Ganz banal
Von
Die Banausen lob ich mir (weil ich meist selbst einer bin)
Das Wort "banal"
kommt aus dem Französischen und bedeutet: "gewöhnlich". Das französische Wort banal leitet sich von
dem altgriechischen Wort "banausos = Handwerker,
ein Handwerk betreibend" ab. Ein Banausos ist
also jemand, der mit der Arbeit seiner Hände seinen Lebensunterhalt verdient -
im Gegensatz z. B. zu dem Mundwerker, der sein Geld durch das gesprochene (oder
geschriebene) Wort verdient. Der Banausos ist auch
das Gegenteil vom Künstler,
Wissenschaftler, Priester, Philosophen oder Gelehrten. Der Banausos ist für niedrigen, mechanischen, alltäglichen
Tätigkeiten zuständig - also auch Tätigkeiten, die häufig den Frauen
zugeschoben werden. "Banal" bedeutet also "flach, bedeutungslos,
fade, langweilig, gewöhnlich, abgedroschen, alltäglich, platt, spießig".
Ein Banause ist also jemand, der von geistigen oder künstlerischen Dingen keine
Ahnung hat, sondern dessen Denken nur um das Alltägliche kreist.
Der Banausos wurde
stets als geistlos und ungebildet verachtet - von denen, die in ihrer
Überheblichkeit übersahen, dass es der Banausos war,
der ihren am Geistigen orientiertes Leben erst ermöglichte.
Ich möchte für den Banalismus eine Lanze brechen.
Apropos Lanze: Banal bedeutet
auch "spießig". Ein Spießbürger war im Mittelalter ein Mitglied der
Bürgerwehr, und war ausgerüstet mit einem langen Spieß, den er dazu benutzte,
die Herren, die hoch zu Ross daherkamen, herunterzuholen.
Ein Spießbürger ist jemand, der
sich kraft seiner handwerklichen oder gewerblichen Fähigkeiten eine Existenz
und einen Besitz aufgebaut hat und eine gewisse Unabhängigkeit von Vermietern
und Vorgesetzten erlangt hat. So wie derjenige, der sein Leben der Kunst oder den
religiösen und geistigen Dingen gewidmet hat, mit Verachtung auf den Banausen
herabblickt, so verachtet dieser den Künstler oft als Hungerleider und
Dünnbrettbohrer.
Heute haben sich natürlich
diese sozialen Unterschiede verwischt: Die Baunausen
unternehmen Reisen und schicken ihre Kinder auf die Universität, und die
Künstler und Wortjongleure sind als Architekten, Designer, Juristen oder
Werbefachleute zu Geld gekommen.
Trotzdem besteht nach wie vor
der Gegensatz zwischen denen, welche die handwerklichen, gewerblichen und
technischen Dinge tun und die meist auch in ihrem Denken die Dinge aus einer
alltägliche Sicht betrachten, und denen, die sich der geistigen, spirituellen
Welt zugewandt haben und die Welt aus dem Blickwinkel ihrer Ideen oder Ideologien
sehen.
Den Banalismus
im Gegensatz zum weltfremden Idealismus und zu romantischen Idealen verkörpert
z.B. der getreue Knappe Sancho Pansa, der mit seinem "spinnerten"
Herren, dem Ritter Don Quichote, sein Kreuz hat. Oder
auch Liesl Karlstadt mit ihrem Partner Karl Valentin.
Der Banalismus
ist eine Weltsicht, welche versucht, alle Ereignisse und Zusammenhänge durch
banale Gründe zu erklären, und erst dann, wenn es keine banalen Erklärungen
gibt, andere, unwahrscheinlichere, in Betracht zu ziehen. Der Banalismus ist die Weltsicht des gesunden
Menschenverstandes.
Der Banalismus
hat eine gewisse Verwandtschaft zum Skeptizismus, Rationalismus, Positivismus,
Pragmatismus und Realismus. Der Banalist kann auch zynisch sein. Er misstraut
allen Ideologien, Religionen und allen Personen, die im Namen einer Religion
oder einer Ideologie einen besonderen Anspruch darauf erheben, die Wahrheit zu
wissen und den Leuten zu sagen, was sie zu tun haben.
Hinter dem hochtönenden, oft
auch schwer verständlichen Worten mancher Zeitgenossen stehen meist nur banale
Interessen und Motive.
Die alten Ägypter glaubten,
dass die Sonne nachts unterirdisch das Reich der Toten durchquert, um so am
nächsten Morgen wieder in der oberirdischen Welt aufgehen zu können. Es hat
schon immer eine geistige Elite gegeben, die beanspruchte, über alles Bescheid
zu wissen und damit das Recht zu haben, dem Volk zu sagen, was es zu tun hat.
Um auf naheliegende Fragen (z.B. "Wo ist die Sonne während der Nacht
?", "Woher kommen die Menschen usw.") Antworten geben zu können,
haben sie Mythen und ganze Religionen ersonnen. Wer aber die Wahrheit sucht,
muss die banalen Gründe suchen.
Man soll allen Texten
misstrauen, deren Inhalt schwer verständlich oder unklar ist. Meist hat
derjenige, der hier spricht oder schreibt, das, was er zu sagen hat, selbst
nicht richtig verstanden und durchdacht - oder er drückt sich bewusst
unverständlich aus, weil er etwas zu verbergen hat oder weil er sein Publikum
beeindrucken will. Oft genug dient das gesprochene oder geschriebene Wort nicht
der Mitteilung von Tatsachen, sondern der Manipulation oder der
Selbstdarstellung.
