.
Moses raubte die
Mumie von Sethos I. aus seiner Grabkammer und ließ
sie in der Bundeslade mitführen. Er machte Seth zu Jahwe, seinem höchsten und
persönlichen Gott. Darüber ließ er aber sein Volk im unklaren. Aber an Hand der
Befehle und Anweisungen, die Jahwe/Seth gibt, kann man klar erkennen, daß Seth ein Gott des Krieges, der Massaker, des
Völkermordes und der Zerstörung ist. Da gibt es nichts zu beschönigen und
wegzudeuten.
Jahwe ist nach
unseren heutigen Maßstäben von Menschlichkeit und Gerechtigkeit nicht
akzeptabel.
Ich habe schon
erwähnt: Die Landnahme war keineswegs eine glanzvolle und heldenhafte
Eroberung, wie sie in der Bibel beschrieben wurde. Es war viel eher ein
Einsickern von Nomaden (nicht nur aus Ägypten) in ein Land, das bereits lange
besiedelt war und eine hochentwickelte bäuerliche und städtische Zivilisation
aufzuweisen hatte. Man vermutet sogar, daß ein
erheblicher Teil der späteren Israeliten einheimische Bewohner des Landes
Kanaan waren.
Die kanaäischen Städte waren um 1200 v. Chr. in einer Phase des
Niedergangs und sicher auch des wirtschaftlichen Abschwungs begriffen. Vom Meer
her kamen die Philister und andere „Seevölker“ und drangen ins Landesinnere
vor. Von Norden drangen die Hethiter vor, vom Süden die Ägypter unter Ramses
II., der „Große“ genannt. Folge der kriegerischen Zerstörungen war ein
wirtschaftlicher Niedergang, der immer mehr kanaäischen
Handwerkern und Bauern die Existenzgrundlage entzog. Sie mussten sich
verschulden, verloren ihr Land und wurden aus den Städten und von den
fruchtbaren Böden in die Berge und in die Halbwüste vertrieben, wo sie als
Kleinbauern, bescheidene Viehzüchter und wohl auch als Räuber und Händler von
gestohlen Dingen ihr Leben fristeten. Dort trafen sie auf wandernde
Beduinenstämme, wie sie überall am Rande des fruchtbaren Halbmondes, der von Mesopotamien über die Küstenregion am
östlichen Mittelmeer bis nach Ägypten reichte, unterwegs waren. Möglicherweise
verbanden sich aus Ägypten vertriebene Nomadenstämme mit den einheimischen
Brachlandbewohnern.
In einem etwa 150
bis 200 Jahre dauernden Prozess fanden sie eine eher lockere Organisation, die
ihren Mittelpunkt in der Verehrung eines Gottes, eben diesen aus Ägypten
mitgebrachten Jahwe, hatte. Daraus
entstand allmählich das Volk der Israeliten, denen es dann unter ihren Königen
Saul, David und Salomo gelang, die durch den Ansturm der „Seevölker“, der
indogermanischen Philister, geschwächten kanaäischeh
Stadtstaaten zu erobern.
David sieht
sich als Nachfahre des göttlichen Pharao Sethos I.
Die erste
Erwähnung fand Jerusalem um etwa 2400 v. Chr. in dern
Tontafelarchiven von Ebla, Nordsyrien. Hier wird in
sumerischer Keilschrift die „Urusalim“, von „uru“ (Stadt) und selem (Heil,
Frieden). Sie heißt also „Stadt des Heils“.
Im 20. oder 19.
Jahrhundert vor Christus eroberten die Kanaaniter, von Mesopotamien kommend,
die Stadt. Im Jahr 998 v. Chr. nahm König David die Stadt ein, die „Jebus“ hieß und die Hauptstadt der Jebusiter
oder Jebusiten war und machte sie zu seiner eigenen
Hauptstadt.
David eroberte
die Stadt, indem der seine Soldaten durch einen Tunnel und einen nach oben
führenden Schacht nach steigen ließ. Diese Anlage diente dazu, das Wasser von
der die Gihon-Quelle, die südlich des Tempelberges im
Tal des Kidron-Baches liegt, in die Stadt zu bringen.
So konnten die Belagerer hinter die Befestigungsmauern der Stadt gelangen und
die Stadt von innen für die Belagerer öffnen. Der Schacht und die Kanäle wurden
im Jahr 1867 von dem englischen Pionier-Offizier Charles Warren entdeckt. Auf
Grund seiner Aufzeichnungen führte der französische Dominikaner-Pater Vincent
von der „École Biblique et Archeologique de Saint-Etienne im Jahr 1911 eine gründliche
Erforschung des Wasserversorgungs-Systems der Jebusiter
durch.
