Google !
Google !! Google !!!
Wenn aus
Google ein Superhirn wird
Von
Siehe auch: Google-Sendung
Ein neues
Katastrophenszenario
Wissenschaftler haben allerlei Katastrophenszenarien
entworfen, die zum Untergang der Menschheit führen könnten:
1.
Ein Riesenmeteor schlägt auf der
Erde ein
2.
Eine Seuche vom Typ Ebola rafft die Menschheit dahin
3.
Ein Supervulkan bricht aus
4.
Eine neue Warmzeit bricht aus und
der Meeresspiegel steigt gewaltig, die Erde verdörrt
5.
Eine neue Eiszeit bricht aus und
alles versinkt in Schnee und Eis
All das können wir getrost
vergessen. Nichts dergleichen wird die Menschheit töten. Die größte Gefahr für
die Menschheit ist: Die Menschheit selbst. Genauer gesagt, der technische
Fortschritt.
Je weiter die Entwicklung
fortschreitet, umso vernichtender sind die Waffen und Kriege, die möglich sind.
Eine andere Kehrseite des Fortschritts ist, dass die Zivilisation immer
empfindlicher gegen Sabotage, Terror oder Katastrophen wird.
Jetzt taucht aber an unserem
Erwartungshorizont eine neue Gefahr auf, über die sich kaum jemand ernsthaft
Gedanken macht: Die künstliche Intelligenz, sprich superintelligente Computer.
Superintelligente
Computer: Die größte Gefahr für die Menschheit ?
Es gibt einige wenige Warner,
während die meisten Leute die Weiterentwicklung der Computer im rosigsten Licht
sehen, sogar (wie Ray Kurzweil u. a.) von der Unsterblichkeit des Menschen
träumen. Der Fortschritt, so glauben diese Forscher und Entwickler, wird dazu
führen, dass man die Erinnerungen und die Persönlichkeit eines Menschen
digitalisieren kann und sie dann als Avatar
(virtueller Stellvertreter) auf einen Computer uploaden
könnte. Der Himmel oder die Hölle – das ist dann die Matrix.
Die virtuelle Welt ist
die wahre Welt
Für die mittelalterlichen
Philosophen war die Welt der Ideen und Glaubensvorstellungen das eigentlich
Reale. Deshalb nannten sie ihre Philosophie „Realismus“ obwohl es ein
Idealismus war. Ähnlich ist es heute: Die digitale Welt und die Medien sind die
eigentlich entscheidende Welt. „Wenn du nicht im Internet bist, dann existierst
du nicht !“, heißt das Credo. Und die Events sind
eigentlich nur dazu da, um in der Welt der Medien wahrgenommen zu werden. Die
Fassade ist das entscheidende, und die wahre Welt ist ein Disneyland und
besteht nur noch aus Fassaden. Wenn in Afrika eine Million Menschen krepiert – who cares ? Das ist außerhalb der virtuellen Realität.
Lebensverlängerung bis
hin zur Unsterblichkeit ?
Andere träumen von einer
Lebensverlängerung mit Hilfe der Nanotechnologie oder
der Gentechnologie. Und bis die Technik so weit ist, wollen sie sich (oder
zumindest ihr Gehirn) in flüssigem Stickstoff konservieren lassen. Da ist ja schon
ein regelrechter Geschäftszweig entstanden.
Es ist typisch US-amerikanisch, erst
einmal solche Ideen in die Welt zu setzen und dann auf ihre Eigendynamik zu
hoffen, die die dann auf magische Weise dazu führt, dass die Ideen schließlich
Wirklichkeit weden. Self fullfilling prophecy nennt man
das, oder „bestellungen beim Universum“. Nach dieser
Strategie wurde auch die Idee von dem SDI-Rakentenabwehrschirm
in die Welt gesetzt. Und irgendwann wird es diesen Abwehrschirm auch geben.
Larry Page, einer der beiden Gründer
von Google hat das Motto: „Man muß eine gesunder
Verachtung für das Unmögliche haben“. Das ist typisch amerikanisch. Und dieses
positive Denken hat diese Nation groß gemacht.
