Von Neuguinea nach New York

Von Richard Beiderbeck, www.koinae.de

 

Quelle über Neuguinea:

Jared Diamond „Der dritte Schimpanse – Evolution und Zukunft des Menschen“

ISBN 3-596-14092-7

Erschienen 1998 im S. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main,

Titel der amerikanischen Originalausgabe: „The Third Chimpanzee, The Evolution and Future of the Human Animal“ by Harper Collins Publisher, New York 1992

 

Das Land der tausend Sprachen

 

Bis zum 4. August 1938 hatte die Welt geglaubt, das westliche Innere von Neuguinea sei unbewohnt. Doch an diesem Tag stieß die Vorhut der dritten Archbold-Expedion, ausgeschickt vom American Museum of Natural History, auf eine unentdeckte menschliche Gesellschaft. Das Grand Valley des Balim-Flusses war dicht besiedelt – von 50 000 in der Steinzeit lebenden Papuas. Einer der Papuas schilderte sein Leben vor der Entdeckung durch die Fremden: „Wir kannten nur das Gebiet diesseits der Berge: Und wir glaubten, wir seien die einzigen Menschen“.

Diese Isolation war der Nährboden einer großen genetischen und kulturellen Vielfalt. Jedes Tal in Neuguinea besitzt nicht nur seine eigene Sprache und Kultur, sondern auch spezifische genetische Anomalien und Krankheiten.

Obwohl Neuguinea nur ein Zehntel der Fläche Europas einnimmt, und weniger als ein Hunderstel der europäischen Bevölkerung hat, wurden etwa 1000 Sprachen registriert, von denen viele mit keiner anderen bekannten Sprache Neuguineas oder anderer Länder verwandt sind. Neuguineische Sprachen haben im Durchschnitt nur wenige tausend Sprecher, die jeweils in einem Gebiet von rund 10 Kilometer Durchmesser leben.

Neuguinea zeigt uns, wie es früher überall auf der Welt war, als noch jeder isoliert lebende Stamm seine eigene Sprache hatte.

 

Auch in Europa war es so. Erst vor rund 6000 Jahren begann die indogermanische Expansion, die zur Auslöschung aller früheren westeuropäischen Sprachen mit Ausnahme des Baskischen führte. Damit vergleichbar ist das Vorrücken der Bantusprachen innerhalb der letzten Jahrtausende, das die meisten sonstigen Sprachen Afrikas südlich der Sahara verschwinden ließ.

 

Das Land der tausend Kulturen

 

Auch die Vielfalt kultureller Bräuche war in Neuguinea ungeheuer groß. Viele sozialen Verhaltensweisen waren für die Europäer zutiefst unakzeptabel, z. B. die verschiedenen Formen von Kannibalismus und Selbstverstümmelung. Zur Zeit des Erstkontakts gingen die Angehörigen vieler Stämme nackt, andere verbargen die Geschlechtsorgane und waren extrem prüde, andere brachten Penis und Hoden mit diversen Requisiten besonders stark zur Geltung. Praktiken der Kindererziehung reichten von extremer Toleranz bis hin zu maßloser Unterdrückung, welche die Kinder in den Selbstmord trieb.

 

Die Zeit der tausend Kriege

 

Zwischen den Stämmen wurde abwechselnd Krieg geführt und paktiert. Diamond schreibt: „Man begab sich wohl gelegentlich ins Nachbartal zu einem Besuch in Freundschaft (was nie ganz ohne Gefahr war) oder in kriegerischer Absicht, doch die Aussicht, mehrere Täler nacheinander friedlich durchqueren zu können, war fast gleich Null. Die strengen Verhaltensregeln für die eigene Gruppe galten nicht für die anderen, jene Feinde von nebenan, von denen man kaum mehr als nur eine blasse Vorstellung hatte“.

 

An anderer Stelle heißt es: „Bis vor relativ kurzer Zeit verbrachten die meisten Menschen ihr ganzes Leben im Umkreis weniger Dutzend Kilometer um ihren Geburtsort. Die Beziehungen zwischen benachbarten Stämmen kennzeichnete eine gespannte Balance zwischen Interesse am Handel und Feindseligkeiten gegenüber Artgenossen. Verstärkt wurde diese Zersplitterung noch durch den Hang jeder menschlichen Bevölkerung zur Ausbildung eigener Sprache und Kultur.“

 

Seit es zentralistische Großreiche gibt, also etwa seit 3000 v. Christus, begann das Verschwinden der kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Es setzte eine allgemeine Angleichung an.

 

Die Stadt der großen Einheit

 

Der vorläufige Schlusspunkt dieser Entwicklung ist die urbane Kultur Amerikas. Im 19. Jahrhundert nahm New York drei Viertel aller Einwanderer in die USA auf. Holländer, Deutsche, Briten und Iren bildeten die erste Einwanderungswelle, dicht gefolgt von Osteuropäern und Süditalienern. Im 20. Jahrhundert kamen vor allem Schwarze und Puertoricaner. Während der Naziherrschaft kamen viele Juden; nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kamen weitere Juden. Es kommen Chinesen  und Koreaner und viele Menschen aus Lateinamerika.

Jeder dritte New Yorker ist in einem nichtamerikanischen Land geboren, und jedes Jahr werden 90 000 neue Einwanderer registriert. Hinzu kommen die illegalen Einwanderer. In New York leben fast sämtliche Nationen, Rassen und Religionen der Erde. Unterteilt nach Muttersprachen ergab sich im Jahr 1980: 4 Millionen New Yorker sprechen Englisch als Muttersprache, 1,2 Millionen Spanisch, 650 000 Italienisch, 540 000 Jiddisch, 260 000 Deutsch, 100 000 Polnisch und 20 000 (inzwischen 100 000) koreanisch.