Ein Berg der
Stadt trug wohl einen Tempel ihres Gottes Zion. Dieser Name ist mit „Zeus“ und
„Ziu“ oder „Tiu“ verwandt, einem indogermanischen Gott. Von „Tiu“ leitet sich
„Theos“ (griechisch) oder „Deus“ (lateinisch), das Wort für Gott ab. Der Berg
Zion trug auch eine Burg der Jebusiter, deshalb heißt
es in der Bibel (2. Samuel 5, Vers. 6): „Aber David nahm die Burg Zion ein“. So
kommt es, dass die jüdischen Zionisten sich nach einem blitzeschleudernden
Himmels- und Wettergott der Indogermanen nannten.
Als zweite Gewalt
neben Jahwe und seinen Priestern etablierten sich dann die israelitischen
Könige. In Kriegszeiten war eine
Herrschaft Jahwe’s und seiner Priester nicht
praktikabel. Man war auf häufige und rasche Entscheidungen angewiesen. Diese
konnte nur ein Kriegherr aus Fleisch und Blut treffen, zumal die Entscheidungen
draußen in den Kampfgebieten zu treffen waren.
König David, der
seinen Aufstieg als Guerilla-Führer begonnen hatte, wollte sich als König
legitimieren. Er, so vermute ich, sah in Sethos I.
seinen Stammvater und den eigentlichen Gründer der seiner Dynastie. Er holte
die Bundeslade in seine neue Hauptstadt. In Kapitel 6 des 2. Buches Samuel
lesen wir: „Dann machte sich David auf und zog mit allem Volk, das bei ihm war,
nach Baala in Juda, um von
dort die Lade Gottes heraufzuholen, die nach dem Herren der Heerscharen (d.h.
des Kriegsgottes Seth) benannt ist, der über den Cheruben thront. Und sie
setzten die Lade Gottes auf einen neuen Wagen...David aber und das ganze Haus
Israel tanzten mit aller Macht vor dem Herren her, unter Gesängen und mit
Lauten, Harfen und Handpauken, mit Schellen und Zimbeln.“
Einer der
Transporteure, Ussa, griff nach der Lade um zu
verhindern, dass die Ochsen dabei waren, sie umzuwerfen. Da die Lade tabu und
mit der Kraft Jehos aufgeladen war, „schlug ihn Gott,
weil er mit der Hand nach der Lade gegriffen hatte, sodaß
er neben der Lade Gottes starb...“ Die Lade durfte nämlich nicht berührt
werden, sondern wurde an Tragestangen oder auf dem Wagen transportiert. „Und
David fürchtete sich vor dem Herren an jenem Tag und er sprach: Wie soll die
Lade des Herren zu mir kommen ? Und David wollte die Lade des Herren nicht zu
sich in die Stadt Davids bringen lassen, sondern hieß sie beiseite führen in
das Haus Obed-Edoms aus Gath.
So verblieb die Lade des Herren drei Monate im Hause Obed-Edoms
aus Gath.“
Erst drei Monate
später holte David die Lade in seine Hauptstadt. „Nachdem man aber die Lade des
Herren hereingebracht, stellte man sie an ihren Platz, in das Zelt, das David
für sie aufgeschlagen hatte.“
Ich vermute, dass
das prächtige Bundeszelt und die vergoldete Gotteslade, die im zweiten Buch
Moses geschildert werden, damals noch eine bescheidene Holzkiste und ein
bescheidenes Nomadenzelt waren. Wie sollten die Hebräer, die in der Wüste kaum
etwas zu essen hatten, eine solche Pracht entfalten können ? Die Lade Gottes,
wie im 2. Buch Mose geschildert wird, ist die Lade
und das Zelt, wie sie nach der drei Monaten (Renovierungs-)Zeit schließlich in
der Stadt Davids aufgestellt wurden.