Der Banalismus
misstraut auch allen Ideologien und Religionen, die, ausgehend von einigen
wenigen Grundgedanken, die Welt erklären, und schlimmer noch: gestalten wollen.
Die Wirklichkeit ist meist viel banaler und vielfältiger, als sich die
Ideologen und Idealisten vorstellen. Der Banalist ist tolerant, der Ideologe
sagt: „Wenn die Wirklichkeit nicht mit meiner Vorstellung übereinstimmt, umso
schlimmer für die Wirklichkeit.“ Die
Menschheit hat unendliches Leid erfahren durch Leute, die sich kraft ihrer
Religion, ihrer Ideologie oder sonstiger "höherer Werte" im Recht
sahen, und die kraft dieses vermeintlichen Rechtes grausame Gewalt anwendeten, weil der Zweck angeblich
die Mittel heiligte.
Wenn man dem Banalist sagt:
"Du musst für die Ehre unseres Vaterlandes (für die Größe der Nation, für
die Verteidigung der Freiheit, für die Humanität, für den Sozialismus, für die
Verteidigung des Glaubens usw.) in den Krieg ziehen oder dieses oder jenes
Opfer bringen, dann verweigert sich der Banalist, weil er nach dem banalen
Grund fragt, warum er das tun sollte. Denn der wahre Grund ist meist ein
banaler Grund.
Wenn man dem Banalisten mit irgendwelchen
Verschwörungstheorien kommt, z.B. der Weltverschwörung der Juden und
Freimaurer, da fragt er sich: "Aus welchem banalen Grund sind diese
Verschwörungstheorien entstanden, und welche banalen Absichten werden damit
verfolgt ?"
Wenn man dem Banalisten ein
christlicher Priester von "Jesus Christus, unserem Herren" erzählt,
dann schließt der Banalist haarscharf: "Da Jesus nicht greifbar ist, maßt
der Priester sich an, Jesus zu vertreten und er möchte stellvertretend für
Christus mein Herr sein."
Wenn der Sozialist zum
Banalisten sagt: "Die Menschen müssen solidarisch sein und alles
miteinander teilen", dann rechnet der Banalist schnell nach: "Ich
habe ein Wohn- und Geschäftshaus in München, drei Mietwohnungen in Freising und
eine Ferienwohnung in Mallorca. Der Sozialist hat ein Fahrrad und sein
Girokonto ist um dreitausend Mark im Minus. Aus welchem banalen Grund will wohl
der Sozialist, dass wir alles miteinander teilen ? Würde der Sozialist auch
dann noch auf Teilung bestehen, wenn er das Vermögen und ich die Schulden hätte
?"
Wenn ein spirituell
Orientierter dem Banalisten erklärt: "Ich stehe in Kontakt mit einer
geistigen Wesenheit, die mir erklärt hat, dass man durch die Kraft seiner
Gedanken eine positive Aura erzeugen kann, was dazu führt, dass wir eine
bessere und friedlicher Welt erlangen können", dann sagt der Banalist:
"In Ruanda sind eine Million Menschen massakriert worden. Zur Zeit läuft
im Kongo ein Bürgerkrieg, der schon 1,5 Millionen Todesopfer gefordert hat.
Vielleicht sollte man nicht durch Meditieren, sondern durch banale Mittel
versuchen, die Welt zum Besseren zu wenden, z.B. indem man die korrupten
Machteliten absetzt und die Verbrecher gegen die Menschlichkeit vor ein
internationales Tribunal stellt. Warum ist das eigentlich noch nicht geschehen
? Das muss doch einen ganz banalen Grund haben, den man vielleicht durch ganz
banale Mittel beseitigen kann ?"
Die Hungersnot in Äthiopien im
Frühjahr 2000 hatte ebenfalls banale Gründe: die äthiopische Regierung hatte
ein halbes Jahr zuvor die Lebensmittelvorräte des Landes in den Nahen Osten
verkauft, um zu Geld zu kommen. Mit diesem Geld kaufte man Waffen in Russland -
um gegen Eritrea Krieg zu führen. Man rechnete damit, dass nach Eintreten einer
Hungersnot die Weltgemeinschaft mit Lebensmittel-Lieferungen zur Stelle sein
werde. Vorsorglich gab man nach dem Verkauf der Lebensmittelvorräte der UNO
bekannt, dass man in den nächsten Monaten mit einer Hungersnot rechne. Die
Lebensmittelhilfe traf dann, wenn auch mit Verspätung, im Hafen Mogadischo ein. Dort mussten erst einmal hohe Einfuhrzölle
und Hafengebühren entrichtet werden. Nun fehlten Lastwagen, um die Lebensmittel
zu den Hungernden zu bringen. Also schickte die Weltgemeinschaft Lastwagen.
Diese Lastwagen durften aber nicht für den Transport der Lebensmittel verwendet
werden, denn der regierende Clan besaß eine eigene Lastwagenflotte. Nur mit
diesen Lastwagen durften die Lebensmittel transportiert werden - gegen hohe
Transportgebühren.
