Noch
ist Habsburg nicht verloren
Seine Getreuen nennen
ihn "kaiserliche Hoheit". Er hätte sicher einen guten Kaiser
abgegeben. Aber sein Großonkel Erzherzog Franz Ferdinand wurde in Sarajewo von
dem serbischen Studenten Gavrilo Princip ermordet.
Und dann kam das Malheur mit dem Ersten Weltkrieg.
Heute ist er 83 Jahre
alt, sein Gang ist etwas unsicher und sein Rücken von der Last der Jahre etwas
gebeugt. Trotzdem ist er weit davon entfernt, ein Greis zu sein. Er ist geistig
noch voll auf der Höhe, auf Fragen antwortet er geistesgegenwärtig und sicher.
A bisserl leger ist er und a bisserl vornehm. Er spricht hochdeutsch, oder
besser oberdeutsch, mit einem leichten Wiener-Hofburg-Akzent. So hätte der Karlheiz-Böhm eigentlich mit seiner Sissy reden müssen.
Im Jahr 1273 hat sein
Ahnherr Rudolf I. drei seiner Töchter mit drei der sieben Kurfürsten
verheiratet, die ihn dann zum Deutschen König wählten. Ein anderer Vorfahr von
ihm, Karl der V., herrrschte über "ein Reich, in
dem die Sonne nicht untergeht". Dessen Urgroßvater, Kaiser Friedrich III.,
hatte überall den Spruch eingravieren lassen: "AEIOU", "Alle
Erde Ist Oestereich Unterthan".
Wenn das kein Beweis für die Kraft des positiven Denkens ist! 1806 löste Franz II. das heilige Römische
Reich auf, um zu verhindern, daß der Titel
"Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" Napoleon in
die Hände fiel. Der hatte zwar den Titel "Kaiser Napoleon", aber der
war nur von einer ähnlichen Qualität wie "Kaiser Wilhem
II." oder "Kaiser Bokassa".
Was mögen für Gedanken
hinter seiner noch erstaunlich glatten Stirn kreisen?
Vielleicht besteht das
Heilige Reich noch fort, war seine Auflösung nur eine erzwungene, und daher
nichtige Formalität. Vielleicht können es Menschen garnicht
auflösen, weil es von Gott kommt - genausowenig wie
man das Sakrament der Ehe aufheben kann.
"Je maintiendrai" (ich werde
weitermachen, ich werde nicht aufgeben) war der Wahlspruch Karls des Kühnen,
Herzog von Burgund, eines anderen Vorfahren von Otto von Habsburg.
Wird nicht der wahre
Kaisertitel durch die Gnade Gottes verliehen, und nicht vom Volk oder kraft
eigener Macht? War nicht die französische Revolution ein Verbrechen und ein
Irrtum, der korrigiert werden muß? Aus ihr entstand
der laizistische, gottlose Staat. Sollte man nicht lieber mit einem
moslemischen Fundamentalisten paktieren, als mit einem sozialistischen
Atheisten, der die Abtreibung befürwortet und das Kruzifix aus dem
Klassenzimmer verbannt?
Und gibt es da nicht die
Prophezeihung, daß Deutschland
wieder einen Kaiser haben wird? Und schreibt nicht Nostradamus, daß in jenen letzten Tagen der Heilige Geist am 48.-sten
Breitengrad herniederkommen wird? Und liegt nicht Pöcking, der Wohnsitz seiner kaiserlichen Majestät,
ausgerechnet am 48.-sten Breitengrad?
Er ist Abgeordneter im
Europa-Parlament und Internationaler Präsident der Paneuropa-Union, und er
kennt Gott und die Welt. Einmal hat er in die Weltgeschichte eingegriffen, als
er mit Gyula Horn das Paneuropäische Picknick 1989 an der ungarisch-österreichischen
Grenze organisierte. Da hat er der DDR den Stöpsel rausgezogen und sie ist
ausgelaufen. Danach ist er rastlos durch die ehemalige Donaumonarchie gereist,
hat alte Beziehungen erneuert und neue geknüpft, was für sein Alter eine
erstaunliche Kraftleistung ist. Aber seine Mutter, Kaiserin Zita, ist ja 97 geworden. In einem gewissen Sinn
hat er die Donaumonarchie wieder in Besitz genommen. Als Vaclav Havel
tschechischer Präsident wurde, ernannte er Dr. Karl Fürst Schwarzenberg zum
Leiter seiner Staatskanzlei auf dem Hradschin. Fürst Schwarzenberg ist Chef der
jüngeren Linie des Hauses Schwarzenberg und Autor des Buches "Adler und
Drache - der Weltherrschaftsgedanke". Ein treuer Freund Habsburgs ist auch
Bucar, der slowenische Parlamentspräsident.
