Die Grabkammer eines Pharaos unter dem
Tempel von Jerusalem
Von
Die Pyramiden
sind von ihrer Funktion her Grabkammern. Diese konnte man über oder unter die
Erde bauen. Sie unter die Erde zu bauen, war sogar viel naheliegender und
natürlicher. So geschah es ja auch im ägyptischen Tal des Todes.
Ich vermute,
dass man unter dem Tempel von Jerusalem eine Grabkammer gebaut hatte, in welche
man die Bundeslade, also die Mumie von Sethos I.,
brachte. Der Hohepriester gelangte durch eine verborgene Tür im Allerheiligsten
durch eine Labyrinth Gängen tief hinab in die unterirdische Grabkammer. Wenn
man so will, war der oberirdische Teil des Tempels von Jerusalem nur die Spitze
des Eisberges. Darunter befand sich das eigentliche Heiligtum, eine in den Fels
gehauene Pyramide für den Gottkönig Jahwe. In der Grabkammer, dem wahren
Allerheiligsten, wurde in Rahmen eines geheimen Kultes Jahwe/Seth verehrt, der
dem hohen Priester erschien. Die Gegenwart Jahwes im oberirdischen
Allerheiligsten und sein Göttermahl am Altar war nur noch symbolisch und
zeremoniell. In persona erschien er nur dem Hohe Priester, der sich aber in
Traum oder Trance oder Ekstase versetzen musste.
Der
Mysterienkult unter dem Tempel
Während oben im
Tempel die himmlischen Engel, die Elohim, das Allerheiligste
beherrschten, ließ Salomo Jahwe/Seth quasi in der Versenkung verschwinden und
zum Gegenstand eines Mysterienkultes werden, zu einem Gott der Unterwelt.
Der Geist von
Jahwe/Seth konnte vom Hohen Priester in einer Art Geisterbeschwörungszeremonie
herbeigerufen werden und sich über seinem Sarkophag, der Bundeslade
materialisieren.
Wenn ein Pharao
gestorben war, lebte seine Seele noch weiter als Gott unter Göttern, war selbst
ein Gott geworden. Aber wie in Ahnenkulten üblich, konnte sein Geist durch die
magische Kraft der Religion herbeizitiert werden, um seinem Volk Rat und Hilfe
zu gewähren. Deshalb war es wichtig, dass die sterbliche Übereste
Jahwes im Tempel waren. Und noch aus einem anderen Grund war es wichtig. Wie
die Pharaonen konnte Jahwe das Bedürfnis haben, das körperlose Dasein zu
beenden und wieder aufzuerstehen, um sich den Freuden des Daseins zu ergeben,
aber auch um wieder die Herrschaft über sein Volk persönlich auszuüben, sein
Reich neu zu errichten.
Wie Barbarossa im
Kyffhäuser wartete Jahwe im Allerheiligsten auf dem Felsen des Tempelberges
darauf, wiederzukehren und das Reich Gottes zu bringen. Deshalb glauben die
Moslems (in Anlehnung an Erzählungen aus dem Talmud), daß
sich der Thron Allahs direkt über dem Heiligen Tempelfelsen befindet, da wo der
Felsendom steht.
König Josia
ließ dann Bundeslade und Mumie des Pharao Sethos I.
verschwinden
Salomon hatte
Jahwe unter dem Tempelberg in der Versenkung verschwinden lassen und die Mumie
und der Kult an ihr geriet wohl im Laufe der nächsten Jahrhunderte in
Vergessenheit.
Aus dieser
Versenkung holte ihn erst um 600 v. Chr. König Josia wieder hervor, aber nicht
als Mumie in der Bundeslade, sondern als den unsichtbaren und alleinigen,
allmächtigen Gott. Er trennte Jahwe von seiner leiblichen Existenz. Übrig blieb
nur der Geist Jahwes, die zum Allmächtigen Gott erhobene Seele des Pharao.
Josia ließ das
Allerheiligste leer räumen, warf alle Götterstatuen aus dem Tempel (in ihm
wurde nicht nur Jahwe verehrt) und aus dem ganzen Land Juda
hinaus und zerstörte die Kultstätten aller andern Götter außer Jahwe. Der
einzige Ort, an dem Jahwe verehrt werden durfte, war der Tempel zu Jerusalem.
Daraus könnte man sogar schließen, dass auch alle anderen Jahwe-Kultstätten im
Lande zerstört wurden. Der einzige Gott, der im ganzen Land verehrt werden
durfte, war Jahwe. Somit hatte die Priesterschaft vom Tempel in Jerusalem das
absolute religiöse Monopol.