All diese Sprachen und Nationen werden in dem großen Schmelztiegel New York eingeschmolzen. Die Einwanderergeneration spricht oft nur gebrochen oder gar nicht Englisch. Die Kinder sind zweisprachig und sprechen perfekt Englisch. Deren Kinder können nur noch ein paar Brocken der Muttersprache der Großeltern und sind waschechte Amerikaner. Es gibt natürlich auch Gruppen, die zäh an der Kultur ihrer Vorfahren festhalten oder die, wie die Latinos, allein schon wegen ihrer großen Zahl keine echte Minderheit mehr sind, sondern dafür sorgen, dass sich die USA allmählich in Richtung Zweisprachigkeit bewegt.

 

Die Stadt der großen Vielfalt

 

Natürlich hat der Bewohner einer Metropole seine steinzeitlichen Instinkte und Verhaltensweisen nicht abgelegt. Der Mensch ist ein territoriales Lebewesen. Martin Betz schreibt in: „Die Berliner pauschal“: Wie fremd dem Berliner Berlin ist, kann jeder Besucher erleben, wenn ihm ein Urberliner auf die Frage nach einer gerade zwei Ecken weiter gelegenen Straße antwortet: Nee, als dette könne er nicht wissen. Selbst wenn der Befragte Zeit seines Lebens in dieser Gegend gewohnt hat – falls die gesuchte Straße übern Damm, das meint: jenseits der Hauptstraße, gelegen ist, wird er sie nicht kennen. Seine täglichen Wege haben ihn stets zur Hauptstraße und dann auf ihr weiter geführt; und Spaziergänge, auf denen er seine nächste Umgebung etwa in Gestalt eines Rundweges erkunden könnte, finden nicht statt. Auch mit dem Hund nicht. „Bin ick Amundsen ? Is det hier ein Expeditionshund ?“ würde der Berliner argumentieren.

 

Die Stadt, das große Dorf

 

Der Großstadtbewohner bleibt in seinem Kietz, und mitten in der riesigen Metropole lebt er wie auf einem Dorf, zumal ja sein näheres Umfeld vor hundert Jahren ja auch tatsächlich ein Dorf war. Wenn man z. B. nach München-Moosach kommt, kann man die alte Dorfkirche noch sehen und das urbayrische Dorfwirtshaus. Jede große Metropole ist ein Konglomerat von vielen Dörfern und Kleinstädten. Wenn der Großstadtbewohner seinen Kietz verlässt, steigt er in die U-Bahn oder den Bus und fährt ins Zentrum oder in einen bestimmten Stadtteil oder Vorort. Dort arbeitet er oder kauft ein. Was jenseits des Zentrums liegt, interessiert ihn nicht. Was soll der Münchner aus Ramersdorf in Obermenzing ? Da muß er schon einen triftigen Grund haben, um dort hinzufahren. Genausowenig geht der Pariser vom Rive gauche kaum ins Rive droite, und in London fährt der Mann aus Kensington nicht über den Piccadilly circus hinaus.

 

Noch stärker ausgeprägt ist das in den Metropolen, wo die verschiedenen Nationen in ihren neighbourhoods leben und meist unter ihresgleichen bleiben. 

 

So gesehen ist Neuguinea auch heute noch lebendig.

 

Die große Verschmelzung: Die Rasse der Zukunft, die Nation der Zukunft

 

Nichtsdestotrotz: Der Verschmelzungsvorgang der Menschheit ist in vollem Gang, und die Steinzeit liefert nur Rückzugsgefechte. Eine neue Einheitsrasse bildet sich allmählich heraus: es sind die Hellbraunen. Sie sind eine Mischung aus Europäern, Afrikanern und Asiaten. Im Idealfall sind es besonders schöne und intelligente Menschen und vereinen die Vorzüge ihrer Vorfahren. Die Weißen sind zu blass, die Schwarzen sind zu schwarz und zu kräftig, die Asiaten zu dünn und zu schmächtig. Die Weißen haben zu große Nasen, die Chinesen zu kleine. Die Hellbraunen sind gerade richtig. Sie sind weit entfernt von der Inzucht der Reinrassigen und wie viele Mischlinge besonders intelligent und vital.

 

Die Menschheit wird zu einer Rasse und einer Nation verschmolzen. Das ist keine Utopie und kein Wunschtraum. Es ist die alltägliche Realität für jeden, der Augen hat um zusehen. Und es ist gut und notwendig.

 

Das Ende der Zweiteilung in „Wir“ und „die andern: Nie mehr Völkermord

 

Jede menschliche Gruppierung hat die Tendenz, die Welt in zwei Gruppen einzuteilen: Hier: wir, die wahren Menschen, die Träger von Licht und Kultur. Dort: die anderen, die Barbaren, die Halbaffen, die wilden Tiere, die auszurotten nicht nur kein Verbrechen, sondern sogar eine löbliche Tat ist.

 

Die Natur hat den Menschen auf Völkermord programmiert. Eine erschreckende, aber unausweichliche Erkenntnis, der wir uns alle stellen müssen. Was folgt daraus ? Jeder Mensch muss lernen und im tiefsten Inneren fühlen, dass wir alle der gleichen Gruppe, dem gleichen Stamm, der gleichen Nation angehören. Konsequenterweise müssen auch alle Grenzen fallen und alle grundlegenden Unterschiede der Normen und Verhaltenskodizes verschwinden und es darf nur einen verbindlichen Verhaltenskodex für alle Menschen geben: Die Menschenrechtsdeklaration der UNO.

