Sri Aurobindos Übermensch

Von Richard Beiderbeck, www.koinae.de  

 

 

Quellen:

Otto Wolf: „Sri Aurobindo“, Reinbeck bei Hamburg, 1967

Das Internet

 

In seiner Zeitschrift „Arya“ veröffentlichte Sri Aurobindo im Jahr 1920 einen Artikel mit dem Titel „Der Übermensch“. Aurobindo stellt dem Übermensch Nietzsches einen Menschen der „integralen Selbsttranszendenz“ gegenüber, der „in Einheit mit aller Welt lebt und alle Dinge akzeptiert um sie zu verwandeln“.

Im Gegensatz zu Nietzsche ist es bei Aurobindo nicht zunächst ganz leicht zu erraten, was er eigentlich meint. „Selbsttranszendenz“ bedeutet, dass der Mensch über sich selbst hinauswachsen soll. Er soll seine egoistischen Instinkte überwinden und sich mit allen anderen Lebewesen und dem Universum als Einheit fühlen -  also integraler Bestandteil des Kosmos sein.

Dieser Transzendente Mensch entwickelt eine „große unpersönliche Persönlichkeit“. Er steht über seinen persönlichen Bedürfnissen und selbstsüchtigen Wünschen. Er soll die konstante Erfahrung haben, mit den anderen Lebewesen, mit der Welt und mit Gott in Einklang zu stehen. Daraus ergibt sich dann, dass der transzendente Mensch die Gesetzmäßigkeit im Handeln der anderen Lebewesen erkennt und sie von innen heraus versteht. Aus diesem Verständnis wächst dann Mitgefühl, weil er in ihnen auch einen Teil von sich selbst erkennt.

Der transzendente Mensch nimmt alle Qualitäten, Energien, Freuden, Leiden, Gedanken, Kenntnisse, Hoffnungen, Ziele der Welt in sich auf, bewegt sie in seinem Herzen, verwandelt und bereichert sie und gibt sie in einer verbesserten Form der Welt zurück. Er wird zu einem Element des Lichts für sich und für andere. Insofern ist der Übermensch fast ein Gott. Die Fähigkeit dazu gibt ihm der göttliche Funke, der in ihm ist.