Eine Weltregierung

ist notwendig, wünschenswert und möglich

von Richard Beiderbeck, http://www.koinae.de/

 

Unter Weltregierung ist eine demokratisch legitimierte und gewählte Regierung zu verstehen, die an der Spitze eines Welt-Bundestaates steht. Dieser Bundesstaat, der die ganze Menschheit in sich vereinen soll, also die "Vereinigten Staaten der Welt", soll eine Föderation von Staaten sein, die so weit wie möglich sich selbst verwalten und ihre eigenen Angelegenheiten selbst regeln. Nur diejenigen Aufgaben, die der eizelne Staat nicht allein bewältigen kann, sollen von der Weltregierung übernommen werden, z.B. die Wahrung des Weltfriedens.

Diese Weltregierung soll keine Diktatur sein, sondern eine Regierung des Volkes für das Volk. Jeder einzelne Mensch soll an der Macht teilhaben, die somit in eine sehr große Anzahl von Teilen zerlegt wird, sodaß sie quasi "entschärft" und auf ein menschengemäßes Maß reduziert wird.

 

Natürlich besteht die Gefahr, daß aus einer solchen Weltregierung eine Weltdiktatur wird, aber diese Gefahr ist recht gering, wenn man sie erst einmal erkannt hat und Gegenmaßnahmen ergreift. Die erste muß natürlich sein: eine demokratische und föderative Weltverfassung, in der die Menschenrechte verankert sind.

Diktaturen haben auf die Dauer nur Bestand, wenn sie ein äußeres oder inneres Feindbild haben. Ein Weltstaat wird  keine äußeren Feinde haben - und auch kaum innere, wenn er für eine gerechte Verteilung der Güter und Gleichberechtigung der Menschen sorgt.

Die Schaffung einer Weltregierung wäre natürlich mit einem Restrisiko behaftet. Aber viel riskanter wird es sein, keine Weltregierung zu haben, denn die Menschheit wird von immer größeren Gefahren bedroht, die sie nur gemeinsam überwinden kann. Ich brauche diese Gefahren kaum noch aufzuzählen: Die nach wie vor existierenden großen Arsenale an Massenvernichtungswaffen, die Umweltzerstörung, die Hungerkatastrophen, die Seuchen, das organisierte Verbrechen, die Erschöpfung der Rohstoffe, die drohenden Verteilungskriege, die Armut, die Flüchtlingsströme, die Bürgerkriege, die Bevölkerungsexplosion. All diese Probleme können nur gelöst werden, wenn sich die Menschheit eine handlungsfähige Regierung gibt. Nur eine Weltregierung bietet die begründete Aussicht auf eine friedliche, sichere, freie und gerechte Zukunft. Deshalb ist eine Weltregierung wünschenswert.

Jedermann, der sich für die Lösung der genannten Probleme engagiert, wird dies vergeblich tun, wenn er sich nicht gleichzeitig für eine geeinte Menschheit einsetzt.

Der Weltstaat ist kein Selbstzweck; wenn es ein Mittel gäbe, all dies ohne eine Weltregierung zu erreichen, bräuchte man ihn nicht. Aber die gesamte Menschheitsgeschichte ist eine Aneinanderreihung von Kriegen und von Not. Der Grund ist klar: es gab keinen Weltstaat, der den Frieden gewährte.

 

In jedem Menschen steckt ein kleiner Anarchist, der sich den Zwängen und Gesetzen des Staates nach Möglichkeit entzieht. Das können wir schon im täglichen Straßenverkehr beoachten. Wenn  wir "Staat" hören, denken wir an: Steuern, Wehrpflicht, Kontrolle, Zwangsmaßnahmen. Deswegen ruft der Gedanke an einen Weltstaat eine automatische Abwehrhaltung hervor. Aber diese Abwehrhaltung dürfen wir nicht ohne weiteres Nachdenken zu unserer politschen Grundhaltung machen. Die gleichen Menschen, die so viele Abneigung gegen den Staat haben, nehmen täglich die Wohltaten des Staates als selbstverständlich hin: daß der Staat sie vor Verbrechen und Not schützt und auf vielfältige Weise erst ein angenehmes und sicheres Leben garantiert. Die alltäglichen Anarchisten forden ganz selbstverständlich, der der Staat sie vor anderen Anarchisten schützt.

 

Ein alle Menschen umfassender Staat würde nicht mehr Zwang, aber wesentlich mehr Sicherheit bedeuten. Denn der Weltstaat wäre kein Militärstaat. Für eine große Armee bestünde keine Veranlassung, weil es keine feindlichen oder konkurrierenden anderen Staaten mehr gäbe.

 

Wir müssen aktiv auf den Weltstaat hinarbeiten, anstatt zu resignieren und zu sagen: "Ich kann sowieso nichts ändern". Aber die Welt verändert sich auch dann, wenn wir nicht handeln. Nicht zu handeln bedeutet, daß andere für uns  handeln. Und ob dann das Ergebnis der Entwicklung in unserem Sinne ist?

Gewiß hat es schon immer Kriege, Katastrophen, Armut, Seuchen und Ungerechtigkeit gegeben. Warum sollten wir das auf einmal ändern wollen? Die Antwort ist, daß die Kriege heute mit Massenvernichtungswaffen ausgefochten werden und daß unsere Zivilisation durch ihre Kompliziertheit immer anfälliger gegen Katastrophen und Terroranschläge geworden ist. Kriege und Bürgerkriege, selbst einfache Terrorakte können Atomkraftwerke zerstören, die Stromversorgung lahmlegen, künstliche Seuchen zum Ausbruch bringen oder Umweltkatatrophen auslösen. Deshalb brauchen wir unbedingt Frieden und weltweit stabile und kontrollierbare soziale Verhältnisse.