 

Die einheitliche Menschheitskultur, die Vielfalt der Subkulturen

 

Wenn alle Grenzen fallen, wenn jeder Mensch mit jedem Menschen auf der Welt kommunizieren kann, wenn jeder Punkt der Erde innerhalb von wenigen Tagen erreichbar ist, dann wird es in einer nicht allzu fernen Zukunft keine isolierte Kulturen geben, sondern nur eine einzige Menschheitskultur.

 

Ob dies wünschenswert ist oder nicht, darüber streiten sich die Geister. Die kulturelle und sprachliche Vielfalt ist ein hohes Gut. Mit jeder Sprache und jeder Kultur geht ein unersetzliches Stück Reichtum verloren.

 

Vielfalt der Kulturen bedeutet aber Krieg und Mord. Wenn Kriege mit Massenvernichtungswaffen geführt werden, bedeutet Krieg den Untergang ganzer Völker, ja sogar der Menschheit.

 

Also müssen wir einen Ausgleich, eine Lösung finden zwischen der an sich wünschenswerten Vielfalt der Kulturen und Sprachen und den ganz pragmatischen und existenziellen Erwägungen, die es uns ratsam erscheinen lassen, eine einheitliche Menschheitskultur anzustreben.

 

Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, aber keinen andern unglücklich machen

 

Die Lösung kann nur sein, dass es einen für alle Menschen verbindlichen Kodex von Normen und Menschrechten gibt. Was darüber hinausgeht, soll weiterhin vielfältig und bunt bleiben. Es soll jede Kultur singen und tanzen, dichten und malen, bauen und gestalten wie sie will. Es soll jeder an den Gott oder die Götter glauben, die er für wahr hält, nur soll keiner versuchen, andere mit Gewalt zu einer bestimmten Kultur und zu einem bestimmten Glauben zu bewegen.

 

Jeder soll sich mit jedem auf Englisch unterhalten können

 

Es soll auch jeder mit seinesgleichen die Sprache sprechen, die er will. Aber er soll gleichzeitig auch einer der großen Weltsprachen mächtig sein. Letztlich wird sich als Lingua franca eine Sprache durchsetzen, die alle verstehen. Diese Sprache wird das Englische sein.

 

Neuguinea lebt in New York weiter

 

Im Dschungel der Großstädte entstehen neue Subkulturen. Die einen tragen Glatzen, die anderen bohren sich Ringe durch die Nase oder die Zunge. Man will nicht mehr ein anonymer Niemand sein, sondern man will einem Stamm angehören und eine auch nach außen hin eine sichtbare Identität und eine Gruppe haben, zu der man gehört. Das ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Dieses Bedürfnis darf aber nicht dazu führen, dass die unterschiedlichen „Stämme“ übereinander herfallen und sich totschlagen. Man braucht nicht nur gemeinsame Normen, sondern es muss auch eine Polizei da sein, welche die Einhaltung der Normen durchsetzt.

 

Der New York-Londoner, der „NyLoner“: Manhattan ist nah, Greenwich ist weit

 

Um nochmals auf den Mann aus London-Kensington zurückzukommen, der nie über den Piccadilly hinauskommt: Dieser Londoner ist möglicherweise ein NyLoner. Er ist öfters in Manhattan als in Greenwich. Das ist ein Mensch, der gleichzeitig in New York und London zu Hause ist – vielleicht ein Börsenmakler oder ein Journalist. Er pendelt zwischen den Städten hin und her, hat eine Wohnung in beiden Städten. Ich möchte das nicht als leuchtendes Vorbild hinstellen, denn gegen diese Lebensweise spricht die enorme Energieverschwendung für die ständigen Transatlantikflüge. Aber ein Gesichtspunkt ist interessant: Der NyLoner könnte das Gefühl entwickeln, dass die ganze Welt eine riesige Stadt ist. „Ein Alptraum !“ wird der „Naturliebhaber“ sagen. Aber der Natur ist sicher lieber, die Leute bleiben im Central-Park und Hyde-Park, als dass sie in die entlegendsten Täler Tibets vordringen und dann zu Hause erzählen, dass man da unbedingt hinfahren muß.

 

Denkbar wäre auch ParLyoner, ein Pariser, für den Lyon nur ein ganz weit draußen liegender Vorort ist, der mit einer besonderen S-Bahn, dem TGV, in drei Stunden erreichbar ist. Was heute noch ein Hype, eine Übertreibung ist, das kann dann Wirklichkeit werden, wenn es möglich wird, schnell, energiesparend und kostengünstig zwischen den großen Metropolen hin- und herzureisen.

 

Unsere Welt tendiert dorthin, zu einer einzigen großen Stadt zu werden. Das Wort Global Village trifft nicht zu; man müsste von einer Global City reden.

 

Die Grenzen zwischen arm und reich müssen fallen

 

Was wäre aber gewonnen, wenn die Grenzen zwischen den Nationen fallen, aber die Grenzen zwischen arm und reich immer höher werden ? Das ist ja gerade der Kritikpunkt, der viele Menschen die Globalisierung ablehnen lässt. Die Unterschiede innerhalb einer Metropole werden immer größer und die Gräben zwischen armen und reichen Nationen werden immer tiefer. Was nützt es, wenn im Bewusstsein mancher Leute New York und London zu einer Megacity verschwimmen, wenn gleichzeitig der Unterschied zwischen Queens und Greenwich Village immer größer wird ?

