Die Bibel ist nicht das Wort Gottes

Von Richard Beiderbeck, www.koinae.de     

 

Wenn man davon ausgeht, daß sich Gott niemals irrt und niemals lügt, dann kann die Bibel nicht das Wort Gottes sein.

 

Die beiden biblischen Schöpfungsberichte widersprechen den gesicherten Erkenntnissen der Naturwissenschaft und dem gesunden Menschenverstand. Die Erde kann nicht in sechs Tagen erschaffen worden sein. Die Darwinsche Evolutionstheorie zeigt, daß sich die Arten von einfachen, primitiven Arten zu höheren Arten entwickelt haben – und zwar ohne aktives Zutun eines Schöpfers. Die Sonne wurde nicht nach der Erde erschaffen – wie das die Bibel behauptet.

 

Eine Sintflut, die den ganzen Planeten überflutete, gab es nicht. Der Gedanke, daß alle Lebewesen in Noahs Arche Platz gefunden haben, ist absurd.

 

Dies sind nur ein paar der zahlreichen Beweise, daß die Bibel von Menschen und nicht von Gott stammt. Gott kann einen solch gefährlichen und menschenfeindlichen Unsinn nicht verzapft haben – es sei denn, er wäre nicht der „Liebe Gott“, sondern der „Böse Gott“.

 

 Die Menschen, die die Bibel verfasst haben, lebten in einer Zeit, die Wissenschaft und Technik nicht kannte.  Warum sollen wir also heute die antiquierte und abergläubische Weltsicht von ignoranten Menschen aus der Antike als absolut verbindlich und nicht zu hinterfragen ansehen ? Die Verfasser der Bibel sind in der Entwicklung der Menschheit die Jüngeren, Unwissenden. Wir sind die Älteren, die viel dazugelernt haben. Sie sind die Kinder, wir die Erwachsenen. Wir sind die Wissenden, sie die Unwissenden.

 

Wenn heute jemand uns die Bibel (oder den Koran) als absolut verbindlichen Maßstab unseres Lebens aufdrücken will, dann ist das eine solch ungeheure Frechheit und Anmaßung, daß man darüber nicht nur lachen, sondern erbost und beleidigt reagieren sollte - mindestens so erbost und beleidigt wie die fanatischen Gläubigen, die nicht zulassen wollen, daß man ihre Lehren in Zweifel zieht.

 

Wenn mir jemand erzählen will, daß jedes Wort in der Bibel wahr ist, und daß ich gefälligst daran glauben soll, wenn ich nicht in der Hölle schmoren will, dann ist das eine dreiste Nötigung und eine Störung des öffentlichen Friedens.

 

Für die Bibel- und Korangläubigen ist Gott das personifizierte Gute; und sich selbst halten sie auch für die Guten. Die Ungläubigen stellen sie als die Schlechten, Törichten und Verachtenswerten dar. Unerreicht in diesem Punkt ist der Koran, der seine Leser einer Gehirnwäsche unterzieht und wieder und wieder betont, daß die Ungläubigen von Gott mit der Hölle bestraft werden. 

 

Aber anhand von Bibel und Koran kann man leicht zeigen, daß ihr Gott menschenverachtend und bösartig ist. Und auch die christlichen und islamischen Prediger sind menschenverachtend und dummdreist, wenn sie mit dem Anspruch auftreten, anderen Menschen vorschrieben zu dürfen, was sie zu tun haben.

 

 Im 5. Buch Mose, Vers 13,7 bis 11, steht die Vorschrift, daß jeder, der einen Familienangehörigen dazu verleitet, an andere Götter zu glauben, angezeigt werden soll. Im alten Israel stand auf dieses Vergehen die Todesstrafe (genau wie auf Homosexualität). Wie kann die Bibel von den Gläubigen verlangen, daß jemand einen Familienangehörigen der Todesstrafe ausliefert, nur weil er in der eigenen Familie für eine fremde Religion wirbt ?

 

Die mosaische Religion, und in ihren Fußstapfen Christentum und Islam, sind  ihrem Wesen nach von einer kaum zu überbietenden Intoleranz. Dies erklärt sich aus dem Bestreben der jüdischen Priester zu jener Zeit, als israelitische Nomaden den Einheimischen das Land stahlen, ein religiöses Monopol durchzusetzen.

 

Der einzige Ort, an dem geopfert werden durfte, war der Tempel von Jerusalem. In den Synagogen wurde nicht geopfert, denn sie waren nur Versammlungsräume für die Gemeinde. Die Samariter, auch sie Anhänger des jüdischen Gottes, waren bei den Juden so verhasst, weil sie es wagten, auf dem Berge Garizim einen eigenen Jahwe-Tempel zu betreiben.