Otto von Habsburg
bastelt daran, Europa zu einem einzigen Staat zusammenwachsen zu lassen, damit
es eine Weltmacht des Friedens werden kann. Sein neuestes Buch heißt:
"Friedensmacht Europa". Deshalb muß das
Europäische Parlament gestärkt und zum richtigen, voll entscheidungsbefugten
Parlament werden. Er hat es geschafft, daß seine
rechte Hand, der junge Bernd Posselt
Europa-Abgeordneter wurde, andere Paneuropäer sitzen schon im Europa-Parlament:
Siegbert Alber und Ursula Schleicher. Auch im
bayerischen Kabinett waren bis vor kurzem die Paneuropäer mit 2 Ministern
vertreten (Thomas Goppel und von Waldenfels).
"Alteri gerunt belli,
tu felix Austria nubes" (andere mögen Kriege führen, du glückliches
Österreich heiratest). Irgendwie gilt das heute noch. Ein Sohn Otto's von Habsburg, Karl, hat die Tochter des
Industriebarons Thyssen-Bornemiza geheiratet. Noch
ist Habsburg nicht verloren.
Hier nun einige
Aussprüche Otto von Habsburgs, die er am 2.Dez. 95 auf einem Seminar der
Paneuropa-Union in der Universität der Bundeswehr machte (um dann gleich wieder
nach Salzburg zu enteilen, wo er die ÖVP unterstützte, den SPÖ-Kanzler Vranitzki zu stürzen):
"Wissen Sie, es
wird nie zu einer Verurteilung von Karadzic und Mladic vor dem Internationalen
Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag kommen. Das wurde zwar bei den
Friedensverhandlungen in Dayton beschlossen. Aber man macht der Öffentlichkeit
nur etwas vor. Der Oberste Richter, der Südafrikaner Goldstone,
sagte mir in einem persönlichen Gespräch, daß er garnicht die Mittel habe, die Kriegsverbrecher zu
verurteilen. Er habe nämlich kein Geld, um die Zeugen und die Anwälte zu
bezahlen. Als dann von privaten Geldgebern das Geld dazu bereitgestellt worden
sei, hätte Butros Ghali die Annahme untersagt."
Zur Entwicklungshilfe
meinte er:
"Das meiste Geld
aus der Entwicklungshilfe-Programm der Europäischen Gemeinschaft hat Mozambique
erhalten. Dann sind einmal ein paar Europa-Abgeordnete hinuntergefahren und
haben nachgeschaut, was mit dem Geld passiert. Da haben sie herausgefunden, daß nur 15 % des gelieferten Getreides des Bevölkerung
zugute kam. 50 % wurde gestohlen und nach Rußland
geliefert und Waffen dafür eingetauscht. Die restlichen 35 % fraßen die
Ratten."
Zur UNO bemerkte
Kaiserliche Hoheit: "Da gab es einmal einen UNO-Botschafter aus Venezuela,
der sich eine sehr dunkle Geschichte hat zu Schulden kommen lassen. Er wurde
entlassen und schaffte es, daß sich sieben
Inselstaaten in der Karibik von ihm als UNO-Botschafter vertreten ließen. Er
hatte damit sieben Stimmen in der UN-Vollversammlung, die er sich in lukrativer
Weise abkaufen ließ".
Zu Saddam Hussein:
"Die Amerikaner haben den Krieg 24 Stunden zu früh abgebrochen. Sie hätten
Hussein entgültig besiegen müssen. Man darf nicht
vergessen, daß der Irak ein völlig künstliches
Gebilde ist, das nach dem ersten
Weltkrieg von den Siegern geschaffen wurde, mit dem Ziel eine Kolonie daraus zu
machen und das Erdöl zu besitzen".
Über die neureichen
Russen: "In Nizza sind in dem Hotel Negresco fast
alle guten Zimmer von Russen belegt, die die Taschen dick voll Geld haben und
damit nur so herumschmeißen. Das Geld stammt vom Verkauf des russischen Erdöls
oder aus dunklem Geschäften".