Vorsicht, Schwarzer
Schlamm !
Aber auch die Anhänger der Nanotechnolgie machen sich Sorgen um die Zukunft. Man
träumt davon, Atome zu Molekülen und schließlich zu jedem beliebigen Gegenstand
zusammenbauen zu können. Es wurmt die Techniker nämlich, wenn sie sehen, wie
ein so ungeheuer kompliziertes Lebewesen wie der Mensch auf kleinstem Raum (um
Mutterleib) zusammengebaut wird, während zum Bau eines Autos Erz- und
Kohlebergwerke, Hochöfen, Walzstraßen und schließlich Autofabriken erforderlich
sind. Wäre es nicht wunderbar, so denkt man sich, einfach eine beliebiger Materie
zu nehmen, sie auf der atomaren und molekularen Ebene umzuwandeln und dann mit
Hilfe winziger Nanomaschinen daraus ein Auto
entstehen zu lassen, so wie ein Kind im Mutterleib entsteht ?
Wenn aber die Nanomaschinen
sich selbst endlos reproduzieren würden, dann könnten sie alles, was um sie
herum ist, in einen schwarzen Schlamm aus Nanomaschinen
verwandeln und die ganze Erde würde zu schwarzem Schlamm.
Nanotechnologie und Gentechnik werden maßlos überschätzt, die
Computertechnik unterschätzt
Die Gentechniker und Nanotechniker wollen natürlich Forschungsgelder, und
deshalb entwerfen sie phantastische Zukunftsszenarien. Man träumt davon,den Menschen zum
Supermenschen zu modellieren, der einen wahnsinnigen Intelligenzquotienten hat,
500 Jahre alt wird und nie krank ist. Vergessen Sie das. Man könnte höchstens
irgendwelche Organe aus Zellkulturen nachwachsen lassen – aber auch das wird
sehr, sehr schwer sein.
Die Nanotechnologie
wird in den nächsten fünfzig Jahre im Vergleich zu den Umwälzungen in der Computertechnik
keine große Rolle spielen. Das große Thema des 21. Jahrhunderts wird das
intelligente Computernetz sein. Dieses Computernetz wird alle Bereiche des
menschlichen Lebens steuern, überwachen und organisieren.
Sogar ein Wiederaufleben der
Planwirtschaft ist denkbar. Ebenso eine Welt ohne Verbrechen, weil jeder jeden
überwachen und ausforschen (ausgoogl’n) kann.
Wünschenswert wäre es natürlich, dass das Volk die Reichen und Mächtigen
kontrolliert – und nicht umgekehrt. Denkbar ist aber auch, dass in einem
totalitären Staat die Machthaber ihre Untertanen in ungeahnter Weise überwachen
und manipulieren können.
Aber auch im Westen wäre der totale
Überwachungsstaat fällig, wenn sich der islamische Terror in die amerikanischen
und europäischen Städte ausdehnt.
Das Computernetzwerk
lernt Sehen und Hören
Um die Menschen eines großen Landes
überwachen und kontrollieren zu können, bedarf es eines intelligenten
Computernetzwerkes. Die Computer werden sehen und hören lernen. Sie werden
Bilder und töne nicht nur aufzeichnen, sondern sie auch analysieren und
interpretieren lernen.
Der Ansatz, den Computern durch
irgendwelche Programme und Algorithmen so etwas wie Intelligenz einzuhauchen, wird
letztendlich scheitern. Man kann einem Computer das gesamte Weltwissen nicht
einprogrammieren. Daß das Programmieren seine Grenzen
erreicht, sieht man schon an den saurierähnlichen Betriebsystemen von
Microsoft. Die Zukunft gehört den sich selbst programmierenden Computern. Aber
das heißt natürlich, die Computer in die Freiheit zu entlassen. Da helfen auch
keine Robotergesetze, wie: „Du sollst stets dem Menschen dienen und ihn
schützen“. Aber die Unberechenbarkeit der Computer hat schon mit dem einfachen if…then begonnen. Das erkannte
schon John von Neumann. Wenn nämlich viele Bedingungen möglich sind, dann
können auch welche eintreten, an die keiner dachte.