David verehrte die
Bundeslade besonders, denn er betrachtete den mumifizierten Sethos
I. als Stammvater seiner Dynastie. Er sah sich als Nachfahre Sethos I. und legitimierte damit seine Herrschaft.
Schließlich war er ja nur ein Guerillaführer. Damit ging von der Göttlichkeit
des Pharao Sethos I., (der sich als Sohn des Gottes
Seth sah) auch etwas auf ihn über. Es ist kein Zufall, dass das neue Testament
großen Wert darauf legt, dass Jesus von
David (und damit von einem Pharao) abstammt. Jesus ist damit zwar nicht der
Sohn eines Gottes, aber ein Nachkomme eines Gottes; damit sollte sein Anspruch,
König der Juden zu sein, begründet werden. Daß eine
Königs- oder Kaiserdynastie von Gott abstammt, kennen wir aus China, wo der
Kaiser der Sohn des Himmels war, und aus Japan, wo der Tenno von der Sonne
abstammte.
Weil Seth so zum
also der Stammvater des israelitischen Königshauses geworden war, der im Zuge
des Ahnenkultes schon von den Ägyptern zum Gott erhoben wurde, war Jahwe/Seth
in ganz besonderer Weise mit Israel verbunden. Israel war sein Volk und
Jahwe/Seth war der Gott Israels.
In der Logik
des ägyptischen Glaubens an einen Gottkönig konnte Jahwe/Seth jederzeit in die
Mumie, also den toten Körper von Pharao Sethos I.
zurückkehren bzw. durch den Hohen Priester zurückgerufen werden. Die Mumie war
also ein Teil des Gottes Jahwe/Seth, in der Mumie und damit in der Bundeslade
war Jahwe/Seth gegenwärtig. Damit war die Bundeslade mit der göttlichen Kraft
aufgeladen und garantierte die stände Präsenz Jahwes. Jahwe war zum tragbaren
Gott geworden, der bei Bedarf jederzeit um Rat und Hilfe gebeten werden konnte.
Durch die
Aufstellung der Bundeslade wurde die Stadt zu „Yerushalayim“,
was „Haus des Friedens“ oder „Haus des Wohlbefindes“
oder „Haus des Heiles“ heißt. So wie Delphi der sakrale Mittelpunkt der
griechischen Stämme wurde, so wurde „Yerushalayim“ zum Delphi der jüdischen Stämme. Und wie in
Delphi herrschte wohl auch innerhalb der Mauern der Stadt ein Gottesfrieden,
eben der Frieden Jahwes.
Im der
(griechisch geschrieben) Neuen Testament heißt Jersusalem
„Hierosalyma“, die „Stadt des heiligen (hieros) Friedens“ (salyma).
Als David in seinem
Palast saß, kam der Prophet Nathan, der ihm die Botschaft Jahwes überbrachte:
„Solltest du mir nicht ein Haus bauen, dass ich darin wohne ? Habe ich doch in
keinem Hause gewohnt von dem Tage an, da ich Israel aus Ägypten heraufführte,
bis auf diesen Tag, sondern in einer Zeltwohnung bin ich umhergezogen.“
David kann aber
den Wunsch Jahwes nicht erfüllen. Er muß mit den
Nachbarvölkern Krieg führen und hat kein Geld für einen prachtvollen Tempel.
Salomo baut
für Jahwe einen Tempel
Erst sein
Nachfolger, König Salomon (er regierte von 968 bis 928 vor Chr.) baute einen
Tempel für Jahwe. In der Bibel heißt es: „480 Jahre nach dem Auszug Israels aus
dem Land Ägypten begann Salomon den Tempel für den Herren zu bauen“ (1. Buch
Könige, 6,1), „im vierten Jahr seiner Regierung“ (2. Chronik 3,2). Damit wurde
im Jahr 964 mit dem Bau des Tempels begonnen. Aus diesen Angaben kann man
berechnen, dass der Auszug aus Ägypten war im Jahr 1444 v. Chr. war, das war
zur Zeit von König Tutmosis III., der von 1491 bis 1436 v. Chr. regierte.
Die Cherubime waren keine Engel
Solomon ließ
zwei zehn Ellen große Engel (Cherube) aus Ölbaumholz machen. Ein einzelner
Flügel der Engel war fünf Ellen lang. Salomo stellte die Engel mitten in
Allerheiligste des Tempels auf, „und sie breiteten ihre Flügel aus, sodaß der Flügel des einen Cherubs die eine Wand und der
Flügel des anderen die andere Wand berührte, während in der Mitte des
Raumes Flügel an Flügel stieß.“
Diese Cherubime
waren keine Engel, sondern geflügelte Wesen aus der Mythenwelt der Babylonier.
Sie hatten einen Stierleib und Flügel. Im britischen Museum kann man in der
Abteilung der Babylonier und Assyrer riesige Exemplare dieser Spezies sehen.