 

NyLon, das Symbol für die urbane westliche Zivilisation

 

Die beiden Städte New York und London, die in mancher Hinsicht zu einer einzigen Metropole verschmelzen, soll im folgenden das Symbol für unsere westliche Zivilisation sein. NyLon, das heißt auch Paris, Frankfurt, Mailand und Barcelona. NyLon, da heißt auch L.A., Chicago und Montreal.

 

Soll NyLon zur großen Hure Babylon werden ?

 

Besteht nicht die Gefahr, dass aus „NyLon“ nicht Babylon wird, die große Hure aus der Apokalypse, von der es heißt: „Denn sie sagt in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin nicht Witwe, und Trauer werde ich nicht sehen. Deshalb werden an einem Tag ihre Plagen kommen, Pest und Trauer und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden...Wehe, wehe du mächtige Stadt Babylon ! denn in e i n e r  Stunde ist dein Gericht gekommen“.

War der 11. Sept. 2001 nicht ein Menetekel, als die beiden babylonischen Türme New Yorks zum Einsturz gebracht wurden ? Waren diese Türme nicht eine Herausforderung an die Welt, sie zu zerstören ? Waren diese Phallussymbole nicht eine Aufforderung zur Kastration ? Der spektakuläre Reichtum und die spektakulären Erfolge mussten bei anderen Völkern  Minderwertigkeitsgefühle und Hass schüren.

 

Die Amerikaner sind keine Engel, aber liebenswerte Menschen mit kleinen Schwächen

 

Dabei sind die Amerikaner eigentlich nette und liebenswerte Leute, die dieses Desaster vom 11. September nicht verdient haben. Dennoch, die Verherrlichung des Reichtums und die übermäßige Bewunderung und zur Schaustellung von Geld und Macht ist für „NyLon-City“ zum Problem geworden; gefährlich ist der Geist dieser Finanzmetropolen, der nur noch auf kurzfristigen Gewinn aus ist.

 

Die Amerikaner haben sich Feinde geschaffen

 

Jede Entwicklung in eine Richtung ruft gleichzeitig eine Entwicklung in die Gegenrichtung hervor: Macht und Reichtum auf der einen Seite produzieren Ohnmacht und Armut auf der anderen Seite. Und die Seite der Unterlegenen  sucht Mittel und Wege, „NyLon-City“ zu Grunde zu richten. Das ist die Botschaft vom 11. September, die aber schon nach einigen Monaten aus dem Bewußtsein der NyLoner verdrängt wurde.

 

Terror bekämpfen reicht nicht, man muß Freunde, nicht Opfer gewinnen

 

Wie kann „Nylon-City“ mit dieser Gefahr fertig werden ? „War against terrorism” war die Antwort von Präsident Bush und der amerikanischen Rüstungsindustrie. Aber es war hauptsächlich ein Krieg von NyLon-City gegen Kabul, so wie der Tschetschenien-Krieg ein Krieg Moskau’s gegen Grosny war.

 

Eine Metropole kann das flache Land ausbeuten und kontrollieren, es aber niemals besiegen

 

Eine Metropole kann das flache Land, schon gar nicht das Gebirge oder den Dschungel besiegen. Eine große Metropole kann nur eine andere, schwächere Metropole überwinden. Wenn diese schwächere Metropole besiegt ist, dann gibt es nichts mehr zu siegen und der Sieg löst sich in Nichts auf. Deshalb muß die schwächere Metropole schnell wieder aufgebaut und in den Einflussbereich der großen Metropole einbezogen werden, sie muß zur abhängigen Provinzmetropole werden. So wurden Berlin und München, jetzt Moskau und Petersburg zu Provinzmetropolen von NyLon-City.

 

Die Metropole und das glanzvolle Zentrum

 

Es muß in jeder Stadt ein Zentrum geben, das sich durch die Pracht, den Reichtum  und die Schönheit seiner Architektur aus den übrigen Stadtteilen heraushebt. Es muß eine Metropole geben, die an Glanz und Bedeutung alle anderen Städte der Welt überstrahlt. Sonst wäre die Stadt und die Welt eine öde und endlose Aneinanderreihung von Vororten. Aber dieses Zentrum muß allen gehören und alle müssen sich in diesem Zentrum wiederfinden können und sagen können: das ist meine Stadt. Wenn der Glanz und der Reichtum der Metropole nur wenigen gehört, wird dies die Rache der zu kurz Gekommenen unweigerlich anziehen.

 

Die Metropolen müssen in friedlichen Wettbewerb treten

 

Es gibt nicht nur London und New York auf der Welt, sondern auch Moskau, Chicago und Los Angeles, Paris, Rom, Rio und Sao Paulo, Peking und Tokio. Längst sind sie alle miteinander vernetzt und werden zu einer virtuellen Mega-City. Seit es Metropolen gibt, haben sie darum gewetteifert, welche die prächtigste und mächtigste ist. Das ist gut so, solange der Wettstreit mit friedlichen und fairen Mitteln ausgetragen wird. Eine MegaCity hat mehrere Stellen, an denen Macht und Pracht besonders konzentriert sind.

 

Eine MegaCity reicht so weit wie die billigen und schnellen Verkehrsverbindungen reichen

 

Die alten territorialen Strukturen verlieren zunehmend ihre Bedeutung. Es entstehen Ballungsräume, die oft die Grenzen der Bundesländer und der Nationen überschreiten. Die SaarLorLux-Region umfasst das Saarland, die Lorraine und Luxemburg. Die Oberrhein- Region umfasst Basel, Freiburg, Colmar und Mühlhausen. Man ist Bürger verschiedener Nationen, lebt aber in einer gemeinsamen Region.