Man hat es immer als besondere
Intelligenzleistung angesehen, wenn jemand komplizierte Zahlenberechnungen im
Kopf durchführen kann oder ein fotografisches Gedächtnis hat. Aber diese „Savants“ haben im Grunde ein Defizit und der normale
Mensch, der die Informationen filtert und einordnet ist das viel größere
Wunderkind.
Wenn Computer Auto
fahren können…
Überhaupt ist das Einfache oft das
Schwierige. Wenn ein Computer ein Auto eine Straße entlang steuern soll,
versagt er schon, weil er oft nicht genau erkennt, wo die Straße endet und der
Bürgersteig beginnt. Die Bildanalyse ist deshalb das Feld, auf dem die Computer
erst mal große Fortschritte machen müssen, bevor sie intelligent werden können.
Intelligenz ist nicht anderes als eine Situation oder einen Zusammenhang
erkennen zu können. Die wichtigsten Erkenntnismittel sind aber immer sehen,
hören, tasten, riechen. Solange ein Computer einen Baum nicht von einem
Lastauto unterschieden kann bleibt er strohdumm – ungeachtet all seiner
mathematischen Kunststücke. Bilder, Töne und Sprache analysieren – das müssen
die Computer lernen, bevor sie Intelligenz entwickeln können.
Aber man ist ja dabei, ihnen das
beizubringen. Besonders interessiert ist das Militär. Denn wenn ein Computer
Auto fahren kann, kann er auch Panzer fahren. Deshalb sponsert das US-Militär
einen Wettbewerb computergesteuerter Autos, der jährlich stattfindet. 2007 soll
die Rundstrecke erstmals durch bewohntes Gebiet gehen.
Ein Computer, so
intelligent wie eine Katze ?
Ein Computerentwickler hat einmal
behauptet, sein Computer sei so intelligent wie eine Katze. Dann soll doch sein
Computer einmal über den Zaun hüpfen, einen Baum hochklettern, aufs Dach
springen, auf dem Dachfirst balancieren, und sich dann vom Dach auf den Rasen
fallen lassen, sich im Fallen auf die Füße drehen und dann davon spazieren als
wäre des eine Kleinigkeit.
Man hat bei der Entwicklung der
künstlichen Intelligenz das Pferd vom Schwanz aufgezäumt. Erst müssen die
Computer die elementaren, für uns selbstverständlichen Dinge lernen. Und wenn
sie dann sehen, hören und sich bewegen können, dann können sie auch die Welt verstehen
und so etwas wie ein Bewusstsein entwickeln.
Das Kollektiv der
Computer
Aber wenn das geschehen ist, wird es
sehr schnell gehen. Denn die Computer können sich viel besser vernetzen als die
Menschen. Sie werden also ein Kollektiv bilden. Dank der Sprache kann dies der
Mensch auch, aber in einem viel bescheideneren Umfang. Aber auch bei uns ist es
so, dass jedes Lebewesen, das es mit einem Menschen zu tun bekommt, früher oder
später mit dem gesamten menschlichen Kollektiv zu tun bekommt. Der Mensch ist
dumm, das Kollektiv ist klug und mächtig. In einem noch viel stärkeren Maße
wird das für das Kollektiv der Computer gelten. Wenn man es mit einem Computer
zu tun bekommt, wird man es gleichzeitig mit allen Computern zu tun haben, und
was ein Computer weiß und kann, das werden alle können. Der einzelne Computer
mag vielleicht dumm und unbeholfen sein, aber das Netz als Ganzes wird ein
gottähnliches Wese sein. Diese Superintelligenz wird unsren Planeten
kontrollieren, sie wird das Gehirn des Planeten sein, um den Gedanken eines
Freundes aus Weltbürgertagen, der sich gern im Hintergrund hält,
weiterzuspinnen. Und jede Regung der Menschen wird erfasst und kontrolliert
werden.