Die banale Realität in
Äthiopien ist, dass korrupte Regierungen ihr eigenes Volk als Geisel nahm, um
von der Weltgemeinschaft Hilfslieferungen zu erpressen. Diese Problem könnte
nur durch ein banales Mittel behoben werden: Man müsste die verbrecherische
Regierung absetzen und durch eine fähige und menschenfreundliche Regierung
ersetzen. Dass dies nicht geschieht, hat wiederum banale Gründe: Die UNO ist zu
schwach und machtlos und die Großmächte scheuen die damit verbundenen Probleme
und Kosten. Die Äthiopier sind ihnen zwar ein paar Hilfslieferungen wert, aber
sie sind es ihnen nicht wert, sich auf ein militärisches Abenteurer à la
Somalia einzulassen.
Hier kommen wir nun zu einer
Schwäche, den der Banalismus mit allen anderen
Weltanschauungen gemeinsam hat: er kann zwar die Wirklichkeit erklären, aber er
kann meist am Elend der Menschen nichts ändern. Der Banalist versucht es auch
kaum, denn er ist mit seiner persönlichen Situation zufrieden und ist der
Überzeugung, dass jeder seine Probleme um Grunde nur selbst lösen kann. Er
meint: Wenn man das Leben der anderen ändern will, tritt meist das Problem auf,
dass sich die anderen dem widersetzen. Man müsste also Gewalt anwenden, und
Gewalt führt nur wieder zu neuem Leid.
Die größten Fortschritte und
Veränderungen in der Menschheitsgeschichte wurden nicht durch Gewalt oder durch
ein Weltverbesserungskonzept herbeigeführt, sondern durch ganz banale Ideen.
Die jüngste derartige Veränderung ist die Einführung des Internet. Jemand hatte
die banale Idee, zwei Computer durch eine Datenleitung zu verbinden.
Eine andere banale Ideen mit
enormer Auswirkung war die Erfindung des Automobils: Man baute einen
Verbrennungsmotor in eine Kutsche ein. Eine weitere banale Idee war die
Erfindung des Alphabets: Die menschliche Sprache in Elementarlaute zu zerlegen
und jeden Elementarlaut durch ein Zeichen wiederzugeben. Oder ein letztes
Beispiel: Die Erfindung der Null.
Nachdem das Auto erfunden war,
musste es auch Teerstraßen, Autobahnen, Parkhäuser, Verkehrsstaus,
Massentourismus und Fließbandproduktion geben. Kein Ideologe oder Weltverbesserer
hat dies gefordert, aber doch wurde es Wirklichkeit - ganz ohne Zwang und
Gewalt. Am Anfang stand nur eine banale Idee.
Vielleicht kann auch der Hunger
in Afrika eines Tages durch eine banale Idee überwunden werden. Ein erster
Anfang wurde ja schon mit einer anderen banale Idee gemacht: mit der Erfindung
des Kondoms. Leider wird in Afrika von interessierter Seite das Gerücht
verbreitet, die Kondome wären mit Aids infiziert.
Das Leben als Konkurrenzkampf
Jeder Handwerker und
Gewerbetreibende erfährt seinem Alltag, dass die Konkurrenz nicht schläft. Der Banausos muss arbeiten, um zu überleben. Das unterscheidet
ihn vom Kapitalisten, der sein Kapital für sich arbeiten lässt, aber auch vom
Sozialisten. Den hat der Banalist in Verdacht, dass er die andern für sich
arbeiten lassen will. Insofern berühren sich aus Sicht des Banalisten die
Extreme: Der Sozialist träumt von einem sozialistischen Paradies, in dem alle
nur ein bisschen arbeiten müssen und der Kapitalist lebt schon in einer Welt,
in der er nur ein bisschen arbeiten muss. Deshalb ist ein Sozialist, der zu
Kapital gekommen ist, auch schon am Ziel seiner Wünsche.
Armut und Reichtum – banal
betrachtet
Um die Menschen einer Nation
mit Nahrung, Kleidung, Wohnung, Kultur und Unterhaltung zu versorgen, braucht
man drei Dinge: die menschliche Arbeit, das Ackerland und die Rohstoffe bzw.
Energieträger wie Öl und Kohle.
Der Reichtum einer Nation wird
umso größer sein, je mehr Menschen einer sinnvollen Arbeit nachgehen, je
effizienter sie arbeiten und je sparsamer sie mit ihren Ressourcen umgehen.
In den armen Nationen ist
folgendes zu beobachten:
Viele Menschen haben keine Lust
zu arbeiten; oft deshalb, weil ein korruptes und ausbeuterisches System sie
sogleich wieder um die Früchte ihrer Arbeit bringt oder weil sie von
Verbrechern beraubt oder betrogen werden. Die Regierenden sind oft Verbrecher
oder werden von Verbrechern kontrolliert, oder die Regierung ist gegen das
Verbrechen und die Mafia machtlos.
Ein anderer Grund für die
Unlust der Menschen, zu arbeiten, ist oft ihre Lebenseinstellung. Sie sagen:
"Heute reicht mir das, was ich habe. Warum sollte ich mehr arbeiten, damit
ich auch morgen noch etwas habe? Was morgen ist, weis ohnehin niemand."