 

Die Amtskirchen ignorieren alle unmenschlichen Bibelstellen, die es nicht nur im Alten, sondern auch im Neuen Testament gibt. Sie sagen dann  in etwa: „Das war in einer anderen Zeit, das hat mit uns Heutigen nichts mehr zu tun. Dann müssen sie aber auch sagen: die Bibel stammt aus einer anderen Zeit und ist für uns Heutigen nicht mehr verbindlich.

 

Wie die Bibel interpretiert wird, unterliegt der willkürlichen Beurteilung der Kirchen und Sektenprediger. Sie ist deshalb keine stabile und verbindliche Grundlage einer christlichen Ethik. Christliche Ethik entspringt der Willkür ihre Interpreten und wird ständig an den Zeitgeist angepasst. Die Menschenrechte dagegen sind universell gültig und gelten zu allen Zeiten.

 

Christliche Ethik und Christliche Werte – was ist das überhaupt ? Was wir heute als christliche Werte ansehen (Nächstenliebe, Frieden, Völkerverständigung, Toleranz, soziales Engagement, allgemeine Wohlfahrt) sind Errungenschaften der Aufklärung, des liberalen Bürgertums und der Arbeiterbewegung. Wirklich christliche Werte, so wie sie die Bibel lehrt, sind: Unbedingte Unterordnung unter die religiösen Autoritäten, Unterdrückung der Frau, Krieg und Eroberung gegen alle Völker, die die in Palästina leben und nicht Juden sind, Preisgabe aller Irdischen Güter um sich einen Platz im Himmelreich zu erkaufen. Jesus wertete alle Werte um: Er predigte: „Selig sind die Armen im Geiste, denn ihnen gehört das Himmelreich !“ Für ihn waren also Wissen und Kritikfähigkeit negativ, kindlicher Glaube positiv. Nicht Bildung, Reichtum, Fleiß, Intelligenz, Zuverlässigkeit waren für ihn Tugenden, sondern nur bedingungsloser Glaube und bedingungsloses Vertrauen in ihn.

 

Jesus ist in seinen Aussagen oft von einer unmenschlichen Rigorosität. Außerdem droht er dem überwiegenden Teil der Menschheit ein schreckliches Strafgericht an. Er ist also ein richtiger Kinderschreck, der mit dem Weltuntergang droht.

 

Sein Gebot „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ bezog sich nur auf die Mitglieder seiner Sekte und nicht auf die gesamte Menschheit, wie das so mancher philanthropische Pfarrer glaubt.

 

Apropos Pfarrer und christliche Wohltäter: Der Mensch hat nicht nur einen Hang zum Bösen, sondern auch zum Guten. Die Kirche hat beide Neigungen des Menschen kanalisiert, und so wurde im Namen Jesus viele Gutes und vielen Böses getan. Die Vertreter des Christentums stellen es immer so dar, als ob die Verbrechen, die von Christen begangen wurden, nichts mit der christlichen Religion zu tun hätten, sondern allein Schuld der handelnden Menschen seien. Daß diese Menschen oft durch die Religion zu ihren Verbrechen angestachelt wurden, wird verschwiegen. Wenn jemand im Namen der Christlichen Religion Gutes tut, dann wird das aber sehr wohl aus Folge seines christlichen Glaubens dargestellt. Aber daß er es einfach tut, weil er ein guter Mensch ist (und unter den Christen und Moslems gibt es auch viele gute Menschen), das wird verschwiegen. Aber ein guter Mensch tut gute Werke, weil er gut ist, und nicht weil er Christ, Moslem oder Atheist ist.

 

Aber zurück zur Kritik an der Bibel als Wort Gottes. Wie kann Gott die Sklaverei billigen ?

Wie kann er verlangen, daß die Frauen den Männern untergeordnet sind ?

Wie kann Gott die Israeliten dazu auffordern, das Land der Kanaan zu besetzten, die Tempel der Einwohner zu zerstören und die Priester hinzurichten ?

 

Der Gott Abrahams trägt die Züge eines Patriarchen, der mit Schafen und Ziegen durch den Vorderen Orient zog und über Weib und Kind ein hartes Regiment führte.