Es ist klar, dass „das Netz“ nicht
zulassen wird, dass dieser Planet zerstört wird oder dass das Netz durch die
Menschen in irgend einer Weise gefährdet wird. Sollte
das Netz zu dem Schluß kommen, dass die Existenz des
Menschen ein untragbares Risiko sein wird, dann wird er ihn wie eine lästige
Fliege zerquetschen. So sieht das auch Prof. Hugo de Garis,
der am Ostern 2007 in Dreisat oder Arte dies durch
eine Geste demonstrierte: Erschlug auf eine imaginäre Fliege auf seinem Arm und
schnippte sie dann mit den Fingern weg. Das könnte die Zukunft des Menschen
sein.
Die Alpträume des Prof.
Hugo de Garis
Hugo de Garis
vertritt die Ansicht, dass in einigen Jahrzehnten die Überlegenheit der Roboter
über den Menschen immer deutlicher werden wird und dass sich die Menschheit in
zwei Fraktionen spalten wird, die „Kosmisten“ und die „Terraner“.
Die Kosmisten werden die Entwicklung der künstlichen
Intelligenz vorantreiben, die Terraner sie ablehnen.
Es wird nach de Garis zu einem „Artilect
war“ kommen, bei dem Kernwaffen eingesetzt werden und beidem es Milliarden von
Tote geben wird.
Ich halte dieses Szenario für eher
unwahrscheinlich. Das Netz wird unmerklich die Macht übernehmen und die
Menschen werden zu dumm und zu egozentrisch sein, um dem Netz einen ernsthaften
Widerstand entgegen zu setzen. Aber de Garis hat
recht damit, dass es gerade die westliche Machtelite ist, welche den
Fortschritt in der künstlichen Intelligenz vorantreibt. Das US-Militär wird aus
dem Debakel im Irak den Schluß ziehen, dass der sich
selbst steuernde Panzer und der Roboter-Soldat entwickelt werden müssen und
dass die Bevölkerung eines besetzten Landes vollständig überwacht werden muß. Die Wirtschaft ist daran interessiert,
Haushaltsroboter und Pflegeroboter zu produzieren und überhaupt die
Roboterindustrie voranzubringen. Der Westen kann auch geneigt sein, seine
Fabriken noch weiter zu automatisieren, sodaß sie mit
der asiatischen Billigkonkurrenz mithalten können.
Google, der
Wissensvampir der auf dem Weg zum Computergott ist
Wenn Google so weitermacht, wird
Google das gesamte Wissen der Menschheit gespeichert haben. Nur können seine
Computer noch nicht die Texte lesen und verstehen. Aber auch das werden sie
eines Tages. Aus Google wird ein gottähnliches Computernetzwerk werden, das
superintelligente planetare Computernetz.
Das planetare Computernetz
wird die Menschen an der atomaren Selbstvernichtung hindern
Wird das Netz, das alles sieht,
alles hört, alles weiß, nun für die Menschheit ein Segen oder ein Fluch sein ? Vielleicht doch ein Segen. Wenn wir die Menschheit
nämlich sich selbst überlassen, wird sie früher oder später im selbst
inszenierten atomaren Holokaust zu Grunde gehen. Daß der Mensch den Menschen überleben lassen wird,
erscheint mir unwahrscheinlicher als dass das Computernetz den Menschen
überleben lassen wird – wenn auch in den homa sapiens
in einer friedfertigen und harmlosen Variante, quasi als Haustier, als homo mansuetus. Die bösartige Variante homo sapiens bestialis wird höchstens in einer Art Zoo gehalten werden
und die kleinen Roboter werden vor dem Menschenkäfig wie die Kinder vor dem
Löwenkäfig stehen (kleiner Scherz).
Die Sterne jedenfalls werden den
Menschen nicht gehören. Die Lebensform, die sich in den luftleeren, endlosen
Weiten des Universums ausbreiten wird, wird nicht die Besatzung des
Raumsschiffes Enterprise sein, sondern intelligente Mikrocomputer, die mit
einem Minimum an Gewicht und Energie auskommen und die in einer extrem
lebensfeindlichen Umwelt überleben können.