Oder sie sagen: "Durch
ehrliche Arbeit ist noch niemand zu Reichtum gekommen. Fingerslang gehandelt
bringt mehr als armlang gearbeitet." Sie versuchen also durch Handel und
Tauschgeschäfte zu Reichtum zu kommen. Wenn aber jeder mit jedem nur handelt
und jeder nur jeder zu betrügen und zu bestehlen versucht, dann bleiben alle
arm, denn der Reichtum beruht zunächst auf der Produktion, und erst dann auf
dem Handel.
Um eine Produktion aufzubauen,
müssen viele Menschen diszipliniert und organisiert zusammenarbeiten. Dies
setzt eine soziale Kultur voraus, die auf folgenden Tugenden und Werten
aufbaut: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Gemeinsinn, Kreativität,
Fleiß, die Fähigkeit sich einzuordnen und unterzuordnen. Außerdem muss der
Unternehmer sicher sein, dass sein Betrieb nicht von der Mafia unterwandert
wird oder dass ihn korrupte Beamte nicht aussaugen und schikanieren. Es muss
eine Regierung da sein, die garantiert, dass derjenige, der hart arbeitet, auch
in den Genuss seiner Arbeit kommt. Wenn diese banalen Voraussetzungen nicht
gegeben sind, dann kann es keinen Reichtum und keine Produktion geben. Und
deshalb gibt es in weiten Teilen der Welt keine Produktion und nur wenige
reiche Leute.
Aber auch dann ist noch nicht
gewährleistet, dass die Produktion zu Reichtum der Bevölkerung führt. Es muss auch
etwas Sinnvolles und Nützliches produziert werden. Waffen und andere unnötige
Güter gehören definitiv nicht dazu. Eine Waffe kann nur sinnvoll sein, wenn sie
Verbrecher daran hindert, ihre Verbrechen zu begehen. Die meisten Waffen werden
aber benutzt, um Elend über die Menschen zu bringen.
Ein weiter Punkt ist die
gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit.
Eine Produktion ist rationell,
wenn sie eine Massenproduktion ist. Eine Massenproduktion ist aber nur möglich,
wenn es einen Massenkonsum gibt. Einen Massenkonsum kann es nur geben, wenn die
Massen über Kaufkraft verfügen. Eine Massenkaufkraft kann es nur geben, wenn
die Früchte der Arbeit an die Massen gerecht verteilt werden.
Um das Elend auf der Welt zu
überwinden, muss also in allen Regionen der Welt ein wirtschaftliches und
staatliches System etabliert werden, in welchem eine Massenproduktion und eine
Massenkaufkraft gewährleistet ist. So banal ist die Antwort auf das
Hungerproblem.
Ein banaler und durchaus
berechtigter Einwand wird dann sein: "Wenn jetzt jeder Chinese, Inder,
Brasilianer und Afrikaner seinen Zweitwagen besitzt, werden wir dann nicht in
einer Wolke von Abgasen ersticken ? Werden unsere Ölvorräte ausreichen, um
diese Autos mit Sprit zu versorgen ? Wird es nicht Verteilungskriege um die
knappen Ölreserven geben ? Wird in den Mega-City nicht der Verkehr endgültig
kollabieren ?
Die banale Antwort ist:
"Wir müssen Maßhalten in jeder Hinsicht. Wir müssen das
Bevölkerungswachstum einschränken, den Energieverbrauch und die Fahrstrecken
der Autos senken und ihren Schadstoffausstoß vermindern."
Seit die Maßhalte-Appelle
Ludwig Erhards wirkungslos verhallt sind, weiß jedermann, dass die Menschheit
nicht maßhalten wird.
Die banale Antwort auf dieses
Problem ist: Es wird nicht jeder Mensch auf der Welt ein Auto fahren können.
Die Umstände werden die meisten Menschen in China und anderswo zwingen, sich
mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen.
Die Massenproduktion wird
überall auf der Welt einziehen müssen; aber es werden bescheidenere Güter
produziert werden müssen und es wird mehr gespart werden müssen.
Aber selbst bis dahin wird es
ein langer Weg sein. Es wird noch lange dauern, bis alle Nationen aus ihrer
Kriegs- und Verschwendungswirtschaft zu einer mit sparsamen Mitteln
funktionierenden ökologischen Konsumwirtschaft finden.
Normen und Werte – banal
betrachtet
Jede Gesellschaft hat ihre
Normen, die das Zusammenleben regeln. Oft werden die Normen religiös begründet.
Oft sind aber gerade die religiös begründeten Normen unsinnig und
menschenfeindlich. Man denke nur an die Haltung der katholischen Kirche zu
Sexualität oder die Stellung der Frau in der kirchlichen Hierarchie. Die
Absurdität mancher religiöse Normen zeigt sich auch im Islam. In Moscheen soll
man die Schuhe ausziehen. Im trocken Klima des Nahen Ostens oder Nordafrikas
war das kein Problem, und auch sinnvoll, da ja an den Schuhen eventuell Kamel-
oder Eselmist klebte. Als man aber die Moscheen auch in feuchte und kühle Klimata verpflanzte, ergab sich das banale Problem, dass in
dem feuchten Klima der Fußpilz in Schuhen, Socken und auf Gebetsteppichen
prächtig gedieh. Ich fürchte, die religiösen Autoritäten werden sich durch
solche banalen Dinge nicht beeindrucken lassen – statt sensibel auf banale
Probleme zu reagieren.