 

Jesus hat ein Gottesbild zu entworfen, das sich mehr an den kultivierten Menschen der hellenistischen Zeit anpasste. Aber diese Anpassung gelingt nur mangelhaft, denn als Gott der Apokalypse zeigt der Jesusgott sein wahres, rachsüchtiges Gesicht. Er plant das jüngste Gericht, was auf die Verwüstung des Planeten und die Vernichtung des größten Teils der Menschheit hinausläuft. Auch dies ist ein Indiz dafür, daß der Christliche Gott die Eigenschaften eines Teufels hat, dem es um das Töten und die Vernichtung geht. Die christliche und islamische Religion prophezeien eine finale Vernichtungsorgie Gottes, der nur einige wenige Auserwählte entgehen, während der Rest der Welt in einem gigantischen Holokaust vernichtet wird. Diese Religionen sind also Holokaust-Religionen.

 

Da die Bibel zahlreiche Widersprüche, Irrtümer und monströse Grausamkeiten enthält, ist sie nicht mehr glaubwürdig und kann und darf nicht als ethischer Maßstab dienen.

 

Die Bibel irrt so oft - warum sollte man dann glauben, daß Jesus nach der Kreuzigung wiederauferstanden und in den Himmel erhoben wurde ?

 

Nach den Angaben der Bibel wurde Jesus nachmittags um 15 Uhr gekreuzigt und vor Sonneuntergang wieder vom Kreuz abgenommen. Sonnenuntergang ist zu dieser Jahreszeit in Palästina etwa um 18 Uhr. Warum sollte ein gesunder, kräftiger Mann Anfang der Dreißig es nicht lebend überstehen, daß man ihn drei Stunden lang an ein Kreuz nagelt ? (Zumal die Opfer nicht am Kreuz hingen, sondern sich auf einer Fußleiste abstützen konnten).Warum soll Jesus einen Lanzenstich in die Seite nicht überlebt haben ? Hat es überhaupt einen Lanzenstich gegeben ? Warum soll der Blutverlust durch die Dornenkrone, das Auspeitschen und den Lanzenstich so hoch gewesen sein, daß es zu einem Kreislaufkollaps kam ? Menschen unter Schock bluten sehr wenig, werden aber ohnmächtig und von Laien für tot gehalten.

 

Die Kreuzigung war so konzipiert, daß das Opfer tagelang Qualen erlitt, bevor es starb. Daß jemand nach drei Stunden am Kreuz noch nicht tot ist, ist sehr wahrscheinlich.

 

Das angebliche Wunder von der Wiederauferstehung ganz einfach so zu erklären, daß Jesus von seinen Freunden vom Kreuz genommen, in eine Grabkammer gebracht wurde, sich dort dank fachkundiger Versorgung in ein oder zwei Tagen wieder erholte und dann floh, um zu verhindern, daß er gefasst und erneut hingerichtet wurde.

 

Oder er war doch tot und seine Jünger haben die Leiche aus dem Grab entfernt.

 

Warum soll ich nicht das Einfache, Wahrscheinliche und Naheliegende glauben, statt irgendwelche Legenden, die später erfunden wurden.

 

Wenn Jesus nach seiner Kreuzigung den Jüngern erschienen ist, dann  kann as bedeuten:

 

  1. Er war nur scheintot
  2. Er war tot, ist den Jüngern aber im Traum oder als Gespenst erschienen

 

Die Deutung, daß er von Gott wieder zum Leben erweckt wurde ist die Allerunwahrscheinlichste und durch nichts bewiesen.

 

Wenn irgendwo in der Bibel steht, Jesus sei 500 Leuten nach seinem Tod erschienen, dann beweist dies gar nichts. Es ist ja nicht so, daß diese Fünfhundert Leute eine schriftliches Protokoll verfasst hätten, in welchem sie versichern, Jesus gesehen zu haben. Nein, es steht nur in der Apostelgeschichte, Jesus sei fünfhundert Leuten erschienen. Damit gibt es nur einen einzigen greifbaren Zeugen, und das ist der Verfasser der Apostelgeschichte. Aber auch der ist kein Zeitzeuge, sondern hat die Geschichten, die über die Anfänge der Christus-Sekte kursierten, gesammelt. Er selbst war nicht dabei. Und selbst wenn er ein Auenzeuge gewesen wäre: wo sind die unparteiischen Zeugen, die das bestätigen ? Somit beliebt von den Fünfhundert zeugen nur ein einziger, und der ist ersten parteiisch und zweitens war er nicht persönlich dabei.

 

Warum sollen die Leute ihm also glauben ? Sie glauben, weil sie es glauben wollen, und weil es ihnen von Kind an in einer Art Gehirnwäsche immer wieder eingeredet wurde.

