Umwandlung der
parlamentarischen Demokratie zur plebiszitären Demokratie
Kann es eine
Demokratie ohne Parlament geben ?
Kann es eine
Demokratie ohne Parteien geben ?
Der unschätzbare Vorteil der Demokratie ist, daß der Machtwechsel ohne Mord und Bürgerkrieg abläuft. Deswegen ist die Demokratie die beste und stabilste Regierungsform. Aber auch die unbeweglichste.
Wir
sehen heute, wie schwer es ist, wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen
durchzuführen. Praktisch sind sie nicht möglich, weil Regierung und Parlament
nichts gegen mächtige Interessensgruppen tun können. So wird jede Reform
blockiert.
Um
die Wirtschaft, die Verwaltung und die Gesetze reformieren zu können, muß man erst einmal das politische System reformieren.
Jede
Demokratie tendiert dazu, eine Herrschaft der Reichen zu werden, eine
Plutokratie. Die Demokratie schützt das Privateigentum. Das Privateigentum hat
die Tendenz, sich in wenigen Händen zu akkumulieren.
Der
Sozialismus ist keine Alternative zur Plutokratie. Die simple Idee des
Sozialismus ist, den Reichen ihren Besitz wegzunehmen und ihn in die Hände der
Armen zu legen. Da die Reichen aber ihren Besitz nicht freiwillig hergeben, muß man sie mit Gewalt dazu zwingen. Um Gewalt zu haben,
braucht man einen Machtapparat. Machtapparate neigen dazu, einen Diktator an
ihre Spitze zu stellen, denn nur so können sie effizient arbeiten. Also
bedeutet Sozialismus Diktatur, Totalitarismus, Geheimpolizei, Morde, Straflager
usw.
Ja,
da gibt es dann noch die Sozialdemokraten, also die gemäßigten und
demokratischen Sozialisten. Sie haben schon viel Gutes erreicht. Es gibt heute
bereit gestreuten Wohlstand. Die Sozialisten sind zu Häuslebauern,
Beamten und gar Betriebsleitern geworden. Aber ein Sozialist, der ein Haus oder
ein gar einen Betrieb hat, ist kein Sozialdemokrat. Er sieht nämlich nicht ein,
warum er die Früchte seiner Arbeit mit anderen teilen sollte. Er wechselt ins
bürgerliche Lager (auch wenn er immer noch SPD-Mitglied ist).
Die Alternative zur parlamentarischen Demokratie ist die direkte Demokratie
Unsere
heutige Demokratie hat ihre entscheidende Gestaltung zu einer Zeit erhalten,
als das schnellste Verkehrsmittel das Pferd war. Die Telekommunikation bestand
im Schreiben von Nachrichten, die durch Reiter transportiert wurden. Wie sollte
da der Wille des Volkes in Gesetze und Verordnungen verwandelt werden ? So erfand man den Abgeordneten, der seinen
Wahlkreis im Parlament vertritt. Der Abgeordnete sollte aber ursprünglich nicht
der Vertreter einer Partei sein, sondern er sollte alle Menschen vertreten. In
der parlamentarischen Praxis zeigte es sich aber, daß
es zweckmäßig war, daß Abgeordnete, welche ungefähr
die gleichen Interessen und Ansichten hatten, sich zu Gruppen
zusammenschlossen, um gemeinsam ihre Ziele besser durchsetzen zu können. So
entstanden Fraktionen und Parteien. Aber eigentlich sollten die Abgeordneten
das Volk vertreten, und nicht ihre Partei.
Hinzu
kam, daß manche Abgeordneten sich kaufen ließen,
zumindest aber die Interessen ihrer sozialen Schicht oder ihres Wahlkreises
vertraten. Der Wille des Volkes wurde durch die Person des Abgeordneten
gefiltert, gebrochen und verfälscht.
Ich
will eine Demokratie ohne Abgeordnete und ohne Parlament. Ich will keine
parlamentarische (repräsentive), sondern eine
plebiszitäre (direkte) Demokratie.
Die
die direkte Demokratie war bisher aus technischen Gründen nicht möglich. Heute
ist sie möglich – dank Internet und Handy.
Die
Gesetze werden nicht von den Abgeordneten im Parlament, sondern direkt vom Volk
durch elektronische Abstimmungen beschlossen. Durch eine solche direkte
Abstimmung wird auch der Bundeskanzler gewählt. Diese elektronischen Wahlen,
wobei des technische Verfahren noch zu entwickeln
wäre, ist nicht mit den heutigen Volksbegehren und Bürgerbegehren vergleichbar,
die viel zu kompliziert und schwerfällig sind.