Die Verknappung der Rohstoffe wird zu Verteilungskriegen führen. Deshalb müßen die Rohstoffe gerecht verteilt und geschont werden. Nur der Weltstaat ist dazu in der Lage.

Die Nationalstaaten können nur durch eine übergeordnete Instanz daran gehindert werden, die Umwelt eigensüchtig und ohne Rücksicht auf den Rest der Welt zu zerstören.

Drogenhandel und Mafia können nur durch einen Weltstaat erfolgreich bekämpft werden.

Nur durch den Weltstaat können überall verbindliche Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne durchgesetzt werden, sodaß nicht Billiglohnländer die Industrien anderer Länder in den Bankrott treiben.

 

Wer die Entwicklung seit der Beginn der Neuzeit beobachtet, stellt fest, daß die Völker und Länder einander immer näher gerückt sind und immer enger miteinander verknüpft wurden. Der Weltstaat liegt in diesem Trend und wird früher oder später kommen. Es nützt nichts, sich dagegen zu stemmen. Vielmehr müßen wir dafür sorgen, daß die Entwicklung kontrolliert und organisch stattfindet. Wenn die Welt nicht friedlich in einem Weltbundesstaat zur Einheit findet, dann wird sie durch Kriege entstehen, aus denen am Schluß der stärkste Staat als Sieger hervorgeht (wenn nicht vorher die weltweite Katastrophe eines Atomkrieges eintritt).

 

Durch das Satellitenfernsehen, durch die Computernetze und durch die Fernreisen ist die Welt in den letzten Jahren nochmals enger zusammengerückt. Dies wird dazu führen, daß die amerikanisch-europäischen Ideen der Menschenrechte auch in China und in Rußland als allgemeingeültige Grundlage anerkannt werden. Aber auch die sozialistischen Ideen sind nicht tot. In sozialdemokratischer Form werden sie weiterleben. Die Auswüchse des Kapitalismus werden das Pendel wieder in Richtung Sozialismus ausschlagen lassen. So werden sich Ost und West weiter annähern. Um das Kerneuropa Frankreich, Benelux, Deutschland, Östereich und Oberitalien herum wird allmählich ein geeintes Europa entstehen, daß sich immer enger mit den USA verflicht. Diesem Kernstaat werden sich nach und nach die anderen Staaten der Welt anschließen - vorausgesetzt, die geistigen und politischen Grundlagen dazu werden heute gelegt.

 

Dazu ist es erforderlich, daß sich das politische Bewußtsein der Menschen weiterentwickelt. In der Steinzeit war das Denken des Menschen auf seine Familie, seine Sippe, seine Horde oder auf seinen Clan begrenzt. Später fühlte er sich einem Stamm oder einem Volk zugehörig. Heute ist die größte politische Kategorie, in der wir denken, die Nation. Auf sie sind wir stolz, sie ist unsere Heimat und für sie sind wir bereit, Opfer zu bringen. So lobenswert das ist, es ist falsch und gefährlich, solange wir nicht erkennen, daß es über der Nation noch etwas gibt, das größer und wichtiger ist: Die Menschheit. sie ist wichtiger als die Nation, als das Volk, als der Stamm, als die Sippe, als die Familie und als wir selbst. Aber die Menschheit ist kein Moloch, dem wir uns selbst oder unsere Familie opfern sollen. Sie ist vielmehr diejenige, aus der wir hervorgegangen sind. Es ist im Interesse der Menschheit, daß überall auf der Welt die Menschen in Wohlstand und Glück leben. Aber dies kann auf die Dauer nur geschehen, wenn wir erkennen, was die Menschheit von uns verlangt: Allen anderen Menschen Toleranz, Frieden und Gerechtigkeit entgegenzubringen. Wenn wir dies verstanden haben, sind wir reif für die Weltregierung.

 

Was ich hier dargelegt habe, haben schon weit klügere Menschen vor mir gedacht. Für eine vereinigte Welt sind eingetreten: Einstein, Rousseau, Kant, Leibnitz, William Penn, Bertrand Russell und viel andere. Ich habe auch Freunde und Organisationen gefunden, die ähnlich denken wie ich. Dies hat mir gezeigt, daß ich mit meinen Ideen nicht allein bin. Dafür bin ich ihnen dankbar.

Es existiert ein Netzwerk von Vereinen und Einzelpersonen, dir durch ständige persönliche, briefliche, telefonische Kontakte und durch Zeitschriften wie "Pan Gaia", "Blickpunkt Zukunft", "Flashes, Echelles, Echanges" verbunden sind.

 

Im einzelnen sind das:

 

World Federalist Movement Germany (WFM Germany), eine Untergruppierung des weltweit 35 000 Mitglieder umfassenden World Federlist Movement, Sitz in New York bei der UNO. Vorsitzende von WFM sind Peter Ustinov und Yehudi Menuhin.

 

 Verein zur Förderung des Weltbürgertum (VFW). Dieser steht der World Constitution and Parliament Association (WCPA) mit Sitz in den USA

 

Die Vereinigung der Weltföderalisten der Schweiz mit Sitz in Bern

 

Wer die  politischen Ziele unseres Netzwerkes unterstützen will, den bitte mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich schicke gerne weiteres Infomaterial zu.

 

Richard Beiderbeck

Marktäckerweg 1

D-85405 Nandlstadt    Tel.: 087 56 24 84

 

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