Das
Allerheiligste im Tempel, in welchem jetzt Jahwe wohnte, war völlig
abgedunkelt. Nur der Hohe Priester durfte es ein paar Mal im Jahr an Festtagen
oder zu besonderen Anlässen betreten. Das Allerheiligste war ein schwarzes
Loch. Und dieses Schwarze Loch saugte alle anderen Götter des Landes Kanaan in
sich auf. Und so wurde aus Jahwe, dem Urahn der Israeliten, Jahwe der
Kriegsgott, der Wettergott, der Fruchtbarkeitsgott, der Gott der Berge und
Höhen, und schließlich der größte und mächtigste aller Götter, sogar der
einzige. Und in dem Schwarzen Loch verschwanden im Laufe der kommenden drei
Jahrtausende, als aus Jahwe der Gott der Juden, Christen und Moslems geworden
war, Isis und Orsiris,
Wotan und Freya, Mitras und Zeus, Hermes und
Aphrodite, Quezocoatl und die Pferdegöttin Epona. Ja und sogar Aschera, die
Gefährtin Jahwes, deren Statue bis zur Zeit Josias im Jahwe-Tempel stand.
Aber die
Finsternis im Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels verbarg ein furchtbares
Geheimnis: Jahwe war tot, und seine Mumie war im Kidrontal
heimlich verbrannt worden.
Josia war von 639
bis 609 v. Chr. König von Juda. Um das Jahr 620 v.
Chr. herum erklärte er, bei Aufräumarbeiten in oder unter dem Tempel zu
Jerusalem sei eine „uralte“ Schriftrolle gefunden worden. Es handelte sich um
das „alte Gesetz“, also der Kern dessen, was später zu den ersten vier Büchern Mose wurde. Das fünfte Buch Mose,
das Deuteronomium entstand erst später.
Dieses Auffinden
der alten Schriftrolle leitete eine religiöse Reform ein, die zum Ziel hatte, ale anderen Kulte aus dem Tempel und aus dem ganzen Land zu
verbannen. „Den Bann vollstrecken“, das heißt, so wissen wir aus dem Buch
Josua: „umbringen“. Josia ließ die Priester anderer Kulte, vor allem des Baalskultes, umbringen.
Bei seinen
Aufräumungsarbeiten ließ aber Josia auch etwas verschwinden: Die Bundeslade mit
der Mumie von Jahwe/Seth. Sie befand sich ja schon lange nicht mehr im
oberirdischen Allerheiligsten, sondern tief unten im Berg in einer versteckten
Grabkammer. Aber auch dort konnte sie gefunden werden. Eine Mumie in der
Bundeslade wäre doch zu kompromittierend geworden und passte nicht mehr zu der
neuen Religion. Er hatte also eine Leiche im Keller. Es war der mumifizierte
Jahwe/Seth. Vermutlich ließ Josia die Mumie und die Bundeslade durch geheime
Gänge ins Kidrontal bringen und sie dort verbrennen.
Seither ward die Bundeslade nie mehr gesehen.
Im Nationalepos
der Äthiopier, dem „Kebra Negest“
wird erzählt, daß die Königin von Saba dem König
Salomo einen Sohn geboren hätte. Dieser, sein Name ist Menelik
I., wäre im Alter von 22 Jahren nach Jerusalem gereist, um seinen Vater zu besuchen.
Er hätte Salomo gebeten, ihm die Bundeslade zu geben. Daraufhin habe man eine
genaue Kopie der Lade gemacht, Kopie und Original vertauscht und das Original
ins Reich der Königin gebracht. Diese Reich soll in Äthiopien gewesen sein,
andere sagen im Jemen.
Die koptischen
Christen glauben, die Bundeslade sei identisch mit ihrer streng bewachten „Bundeslade“ in der burgartigen, 1527 von den
Portugiesen erbauten Wehrkirche „Maria Zion“ in der heiligen Stadt Aksum (oder Axum). Aksum liegt in der äthiopischen Provinz Tigré und war im 1.
bis 5. Jahrhundert n. Chr. Hauptstadt des „aksumitischen
Reiches“, das bis 1530 n. Chr. bestand. Möglicherweise ist dieses aksumitische Reich das Reich des legendären „Priesterkönig
Johannes“. Aksum war auch später noch religiöser
Mittelpunkt Abessiniens (alter Name für Äthiopien).
In seinem Buch „Wächter
des heiligen Siegels“,Lübbe 1992, (Originaltitel: „The Sign and the
Seal“) ist der britische Journalist Graham Hancock der Ansicht, dass Menelik nicht die Bundeslade nach Äthiopien brachte,
sondern daß diese bis ungefähr 650 v. Chr. im ersten
Tempel zu Jerusalem blieb, dann aber von Tempelpriestern aus Frucht, der judäische König Manasse, der ein
Götzen verehrender Heide war, könnte sie zerstören, in den neuen jüdischen
Tempel von Elephatine (in Ägypten) gebracht worden
sei. Hier wurde sie bis 410 v. Chr. aufbewahrt. Als die Plünderung des Tempels
bevorstand, sei die Bundeslade von Trägern zum See Tana
in Äthiopien gebracht worden. Von dort habe sie 350 n. Chr. König Ezana nach Aksum gebracht. Dort
wurde ein spezieller Aufbewahrungsort für die Reliquie gebaut, die Kirche der
„Heiligen Maria von Zion“.