 

Keiner der Evangelisten war persönlich bei der Kreuzigung und der Auferstehung von Jesus anwesend. Und selbst wenn sie persönlich dabei gewesen wären: daß Augenzeugen nicht der Wahrheit sagen, ist die tägliche Erfahrung vor Gericht.

 

Und selbst wenn Jesus auferstanden und von Gott in den Himmel erhoben worden wäre, so beweist das noch nicht, daß mit dem Kreuzestod Jesu alle Sünden der Menschheit getilgt wurden.

 

An welcher Stelle der Evangelien sagt Jesus dies ? Seine Botschaft ist doch eine ganz andere, nämlich: das Reich Gottes steht unmittelbar bevor. Was heißt eigentlich „Reich Gottes“ für Jesus: Es heißt „Gottesstaat“, ein von Priestern regierter Staat Israel (anstelle der römischen Besatzungsherrschaft). Ist das Reich Gottes gekommen ? Nein, im Gegenteil, Jerusalem und sein Tempel wurden zerstört und die Juden in alle Winde zerstreut. Was Jesus vorhersagte, ist nicht eingetroffen. Damit hätte das Christentum eigentlich erledigt sein müssen. Daß es das nicht war, wird von den Christen als Bestätigung ihres Glaubens angesehen. Aber es bestätigt nur, daß eine hierarchische Organisation früher oder später zum Selbstzweck wird, die den einzigen Daseinszweck hat, weiterzubestehen und sich auszudehnen.

 

Daß Jesus für alle Menschen gestorben ist und damit die gesamt Menschheit erlöst hat, diese Idee wäre dem gläubigen Juden Jesus niemals gekommen. Jesus war nämlich kein Christ. Er war Jude. Der erste Christ war Paulus. Er hat diese Religion erfunden. Er war der erste Verfälscher der Botschaft von Jesus Christus.

 

Theologisch sind die Gleichnisse und Botschaften von Jesus nicht sehr ergiebig. Alles was Jesus sagte, sagte er in Hinblick auf die  bald schon kommende Herrschaft Gottes. Auf eine Vorhersage, die nicht eintraf, lässt sich schwer eine Theologie oder eine Ethik aufbauen. Deshalb sind die Briefe des Paulus und die angeblichen Apostelbriefe das Fundament, auf denen man christliche Verhaltensregeln und christliche Ethik errichtete. Aber mit dem, was Christus sagte und wollte, hat das wenig zu tun.

 

Und da ist dann noch einer dieser typischen Sätze: „Jesus ist der Garant der Wahrheit !“

 

Wie soll jemand, der schon zweitausend Jahre tot ist, der Garant der Wahrheit sein ?

Wie soll ein halbgebildeter Handwerker, wahrscheinlich Analphabet, der sein Wissen aus den Predigten der Pharisäer in den Synagogen hatte, die absolute und höchste Instanz im Leben eines modernen Menschen sein ?

Ausgerechnet Jesus, ein Mann Ende der zwanzig, ohne großes Wissen und große Lebenserfahrung, der in die Sekte von Johannes dem Täufer gerät, dort mit der jüdischen Apokalyptik „infiziert“ wird und dann als Wanderprediger und Wunderheiler durchs Land zieht – warum sollte so eine letztlich gescheiterter und als Verbrecher hingerichteter Mensch bis in alle Ewigkeit Maßstab für die Menschheit sein ?

Nur deshalb, weil man ihn zu makellosen Kultfigur aufgebaut hat ?

 

Jesus wurde von den römischen Behörden hingerichtet – auf Betreiben der jüdischen Religionsführer. Und das war gut und richtig so. Denn die Stadt Jerusalem war voller Pilger, und wenn Jesus einen Aufstand gegen die Römer ausgelöst hätte, dann hätte es viele Tausend Tote gegeben. Es war gut so, daß ein Mensch starb, um Tausenden von Menschen das Leben zu retten. Insofern hat sein Kreuzestod für viele das Überleben bedeutet. Dies hat dann vielleicht Paulus auf die Idee gebracht, daß der Tod von Jesus für die Menschheit von großem Segen war. 

 

Um vorbehaltslos  jeden Satz, der in der Bibel steht, zu glauben, muß man all seinen Verstand und all sein Wissen ausschalten und in einen infantilen, völlig unkritischen Geisteszustand zurückkehren. Das hättet ihr wohl gerne, ihr Glaubensprediger: daß wir uns selbst entmündigen und euch als Vormund einsetzen !