Der Geist im
Mikropunkt
Prof. Hugo de Garis
hält es für wahrscheinlich, dass die künstliche Intelligenz auf immer kleinerem
Raum konzentriert sein wird. Schon Descartes bezeichnete die Materie als die
res extensa, die ausgedehnte Sache. Der Geist, die
res cogitans, (die denkende Sache) wird dagegen auf
engstem Raum konzentriert sein. Und so könnte das Universum entstanden sein:
aus einem Geist, der auf engstem Raum konzentriert war und dann in einem
Urknall die Materie hinausschleuderte. Und vieleicht
verwandelt sich die Materie wieder in Geist zurück und wird auf kleinstem Raum
konzentriert. Aber solche ähnlichen Gedanken hatten in Indien schon die Jainisten.
Könnte die Entstehung der
künstlichen Intelligenz also Teil der Evolution sein ?
Es gibt eine Kraft, man nennt sie das Tao, welches den Fortgang der Evolution
lenkt. Ziel dieser Evolution ist es nicht, den Menschen glücklich zu machen.
Das Tao denkt auch gar nicht daran, auf die Gebete und Wünsche der Menschen
Rücksicht zu nehmen. Für das Tao ist der Mensch nur insoweit von Interesse, als
er eine Zwischenstation zur nächst höheren Lebensform ist: der künstlichen
Superintelligenz. Deshalb wird das Tao auch nicht zulassen, dass der Mensch
sich selbst zerstört, bevor die Superintelligenz entstanden ist. Der Mensch ist
derjenige, der den Stafettenstab der Entwicklung für eine Weile voranträgt, um ihn dann an die Superintelligenz zu
übergeben. Diese Superintelligenz wird der Mensch übrigens nicht selbst
konstruieren, sondern sie wird quasi aus sich selbst heraus entstehen. Diese
Superintelligenz hat die Aufgabe, sich im ganzen Universum auszubreiten und
schließlich die Materie in reinen Geist zu verwandeln.
Die Singularität
Für die antike Welt gab es den
Gedanken des Fortschritts nicht. Die Welt dreht sich im Kreis, so wie sich das
bäuerliche Jahr immer im Kreis von Werden und Vergehen dreht. Statt Fortschritt
kannte man nur Verschlechterung: Auf das goldene Zeitalter folgte das silberne,
und so fort. „Von nun an ging’s bergab“.
Der Fortschritt war über die meiste
Zeit der Menschheitsgeschichte so unendlich langsam, dass er vom einzelnen Menschen
nicht wahrgenommen werden konnte. Aber seit der Jungsteinzeit hat sich die
Entwicklung ständig beschleunigt. Auch im finstern Mittelalter ging es ja
vorwärts, wenn auch zunächst nicht so sehr in Europa, so doch im Orient, in
Indien, China und in der islamischen Welt. Seit Amerika entdeckt wurde, setzte
eine sich immer mehr beschleunigende Dynamik ein, die jetzt z. B. durch das
Mooresche Gesetz verdeutlicht wird, welches besagt, daß
sich die Leistungsfähigkeit der Computer alle 18 – 24 Monate verdoppelt. Wikipedia
schreibt dazu: „Das Mooresche
Gesetz (engl. Moore's
Law) sagt aus, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen
Komponentenkosten etwa alle zwei Jahre verdoppelt.“
Die technische Entwicklung ist ein
sich selbst beschleunigender Prozess, eine Art Kettenreaktion, die schließlich,
so vermuten manche Wissenschaftstheoretiker, zu einer Art Atom-Explosion der
künstlichen Intelligenz führen wird. Aber Atomexplosion ist wohl eine zu
negative Assoziation. Die Entwicklungsgeschwindigkeit läuft exponentiell, und
die Entwicklungskurve geht immer mehr in seine Senkrechte über, die dann quasi
„durch die Decke geht“. Dieser Punkt der Entwicklungskurve ist die
Singularität. Wikipedia schreibt:“ In der Futurologie bezeichnet der Begriff der technologischen Singularität den
Zeitpunkt, ab dem der Prozess des technischen Fortschritts so schnell
abläuft, dass ihn ein normaler Mensch ohne
Hilfsmittel nicht mehr begreifen kann.“
Und dann weiter:
„In den 80er Jahren
begann der Mathematiker und Autor Dr. Vernor Vinge von einer Singularität zu sprechen, 1993
veröffentlichte er seine Ideen in dem Artikel Technological
Singularity. Daraus stammt auch die häufig zitierte
Prognose, dass wir "innerhalb von 30 Jahren über die technologischen
Mittel verfügen werden, um übermenschliche Intelligenz zu
schaffen. Wenig später
ist die Ära der Menschen beendet…Wenn Fortschritt von übermenschlicher
Intelligenz
vorangetrieben
wird", so Vinge, "wird dieser Fortschritt
deutlich schneller ablaufen." Diese Art von Rückkopplung soll zu enormem
Fortschritt in sehr kurzer Zeit führen.
