Die
Erfolgsformel für Parteien und Religionen
Von
Diese Erfolgsformel lautet:
Eine Partei oder eine
Religion wird umso mehr Anhänger gewinnen, je größer und glaubwürdiger die
Versprechungen sind, die sie macht und je größer und glaubwürdiger ihre Drohungen
an die sind, die sich ihr nicht anschließen.
Die Versprechungen und Drohungen von Christen und
Moslems sind gigantisch und kaum zu überbieten: Wer sich zum Glauben bekennt
und sich Gott und seinen irdischen Stellvertretern bedingungslos unterwirft,
der wird mit ewiger Glückseligkeit im Paradies belohnt. Wer aber ungläubig ist
und sich den Glaubensverkündern widersetzt, der wird in die Hölle geworfen und muß dort bis in alle Ewigkeit die entsetzlichsten Qualen
leiden.
Die Glaubwürdigkeit ist auch gegeben: Wenn jemand in
eine christliche oder moslemische Umwelt hineingeboren wird, erzählen ihm seine
Eltern, Lehrer und politischen Führer, daß die
Religion verbindlicher und unbezweifelbarer Maßstab ist. Die prächtigen Kirchen
und Moscheen legen Zeugnis davon ab, wie groß die Herrlichkeit der Religion
ist, und daß schon viele vorangegangenen Generationen
fest im Glauben verwurzelt waren. Wie könnte da jemand an der Glaubwürdigkeit
der Religion zweifeln ?
Und dann die vielen Wunder, die Jesus getan hat ?
Beweist dies nicht, daß er der Sohn Gottes war ?
Christentum und Islam sind zwei Religionen, die sich
in Konkurrenz mit anderen Kulten und Sekten den Sieg davongetragen haben. Warum
? Weil sie die Erfolgsformel angewandt haben: Maximale Versprechen und
Drohungen bei maximaler Glaubwürdigkeit.
Es genügt für eine Partei und eine Religion nicht,
irgendwelche große Versprechungen zu machen. Diese müssen auch glaubwürdig
sein. Eine kleine Partei kann zwar das Blaue vom Himmel versprechen. Aber
jedermann weiß, daß sie nicht die Mehrheit im
Bundestag erringen wird. Also wird ihr auch die Macht fehlen, ihre Versprechen
zu erfüllen.
Also wird der Normalbürger sich den großen Parteien
und großen Religionen zuwenden. Sie scheinen die größte Gewähr zu bieten, daß ihre Versprechen erfüllt werden. Der Mensch ist ein
Herdentier. Er macht das, was alle machen. Denn so viele Millionen können sich
nicht irren.