Internet-Planet

- Hier geht’s um die Vernetzung der Menschheit

von Richard Beiderbeck   www.koinae.de     

Global City

Der Begriff „Global Village“ („globales Dorf“) trifft die Wirklichkeit unseres per Flugzeug und Internet vernetzten Planeten nicht ganz. Besser wäre der Ausdruck „Global City“, weil er der fortschreitenden Urbanisierung der Welt – auch der ländlichen Gebiete – Rechnung trägt. Alle Menschen sind Bürger einer einzigen Stadt, Global City. New York, London, München und Moskau sind nur Stadtteile dieser einen Stadt. Wenn ich am Montag morgen mit dem Auto München durchqueren will, brauche ich wohl genauso lange wie mit dem Flugzeug vom Flughafen München-Freising nach London. Das Flugzeug ist nur eine besonders schnelle S-Bahn vom Vorort München zur Londoner City (leider landet man da auch außerhalb und hat wieder ein Verkehrsproblem). London wiederum ist eng verbunden mit New York, sodaß manche schon von NyLon (New York-London) sprechen.

Internet-Demokratie

Die heutige Parteien-Demokratie der Abgeordneten und Parlamente ist zu einer Zeit entstanden, als Nachrichten durch Boten zu Pferde verbreitet wurden. Damals war es nicht möglich, das ganze Volk an einem Ort zu versammeln und Entscheidungen treffen zu lassen. Deshalb wählte man Volksvertreter. Heute kann sich das ganze Volk an einem Ort versammeln (vor dem Fernsehapparat) und es kann per Telefon an der Diskussion teilnehmen und per Internet abstimmen.

Sollen wir die Parteien-Demokratie abschaffen ? Nein ! Aber wir können sie durch Elemente der Volksabstimmung per Internet ergänzen. Heute, am 15. Aug. 2002, sind die technischen, gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen erst ansatzweise vorhanden, um ein internet-plebiszitäres Element in die parlamentarische Demokratie einzuführen. Aber die Sache wächst heran.

Gegen religiösen Nationalismus und nationalistische Religionen

Hier einige Zitate aus dem Horror-Kabinet der Intoleranz und der Menschenverachtung:

Altes Testament:

(Jahweh spricht:) „Und wandelt nicht in den Bräuchen der Heiden, die ich vor euch vertreiben will: denn das alles haben sie getan, und darum habe ich sie verabscheut. Zu euch aber habe ich gesagt: Ihr sollt ihr Land zu eigen bekommen“. (3. Mose, 22 und 23)

 Der Koran:

„O Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden“ (Fünfte Sure, 52). „Sage ihnen: ‚Kann ich euch schlimmeres verkündigen als die Vergeltung Allahs ?“ (Fünfte Sure, 61).

Mein Kampf (Hitler):

„Wer die Hand an den Arier, das höchste Ebenbild des Herrn zu legen wagt, frevelt am gütigen Schöpfer dieses Wunders...“- „...unsere Weltanschauung fordert die Unterordnung des Schlechteren und Schwächeren“

Solange es Religionen und Ideologien gibt, die Hass, Intoleranz und Menschenverachtung lehren, wird es auf der Welt keinen Frieden geben. Aber nicht die Menschen, die an diese Denkmuster glauben, müssen bekämpft werden, sondern die Ideen. Die Auseinandersetzung muß auf der Ebene des Geistes erfolgen.

Hin zu Einheit und Brüderlichkeit

Der nächste, ganz pragmatische Schritt zur Einheit der Global City könnte die Bildung einer Wirtschafts- und Währungsunion von USA und Europa sein. Man könnte die Parität auf 1 Dollar = 1 Euro festschreiben und die Federal Reserve Bank mit der Europäischen Notenbank verschmelzen. Es wäre ein unnötiger Aufwand, jetzt wieder neue Geldscheine und Münzen einer „DollEur“-Währung herzustellen. Es würde genügen, dass USA und Europäische Union den Dollar und den Euro als in beiden Weltregionen gültige Zahlungsmittel anerkennen, also die Amerikaner bei uns in Dollar und wir in USA mit Euro zahlen können.

Der „Global-Union“ könnten sich allmählich Kanada, Russland, Australien, Lateinamerika, Indien und weitere Staaten anschließen.

Englisch als gemeinsame Sprache

Neben der Muttersprache sollte jedermann in der Global-Union eine zweite Sprache erlernen. Wer Englisch als Muttersprache spricht, sollte eine der großen Weltsprachen (Spanisch bzw. Portugiesisch, Russisch oder Arabisch) lernen. Übrigens gibt es in China ca. 30 verschiedene Sprachen, so daß sich die Chinesen aus den verschiedenen Provinzen untereinander oft nur mit Hilfe ihrer Bilderschrift verständigen können. Insofern gibt es „das“ Chinesische als Weltsprache nicht. Genauso wenig gibt es „das“ Indische, oder „das“ Afrikanische.

