Das apokalyptische Weib (Peter Paul Rubens)             Mariä Himmelfahrt

     (Bildausschnitt)                                                            (Guido Reni, 1575 – 1641)

 

Das apokalyptische Weib ist uns aus der Johannesoffenbarung, Kapitel 12, bekannt. Dort heißt es: „Ein Weib, angetan mit der Sonne, und der Mond unter ihren Füssen...Und sie ist schwanger...Und der Drache stand vor dem Weibe, das gebären sollte, um, wenn es geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der ‚alle heiden weiden solle mit eisernem Stabe’; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Und das Weib floh in die Wüste...“

Es handelt sich bei dem apokalyptischen Weib also um Maria.

 

Unter „Muttergottheiten“ wurde gezeigt, dass Maria eine ins Christentum übertragene Erdmutter und Fruchtbarkeitsgöttin ist. Das Symboltier der Erdmutter ist die Schlange, weil sie von allen Tieren der Erde am nächsten ist. In den Mariendarstellungen sieht man öfters, wie Maria die Schlange zertritt. Sie verneint damit ihre ursprüngliche Bindung zur Natur und zerstört sie. Maria ist auch eine Personifizierung der Menschheit. Auch die Menschheit hat ihre religiösen Bindungen zur Natur zerschnitten. Das Christentum hat Maria in den Himmel erhoben, also quasi die Erdgöttin aus ihrer Grotte gezerrt und in den Himmel versetzt.

 

Wie der Mond zu ihren Füssen zeigt, ist Maria ist auch die christliche Adaption der Mondgöttin. Ihr Reich ist die Nacht und das Unbewusste. Sie wurde an den Taghimmel und in den hellen Glanz der Sonne versetzt. Ob sie mit dieser Rolle glücklich ist ?