Aber
das Volk soll nicht nur durch direkte Abstimmungen Gesetze beschließen, sondern
auch Gesetze ändern oder abschaffen können. Wir alle wissen, daß es zu viele und zu komplizierte Gesetze und
Verordnungen gibt. Wenn man das Parlament beauftragt, Gesetze abzuschaffen,
dann macht man den Bock zum Gärtner. Der Parlamentarier lebt davon, daß er immer neue Gesetze produziert. Das Volk soll auf
direktem Wege nicht nur Gesetze, sondern auch Verordnungen
beschließen, vereinfachen oder abschaffen können. Das wird den Verwaltungen
natürlich nicht passen.
Die „Fachleute“ sind dagegen (weil sie von dem jetzigen System
profitieren)
Es
wird gegen meine Ideen eine von Vielzahl von Einwänden und Gegenargumenten
vorgebracht werden – besonders von den Fachleuten, das sind alle diejenigen, die
von dem bestehenden System gut leben. Sie werden mit Fachkenntnis und Autorität
sprechen. Aber lasst euch davon nicht beeindrucken.
Mir
ist klar, daß jede Neuerung zunächst einmal Probleme
und Fehler mit sich bringt. Man kann auch keine Welt schaffen, die frei von
Leid und traurigen Dingen ist. Auch die direkte Demokratie wird nicht das
Paradies auf Erden schaffen. Aber sie ist der nächste Schritt der politischen
und sozialen Entwicklung, und wir in Deutschland sollten ihn als erste auf der
Welt wagen.
Die
direkte Demokratie wirft natürlich eine Vielzahl von politischen und
technischen Fragen auf: Wie kann man erreichen, daß
die elektronischen Wahlen ohne Betrug und Manipulation ablaufen
? Wer soll entscheiden, welche Fragen dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden ? Wer soll die Auszählung der Stimmen überwachen ? Wie kann sich ein Wähler als wahlberechtigt
legitimieren und wie kann man verhindern, daß er
unter falscher Identität mehrfach abstimmt ? Ich glaube
aber, daß man auf all diese Fragen befriedigende
Antworten finden kann. Die technischen organisatorischen Lösungen müssen
möglichst einfach und narrensicher sein. Den Medien als Instrument der
Information und Meinungsbildung wird in der direkten Demokratie eine besondere
Verantwortung zufallen. Eine plebiszitäre Demokratie kann nur funktionieren,
wenn es eine Vielfalt von unabhängigen Medien gibt.
Es geht auch ohne Parlament und Regierung (aber nicht ohne
Verwaltung)
Was
wäre, wenn der Bundestag einmal zwei Jahre lang keine neuen Gesetze beschließen
würde und wenn die Regierung einmal zwei Jahre lang nur die allernotwendigsten
Beschlüsse fassen würde ? Man würde kaum eine
Veränderung spüren. Alles ginge genauso weiter wie bisher. Der Staat würde
nicht zusammenbrechen.
Wir
würden erkennen, daß der ganze Parteienzirkus und das
ganze Hin- und Her zwischen Regierung und Opposition unserem Volk im Grunde
wenig bringt. Mancher von uns wäre froh, das ganze Gezänk und der Aktionismus würde uns erspart bleiben.
Wir
sind in die EU eingebettet und von befreundeten Nationen umgeben. Unsere
Verwaltung und unsere Beamtenschaft arbeite
selbstständig und wäre froh, so vermute ich, die ständigen neuen Verordnungen
und Änderungen durch Regierung und Parlament würden einmal für eine Weile
ausbleiben. Die Industrie und die Unternehmer rufen sowieso immerzu nach
„weniger Staat“.
Italien
hatte durch viele Jahre hindurch jedes Jahr eine neue Regierung. So war
gewährleistet, daß die Regierung nicht zum Regieren
kam.
Wir
könnten also das Parlament und die Parteien abschaffen. Aber es müßte gewährleistet sein, daß die
Demokratie nicht abgeschafft wird. Parlament und Parteien haben es geschafft, sich
zum Inbegriff der Demokratie zu machen. Parlament und Parteien: das ist die
Demokratie. Wer sie abschaffen will, möchte die Demokratie abschaffen. Aber ist
das wirklich so ? Bedeutet die Abschaffung von
Parlament und Parteien wirklich die Abschaffung der Demokratie
? Oder ist eine Demokratie ohne Parteien und Parlament denkbar ?