Es ist klar, dass noch einige Generationen vergehen werden, bis jeder Bürger der Global City Englisch verstehen und sprechen kann. Um diesen Vorgang zu erleichtern und beschleunigen, wäre es wünschenswert, dass in jedem Land ein Fernesehkanal Unterhaltungssendungen im englischen Originalton ausstrahlt. Dies ist selbst in Deutschland nicht der Fall, was ein schwerverständliches Versäumnis ist.

Das Recht und die Pflicht zur Arbeit

Jeder Mensch im arbeitsfähigen Alter und Zustand hat das Recht und die Pflicht zu arbeiten. Eine Gesellschaft, die es nicht schafft, ihre Bürger mit sinnvoller und angemessen bezahlter Arbeit zu versorgen, hat ein erhebliches Defizit und ist fragwürdig.

Menschlicher Wohlstand und Fortschritt haben ihre Grundlage in sinnvoller und gut organisierter Arbeit. Es ist kein Zufall, dass in Ländern, in denen besonders viel und effizient gearbeitet wird, der Wohlstand am höchsten ist.

Es genügt aber nicht zu arbeiten, es müssen auch die Früchte der Arbeit den Arbeitenden zu gute kommen. Jeder soll seinen gerechten Anteil bekommen, niemand zu viel und niemand zu wenig. Wo Korruption und Verschwendung herrschen, kann es Wohlstand für breite Schichten nicht geben. Die größte Verschwendung ist das Führen von Kriegen.

Besonders ist das Augenmerk auf die „Oberschicht“ in einem armen und verwahrlosten Land zu richten, welche die Allgemeinheit bestiehlt, belügt und unterdrückt. Der erste Schritt zu einer sinnvollen und wirkungsvollen Entwicklungshilfe ist die Entmachtung korrupter und verbrecherischer Regierungen. Der zweite Schritt ist dann, die Menschen für ihre Arbeit gerecht zu entlohnen. Es gibt in verwahrlosten und korrupten Ländern viele Menschen, die niemals richtig gearbeitet haben, sondern als Soldaten, Räuber und Erpresser von der Arbeit anderer leben. Sie müssen lernen, ehrliche Arbeit zu tun.

Wenn alle Menschen sinnvoll und effizient arbeiten, reichen 25 Stunden Berufsarbeit in der Woche aus.

Die Förderung des Bürgerbewußtseins

In Staaten, in denen sich der Bürger mit seinem Staat identifiziert und Gemeinsinn entwickelt, ist die Versorgung der Menschen weit besser gewährleistet, als in Staaten, in denen jeder danach strebt, alle andern und den Staat zu bestehlen und zu betrügen. Wenn jeder versucht, seine Egoismen auf Kosten der anderen durchzusetzen, dann geht es fast allen schlecht.

Das globale Bürgerbewusstsein identifiziert sich mit der Global City und fällt nicht auf nationalistische Hetze gegen andere Völker oder gegen „Ungläubige“ herein. Die Menschenrechte sind universell verbindlich, und keine Regierung darf sich darüber hinwegsetzen. Auf lange Sicht kann es uns nur gut gehen, wenn es der ganzen Global City gut geht.

Das Menschheitskollektiv, ein Organismus höherer Ordnung

Die Intelligenz und das Wissen der gesamten Menschheit ist weit größer als die eines einzelnen Menschen. Immer wieder haben einzelne und Gruppen es vermocht, sich in den Besitz von Macht und Reichtum eines Staates zu setzen, um sie für ihre egoistische Zwecke zu missbrauchen. Der ewig aktuelle Kerngedanke der Demokratie ist es, dies zu verhindern.

Es ist an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen, und alle, die über besonders viel Macht und Reichtum verfügen, in besonderer Weise zu durchleuchten und alle ihre Geheimnisse aufzuspüren und öffentlich zugänglich zu machen. Das Mittel dazu sind die Medien und das Internet.

Es ist auch an der Zeit, es denjenigen Menschen, die von ihrem Denken und von ihrem Tun her der Allgemeinheit schaden oder sie bedrohen, das Leben noch schwerer zu machen. Der ehrliche und staatstreue Bürger soll unbehelligt bleiben, aber Verstöße gegen die Interessen und das Wohl der Allgemeinheit müssen erkannt und zurückverfolgt werden können. Auch hier bieten Internet und Computer Möglichkeiten, die voll ausgeschöpft werden sollten. Eine Welt ohne Verbrechen, Terrorismus und ohne Kriege rückt allmählich in den Bereich des Möglichen. Eine solche Welt wäre auch eine Welt ohne Armut, denn Armut ist letztlich die Folge von Diebstahl, Erpressung und Betrug. Diese Straftaten werden von Individuen begangen, die man schon bald so überwachen wird können, dass sich Verbrechen nicht mehr lohnen.

