Die
sanfte Herrschaft des Kollektivs
Von Richard Beiderbeck http://www.koinae.de/ Email: webmaster@koinae.de
Das Wort „Idiot“ kommt von griechisch „idiotäs“, Eigenbrötler. Ein Idiot ist ein Mensch, der sich
von dem Kollektiv absondert und damit nicht an den Erfahrungen und dem Wissen
des Kollektivs teilhat.
Das Kollektiv ist
intelligent, der einzelne wird erst durch die anderen Menschen von seiner
Unbedarftheit befreit
Unsere Gesellschaft macht einen Kult um den großen
Einzelnen, um das Genie, das die dumpfe Masse turmhoch überragt. Das Wort
Kollektiv hat einen Beigeschmack von Kommunismus, Totalitarismus, es riecht
nach Stalin und Hitler. Aber gerade für die von Stalin und Hitler regierten
Staaten war der große Einzelne charakteristisch, dessen Wahnideen und Neurosen
sich die Clique, die den Staat regierte, ängstlich und speichelleckerisch
unterwarf. Damit war das ganze Land den Wahnideen, Ängsten und der kriminellen
Energie von Individuen ausgeliefert, die niemals zu Macht hätten kommen dürfen.
Irgendjemand hat mal gesagt: „In normalen Zeiten stecken wir sie ins Irrenhaus
(oder ins Gefängnis), in extremen Zeiten regieren uns die Verrückten (und
Kriminellen).“
Stalin und
Hitler entwickelten sich, je länger sie an der Macht waren, zu Idioten. Sie
wurden zu Eigenbrötlern, die sich vom Kollektiv absonderten, die keine Kritik
mehr zuließen und der Vernunft nicht mehr zugänglich waren. Der Putsch von 1944
gegen Hitler war keine moralische Auflehnung gegen die Verbrechen Hitlers,
sondern eine Revolte gegen seine Idiotie und Unbelehrbarkeit. Hitler im
Führerbunker, Stalin im Kreml: isolierte Idioten, gefangen in ihrer eigenen
Welt, unbelehrbar, oder wie es heute heißt: beratungsresistent.
Die großen und
bedeutenden Leistungen werden von Kollektiven vollbracht
Der Einzelne schöpft nur aus dem, was das Kollektiv
schon vorher geschaffen hat. Er lenkt und gestaltet nur die Arbeit des
Kollektivs.
Haben Sie das Haus Goethes in Weimar besucht ? Dort kann man einen Blick die umfangreiche
Privatbibliothek Goethes werfen. Hier fand Goethe seine Stoffe und seine
Vorlagen. Er hat sie nur meisterhaft umgestaltet. Und was wäre Goethe ohne sein
Publikum, seine Leser und Zuschauer. Der große Einzelne ist nur das, was die
andern Mitglieder des Kollektivs auch ist, aber er ist intelligenter,
schöpferischer und vitaler. In ihm konzentrieren und entfaltet sich lediglich
die Kräfte des Kollektivs. Was wäre Napoleon ohne seine Armee und seine
Generäle, was wäre Hitler ohne seine Partei gewesen ?
Vom Tier unterscheidet sich der Mensch durch die
Sprache. Durch die Kommunikation wird aus einer Gruppe von Menschen ein
Kollektiv. Das Kollektiv macht den Menschen über das Tier überlegen. Ohne das
Kollektiv ist der Mensch kaum mehr als ein Tier.
Die Kollektive der
Hochkulturen
Ein Hochkultur verfügt über die Schrift.
Erst durch die Schrift konnten Botschaften über weite Strecken gesandt und
Listen angelegt werden, z. B. Listen von Gesetzen, oder Listen von Besitzgütern
oder Listen von Beamten. Wissen konnte gespeichert werden, eine funktionierende
Staatsverwaltung konnte entstehen.
Die Hochkulturen waren den primitiven Kulturen
überlegen, weil ihre Kollektive besser organisiert, mächtiger und intelligenter
waren.
Schlechtes Kollektiv
heißt schlechtes Leben für das Volk
Je besser organisiert und je effizienter ein
Kollektiv ist, umso leichter wird es seine Mitglieder mit dem täglichen Bedarf
versorgen und ihnen soziale Sicherheit gewähren.