 

New York und Philadelphia, deren Zentren ungefähr 100 km auseinaderliegen, haben einen Verkehrverbund. Der NyLoner ist noch ein Exot. Der PhilYorker ist schon Realität.

 

Die europäische Kernregion wird zum Verbund von MegaCities

 

Zwischen Bonn-Königswinter und Hamm in Westfalen liegen circa 200 km urbanes Gebiet. Wenn man an einem ruhigen Sonntagmorgen durch die Stadtzentren von Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Oberhausen und Dortmund fährt, braucht man vielleicht drei Stunden Fahrzeit. Man hat eine MegaCity durchquert, die in Ausdehnung und Bevölkerungszahl Los Angeles übertrifft.

 

Vom Westrand dieser Megacity sind es 70 km oder 45 Minuten in die nächste Agglomeration: Aachen, Maastricht und Liège. Von dort ist es eine knappe Stunde oder 100 km bis in die MegaCity Charleroi-Brüssel-Antwerpen. Diese hat eine Länge von 100 km. Zwischen Brüssel und Namur liegen 50 km nachts von Bogenlampen beleuchtete Autobahn. Die Stadt schein nicht mehr aufzuhören.

 

Von Antwerpen sind es 45 Minuten oder 80 km nach Dordrecht, das der Vorposten der holländischen MegaCity ist, die sich über Rotterdam, Den Haag, Leiden, Haarlem, Amsterdam, Hilversum und Utrecht hinzieht. Von Brüssel ist es auch nicht weit in die Region von Lille, Tourcoing, Roubaix und Kortrijk. Von Lille ist man mit dem TGV in einer Stunde in Paris.

 

Da der TGV die 300 km von Paris nach Brüssel in 90 Minuten schafft, könnte er die 200 km von Köln nach Brüssel in 60 Minuten schaffen. Von Köln nach Paris wäre dann die Fahrt ungefähr so lang wie von Köln bis an den Ostrand des Rhein-Ruhr-Region.

 

Von Brüssel nach London fährt man drei Stunden mit dem Zug, und auch von Paris nach London sind es drei Stunden. Die neue Brücke über den Öresund hat das schwedische Malmö zur Nachbarstadt von Kopenhagen gemacht. Die Ballungsräume werden zu Knoten in einem MegaCity-Netz.

 

Der Verbund der MegaCities

 

Es entstehen auf allen Kontinenten MegaCities, die bis zu 200 km lang sind, und deren Durchquerung länger dauert und schwieriger ist als die Hochgeschwindigkeits-Bahnfahrt ins Zentrum der nächsten MegaCity. So entstehen in den kontinentalen Kernregionen Verbünde von Mega-Cities, die an Stelle der Nationen treten.

 

Diese Verbünde von Mega-Cities stehen zwar in wirtschaftlicher Konkurrenz zueinander, aber auch gleichzeitig in einem regen Austausch von Information und Kultur. Zusammen bilden sie das urbane Netzwerk des Planeten Erde.

 

Die Oberliga der MegaCities

 

Die bedeutendsten Verbünde von Mega-Cities sind:

 

-         New York und die Ostküste der USA von Boston bis Washington

-         Die kanadisch-amerikanische Zentralregion von Quebec, Montreal, Ottawa, Toronto, über Buffalo, Cleveland, Detroit, Pittsburgh, Cincinnati, Indianapolis, St. Louis, Chicago, Milwaukee, Mineapolis, St. Paul, Omaha.

-         Die kalifornische Region mit Los Angeles, San Franzisco, San Diego und Las Vegas (Nevada)

-         Die mexikanische Zentralregion mit Mexico City, Puebla, Guadaljara, Leon usw.

-         Die brasilianische Ostküstenregion mit Rio de Janairo, Sao Paulo, Belo Horizonte, Curitiba, Porto Allegre

-         Der europäische Kernverbund: London, Paris, Belgien, Holland, Rhein-Ruhr-Region

-         Die Russische Kernzone mit Moskau und Leningrad

-         Der japanischen MegaCity-Verband rund um die Achse Tokio-Osaka

-         Die chinesischen Verbände um Shanghai, Peking, Hongkong und Singapore

 

Um die Achse Los Angeles, Chicago, Montreal, New York, London, Paris, Berlin, Moskau, Peking und Tokio dreht sich die Welt

 

Was hier passiert und geschieht, ist entscheidend. Die zentrale Punkte dieser Achse sind Hollywood, das Silicon-Valley, Chicago und New York mit seiner europäischen Außenstelle London. Dieser zentrale Verbund ist NyLonCity im erweiterten Sinn. Das Symbol dieses Verbundes ist nach wie vor New York, die Metropole schlechthin.

 

Die naheliegenste Aufgabe ist, Paris und Berlin noch weiter einzubeziehen, und durch die Vermittlung von Berlin Moskau und Petersburg für den Weltverbund der MegaCities zu gewinnen.

 

In Russland breitet sich der Frühkapitalismus aus und stürzt das Volk in tiefe Not und Verzweifelung. Will NyLonCity keinen Rückfall in die Zeiten der kommunistischen Diktatur riskieren, muß in Russland ein Kapitalismus mit menschlichem Angesicht entstehen, d. h. es dürfen nicht die Errungenschaften und die Vorteile des Sozialismus bedenkenlos preisgegeben werden. NyLonCity ist auf einem gefährlichen Holzweg; der rasche Zusammenbruch der Sowjetunion hat die Nyloner leichtsinnig und überheblich werden lassen. Moskau und Petersburg  müssen respektierte und gleichberechtigte Partner von NyLon werden.