Vor den anrückenden
islamischen Armeen wurde die „Bundeslade“ vermutlich in einer der ca. 160 aus
dem Felsen herausgehauenen „Steinkirchen“ in Lalibela,
einem Ort im äthiopischen Hochland, 230 km nördlich von Aksum,
versteckt. Dort befindet sich die Kirche „Beta Medhane
Alem“ („Haus des Welterlösers“). Wie im Tempel zu
Jerusalem ist der Kirchenraum durch einen Vorhänge geteilt. Im Allerheiligsten
(„magda“) wird der „Tabot“,
die „Bundeslade“ (eine Kopie der Bundeslade in Axum) aufbewahrt. Die „originale Bundeslade“ sei
aber wieder nach Aksum zurückgebracht worden.
Die auf der jährlichen
Prozession am Timkatfest durch die Stadt getragene,
mit wertvollen Tüchern bedeckte „Bundeslade“ sei eine Kopie. Ebenso Kopien
seien die „Bundesladen“, die in äthiopischen Kirchen, z. B. in Gondar, aufbewahrt werden.
Graham gelang es 1991
nicht, in Aksum das „Original der Bundeslade“ gezeigt
zu bekommen, geschweige denn es untersuchen zu dürfen. Die „Bundeslade“ wurde
von einem Mönch mit Namen Gebra Mikhail bewacht.
Dieser Mönch verwehrte jedermann den Zutritt, selbst dem Regierungschef von
Äthiopien. Auf seinem Totenbett bestimmt der Mönche seinen Nachfolger. Als
Hancock den Mönch bat, ihm die Bundeslade zu zeigen, sagte ihm dieser, daß er in der Bibel genau nachlesen könne, wie die
Bundeslade aussieht.
Wird die Bundeslade in
der Kupferrolle aus Qumran erwähnt ?
Die Kupferrolle ist eine
Schriftrolle aus Kupfer, auf der die Wertgegenstände der Essener verzeichnet
sind, sowie die Stellen, wo sie versteckt sind. Die Kupferrolle wurde 1947
zusammen mit den berühmten „Schriftrollen vom Toten Meer“ in einer der Höhlen
von Qumran gefunden. Auch die Bundeslade wird
angeblich in der Kupferrolle erwähnt. Dies jedenfalls glaubt Vendyl Jones, der 1992 als Direktor das Institute for Judaic Christian Research in
Texas leitet.
Vendyl Jones aber musste seine Grabungen in der Westbank
nach 14 Tagen abbrechen, weil die Israelische Altertumsbehörde sie verbot.
Haben die Tempelritter
die Bundeslade unter dem Tempel zu Jersusalem
gefunden ?
Dies jedenfalls vermuten
verschiedene Autoren.
Doch zurück zu
König Josia und zu der „uralten Schriftrolle“, die er im Tempel fand. Die
„uralte“ Schriftrolle war wohl so entstanden, daß die
Priester im Auftrag von Josia eine Sammlung von religiösen Gesetzestexten und
historischen Texten anlegten, indem sie bereits vorhandene Texte durch neue
Texte und Geschichten miteinander verknüpften, um so ein einigermaßen
geschlossenes Werk zu erhalten. Diese Schriften verfolgten auch den Zweck, das
Königreich Juda im besten Licht erscheinen zu lassen,
während das untergegangene Nordreich Israel als zweitrangig abgetan wurde.
In der Überarbeitung und
Neugestaltung der alten Texte kam es Josia ganz entscheidend darauf an, alle
Spuren des in Juda und Israel weit verbreiteten
Polytheismus aus den Texten zu eliminieren. Ursprünglich hatte man wohl zwei
Götter: den babylonischen Himmelsgott El und den semitisch-ägyptischen
Kriegsgott Jahwe/Seth, der einer seiner Söhne war und dem das Land Israel
zugesprochen wurde. El war der Vater und Jahwe/Seth der Sohn. Beide wurden nun
in einem Gott, einfach „der Herr“ genannt, verschmolzen. Mit verschmolzen
wurden auch die vielen lokalen Gottheiten, die von den Kanaäern
und den anderen im Lande wohnenden Völkern verehrt wurden, allen voran der Gott
Baal und die Göttin Aschera.
Im Jahr 1929 fand
man in Ugarit, einer ursprünglich uralten
phönizischen, später kanaäischen Stadt, eine Fülle
von religiösen Texten der Kanaäer, die zeigen, daß Baal doch erhebliche
Ähnlichkeiten mit Jahwe hatte.
Nachdem Josia die
Mumie verschwinden ließ, folgte die Rache Jahwes. Der Tempel wurde von den
Assyrern zerstört, die Juden nach Babylon deportiert.
Weiter: Fünftes
Kapitel: Die babylonische Gefangenschaft