Eine Weltregierung
ist notwendig,
wünschenswert und möglich
von
Unter Weltregierung ist
eine demokratisch legitimierte und gewählte Regierung zu verstehen, die an der
Spitze eines Welt-Bundestaates steht. Dieser
Bundesstaat, der die ganze Menschheit in sich vereinen soll, also die
"Vereinigten Staaten der Welt", soll eine Föderation von Staaten
sein, die so weit wie möglich sich selbst verwalten und ihre eigenen
Angelegenheiten selbst regeln. Nur diejenigen Aufgaben, die der eizelne Staat nicht allein bewältigen kann, sollen von der
Weltregierung übernommen werden, z.B. die Wahrung des Weltfriedens.
Diese Weltregierung soll
keine Diktatur sein, sondern eine Regierung des Volkes für das Volk. Jeder
einzelne Mensch soll an der Macht teilhaben, die somit in eine sehr große
Anzahl von Teilen zerlegt wird, sodaß sie quasi
"entschärft" und auf ein menschengemäßes Maß reduziert wird.
Natürlich besteht die
Gefahr, daß aus einer solchen Weltregierung eine
Weltdiktatur wird, aber diese Gefahr ist recht gering, wenn man sie erst einmal
erkannt hat und Gegenmaßnahmen ergreift. Die erste muß
natürlich sein: eine demokratische und föderative Weltverfassung, in der die
Menschenrechte verankert sind.
Diktaturen haben auf die
Dauer nur Bestand, wenn sie ein äußeres oder inneres Feindbild haben. Ein
Weltstaat wird keine äußeren Feinde
haben - und auch kaum innere, wenn er für eine gerechte Verteilung der Güter
und Gleichberechtigung der Menschen sorgt.
Die Schaffung einer
Weltregierung wäre natürlich mit einem Restrisiko behaftet. Aber viel riskanter
wird es sein, keine Weltregierung zu haben, denn die Menschheit wird von immer
größeren Gefahren bedroht, die sie nur gemeinsam überwinden kann. Ich brauche
diese Gefahren kaum noch aufzuzählen: Die nach wie vor existierenden großen
Arsenale an Massenvernichtungswaffen, die Umweltzerstörung, die Hungerkatastrophen,
die Seuchen, das organisierte Verbrechen, die Erschöpfung der Rohstoffe, die
drohenden Verteilungskriege, die Armut, die Flüchtlingsströme, die
Bürgerkriege, die Bevölkerungsexplosion. All diese Probleme können nur gelöst
werden, wenn sich die Menschheit eine handlungsfähige Regierung gibt. Nur eine
Weltregierung bietet die begründete Aussicht auf eine friedliche, sichere,
freie und gerechte Zukunft. Deshalb ist eine Weltregierung wünschenswert.
Jedermann, der sich für
die Lösung der genannten Probleme engagiert, wird dies vergeblich tun, wenn er
sich nicht gleichzeitig für eine geeinte Menschheit einsetzt.
Der Weltstaat ist kein
Selbstzweck; wenn es ein Mittel gäbe, all dies ohne eine Weltregierung zu
erreichen, bräuchte man ihn nicht. Aber die gesamte Menschheitsgeschichte ist
eine Aneinanderreihung von Kriegen und von Not. Der Grund ist klar: es gab
keinen Weltstaat, der den Frieden gewährte.
In jedem Menschen steckt
ein kleiner Anarchist, der sich den Zwängen und Gesetzen des Staates nach Möglichkeit
entzieht. Das können wir schon im täglichen Straßenverkehr beoachten.
Wenn wir "Staat" hören, denken
wir an: Steuern, Wehrpflicht, Kontrolle, Zwangsmaßnahmen. Deswegen ruft der
Gedanke an einen Weltstaat eine automatische Abwehrhaltung hervor. Aber diese
Abwehrhaltung dürfen wir nicht ohne weiteres Nachdenken zu unserer politschen Grundhaltung machen. Die gleichen Menschen, die
so viele Abneigung gegen den Staat haben, nehmen täglich die Wohltaten des
Staates als selbstverständlich hin: daß der Staat sie
vor Verbrechen und Not schützt und auf vielfältige Weise erst ein angenehmes
und sicheres Leben garantiert. Die alltäglichen Anarchisten forden
ganz selbstverständlich, der der Staat sie vor anderen Anarchisten schützt.
Ein alle Menschen
umfassender Staat würde nicht mehr Zwang, aber wesentlich mehr Sicherheit
bedeuten. Denn der Weltstaat wäre kein Militärstaat. Für eine große Armee
bestünde keine Veranlassung, weil es keine feindlichen oder konkurrierenden
anderen Staaten mehr gäbe.
Wir müssen aktiv auf den
Weltstaat hinarbeiten, anstatt zu resignieren und zu sagen: "Ich kann
sowieso nichts ändern". Aber die Welt verändert sich auch dann, wenn wir
nicht handeln. Nicht zu handeln bedeutet, daß andere
für uns handeln. Und ob dann das
Ergebnis der Entwicklung in unserem Sinne ist?
Gewiß hat es schon immer
Kriege, Katastrophen, Armut, Seuchen und Ungerechtigkeit gegeben. Warum sollten
wir das auf einmal ändern wollen? Die Antwort ist, daß
die Kriege heute mit Massenvernichtungswaffen ausgefochten werden und daß unsere Zivilisation durch ihre Kompliziertheit immer
anfälliger gegen Katastrophen und Terroranschläge geworden ist. Kriege und
Bürgerkriege, selbst einfache Terrorakte können Atomkraftwerke zerstören, die
Stromversorgung lahmlegen, künstliche Seuchen zum Ausbruch bringen oder Umweltkatatrophen auslösen. Deshalb brauchen wir unbedingt
Frieden und weltweit stabile und kontrollierbare soziale Verhältnisse.