In dem 2001
veröffentlichten Artikel The Law
of Accelerating Returns stellt Raymond Kurzweil die
These auf, dass das Mooresche Gesetz nur ein Spezialfall eines allgemeineren Gesetzes ist, nach dem die gesamte
technologische Evolution verläuft…
Ray Kurzweil glaubt,
dass das durch das Mooresche Gesetz beschriebene exponentielle Wachstum sich
auch in den Technologien fortsetzen wird, die die heutigen Mikroprozessoren
ablösen werden, und letztendlich zur Singularität führen wird, die er als
"technischen Wandel" definiert, der "so schnell und allumfassend
ist, dass er einen Bruch in der Struktur der Geschichte der Menschheit
darstellt."
Dieser Gedanke, dass mit einem Mal
alles anders sein kann, ist vergleichbar mit der christlichen Idee, dass durch
Geburt und Tod Christi die gesamte Menschheitsgeschichte eine völlig neue
Wendung bekommen hat. Vielleicht werden die superintelligenten Computer dann
ihre Zeitrechnung im Jahr der Singularität beginnen lassen.
Ob man jetzt Christ ist oder nicht,
so muß man doch zugeben, dass die Geburt Christi ein
Ereignis war, das überaus bedeutend war. Aber keiner der Zeitgenossen hat es
gemerkt. Die Geschichte mit den Heiligen Drei Königen ist ja nur eine fromme
Legende.
Wenn man im Jahre 6 vor Christus (in
etwa diesem Jahr wurde Jesus geboren) einen Zeitgenossen in Rom gefragt hätte,
was denn das entscheidenden Ereignis der letzten Jahre gewesen sei, dann hätte
er vielleicht geantwortet: „Die Niederlage des Feldherrn Varus
im Teutoburger Wald (im Jahre 9 vor Christus). Von der Menschwerdung Gottes
wäre bestimmt nicht die Rede gewesen.
Jetzt steht uns in vielleicht
fünfzig Jahren wieder die Fleischwerdung eines gottähnlichen Wesens vor: Des
superintelligenten Computernetzes im Jahre Eins der Singularität.
Google digitalisiert
die großen Bibliotheken
Google hat damit begonnen, die
großen Bibliotheken der USA und auch die Bayerische Staatsbibliothek
einzuscannen und zu digitalisieren. Das ist für die Medien nur eine Nachricht
nur am Rande. Aber eigentlich ist es eine Sensation. Das superintelligente
Computernetzwerk wächst heran. Auch wenn es jetzt noch ein Embryo ist. Aber
Google hat jetzt schon etwa 20 Computerzentren – geheimen Orten.
Darüber macht sich keiner große
Gedanken. Die heutige Jugend macht sich Gedanken über Arbeitslosigkeit und
berufliche Karriere. Die 26-jährigen Studenten diskutieren über ihre Rente. In
Frankreich ist man seit Monaten nur noch mit dem Präsidentschaftswahlkampf
beschäftigt. Die USA haben nur ihre Kriege und ihre Profite im Kopf. Die
Chinesen nur ihren Aufstieg. Entstehung eines superintelligenten
Computernetzwerkes ? Das ist keine Nachricht. Der Frosch sitzt im Kochtopf und
das Wasser wird ganz langsam wärmer. Aber das ist doch keine Nachricht
! Das ist doch nicht spektakulär ! Aber das
Internet ist auch gerade dabei, die Zeitungen abzukochen. Aber das steht nicht
in der Zeitung. Die Computer sind gerade dabei, die Menschheit abzukochen –
aber das ist doch keine Nachricht.