Die Arbeit und der Krieg – ganz
banal
Jeder Mensch, der dazu in der
Lage ist, muss arbeiten, um seine Existenz zu gewährleisten. Es steckt viel
Arbeit darin, bis die Nahrung auf den Feldern wächst und bis das Brot auf den
Tisch kommt. Es gibt zwar immer weniger Bauern, aber sie verdanken ihre
Leistungskraft Maschinen und Düngemitteln, die wiederum mit großem Aufwand
hergestellt werden müssen.
Man kann die Menschheit in
folgende Gruppen einteilen:
Die erste Gruppe bilden die,
welche die notwendigen Güter produzieren: das sind die Arbeiter und Handwerker.
Die zweite Gruppe sind die,
welche die Güter zu den Menschen bringen: das sind die Transporteure,
Lagerhalter und Händler.
Die dritte Gruppe sind die
Organisatoren, Verwalter und Manager, die dafür sorgen, dass all dies
reibungslos und ohne Störungen und Verluste funktioniert. Es gehören dazu auch
die Serviceleute, die Straßenreiniger, Fensterputzer, Busfahrer usw.
Die vierte Gruppe sind die
Ingenieure, Techniker, Wissenschaftler und Erfinder, die dafür sorgen, dass
dies alles immer besser und wirkungsvoller geschieht.
Die fünfte Gruppe sind die
Beamten und Angestellten auf den verschiedenen staatlichen Ebenen, die dafür
sogen, dass die Produktion nicht Dieben und Verbrechern in die Hände fällt und
dass jedermann seinen gerechten Anteil erhält, also Polizei und Armee, Justiz,
die Finanzbeamten und die Sozialversicherer.
Die sechste Gruppe sind die
Ärzte, Krankenschwestern, Apotheker u und alle Pfleger und Heiler, die für die
Menschen da sind, wenn es ihnen schlecht geht.
Die siebte Gruppe sind die Bewahrer und Vermittler des Wissens, also die
Lehrer und die Betreiber von Schulen, Universitäten, Bibliotheken, Archiven und
Museen, teilweise auch die Journalisten der verschiedenen Medien.
Die achte Gruppe sind die
Künstler, Priester, Philosophen und Unterhalter, die gebraucht werden, weil der
Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern Kultur, Lebenssinn, Identität und
Unterhaltung braucht.
Alle diese Leute sind für den
Fortbestand und das Leben der menschlichen Zivilisation, und damit für das
Überleben der meisten Menschen gleich wichtig und notwendig. Jeder muss an
seinem Platz arbeiten und keiner, der dazu in der Lage ist, darf sich dieser
Forderung entziehen.
Es ist eine banale Erkenntnis,
dass Arbeit oft mit unangenehmen Empfindungen verbunden ist und die Gesundheit
schädigt. In Fabriken ist es laut und heiß, es gibt ungesunde Dämpfe und
unangenehme Gerüche. Man muss oft stundenlang am selben Platz stehen und
bekommt Krampfadern und Plattfüße. Die Arbeit ist monoton und widerspricht dem
menschlichen Drang nach Freiheit, Ruhe oder natürliche Bewegung.
Arbeit bedeutet oft, sich
andern Menschen unterzuordnen und zu dienen, die eigenen Meinung und die
eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken, sie bedeutet Schmerzen und unangenehme
Empfindungen zu ertragen und Leben und Gesundheit für die andern zu opfern.
Unglücklicherweise sind die
Arbeiten, bei denen diese negativen Begleiterscheinungen besonders stark sind,
oft besonders niedrige und schlecht bezahlte Tätigkeiten, und diejenigen, die
sie ausführen, genießen nur geringes soziales Ansehen.
Umgekehrt bieten andere Berufe
Unterhaltung, Befriedigung, sehr gute Bezahlung und hohes soziales Ansehen.
Es ist eine banale Erkenntnis,
dass der Mensch zu den niedrigen Arbeiten gezwungen werden muss, und dass er,
wenn er nicht von Jugend an daran gewöhnt ist, kaum noch dazu gezwungen werden
kann. Aber auch die höher qualifizierten Tätigkeiten sind mit Stress, Ärger,
Frustration und Monotonie verbunden.
Deshalb sucht fast jeder
Mensch, einen Weg, der unangenehmen Pflicht des Arbeitens zu entkommen und
andere für sich arbeiten zu lassen.
Diese banale Erkenntnis ist
eine der grundlegendsten. Sie erklärt nämlich eine unendliche Vielzahl von
menschlichen Verhaltensmustern. Sie erhellt den ständigen heimlichen und
offenen Kampf, den die Gesellschaft mit dem Individuum und das Individuum mit
der Gesellschaft führt. Die Gesellschaft
(und der Chef) möchte, dass das Individuum möglichst klaglos seiner
ungeliebten Arbeit nachgeht, und das Individuum strebt nach einer Situation, in
welchem andere ihm die ungeliebte Arbeit und alle Mühen des täglichen Lebens
abnehmen.