In den unterentwickelten Ländern sind die staatlichen
Kollektive unterentwickelt und durch Korruption gelähmt. In diesen Ländern sind
die Regierungen nicht fähig und nicht willens, ihren Bürgern Wohlstand und
Sicherheit zu gewähren. Deswegen strömen die aktiven und mobilen Teile der
Bevölkerung der unterentwickelten Länder nach Europa und die USA.
Zwischen Wohlstand und Rechtsstaat, der das Eigentum
schützt, besteht ein verblüffend einfacher Zusammenhang: In Ländern, wo das
durchschnittliche Jahreseinkommen Einkommen über 6000 Dollar liegt, gibt es einen
Rechtsstaat und Schutz des Eigentums und meist auch eine Demokratie oder
Republik. In den armen Ländern, in denen
das Volk arm ist, ist die Staatform Diktatur oder Pseudodemokratie. Diktatur
und Korruption machen das Volk arm, der Rechtsstaat hebt den Wohlstand des Volkes.
Der Rechtsstaat ist eine Organisationsform, in
welcher sich das Kollektiv Gesetze gegeben hat und diese auch durchsetzt. Wo
kein Rechtsstaat ist, herrscht die Willkür des mächtigen und gewaltbereiten
Individuums über das Kollektiv.
Große Metropolen sind
hochentwickelte Kollektive
Dort siedeln sie sich bevorzugt in den großen
Metropolen an. Aber auch in den unterentwickelten Ländern sind die Metropolen
ein großer Magnet, weil sie Kollektive sind, die ihre Einwohner besser
versorgen können als das flache Land.
Je höher ein Kollektiv entwickelt ist, umso
anfälliger ist es gegen Sabotage und Katastrophen. Die Metropolen sind die am
höchsten entwickelten Kollektive, deshalb auch die verwundbarsten. Wenn es
Terroristen schaffen, die Stromversorgung (und damit die Computernetze, das
Telefonnetz, Die TV-Sender, den Nahverkehr und die Trinkwasserversorgung)
dauerhaft lahmzulegen, treffen sie eine Metropole ins Mark.
Aber nicht nur Terroristen können eine Metropole
lahmlegen, sondern auch ein Krieg. Deswegen können die heutigen modernen
Staaten und ihre Metropolen keinen Krieg gegen einen Gegner führen, der in der
Lage ist, ihre Metropolen ernsthaft zu treffen. Der 11. Sept. 2001 war für die
USA deshalb der große Schock, weil offenbar wurde, daß
eine Metropole wie New York so schrecklich verwundbar ist.
Die Verletzbarkeit der
Metropolen
Die Metropolen stehen vor der Herausforderung, sich
gegen barbarische und verbrecherische Angriffe zu schützen. Die USA haben Angst
vor Atomraketen in den Händen von Verbrechern und Barbaren und wollen sich
durch einen Schutzschild absichern. Aber was ist mit Sabotageakten, die von
intelligenten und technisch kenntnisreichen Terroristen und Saboteueren
ausgeführt werden ?
Die Selbstmordattentäter, die sich inmitten von einer Menschenmenge auf
einem öffentlichen Platz in die Luft sprengen, sind getrieben von ihrem
Todestrieb, aber sie sind nicht gesteuert von Intelligenz. Wenn sie ihre
Vernichtungskraft gezielt gegen Personen und Objekte besonderer Bedeutung
einsetzten könnten, wären sie eine tödliche Bedrohung für die Metropolen der
hochentwickelten Welt. Wenn dies geschieht, muß sich
die zivilisierte Welt gegen den Angriff der Barbaren schützen, indem sie
jedermann, der sich in einer Metropole aufhält, kontrolliert und überwacht –
gleichgültig über er ein Einheimischer oder ein Fremder ist.
Noch reichen die technischen Kapazitäten dazu bei
weitem nicht aus. Aber wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die mit dem
Chip und dem Computer begonnen hat. Aber die Entwicklung ist rasant.
Die Angst vor dem
Überwachungsstaat
Das lässt Ängste in all denen hochsteigen, die einer
Minderheit angehören. Aber wenn jeder jeden überwacht, haben es die z. B. die
Rechtsextremen schwer, ihre Gewalttaten gegen Minderheiten zu begehen. Und sie
sind selbst eine Minderheit. Deshalb können sich die Rechtsextremen mit dem
kollektiven Überwachungsstaat nicht anfreunden, genauso wenig wie die
Plutokraten, die ihre Profite lieber insgeheim einstreichen und in die Schweiz
transferieren. Das Kapital ist ein scheues Reh, und im Scheinwerferlicht des
kollektiven Überwachungsstaates würde es Panik bekommen.