 

Die NyLon-Achse über Moskau nach Peking und Shanghai verlängern

 

China ist seit fast zweieinhalb Jahrtausenden das Reich der Mitte, ein geeinter Staat, der aus seiner Sicht in das Zentrum der Welt bildet. Obwohl in China dreißig verschiedene Sprachen gesprochen werden und eine Vielzahl von Völkern existiert, wird China nicht zerfallen. Die Versuche Englands, die Küstenregionen vom Mutterland abzutrennen, sind gescheitert. Hongkong wurde zurückgegeben, Gibraltar nicht. China hat sich trotz aller Demütigungen und Niederlagen behauptet. China verdient Respekt.

 

Die Tatsache, dass China keine einheitliche Sprache hat und kein Alphabet, sondern 10 000 Schriftzeichen, lässt hoffen, dass China die englische Sprache und die lateinische Schrift als allgemeines Verständigungsmittel annimmt. Dies ist für China ein schwerer Schritt, denn es bedeutet, die Überlegenheit der Langnasen, zumindest was diesen Punkt anbelangt, anzuerkennen. Je mehr Ehre und Respekt NyLon China erweist, desto eher wird der Pragmatismus und der gesunde Menschenverstand der Chinesen siegen, zumal die Inder ebenfalls schon englisch sprechen.

 

Das muß das Ziel von NyLon sein: die Chinesen zur englischsprechenden Nation zu machen. Wenn das gelungen ist, wird Peking ein zwar gerissener, aber friedlicher Partner von NyLon werden und sich allmählich in die Menschheitsfamilie einordnen.

 

Zusammenarbeit zwischen Peking und Tokio

 

Unvergessen bei den Chinesen ist, dass Japan im Jahr 1895 Taiwan und ab 1931 die Mandschurei besetzte. Da aber die japanische Kultur in der chinesischen wurzelt und da beide Nationen der gleichen Rasse angehören, werden sich die Beziehungen zwischen Tokio und Peking immer mehr verbessern. NyLon wird sogar Angst haben müssen, dass sie die beiden zu gut verstehen.

 

Wie auch immer, mit der Verbindung Peking-Tokio-Kalifornien wird der NyLon-Kreis um die nördliche Halbkugel geschlossen sein, und die Welt wird dem Frieden und der Einheit ein großes Stück näher gekommen sein.

 

Und was ist mit Indien ?

 

Indien und Pakistan (bis dahin vereint) war bis zum 15. 8. 1947 britische Kolonie. Viele Inder sprechen englisch und sind mit der englischen Kultur vertraut. Indien hat durch seine Religionen und seine Spiritualität großen Einfluß auf NyLon ausgeübt, einen durchaus friedensstiftenden und segenbringenden. Indien hat von NyLon  nichts zu fürchten, und NyLon hat von Indien nichts zu fürchten.

 

NyLon und die Welt des Islam

 

In NyLon werden die Gesetze von den Menschen für die Menschen gemacht. In der Welt des Islam kommen die Gesetze von Gott, und der Mensch ist Gott unterworfen (bzw. denen, die beanspruchen, im Namen Gottes zu reden). Der NyLoner ist skeptisch und misstraut jeder Autorität. Der Moslem ist gläubig, unterwirft sich der Autorität, opfert dafür sein Leben und will andere dieser Autorität unterwerfen. Er hält sich am Koran fest, der obersten Autorität. Wer im Namen dieser obersten Autorität spricht, hat immer recht. Wenn man immer recht haben will, muß man ein guter Korankenner sein. Der Koran ist bei Menschen, die immer Recht haben wollen, sehr beliebt. Wer Recht hat, braucht nicht tolerant zu sein.

 

Der wunde Punkt der Moslems ist der Koran und der Prophet Mohammed. Deswegen wurde Salman Rushdie mit dem Tode bedroht. Die geistige Auseinandersetzung mit dem Islam muß am Koran und an der historischen Person Mohammed ansetzen. Man hat die Bibel zerpflückt und analysiert, bis von Jesus Christus nichts mehr übrig geblieben ist.

Mohammed war Heerführer und Feldherr. Er hat Krieg geführt und es wurden Unschuldige getötet.

 

Wer Mohammed verherrlicht, verherrlicht leicht den Krieg.

 

Der Islam ist die Katze, die die Krallen zeigt

 

Der Islam ist die Katze. Wenn der NyLoner die Maus wäre, hätte er nichts zu lachen. Aber solgange der NyLoner der Elefant (im Porzellan-Laden) ist, kann ihn die Katze nicht allzu sehr beunruhigen.

 

Am 11. September hat die Katze ihre Krallen gezeigt und eine hässliche Narbe durch das Gesicht von New York gezogen. Der Elefant hat daraufhin Kabul zertrampelt.

 

NyLon darf nie zulassen, dass aus der Katze ein Tiger wird.

 

Der Islam ist uneins und vom Westen gekauft

 

Vom Maghreb bis nach Indonesien sind die Staaten des Islam Militärdiktaturen, die sich mit dem Geld und den Waffen von NyLon an der Macht halten. Das ist bequem für NyLon, denn das Geld für die Korruption der Moslem-Regierungen hat es aus dem arabischen Öl. Aber befriedigend und beruhigend ist dies nicht.

