Mein Credo und Non-Credo

Von Richard Beiderbeck  http://www.koinae.de/       

 

Ich glaube, dass die Menschenrechte universell gültig sind und überall durchgesetzt werden müssen.

Ich glaube nicht, dass irgend ein Mensch, irgend eine Religion, irgend eine Philosophie oder irgend eine Regierung über den Menschenrechten steht.

Ich glaube, dass weltweiter Friede und weltweiter Wohlstand erreichbar sind.

Ich glaube nicht, dass Kriege ein unvermeidliches Schicksal der Menschheit sind.

Ich glaube, dass jedermann einen Anspruch auf einen gerechten Anteil an dem hat, was die Natur gibt und die menschliche Arbeit hervorbringt.

Ich glaube nicht, dass ein Mensch einen Anspruch darauf hat, mehr als das Zehnfache dessen zu besitzen, zu verbrauchen und zu verdienen als der Durchschnittsverdiener ins seinem Land.

Ich glaube, dass die Menschheit eine untrennbare Einheit darstellt.

Ich glaube nicht, dass die souveränen Nationalstaaten das Ende der politischen Entwicklung sind.

Ich glaube, dass die Menschheit einst in einem demokratischen und föderalen Weltbundesstaat friedlich und in Wohlstand vereint sein wird.

Ich glaube nicht, dass die Militärs und die Nationalisten das Schicksal der Welt bestimmen sollten.

Ich glaube, dass es keine Bürgerkriege mehr geben wird, wenn die Interessen zwischen arm und reich, zwischen Minderheiten und Mehrheiten zu einem gerechten Ausgleich gebracht werden.

Ich glaube, dass der Geist der Gemeinsamkeit den Geist der Gruppenegoismen überwinden muss.

Ich glaube nicht, dass Radikalisten und Fundamentalisten die Mehrheit aufhetzen dürfen.

Ich glaube, dass Korruption und Verbrechen in den höchsten Positionen von Staat und Regierung aufgedeckt und verhindert werden kann.

Ich glaube nicht, dass sich die Mehrheit der Menschheit auf Dauer gefallen lässt, dass Egoisten und Verbrecher an der Macht sind.

Ich glaube, dass die Demokratie die beste Staatsform ist, und dass die Mehrheit der demokratischen Politiker ehrliche und aufrechte Menschen sind.

Ich glaube nicht, dass jemand, der außerhalb jeder öffentlichen Kontrolle steht, Macht haben sollte.

Ich glaube, dass Traditionen eine lange Erfahrung wiederspiegeln, die oft einen tiefen Sinn haben. Den Sinn und den Unsinn der Traditionen gilt es zu erforschen, bevor man sie verwirft.

Ich glaube nicht, dass Traditionen jeder Art die letzte und absolut verbindliche Weisheit sind. Sie sind oft durch Zufall entstanden und haben sich erhalten, weil sei einem Bedürfnis entgegenkommen. Dieses Bedürfnis ist aber oft nur das Bedürfnis einer Minderheit.

Ich glaube, dass niemand das Monopol auf die Wahrheit hat.

Ich glaube nicht, dass jemand, der sich anmaßt, über Gott und die Welt umfassend Bescheid zu wissen, über andere Menschen Macht haben sollte.

Ich glaube, dass man religiösen, ideologischen und politischen Autoritäten zutiefst misstrauen sollte.

Ich glaube, dass der Mensch nach seinem Tode noch eine Weile als Schatten seiner Selbst weiterexistiert, dann aber sich mit Gott vereint und nicht mehr als Individuum weiter fortbesteht.

Ich glaube nicht an des Rad der ewigen Wiedergeburt und das Karma.

Ich glaube, dass Gott in allen Dingen und über allen Dingen ist.

Ich glaube nicht, dass Gott durch Beten oder Lobpreisungen beeinflusst werden kann.

Ich glaube, dass Gott die Welt erschaffen hat und dass die Unvollkommenheit der Welt die Unvollkommenheit Gottes wiederspiegelt.

Ich glaube nicht, dass Gott ausschließlich positive Eigenschaften hat.

Ich glaube, dass Gott die Schöpfung noch nicht vollendet hat und bei der Vollendung auf den Menschen und seine Nachfolger angewiesen ist. 

Ich glaube nicht, dass Gottes Ziel das Glück und die Erlösung des Menschen ist.

Ich glaube, Gottes Ziel ist die Vollendung der Schöpfung und die Vollendung seiner selbst.

Ich glaube nicht, dass es von Gott auserwählte Völker oder Menschen gibt.

Ich glaube, dass der Mensch ein Stück von Gott in sich hat.

Ich glaube nicht, dass der Mensch der krönende Abschluss der Evolution ist.

Ich glaube, dass nach dem Menschen etwas kommen wird, das dem Menschen überlegen sein wird.

Ich glaube nicht, dass der Mensch das verhindern kann oder soll.