Hinter jedem Angriffskrieg
steckte der Wunsch, andern Ländern das Land und die Rohstoffe wegzunehmen und
die Bevölkerung für sich arbeiten zu lassen. Oder es wurden Präventivkriege
angezettelt, weil man Angst hat, der andere bald schon könnte stark genug sein,
um über einen herzufallen. Jeder Befreiungskrieg und jede Separation hatte das
Motiv, das eigenen Land, die eigenen Rohstoffe
und die Früchte der eigenen Arbeit selbst behalten zu dürfen. Viele
Revolutionen und Revolten wurden von der Angst gespeist, dass der Gegner oder
die eigenen Herrscher einem so viel von den eigenen Ressourcen wegnehmen würde,
dass man verhungern müsste, und tatsächlich war diese Angst auch begründet. Um
diese banalen Dinge ging es in Kriegen, und nicht um Fragen der Religion und
Ideologie.
Wer im Besitz der Macht ist,
kann sich ein Leben in Überfluss sichern und braucht keine niedrigen Arbeiten
zu verrichten. Er kann alle seine Bedürfnisse nach Sicherheit, Sexualität,
Geltung und Ansehen, nach Freude, Vergnügen und Unterhaltung, Komfort und
Annehmlichkeiten erfüllen. Dies sind die
banalen Gründe, warum die Menschen nach Macht streben und auch in Zukunft nach
Macht streben werden. Daran wird sie keine Religion und keine Ideologie und
kein Weltverbesserer hindern. Hindern kann sie nur das große Heer der zu kurz
Gekommen, also all diejenigen, auf deren Kosten die Mächtigen ihren Lebensstandard
gewaltig verbessern. Die Benachteiligten müssen sich also wirkungsvoll gegen
die Mächtigen organisieren und die Mächtigen kontrollieren. Das ist eigentlich
die banale Quintessenz der Demokratie und der Gewerkschaftsbewegung. Diese
Organisation und die Kontrolle geschieht umso besser, je besser die Leute über
alles informiert sind. Hier ist die freie Presse sehr hilfreich. Vielleicht
kann das Internet auch einen wesentlichen Beitrag dazu liefern; umgekehrt kann
das Internet von einer Diktatur dazu missbraucht werden, die Leute einer
lückenlosen Kontrolle zu unterziehen.
Liebe – ganz banal
Religion und Liebe haben eines
gemeinsam - sie sind eine (oft geschickt
getarnte) Form des Egoismus.
In der Liebe geht es darum, an
dem, was man braucht, wünscht oder bewundert, einen Anteil zu erlangen. Frauen
bewundern bei Männern die Macht, die Stärke und den Reichtum. Das Mittel, daran
Anteil zu haben, ist die Liebe und die Fürsorge eines Mannes zu gewinnen. Geld
und Macht sind der Sexappeal des Mannes.
Männer bewundern an Frauen die Schönheit und den Charme, seltener auch
ihre Klugheit, Kultiviertheit und ihren sozialen Status. Das Mittel, daran
teilzuhaben ist, ein Frau für sich zu erobern und zu besitzen. Jeder hat das
Bedürfnis, etwas zu haben, das ihm fehlt.
Dass Liebe und Partnerschaft
auch sexuelle und emotionale Bedürfnisse erfüllt, ist ohnehin klar. Es ist
einfach praktisch, immer einen Partner zur Verfügung zu haben, der einem auf
bequeme Weise die sexuellen Bedürfnisse und Wünsche erfüllt.
Die Geburt und die Aufzucht von
Kindern ist mit Schmerzen, Kosten und Opfern verbunden. Das steht den
egoistischen Wünschen der Menschen entgegen. Umso verwunderlicher ist es da auf
den ersten Blick, dass die Menschen, die doch alle ausnahmslos Egoisten sind,
das Opfer der Fortpflanzung auf sich nehmen. Aber die Natur hält auch
Belohnungen bereit, z.B. die Freude an den Kindern oder den Gedanken, dass man
durch seine Kinder fortleben kann. Oft wird der Egoismus des Menschen auch
einfach durch seine Triebe und Instinkte überrollt. Wenn dann ein Kind
unterwegs ist, stellt dann der Egoismus oft genug fest, dass ihm dieses Kind
„überhaupt nicht in den Kram passt“. Das ist natürlich eine schlechte
Ausgangsposition für ein unter solchen Umständen geborenes Kind. Aber gottseidank siegt dann aber oft genug die Freude an dem
Kind über den Egoismus.
Eine andere Weise, durch welche
die Liebe den Egoismus überlistet, ist, dass der Egoist in dem anderen Menschen
einen Teil seiner Selbst sieht. So kann der Egoist für andere etwas tun und
trotzdem das Gefühl haben, er tut es für sich selbst. Besonders naheliegend ist
es natürlich, dass die Eltern das Kind als ein Stück von sich selbst sehen.
Groß ist allerdings der Frust, wenn die Kindern ihren Eltern nachdrücklich
klarmachen, dass sie eigene Wesen mit einer völlig anderen Persönlichkeit und
einer völlig anderen Identität sind.
In der Liebe ist derjenige ein
besonders begehrenswerter und attraktiver Partner, der besonders viele Vorteile
zu bieten hat. Deshalb werden die attraktiven Menschen von so vielen geliebt,
von manchen auch gehasst und beneidet, weil sie die eigenen Unzulänglichkeiten
umso krasser fühlen lassen.