 

NyLon muß die Gläubigen bekehren

 

Dort, wo der Islam Fuß gefasst hat, hat er sich festgesetzt und konnte nicht mehr vertrieben werden. Die einzige Ausnahme bildet das Spanien der Reconquista.

 

Der Islam hält die Moslems im Mittelalter gefangen. Sie kennen keinen laizistischen Staat und keine Aufklärung. Diese beiden Dinge sind aber die Voraussetzung für die Demokratie, die Industrialisierung und den wirtschaftlichen Erfolg.

 

Der Islam stellt eine Gefahr für NyLon dar. Dieser Gefahr kann letztlich aber nicht durch Waffen, sondern nur mit Worten besiegt werden. Das ist deshalb so schwer, weil der Geist des Islam und des Christentums aus der gleichen Wurzel kommen. Das Christentum ist keineswegs plausibler und vernünftiger als der Islam. Wer den islamischen Fundamentalismus ausrotten will, muß auch den christlichen oder jüdischen Fundamentalismus ausrotten. Das ist aber nicht machbar, denn der Geist NyLons baut auf puritanischem und jüdischem Fundamentalismus auf. Moslems und Puritaner sind letztlich aus dem gleichen Boden gewachsen.

 

Man kann moslemischen Fundamentlisten nur von ihrem Glauben abbringen, wenn man ihnen einen besseren Glauben bietet. Ein besserer Glaube als der islamische Fundamentalismus wäre die islamische Mystik oder der buddhistischer oder hinduistischer Spiritualität. Vielleicht kommt Hilfe aus Indien.

 

NyLon muß die Moslems zur Toleranz und zur Skepsis bekehren. Zu Toleranz gegen die Ungläubigen und zur Skepsis gegen die Mullahs.

 

NyLon und die Weltverschwörung der Juden und Freimaurer

 

Die Weltverschwörung der Juden und Freimaurer, die von NyLon aus die Welt ihrer geheimen Weltregierung unterwerfen wollen, ist eine Märchen, das aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stammt und von Ewig-Gestrigen immer noch geglaubt wird. Bis in die Zeit Metternichs, in Rußland bis zur Oktoberrevolution, hatten die Kirchen und die Feudalherrscher fast ein Monopol auf die öffentliche Meinung. Alles, was gegen die Kirche und das regierunde Herrscherhaus gerichtet war, wurde bespitzelt und verfolgt.

 

Wer moderne soziale oder weltanschauliche Ideen vertrat, musst mit schwerer Bestrafung rechnen. Da sammelten sich Menschen mit Bildung und Verstand in geheimen Zirkeln der Freimaurer, um die Aufklärung und den Fortschritt voranzubringen. Natürlich machte man auch Pläne, um die Feudalherrschaft, die eng mit der Kirche zusammenarbeitete, abzuschaffen. Natürlich träumte man auch von der Einigung der Menschen in Freiheit und Brüderlichkeit, und natürlich wurden die Gedanken und Ideen der französischen Revolution auch in Freimaurerzirkeln geboren und vorangebracht. Und natürlich waren unter den Freimaurern auch viele gebildete und weltoffene Juden.

 

Aber daraus eine Weltverschwörung der Freimaurer und Juden konstruieren zu wollen, ist absurd. Mit größerem Recht könnte man dann von einer Weltverschwörung der Neonazis sprechen, die sich verschworen haben, alle Versuche der Menschheit, zu Einheit und Frieden zu finden, zu sabotieren.

 

Natürlich treffen sich die Reichen und Einflussreichen dieser Welt auf allerlei Konferenzen und Foren. Natürlich sind unter den reichsten Männern viel Juden und natürlich kennen sie sich untereinander. Aber dass diese Leute die Geschicke der Welt steuern, ist nicht der Fall. Sie können sie nur beeinflussen, so wie auch die Moslems oder die Nazis oder die Buddhisten Einfluss auf die Welt haben. Es gibt zu viele Kräfte und Mächte auf der Welt, als dass ein paar reiche Männer der Welt ihren Willen aufzwingen könnten.

 

Wer an die Weltverschwörung glaubt, leidet an Verfolgungswahn.

 

NyLon, die Juden und die Moslems

 

Das ist eine verzwickte Geschichte. Täglich setzen sich die Juden in Israel mehr ins Unrecht. Juden und Palästinenser wollen sich an die Gurgel, und es riecht nach Völkermord. Der Steinzeitmensch lässt grüßen.

Solange die NyLoner auf Seiten der Juden stehen, werden die Moslems sie hassen. Die Regierungen in NyLon müssen aber auf Seiten der Juden stehen, weil die Juden zu großen Einfluß in NyLon haben.

 

Was tun ? NyLon ist machtlos und gewährt beiden Seiten Unterstützung. Es hofft auf die Zeit, aber die Zeit macht noch alles immer schlimmer. NyLon wendet sich anderen Problemen zu, die lösbarer erscheinen. Aber Palästina ist ein Dreh- und Angelpunkt an einer Stelle, wo drei Kontinente sich berühren. Richard Maxheim schlägt vor, Jerusalem zur internationalen Friedensstadt zu erklären. Recht hat er. Jerusalem, heilige Stadt des Friedens ! NyLon kann den Frieden nicht herbeizwingen, weil seine Methode es war immer, einer Seite zum Sieg über die andere zu verhelfen und sich den Sieger zum Freund machen. Das geht in Palästina nicht.