„Demokratie“
heißt ja bekanntlich Herrschaft des Volkes. Aber herrscht das Volk wirklich ? Schon innerhalb der Parteien gibt es keine echte
Demokratie. Die Beschlüsse, die später auf den Parteitagen gefasst werden,
werden vorher in kleinen Zirkeln ausgehandelt. Allerdings kann ein Parteitag
manchmal ganz andere Beschlüsse fassen, als die Parteiführung das wünscht. Um
das möglichst zu verhindern, braucht man eine Parteitagsregie, die
gewährleistet, daß die Dinge aus dem Ruder laufen.
Und so wird im allgemeinen so abgestimmt, wie die
Parteileitung das geplant hat.
Die
breite Masse der Wahlbürger nimmt sowieso an allen politischen Entscheidungen
nur indirekt teil, und das nur bei den Wahlen. Die Wähler stimmen praktisch nie
darüber ab, wie die Politik gestaltet
werden soll, sondern wer die Politik
gestalten soll. Der Wähler ist gezwungen, einen ganzen Korb (das Wahlprogramm)
oder eine ganze Gruppe von Politikern zu wählen (die Kandidatenliste). Wenn ihm
ein Programmpunkt besonders wichtig ist, muß er
dieses Parteiprogramm wählen, auch wenn es vieles enthält, was er eigentlich
ablehnt. Er muß immer faule Kompromisse eingehen und
kann nie artikulieren, was er will.
Viele
werden sagen: noch nicht einmal die Fachleute können die komplexen
Zusammenhänge der heutigen Welt durchschauen. Wie kann ein einfacher Wähler
direkt über komplizierte Fragen entscheiden können ?
Nun ist es mit der Kompetenz der meisten Parlamentarier auch nicht gerade zu
besten bestellt. Die Mehrzahl von ihnen war Schullehrer oder Jurist. Von der
Arbeitswelt in der Fabrik oder im Handel haben sie keine Ahnung. Sie sind
Mundwerker, keine Handwerker. Genau wie vielen Managern fehlt ihnen der Bezug
zum richtigen Leben. Erst haben sie Abitur gemacht, dann studiert. Dann waren
sie irgendwo Assistent. Und dann wurden sie Abgeordneter. Sie haben nur eines
gelernt: Reden.
Die Politiker stützen sich auf ihre Mitarbeiter-Stäbe. Wenn sie Minister werden, stützen sie sich auf ihre Ministerialbürokratie. Und dann sind da noch die Gutachterfirmen. Und dann noch die Lobbyisten. Die Politiker wählen nur zwischen den Vorschlägen aus, die ihnen ihre Berater machen. Fleißige Politiker arbeiten sich in ihr Fachgebiet ein. Aber sie bleiben Laien, denen der Bezug zur Praxis und die breite Wissensgrundlage fehlt.
Letztlich geht es darum, die Einnahmen des Staates sinnvoll
auszugeben. Es geht um die Frage: Wer bekommt wie viel von dem großen Kuchen: Wieviel bekommen die Bauern, wieviel
die Bundeswehr, wie viel der Sozialminister ? Welche
neuen Projekte und Investitionen soll man in Angriff nehmen, wo soll man kürzen ?
Kann das Wahlvolk selbst über die Verwendung der
Steuergelder entscheiden ?
Das ganze läuft also auf die Frage hinaus: Kann man den Wahlbürger
direkt über den Staatshaushalt entscheiden lassen ?
Wird der Wahlbürger dann nicht einfach alle Steuern streichen und ein solches
Durcheinander anrichten, daß der Staat nicht mehr funktioniert ?
Nun, heute ist man geneigt zu sagen, der Staatshaushalt ist eine
zu ernste Sache, um ihn den Politikern zu überlassen. Was als Staatshaushalt
schließlich verabschiedet wird, ist ein kompliziertes Kompromisspaktet,
das in den Gremien mit Rücksicht auf die Interessengruppen ausgehandelt wurde.
Da aber alle Interessen nicht befriedigt werden können und man Angst vor den
Drohungen wichtiger Gruppen hat, geht man den leichteren Weg: Man verteilt mehr
als man hat – d. h. man macht noch mehr Schulden.
Daß es diesen
Interessengruppen nicht um das Gesamtwohl, sondern um den eigenen Vorteil geht,
liegt auf der Hand. Deshalb ist der Haushaltsplan keine
Plan zum Wohl des Volkes, sondern zum Wohl der Interessengruppen. Ein Staatshaushalt, der vom Volk selbst verabschiedet
wird, wird deshalb besser und sogar kompetenter sein als der heutige Haushalt.