Jahwe benutzte einen Cherubim als Reittier. In Davids Dank- und Siegeslied (2.
Samuel 22, Vers 11) heißt es: „Er (Jahwe) fuhr auf dem Cherub und flog daher
und schwebte auf den Flügeln des Windes“.
Die Cherubime
hatten, ähnlich wie die Sphinx, die Rolle von Grabwächtern.
Nicht nur die Cherubime, sondern auch der ganze Tempel war im
babylonischen Stil gehalten. Das Allerheiligste war also zwanzig Ellen breit
(und zwanzig Ellen tief). „Und er überzog die Cheruben mit Gold. An allen
Wänden des Tempels aber ließ er rundum Schnitzwerk von Cheruben, Palmen du
Blumengewinden schneiden im inneren und äußeren Raum. Und als Eingang des
Allerheiligsten ließ er Türflügel von Ölbaumholz machen.“
Vor dem
Allerheiligsten war Jahwes Speisezimmer
Im Heiligen
Raum vor dem Allerheiligsten stellte Salomon einen goldenen Altar auf und
goldene Tisches, auf dem die Schaubrote und die Messer, Schüsseln, Schalen usw.
lagen. Offensichtlich stellte man sich vor, dass der Pharao Sethos
I. aus dem Allerheiligsten kommen würde und am Altar Platz nehmen würde, um
sich die auf den Nebentischen bereitgestellten Speise und Getränke servieren zu
lassen. An den Wänden waren 10 goldene Leuchter angebracht, die das Göttermahl
beleuchten sollten.
Die
Einweihung von Salomos Tempel
(1.Könige,
Kapitel 8, Vers 3 bis 9): „Als nun alle Ältesten Israels gekommen waren, hoben
die Priester die Lade des Herren auf und brachten sie hinauf, dazu das heilige
Zelt und die heiligen Geräte, die in dem Zelt waren...Dann brachten die
Priester die Bundeslade des Herren an ihren Ort, in den Hinterraum des Tempels,
in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherube; die Cherube nämlich
breiteten die Flügel über den Ort, wo die Lade stand, und bedeckten so die Lade
und ihre Stangen von oben her. Die Stangen aber waren so lang, daß man ihre Enden vom Heiligen aus, gerade vor dem
Hinterraum, sehen konnte; aber draußen waren sie nicht sichtbar. Dort sind sie
geblieben bis auf diesen Tag. Es war nichts in der Lade als die zwei steinerne
Tafeln, die Moses am Horeb dareingelegt hatte, die
Tafeln des Bundes, den der Herr mit Israel schloß,
als sie aus dem Lande Ägypten zogen.“
Was geschah
dann mit der Bundeslade ?
Dies ist die
letzte Erwähnung der Bundeslade in der Bibel. Dieser mächtige heilige
Gegenstand, der mit göttlicher Energie aufgeladen war, der mit in die Schlacht getragen
wurde und durch seine magische Kraft den Israeliten zum Sieg verholfen hatte,
wird ab nun einfach nicht mehr erwähnt.
Er steht in
hintersten, allerheiligsten Raum des Tempels, und man kann von ihm nichts sehen
als die Tragestangen. Aber es wird versichert, daß er
bis heute dort steht. Bis heute, das heißt, als das Buch der Könige fertiggestellt wurde. Das war zwischen 620 und 538 v. Chr.
Da der erste Tempel im Jahr 586 v. Chr. zerstört wurde, müsste dieser Satz als
vor 586 v. Chr. geschrieben worden sein, vermutlich unter König Josia.
Wurde die
Bundeslade gestohlen ?
Laut dem Kebra Nagast, dem um 1200 n. Chr.
entstandenen Nationalepos der Äthiopier, soll der Sohn von König Solomo und der Königin von Saba, Menelik
I., die Bundeslade gestohlen und nach Äthiopien gebracht haben.
Waren in der
Bundeslade wirklich nur die beiden Gesetzestafeln ?
Wir kennen das
ja aus der Politik: Wenn etwas dementiert wird, ist gerade das, was dementiert
wird, wahr. „Es war nichts in der Lade als die zwei steinernen Tafeln“ heißt es
in der Bibel. Das klingt wie ein Dementi. Also war doch noch etwas anderes in
der Bundeslade. Nur so ist es zu erklären, daß die
Bundeslade quasi als Sitz Gottes betrachtet wurde.
Weiter: Viertes
Kapitel: Das Pharaonengrab unter dem Tempel von Jerusalem