Die Menschheit wird in Zukunft noch viel stärker ein Kollektiv bilden, in welchem der einzelne Mensch noch enger mit den anderen Menschen und mit der Gesamtheit verbunden sein wird. Jeder wird ein kleines, Handy-artiges Gerät mit sich tragen, den „Kommunikator“, der ständig Daten ins Internet sendet, die jedem, den es interessiert, Auskunft darüber geben, wo der Besitzer des Kommunikators ist, wofür er Geld ausgibt bzw. bekommt und ob er medizinische oder sonstige Hilfe braucht.

Nicht wie im alten Orient oder in hierarchischen, autoritären Gesellschaften wird der „große Einzelne“ mit seinem Willen ganze Völker kontrollieren, sondern das Kollektiv „Menschheit“ wird den Einzelnen kontrollieren und beschützen. Menschliches Leben außerhalb oder gegen die Menschheit wird es nicht geben.

Das Menschheitskollektiv ersetzt den Nationalstaat

Der Staat in dem bisher gewohnten Sinn macht folgendes: Er nimmt etwa 50 % der Erträge der Arbeit seiner Bürger und wendet sie für Straßen, Schulen, Krankenhäuser usw. auf. Ein ganz erheblicher Teil der Mittel werden für soziale Zwecke umverteilt. Einen beträchtlichen Teil behält der Staat aber für sich selbst, um seinen Behörden-Apparat zu finanzieren.

Im Menschheitskollektiv wird der Staat in der bisher gewohnten Form nur noch eine Randerscheinung sein. Jedermann erhält von der regionalen „Kollektivbank“ einen Grundversorgungsbetrag, egal ob er berufstätig, in Rente oder krank ist. Von diesem Grundbetrag kann jeder leben. Hinzu kommen zusätzliche Beträge für besondere Leistung und Qualifikation, aber auch für außergewöhnliche Belastungen. 

Im Staat im konventionellen Sinn dient ein großer Teil der Verwaltung dazu, um zu überprüfen, ob die Ansprüche auf Geld aus dem „großen Topf“ rechtmäßig sind. Diese Kontrollfunktion wird im Menschheitskollektiv die Öffentlichkeit übernehmen. Jedermann wird per Internet Einblick nehmen können, wie viel und wofür der Nachbar, Kollege, der Chef, der Minister, der Manager, der Sozialhilfe-Empfänger usw. Geld erhält. Die öffentliche Kontrolle wird die staatliche Kontrolle ersetzen.

Eine Weltregierung im herkömmlichen Sinn wird es nicht geben

Wenn es keinen Staat im herkömmlichen Sinn geben wird, wird es auch keinen Weltstaat geben. Die Global City wird einen Stadtrat und eine Stadtverwaltung haben, wobei die einzelnen Stadtteile auf Grund der räumlichen Trennung weitgehend autonom sein werden. Die Stadtteil-Verwaltungen und die „Global City Administration“ werden die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Aber sie werden keine Staatspolitik im klassischen Sinn machen. Es wird keine Armeen und keine Kriege geben, und auch keine Außenpolitik. Für die Kriegstreiber und Menschenrechtsverletzter wird das „GPD“ zuständig sein, das „Global Police Departement“. Die Geheimdienste werden überflüssig sein, denn es wird keine Geheimnisse mehr geben. Alles wird man aus den Medien und dem Internet erfahren können.

Der Optimalismus als grundsätzliche Leitlinie

Keine Entscheidung und keine Staatsform bringt nur Vorteile und keine Nachteile. Eine Utopie (und darum handelt es sich bei dieser Webseite) ohne Schattenseiten kann es nicht geben. Man kann nur versuchen, die optimale Staatsform und die optimale Entscheidungen zu finden. Dabei kann man nicht alles Gute und Bewährte, das es schon gibt, über Bord werfen, sondern nur darauf aufbauen und es verbessern.

Aber es ist offensichtlich, dass die Menschheit noch weit vom Optimum entfernt ist. Im Moment scheint das Pendel zu sehr in Richtung Manchester-Kapitalismus ausgeschlagen zu sein. Aber auch der Sozialismus hat erhebliche Schwächen: er verbietet das Privateigentum und leistet der Faulheit, der Ausbeutung und der Zerstörung öffentlichen Eigentums Vorschub. Der optimalistische  Kollektivismus will in flexibler und behutsamer Weise das politische und gesellschaftliche System durch kluge und vorsichtige Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten verbessern, wobei Fehler durch ein Frühwarnsystem rechtzeitig erkannt werden sollen.

Wir sollten nicht untätig bleiben, sondern versuchen, den Strom der Zeit, der sich unaufhaltsam dahinwälzt, in die richtigen Bahnen zu lenken.