Natürlich sind die meisten Interessen zu einem gewissen Grad auch
berechtigt. Die Kunst des Parlaments besteht darin, die Interessen
auszubalancieren. Das kann das Parlament aber nicht, weil die Parlamentarier,
die Parteien und die Regierung auf diese Interessengruppen zu sehr angewiesen
sind.
Das Volk könnte die Interessen besser ausbalancieren. Vor allem
würde es seine eigenen Interessen weit besser selbst vertreten können. Die
Menschen haben nämlich ein sicheres Gespür dafür, was tatsächlich zu ihrem
Vorteil ist. Sie sind auch sehr kritisch, wenn es um ihr eigenes Geld geht und
keineswegs so naiv und manipulierbar, wie man vielleicht glaubt.
Aber es wird wesentlich weniger Steuern geben. Für manche Dinge,
die heute noch große Ausgaben verursachen, wird man nur noch wenig Verständnis
haben. Ich vermute, daß die Mehrzahl der Subventionen
vom Wahlvolk gestrichen werden. Auch das Militär wird
wohl deutlich weniger Geld bekommen. Das Wahlvolk wird den Staatshaushalt
sanieren – gegen den Willen der Interessengruppen.
Aber auch der Wahlbürger ist daran interessiert, daß die notwendigen Ausgaben für soziales, Bildung,
Verwaltung und Ausbau der Infrastruktur genehmigt werden. Denn darauf will
keiner verzichten.
Eine Menge von Menschen (wie sie z. B. in kleinerem Unfange auf
einem Parteitag versammelt sind), kann ihren Willen so einfach artikulieren.
Wenn jeder sagt, was er will, reden 500 Leute auf einmal. Man muß der Menge also Anträge vorlegen, auf die sie mit „Ja“
oder „Nein“ antworten oder wie im Quiz
aus mehreren Antworten eine auswählen kann. So wird es auch in der direkten
Demokratie sein, wenn vielleicht 40 Millionen Wähler elektronisch abstimmen.
Die Anträge müssen so formuliert sein, daß der Wähler
das wählen kann, was er wirklich will. Das ist nicht einfach. Es ist auch hier
viel Raum für Fehler, Unfug, Irrtümer und Manipulation. Die Abstimmungen in der
direkten Demokratie sind ähnlich wie auf einem Parteitag, nur mit viel mehr
Menschen. Auch hier muß es eine Parteitagsregie
geben, welche die Anträge vorbereitet. Dieses Gremium, das die Abstimmungen
vorbereitet und leitet, muß kontrolliert werden und
abwählbar sein.
Die direkte Demokratie bedeutet einen erheblichen politischen Strukturwandel
Ich glaube, es ist
klargeworden, daß es nicht einfach ist, diese neuen
Strukturen der direkten Demokratie zu schaffen. Es gibt viele Probleme zu
lösen. Aber die Probleme sind lösbar – vorausgesetzt man will sie lösen. Von
Seiten der Parlamentarier und Parteien besteht sicher kein Interesse daran,
sich mit diesen Problemen auseinanderzusetzen. Das Volk als Ganzes wird erst
dann Interesse haben, wenn der Leidensdruck so groß ist, daß
man sagt: „Die Parteien und die Parlamentarische Demokratie haben versagt. So kann es nicht weitergehen“. Dann wird es
kritisch in unserem Land werden; denn wir wollen keine Diktatur und wir wollen
keine extremistischen Parteien an die Macht bringen. Da wäre es gut, wenn die
direkte Demokratie als Alternative bereitstehen würde.
an euch:
1.
Setzt euch mit ein paar Freunden und Freundinnen zusammen und beschließt: „Zur
Bundestagswahl 2006 reichen wird einen Wahlvorschlag ein. Dieser Wahlvorschlag
soll den Namen tragen: „JRL“, die „Jetzt-reichts-Liste“.
Damit dieser Wahlvorschlag gültig ist, müsst ihr in jedem Bundesland eine
Versammlung einberufen, auf welcher eine Liste von Kandidaten aufgestellt wird.