Die Verknappung der
Rohstoffe wird zu Verteilungskriegen führen. Deshalb müßen
die Rohstoffe gerecht verteilt und geschont werden. Nur der Weltstaat ist dazu
in der Lage.
Die Nationalstaaten
können nur durch eine übergeordnete Instanz daran gehindert werden, die Umwelt
eigensüchtig und ohne Rücksicht auf den Rest der Welt zu zerstören.
Drogenhandel und Mafia
können nur durch einen Weltstaat erfolgreich bekämpft werden.
Nur durch den Weltstaat
können überall verbindliche Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne durchgesetzt
werden, sodaß nicht Billiglohnländer die Industrien
anderer Länder in den Bankrott treiben.
Wer die Entwicklung seit
der Beginn der Neuzeit beobachtet, stellt fest, daß
die Völker und Länder einander immer näher gerückt sind und immer enger
miteinander verknüpft wurden. Der Weltstaat liegt in diesem Trend und wird
früher oder später kommen. Es nützt nichts, sich dagegen zu stemmen. Vielmehr müßen wir dafür sorgen, daß die
Entwicklung kontrolliert und organisch stattfindet. Wenn die Welt nicht
friedlich in einem Weltbundesstaat zur Einheit findet, dann wird sie durch
Kriege entstehen, aus denen am Schluß der stärkste
Staat als Sieger hervorgeht (wenn nicht vorher die weltweite Katastrophe eines
Atomkrieges eintritt).
Durch das
Satellitenfernsehen, durch die Computernetze und durch die Fernreisen ist die
Welt in den letzten Jahren nochmals enger zusammengerückt. Dies wird dazu
führen, daß die amerikanisch-europäischen Ideen der
Menschenrechte auch in China und in Rußland als allgemeingeültige Grundlage anerkannt werden. Aber auch die
sozialistischen Ideen sind nicht tot. In sozialdemokratischer Form werden sie
weiterleben. Die Auswüchse des Kapitalismus werden das Pendel wieder in
Richtung Sozialismus ausschlagen lassen. So werden sich Ost und West weiter
annähern. Um das Kerneuropa Frankreich, Benelux, Deutschland, Östereich und Oberitalien herum wird allmählich ein
geeintes Europa entstehen, daß sich immer enger mit
den USA verflicht. Diesem Kernstaat werden sich nach und nach die anderen
Staaten der Welt anschließen - vorausgesetzt, die geistigen und politischen
Grundlagen dazu werden heute gelegt.
Dazu ist es
erforderlich, daß sich das politische Bewußtsein der Menschen weiterentwickelt. In der Steinzeit
war das Denken des Menschen auf seine Familie, seine Sippe, seine Horde oder
auf seinen Clan begrenzt. Später fühlte er sich einem Stamm oder einem Volk
zugehörig. Heute ist die größte politische Kategorie, in der wir denken, die
Nation. Auf sie sind wir stolz, sie ist unsere Heimat und für sie sind wir
bereit, Opfer zu bringen. So lobenswert das ist, es ist falsch und gefährlich,
solange wir nicht erkennen, daß es über der Nation
noch etwas gibt, das größer und wichtiger ist: Die Menschheit. sie ist
wichtiger als die Nation, als das Volk, als der Stamm, als die Sippe, als die
Familie und als wir selbst. Aber die Menschheit ist kein Moloch, dem wir uns
selbst oder unsere Familie opfern sollen. Sie ist vielmehr diejenige, aus der
wir hervorgegangen sind. Es ist im Interesse der Menschheit, daß überall auf der Welt die Menschen in Wohlstand und Glück
leben. Aber dies kann auf die Dauer nur geschehen, wenn wir erkennen, was die
Menschheit von uns verlangt: Allen anderen Menschen Toleranz, Frieden und
Gerechtigkeit entgegenzubringen. Wenn wir dies verstanden haben, sind wir reif
für die Weltregierung.
Was ich hier dargelegt
habe, haben schon weit klügere Menschen vor mir gedacht. Für eine vereinigte
Welt sind eingetreten: Einstein, Rousseau, Kant, Leibnitz, William Penn,
Bertrand Russell und viel andere. Ich habe auch Freunde und Organisationen gefunden,
die ähnlich denken wie ich. Dies hat mir gezeigt, daß
ich mit meinen Ideen nicht allein bin. Dafür bin ich ihnen dankbar.
Es existiert ein
Netzwerk von Vereinen und Einzelpersonen, dir durch ständige persönliche,
briefliche, telefonische Kontakte und durch Zeitschriften wie "Pan Gaia", "Blickpunkt Zukunft", "Flashes, Echelles, Echanges" verbunden sind.
Im einzelnen sind das:
World Federalist Movement Germany (WFM
Germany), eine Untergruppierung des weltweit 35 000 Mitglieder umfassenden
World Federlist Movement, Sitz in New York bei der
UNO. Vorsitzende von WFM sind Peter Ustinov und Yehudi
Menuhin.
Verein zur Förderung des Weltbürgertum (VFW).
Dieser steht der World Constitution and Parliament
Association (WCPA) mit Sitz in den USA
Die Vereinigung der
Weltföderalisten der Schweiz mit Sitz in Bern
Wer die politischen Ziele unseres Netzwerkes
unterstützen will, den bitte mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich schicke gerne
weiteres Infomaterial zu.
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