War Jesus Christus ein Übermensch ?

 

Von Richard Beiderbeck, http://www.koinae.de/   

 

Für die Bibel ist Jesus ein Mensch, der übernatürliche Kräfte besaß. Die Bibel schildert Jesus als Wunderheiler, Magier und charismatischen Sektenführer.

 

Die Wunder Jesu       Das Grabtuch von Turin

 

Die Wunder Jesu waren keine Wunder

 

Betrachten wir uns einmal eine der Wundertaten, die Jesus vollbrachte. In Matthäus 9, ab Vers 118 heißt es: „...da kam ein Vorsteher (der Synagoge), warf sich vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern...Und als Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenbläser und das Volk lärmen sah, sprach er: Gehet hinweg; denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff ihre Hand; und das Mädchen stand auf. Und das Gerücht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.“

Damit ist eigentlich das Wesentliche über die Wunder Jesu gesagt. Ein Mädchen wird ohnmächtig, der Wunderheiler Jesus wird geholt, er weckt sie auf und alle sind davon überzeugt, dass Jesus ein Wunder vollbracht habe.

Das Volk zur Zeit Jesu besaß geringe medizinische Kenntnisse. Die Bereitschaft, an Wunder zu glauben war sehr groß. Man sah deshalb Wunder, wo keine waren.

In einem Land und in einer Zeit, in welcher die medizinische Versorgung der armen Leute mangelhaft war, gab es ein großes Bedürfnis nach einem erfolgreichen Heiler. Jesus beschränkte sich vorwiegend auf folgende Fälle: Epilepsie (damals: „Besessenheit von einem Dämon“), psychosomatische Leiden, Ohnmachtsanfälle und Scheintod. Epileptische Anfälle verlaufen dramatisch und spektakulär. Nach 5 bis 10 Minuten hören sie von selbst auf, der Betroffene liegt etwa 30 Minuten bewusstlos da, erwacht dann allmählich. Nach etwa 1 bis 2 Stunden ist der Kranke wiederhergestellt und kann als geheilt entlassen werden – bis zum nächsten Anfall, der aber Monate auf sich warten lassen kann.

Aus diesem Schema der „Wunder“ fallen nur wenige. Jesus „wandelt“ über den See Genezareth. Das geschah mitten in der Nacht, wahrscheinlich lag über See und Ufer ein Bodennebel, so daß die Jünger in der Dunkelheit meinten, Jesus ginge über des Wasser. Er watete aber nur durch den Bodennebel.

Jesus wurde möglicherweise vom Volk und seinen Jüngern in die Rolle des Wunderheilers gedrängt.

Es ist anznehmen, dass Jesus und seine Jünger von den Geheilten Geschenke und Geld erhalten haben. Eine Reihe von Frauen unterstützte ich auch durch Geldgeschenke. Als Jesus immer bekannter wurde und immer mehr Kranke zu ihm kamen, muss Jesus über ein kleines Vermögen verfügt haben. Ich vermute, dass er das Geld u. a. dazu benutzte, auf der Hochzeit von Kana den Wein zu spenden und bei der Speisung der Fünftausend das Brot. Da es Jesus und seinen Jüngern aber peinlich gewesen wäre, als wohlhabende Spender aufzutreten (denn sie predigten das Ideal der Armut), zogen sie es vor, ihre Spende als Verwandlung von Wasser in Wein und als wundersame Brotvermehrung darzustellen.

Ein Wort noch zu den Heilungen von Blinden: Viele der „blinden“ Bettler am Wegrand waren nicht blind. Sie taten nur so – ein Bettlertrick.

Die meisten übermenschlichen Wunder, die Jesus vollbringt, sind auf ganz banale Weise zu erklären.

 

Aufschlußreich ist die Haltung der katholischen Kirche gegenüber dem Wunderglauben. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Die Wunder Jesu werden als Beweis seiner Göttlichkeit gesehen. Wenn jemand mit den gleichen Methoden der Suggestion scheinbare Wunder vollbringt, wird das entschieden abgelehnt – und das zu Recht, weil dadurch der Kranke sich möglicherweise zu spät in ärztliche Behandlung begibt. Das Erzbistum Trier bringt folgenden Bereicht über Bruno Gröning (und man fragt sich wie die Behörden und die Kirchen mit Jesus umgegangen wären, wenn er heute als Wunderheiler aufgetreten wäre):

http://cms.bistum-trier.de/bistum-trier/Integrale?MODULE=Frontend&ACTION=ViewPageView&Filter.EvaluationMode=standard&PageView.PK=1&Document.PK=42204

Die gleiche Erzdiözese stellt aber im Trierer Dom das Gewand Jesu aus, den „Heiligen Rock“. Dabei wird schamhaft verschwiegen, daß die Bedeutung dieses Fetisches für die Gläubigen darin besteht, daß sie glauben, daß dieses Kleidungsstück Reste der göttlichen Heilkraft Jesu enthält.

http://www.dominformation.de/internet-de/nav/d1b/d1b703d2-c3da-26f5-4abd-11d8bc1d2b31.htm

Übrigens ist einer der Pfeiler des katholischen Religion die Magie. Man muß nur mal an einer Abendmahlfeier teilnehmen, wo in einem magischen Moment das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden. Wenn die anderen magischer Rituale abhalten, ist es Esoterik, wenn man es selbst macht, ist es Christentum.

 

Jesus besaß medizinische und psychologische Kenntnisse, die er möglicherweise bei der Sekte der Essener erworben hat. Vielleicht hat er am Anfang diese Kenntnisse benutzt, um Kranke zu heilen, um so zum Lebensunterhalt seiner Sekte beizutragen. Allmählich eilte ihm dann der Ruf eines Wunderheilers voraus und er sah sich einer Massenhysterie ausgesetzt, die ihm und den Jüngern allmählich über den Kopf wuchs. Die Massen, die er mobilisierte, musst die römische und jüdische Obrigkeit aufmerksam machen und beunruhigen. Letztlich brachte die Massenhysterie, die Jesus auslöste, den Stein ins Rollen, der schließlich zu seiner Kreuzigung führte.

Die „Wunderheilungen“ vollbrachte Jesus in erster Linie deshalb, weil er damit beweisen wollte, dass das Reich Gottes nicht nur unmittelbar bevorstehe, sondern dass es mit seinem Erscheinen bereits begonnen habe.

 

Zweifel am Kreuzestod Jesu

 

 War Jesus ein Übermensch ?

Seine Anhänger haben ihn (ähnlich wie Buddha) später als Übermenschen dargestellt und zum Gott erklärt. Er selbst sah sich nur als auserwähltes Werkzeug Gottes.

Man hat aus der Tatsache, dass das Christentum eine so enorme Verbreitung fand, geschlossen, dass Jesus ein ganz außerordentlicher Wundertäter, Heiliger, Weiser und Erleuchteter gewesen sei. Es hat in der Geschichte relativ viele Heilige und Wundertäter gegeben. Eine Reihe von Faktoren, z. B. das Hoffen der Juden auf einen Messias, seine enorme Popularität als Wunderheiler, aber insbesondere sein spektakulärer „Tod“, seine wundersame Auferstehung und die missionarischen Erfolge von Paulus haben die herausragende geschichtliche Stellung Jesu bewirkt. War er deswegen ein Übermensch, ein Halbgott oder gar der Sohn Gottes ? Sicher nicht. Jesus war ein Mensch, allerdings kein alltäglicher.