(Ihr müsst zur Listenaufstellung die Teilnehmer rechtzeitig einladen). Diese
Liste von Namen ist euer Wahlvorschlag. Die dazu erforderlichen Formulare müsst
ihr rechtzeitig vom Landeswahlleiter anfordern. Die Kandidaten auf der Liste
brauchen von ihrer Gemeinde die Bestätigung, daß sie
in der Gemeinde wohnen und wählbar sind. Ihr müsst ein Protokoll-Formular
ausfüllten, auf dem steht, wer mit wie vielen Stimmen auf welchen Listenplatz
gewählt worden ist. Außerdem müsst ihr (je nach Bundesland) zweitausend bis
viertausend ausgefüllte Unterstützungsformulare zusammen mit dem Wahlvorschlag,
mit dem Wahlprotokoll und den Wählbarkeitsbescheinigungen beim Landeswahlleiter
rechtzeitig einreichen.
All
diese bürokratischen Hindernisse haben den Zweck, Spaßvögel und Wichtigtuer
davon abzuhalten, das Landeswahlamt mit einer Flut
von nicht ernstzunehmenden Wahlvorschlägen zu überfluten. Insofern ist diese
Bürokratie schon berechtigt.
2.
Die bürokratische Geschichte geschieht aber erst im Jahr 2006. Ihr habt also
Zeit, um euch vorzubereiten. Im Jahr 2004 müßt ihr
folgendes tun (und jetzt wende ich mich an jeden einzelnen von euch):
Wenn
du mitmachen willst, schicke mir einen Brief (kein Email, kein
Telefongespräch). Meine Adresse ist:
Deine
Adresse, deine Telefonnummer, deine Emailadresse. Dann schreibe nur diesen
Text: „Lieber Ritchie, ich mache mit. Dein....
(Unterschrift, Ort und Datum).“
Bitte
schreib nur das in den Brief hinein – nicht mehr. Du weißt ja: Ich brauche
meine Ruhe. Dein Leben, deine politischen Ansichten, deine Vorschläge und deine
Probleme interessieren mich nicht. Ich könnte das alles nicht verkraften und
verarbeiten. Du bekommst von mir keine Rückantwort. Ich brauche meine Freizeit.
Aber dein „Ich mache mit“ kommt in einen Aktenordner.
Wenn
in dem Aktenordner genügend viele „Ich mache mit“ sind, dann werde ich sie nach
Postleitzahlen sortieren und organisieren, daß sich
diejenigen, die nahe beieinander wohnen, treffen, um darüber zu sprechen, wo
sie die Wahlversammlung abhalten wollen, wer kandidieren soll, wer die Bürokratie
erledigen soll und wer die Unterschriften sammeln soll.
Wenn
du mir schreibst: „Ich mache mit“, bedeutet dies: Ich bin bereit,
Unterschriften zu sammeln, und/oder meinen Namen auf die Kandidatenliste zu
setzen, und/oder das Protokoll oder die Einladungen zu schreiben, und/oder das
Versammlungslokal auszuwählen, und/oder mich an den Vorbereitungssitzungen zu
beteiligen, und/oder einfach mit dabei zu sein.“
3.
Jetzt schlage ich euch vor, was ihr n i
c h t tun sollt: Gründet keine Partei
und keinen Verein. Macht kein Wahlprogramm. Die „Jetzt-reichts-Liste“
hat nur einen Programmpunkt: Die alte Demokratie durch eine neue Demokratie zu
ersetzen. Anstelle der RepDem soll die PopDem treten. Mehr nicht.
Nehmt
kein Geld von Sponsoren, vom Staat und von wem auch immer, an. Ihr braucht
keine Kasse, keinen Kassenwart, kein Kassenbuch, keine Spendenquittungen,
keinen Rechenschaftsbericht. Ihr seid keine Partei. Ihr seid nur Bürger, die
sich im Jahr 2006 auf einer Wahlversammlung treffen, um einen Wahlvorschlag einzureichen.
Ihr braucht kein Geld.
Und
jetzt wende ich mich an jeden einzelnen von euch: Die Jetzt-reichts-Liste
ist nicht dazu da, dir bei der Verbreitung deiner politischen Ansichten zu
helfen, dein Ego zu entfalten oder dir einen Posten zu verschaffen. Solltest du
als Abgeordneter der JRL in den Bundestag kommen, hast du nur eine Aufgabe, die
Verfassung und die organisatorischen Strukturen so zu ändern, daß die PopDem möglich wird. Wenn
die direkte Demokratie eingeführt wird, wird das Parlament in ein beratendendes Gremium umgewandelt werden, das aber kein
Geld und keine Zuwendungen bekommt. Wenn du also darauf spekulierst, mit Hilfe
der JRL Abgeordneter mit Diäten und Rentenanspruch zu werden, dann kannst du
dir das abschminken. Dann brauchst du gar nicht zu kandidieren.
Euer
Ritchie
(am
12. April 2004)