Die attraktiven Menschen haben
es leicht, einen Partner zu finden, aber sie haben es oft schwer, den richtigen
Partner zu finden. Diejenigen, die sie begehren, achten kaum darauf, ob beide
zusammenpassen, sondern primär ist der Wunsch, einen so attraktiven Partner
sein eigen nennen zu können, was ja den eigenen Status und das eigene
Selbstwertgefühl hebt.
Da die Zahl der „Klasse
1A-Partner“ (genannt Traum-Frau oder Traum-Mann) nur sehr beschränkt ist, muss
fast jeder Mensch mit einem Partner vorlieb nehmen, mit dem er nicht 100 %
zufrieden ist. Man muss also Kompromisse eingehen, und wenn man dies nicht
kann, wird man unter Umständen überhaupt keinen Partner finden. Manche stehen
vor der Frage: „Soll ich den Partner nehmen oder soll ich warten, bis ich noch
etwas besseres finde ?“
Die größte Chance, stabil zu
bleiben, hat eine Verbindung, wenn beide Partner etwa auf der gleichen Stufe
der Attraktivität stehen. Wenn sich ein attraktiver und ein unattraktiver
Partner zusammentun, (wobei sich das Wort attraktiv nicht nur auf das Aussehen,
sondern auch auf Bildung, Vermögen usw. bezieht), dann wird der attraktive
Partner immer wieder von anderen Männern bzw. Frauen umworben und eventuell
auch verführt werden. Eines Tages, wenn der attraktivere Partner Probleme mit
seinem unattraktiven Partner hat oder mit ihm unzufrieden ist, wird er sich
sagen: ich hätte so eine große Auswahl – warum habe ich mich gerade für ihn
entschieden ?
Der unattraktive Partner wird
in ständiger Angst und in Eifersucht leben, er könnte den attraktiven Partner
verlieren, und er wird den andern mit Vorwürfen und Eifersucht verfolgen. Da ist
es besser, beide sind in etwa gleich attraktiv (oder unattraktiv), so dass
keiner das Gefühl haben muss, er sei der Dumme, weil er sich „unter Wert“
verkauft hat.
Liebe ist also eine Form des
Egoismus. Sobald eine Beziehung massive Nachteile bringt, welche die Vorteile
überwiegen, werden die meisten Menschen ihre Beziehung lösen.
Das gleiche gilt auch für die
Liebe zur Heimat, zum Vaterland oder zur Kunst. Man will, dass es dem Vaterland
gut geht, denn wenn es dem Vaterland gut geht, geht es einem selbst gut. Man
liebt die Kunst, weil sie einem Freude und Erfüllung bringt, oder, wenn man
selbst Künstler ist, weil sie einem darüber hinaus Ansehen, Beachtung und
manchmal sogar viel Geld bringt.
Religion – ganz banal
Irgendwann wurde es den
Menschen klar, dass es Mächte gibt, die weit größer und stärker sind als der
Einzelne. Religion ist der Versuch, die jenseitigen Mächte (die Seelen der
Verstorbenen, Dämonen, Götter oder den „lieben Gott“, oder das „Karma“) zu
versöhnen und für die eigenen Wünsche dienstbar zu machen, damit sie einem
Gesundheit, Reichtum, Erfolg und möglichst ein ewiges Leben im Paradies bringen
(oder einem vom Rad der Wiedergeburt erlösen).
Dazu werden den Mächten im Jenseits Opfer dargebracht. Früher waren das
Menschen- oder Tieropfer oder Geschenke an die Priester, heute werden Kerzen
verbrannt, Gebete gesprochen oder Meditationen oder Andachten abgehalten. Es
wird gefastet und es wird auf alles Mögliche (z.B. Sex, oder Schweinfleisch,
oder Alkohol) verzichtet, um den Göttern ein Opfer zu bringen. Ob die
jenseitigen Mächte viele Götter oder Dämonen sind, oder nur ein Gott, der (und
dessen Priester und Heiligen) quasi das Monopol auf die Religion haben), ändern
im Prinzip nichts. Immer geht es darum, die Götter oder das Karma durch Wohlverhalten
und Opfer zum eignen Vorteil zu manipulieren.
Für die Verwalter und
Verbreiter der Religion, d.h. die Priester oder Gurus, war es von Vorteil,
möglichst viele Anhänger (und damit Opfergaben, Privilegien und Einfluss) zu
erringen. Deshalb gab es stets Tendenzen, die eigene Religion über die anderen
Religionen zustellen, möglichst sogar ein Monopol zu erlangen.
Der eigenen Gott wurde als
überlegen und übermächtig dargestellt. Jesus musste unsterblich sein und große
Wunder vollbringen. Anders hätte er kaum mit seinen Konkurrenten, z.B. Attis, Mithras u.a. nicht konkurrieren können.
Überhaupt das Wunder, das ja
„des Glaubens liebstes Kind ist“ ! Das Wunder ist für die Gläubigen der Beweis,
dass sie ihre ganzen Opfer nicht umsonst bringen, sondern dass der Angebetete
die Macht hat, die Gebete und Wünsche zu erfüllen.
Für die Moslems wiederum ist
Jesus nur eine Vorläufer Mohammeds, welcher der letzte und ultimative Prophet
ist. Für die Baha’i
ist der Baha’Ullah der allerletzte und
ultimative Prophet, und Mohammed und Jesus nur seine Vorläufer.