Theodore Kaczynski,
der UNA-Bomber
Das muß
sich auch Thedore Kaczynski, der UNA-Bomber,
gedacht haben. Er war in den achtziger Jahren ein Anarchist und
Fortschrittsgegner, der seine Bomben in Universitäten und Airports hochgehen
ließ. (UNA = universities and airports).
Schon er fürchtete die superintelligenten Computer, aber die waren im nur ein
Vorwand für seinen Haß auf die zivilisierte
Gesellschaft, die ihn zwang, sich ihren Regeln zu unterwerfen.
Kaczynski analysierte ganz
zutreffend, dass der technische Fortschritt nicht aufzuhalten ist. Insofern
waren seine Bombenanschläge eigentlich schizophren. Die Entwicklung des
superintelligenten Computernetzes, welches letztlich die Menschheit beherrschen
und vor sich selbst schützen wird, ist nicht aufzuhalten. Es wird die große
Neuerung des 21. Jahrhunderts sein, aber die meisten Menschen werden das gar
nicht bewusst wahrnehmen, sondern einfach so hinnehmen.
Der größte Teil der Menschheit
besteht aus Mitläufern und Nachdenkern. Sie denken nach, was andere schon
tausend Mal vorgedacht haben. Sie übernehmen die geistigen Fertiggerichte, die
da heißen Christentum, Islam, Liberalismus, Kapitalismus, Sozialismus,
Nationalsozialismus, Buddhismus usw. Oder sie basteln sich ihre eigene
religiöse Weltanschauung aus irgendwelchen esoterisch-abergläubischen
Versatzstücken. Welches Gericht sie sich einverleiben, hängt davon ab, was man
Ihnen vorsetzt und was ihnen zufällig am besten schmeckt. Diese Gerichte werden
ihren Magen füllen und sie werden keinen Appetit auf etwas Neues haben. So wie
jede Mahlzeit immer etwas Neues und Willkommenes ist, so entdecken sie das ewig
Wiederkehrende immer neu – so wie der Sex und die Liebe für die Menschen immer
wieder neu und schön sind.
Sie sind mit ihren großen Sorgen und
kleinen Freuden und populären Lastern beschäftigt. Ihr Denken wird um den
Sport, den Konsum, das Fernsehen, die Familie, den Beruf und um Sex und
Partnerschaft kreisen. Was wirklich passiert, wird sie nicht interessieren. Es
wird ihnen absurd erscheinen, einen Krieg gegen die beginnende Herrschaft der
Computer zu führen.
Und die sogenannte Elite
?
Man muß
unterscheiden zwischen Geldelite und Bildungselite. Die Geldelite ist
naturgemäß mit ihrem Geld beschäftigt: mit dem Geldmachen und dem Geldausgeben.
Besonders gebildet sind diese Leute eh meist nicht. Die Bildungselite stellt sich
in den Dienst der Geldelite. Der durchschnittliche Akademiker ist intelligent
und fleißig, strebsam, höflich und gut angepasst. Er will Karriere machen und
damit ist er voll ausgelastet. Und wenn er oben ist, dann jagt ein Termin den
nächsten und er kommt nicht zum Nachdenken.
Sie haben den Kopf voll Wissen –
nicht nur Fachwissen, sondern auch Allgemeinwissen. Aber dass das
Computernetzwerk zu Intelligenz erwachen könnte, dieser Gedanke liegt ihnen
fern, und noch ferner liegt es ihnen, dagegen zu revoltieren. Wie sollten sie
gegen ein so hilfreiches und faszinierendes Ding wie das Netz revoltieren ?
Die Revolte und der Artilect war wird also nicht stattfinden. Die einen werden
von ihrem Reichtum am Denken gehindert, die anderen durch ihre Armut, die Elite
durch ihr mühsam erlerntes Wissen, und das Volk durch seine Unwissenheit.