 

NyLon muß die Welt friedlich und freundlich erobern

 

NyLon-City muß die Herzen der Menschen gewinnen für den Gedanken der Freiheit, der Menschenrechte und des Friedens durch gleichberechtigte Einheit der Menschheit. Bisher galt NyLon’s erste Sorge dem Erwerb billiger Rohstoffe, billiger Arbeitskraft und neuer Absatzmärkte. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen.

 

NyLon-City kann sich erst dann sicher fühlen, wenn es von der ganzen Welt akzeptiert, geliebt und verteidigt wird.

 

Wir müssen alle Bürger der Vereinigten Staaten der Welt werden

 

Auf Grund ihrer vielfältigen Wurzeln und ihrer Bevölkerung, die aus allen Teilen der Welt stammt, aber auch wegen ihrer hohen ethischen Werte, ihrer Freiheit und ihrer Toleranz, sind die Vereinigten Staaten von Amerika dazu prädestiniert, das Kernland der Welt zu werden, vom dem die Einigung der Welt ausgeht.  Wir müssen alle US-Bürger werden, Bürger der „Vereinigten Staaten der Welt“. Diese neue, weltumspannende USA muß aber eine andere, neue USA sein.

 

Das größere Amerika muß auch das bessere Amerika werden

 

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Dies trifft auch auf die heutige USA zu. Unvereinbar mit den zukünftigen USW, den „United Staates of the World“ ist die Maßlosigkeit und die Verschwendungssucht der heutigen USA. Unvereinbar sind auch die Oberflächlichkeit und der Materialismus der heutigen USA, unvereinbar die Ellenbogengesellschaft, unvereinbar das Wiederaufleben des Frühkapitalismus, unvereinbar die mangelnde Sensibilität für die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten anderer Nationen.

 

Die Fehler der USA sind nur Schönheitsfehler, verglichen mit den Fehlern anderer

 

Trotz allem, diese Schwachpunkte sind nur Schönheitsfehler, verglichen mit den Mängeln, die die Regime von Hitler, Stalin oder Mao hatten. Auch ein islamischer Gottesstaat kann kaum die zukünftige Form sein, unter der die Menschheit vereint wird. Realistisch betrachtet, hat ein großer Teil der Menschheit die amerikanischen Verhaltens- und Denkweisen übernommen und verinnerlicht, und der Rest der Welt ist dabei, sie immer mehr zu übernehmen. Die Menschheit wird also unter US-amerikanischen Werten und im Geist der US-amerikanischen Kultur zusammenwachsen. Im Grunde gibt es dazu keine Alternative, es gibt nur eine Verbesserung und Weitergestaltung dieser Werte.

 

Die USA ist überall

 

Der Mann aus Berlin weiß zwar nicht, wie es auf der anderen Seite der Hauptstraße aussieht, aber ohne es selbst recht bemerkt zu haben, weiß er recht gut Bescheid, wie es in den Straßen von San Franzisko aussieht. Abend für Abend sieht er seine Fernsehhelden durch Los Angeles und New York fahren. Er weiß zwar kaum etwas über den Mann, der in seiner Mietskaserne zwei Stockwerke über ihm wohnt, aber er kennt das Leben seiner Serienhelden vom Melrose Place genau. Sicher ist das nur ein Ersatzleben. Aber doch sind es prägende Eindrücke, und irgendwie identifiziert er sich mit den Personen im Fernsehen. Diese Personen sind US-Amerikaner. Sie gehören zu seinem Umfeld, zu seiner Sippe, zu seinem Stamm. Und so wird der Mann aus Marzahn abends vorm Fernseher zum MarYorker.

 

Zurück in die Steinzeit  - hoffentlich nicht !

 

Der Weg von Neuguinea nach New York ist nicht unumkehrbar. Unsere Zivilisation kann zusammenbrechen. Wenn alle Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten nicht mehr existieren würden, weil ein Krieg oder irgend ein Zusammenbruch oder eine Seuche alle Verbindungen gekappt hat, dann wären wir etwa da, wo die Römer nach dem Zusammenbruch ihres Reiches waren. Man würde wieder sehr kleinräumig wirtschaften, es gäbe nur noch Dörfer und Kleinstädte, man würde von der Geldwirtschaft zur Tauschwirtschaft zurückkehren und an die Stelle der Nationen oder des Weltstaates würden wieder die Stämme treten. Das wäre ungefähr das Szenario, der Sektenguru Wankmiller und sein Stamm „Füssen eins“ prophezeiht.

 

Diese Möglichkeit will ich nicht ausschließen. Aber wünschenswert erscheint sie mir nicht. Wir sollen aber nie vergessen, dass unsere Zivilisation möglicherweise auf dünnem Eis geht. Die Menschheit kann nicht nur viel tiefer stürzen, als sie es ahnt, sondern auch noch viel höher aufsteigen, als uns das vorstellbar erscheint.

 

Wo das World Trade Center stand, soll das World Peace Center entstehen

 

Das World Trade Center ist zerstört; und nun macht man sich Gedanken, was an seine Stelle treten soll. Ich schlage ein World Peace Center vor. Zwei große Türme, die das Weltparlament und den Weltrat beherbergen. Diese Türme sollen keine Bürogebäude sein, sondern Hotels. So wie jeder Moslem einmal im Leben eine Reise nach Mekka machen soll, so soll jeder Weltbürger mindestens einmal im Leben nach New York ins World Peace Center reisen und die UNO besuchen. Und im World Peace-Center soll er kostengünstig wohnen können. Er soll die Stadt kennen lernen und sagen: dies ist meine Stadt, dies ist mein Land.