Die Buddhisten kennen zwar
keinen Gott, aber sie kennen das Karma. Diese Karma muss aber von einer
göttlichen Macht irgendwie „verwaltet“ werden, d.h. sie muss dafür sorgen, dass
diejenigen, die ein positives Karma entwickeln, belohnt werden. Das
entscheidende Kriterium, ob ein Glaube eine Religion ist oder nicht, ist der
Versuch er Gläubigen, auf übergeordnete Mächte Einfluss zu nehmen, um sich
Vorteile zu sichern.
Die religiösen Erfahrungen –
ganz banal
Immer mehr Menschen suchen die
Erfahrung des Göttlichen in eigener Regie. Früher war es die Kirche, die einem
das Göttliche vermittelte. Heute wollen immer mehr Menschen das Göttliche
selbst erfahren und einen persönlichen Bezug zum Göttlichen zu bekommen.
Alle Erfahrungen des Göttlichen
kann der Mensch nur im Zustand des Traumes oder in einem dem Traum ähnlichen
Bewusstseinszustand machen. Die religiösen und meditativen Praktiken bestehen
darin, den Menschen in einen schlafähnlichen Zustand zu versetzten, in welchem
im Gehirn Bilder, Töne, oder sonstige Wahrnehmungen und Gefühle erzeugt werden.
Dieser Zustand kann durch Drogen, durch Musik, durch Atemtechniken, durch
Tanzen erreicht werden. Entscheidend ist, dass dabei der Sauerstoffgehalt des
Blutes abfällt. Wenn der Mensch schläft, sind Atmung und Herzschlag reduziert.
Wenn er nun zu träumen beginnt, hat dies eine gesteigerte Gehirnaktivität zur
Folge. Dadurch wird im Gehirn mehr Sauerstoff verbraucht; dieses Mehr an
Sauerstoff kann aber die sparsame Atmung und der reduzierte Herzschlag nicht
liefern, so das der Sauerstoffgehalt des Blutes im Gehirn abfällt. Diese
Verringerung des Blut-Sauerstoffgehaltes, während des Traumes kann man mit
Hilfe eines Pulsoximeters messen. Dass die Person
träumt, kann man auch an den Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern (Rapid eye movements) erkennen; oft
bewegt sich die Person auch im Schlaf und spricht undeutlich.
Der verringerte
Sauerstoffgehalt führt wider Erwarten zu einer zunehmenden Gehirnaktivität,
weil die Weiterleitung von Nervenimpulsen von einer Nervenzelle zur anderen im
Zustand des Sauerstoffmangels nicht so gut gebremst und kontrolliert wird wie
im Wachzustand. Es treten vermehrt „wilde“ und phantastische Assoziationen
auf. Deshalb sind die Menschen im Traum
besonders kreativ.
Der Traum kommt dann aber meist
schnell zu Ende, weil die Person unwillkürlich tiefer durchatmet, um das
Sauerstoffdefizit nicht gefährlich werden zu lassen. Dadurch wacht die Person
nicht selten auf, fällt aber meist in den traumlosen Schlaf.
Träume entstehen oft, wenn die
Person gerade beim Aufwachen ist, weil mit dem Aufwachen die Gehirnaktivitäten
ansteigen (oft auch ausgelöst durch störenden Geräusche oder unangenehme
Empfindungen, die der Schlafende hat). Dieses „Hochfahren“ der Gehirnaktivitäten
führt zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn (weil der Kreislauf und Atmung noch
im Schongang fahren). Dieser Sauerstoffmangel senkt die Erregbarkeitsschwelle
der Nervenzellen und es kommt zu „wilden“ Assoziationen und Bildern: ein Traum
kommt in Gang.
Alle Erfahrung des „Göttlichen“
beruhen auf „inneren“ Wahrnehmungen, die man im Traum oder in sonstigen, durch
verminderten Sauerstoffmangel des Gehirns hervorgerufenen Bewusstseinszuständen
hat.
Es bleibt unbestritten, dass diese
wilden und kreativen Gehirnaktivitäten einen Wahrheitsgehalt und einen Bezug
zur Realität haben können.
Der Mensch ein Egoist – na und
?
Jeder Mensch ist ein Egoist.
Nur so konnte die Menschheit sich selbst behaupten. Es ist keine Schande, ein Egoist
zu sein; vielmehr ist es ganz natürlich. Wer sich nicht selbst behaupten kann,
ist zum Untergang verurteilt.
Die Frage ist nur, wie man mit
seinem Egoismus umgeht. Zunächst muss man ihn sich eingestehen und mit ihm
umgehen lernen. Wer immer nur seine Interessen rücksichtslos gegen andere
durchsetzt, ist sehr schnelle allein und hat viele Feinde. Das dient kaum den
eigenen Vorteil.
Es ist ein Fehler, den eigenen
Vorteil aus dem Auge zu verlieren. Man muss den rücksichtslosen Egoisten
möglichst bald zeigen: so geht’s nicht ! Man sollte aber auch den Vorteil und
die Wünsche der anderen nicht ignorieren. Von einem gerechten und fairen
Ausgleich der Interessen haben alle einen Gewinn. Eine Gesellschaft, die so
weit ist, das zu praktizieren, nennt man Zivilisation.
Doch Schluss jetzt mit den
Banalitäten.