Der kollektive Überwachungsstaat, in welchem
jedermann jederzeit wissen kann, wer sich wo aufhält, ist ein Staat, der zwar
nicht alle Verbrechen verhindern, aber jeden Verbrecher lokalisieren und
identifizieren kann.
Verbrechen im Affekt wird man auch im
Überwachungsstaat nicht verhindern können. Aber sie werden deutlich seltener
sein. Triebtäter, Kinderschänder und Sexualmörder wird es auch in Zukunft
geben. Aber man wird ihnen eher auf die Schliche kommen.
Den genialen Verbrecher, der seine Spuren geschickt
verwischt, der die Computer und die Überwachungsnetze austrickst, wird es auch
dann noch geben. Aber Sie werden es verdammt viel schwerer haben – und zwar
noch aus einem anderen Grund: Wenn erst einmal das Bargeld abgeschafft sein
wird, und wenn jeder Gegenstand von Wert mit einem Chip ausgestattet sein wird,
der sein Ortung erlaubt, dann wird jeder Diebstahl, jeder Betrug und jedes
Eigentumsdelikt vor den Augen der gesamten Öffentlichkeit (und heute heißt das
schon: des Internets) liegen. Das gläserne Konto, der Schrecken aller
Steuerhinterzieher oder auch aller Betrüger und Kriminellen, wird Wirklichkeit
sein. Jedermann wird sehen können, wie viel Geld und Vermögen auf allen Konten
ist, und man wird sich fragen: Womit sind die Millionen und Milliarden verdient
worden ? Und man wird fragen: Wurden diese Millionen
mit ehrlichen und ehrbaren Mitteln verdient?Und
selbst wenn es legal zugegangen ist, welche Leistung könnte es rechtfertigen, daß die Bezahlung tausend Mal höher ist als die eines
Notarztes, einer Krankenschwester oder eines Bauarbeiters?
Man könnte jetzt endlos darüber diskutieren, ob ein
Überwachungsstaat wünschenswert ist oder nicht. Die meisten werden ihn vehement
ablehnen – aus tiefsitzenden persönlichen Ängsten
heraus. Da helfen auch keine Argumente. Aber der Überwachungsstaat wird kommen.
Und wenn er dann etabliert ist, wird man sich nach einigen Jahren kaum noch
vorstellen, wie man ohne ihn leben konnte.
Der Überwachungsstaat
wird kommen
Die Revolution wird zunächst eine
technische sein. Die Technik ist die große Revolutionärin, der keiner
widerstehen kann.
Die Verletzbarkeit der Metropolen wird dazu
führen, daß der Überwachungsstaat kommt, sobald die
technologischen Voraussetzungen dafür gegeben sind, nämlich: Immense digitale
Speicher- und Übertragungskapazitäten und intelligente Sprach- und Bildanalyse
durch Computer, eindeutige Biometrie von Personen,
allgemeine Nutzung von GPS-Handys und RFID Chips. Das ist nur eine Frage der
Zeit. Entwicklungen, von denen wir heute noch nichts wissen, könnten dies noch
beschleunigen.
Der Überwachungsstaat wird kommen. Aber
es soll ein sanfter, demokratischer sein, eine neue Art der Demokratie, welche
die Möglichkeiten des Internets nutzt. Es wird das exakte Gegenteil einer
Diktatur sein, nämlich die Herrschaft aller über alle (und nicht die Herrschaft
eines Einzelnen über alle). Es wird aber auch das Gegenteil von Herrschaft
sein: Wenn alle über allen herrschen, wird niemand über niemand herrschen. Das
wird aber nichst Anarchie sein, sondern wahrer
Liberalismus. Es wird sein: Demokratie 2.0, eine Folge auch von Web 2.0.
Der Überwachungsstaat, den ich klar vor mir sehe, und
der in einigen Jahrzehnten kommen wird, ist weit von dem entfernt, was seine
Gegner befürchten. Im Überwachungsstaat der Zukunft wird nicht ein Diktator
oder eine Partei das Volk überwachen und kontrollieren, sondern jeder wird
jeden kontrollieren – per Internet. Insbesondere werden die Bürger die
Mächtigsten und Reichsten kontrollieren, aber auch die Verbrecher, die
Verhaltensgestörten, die psychisch Kranken und die Verrückten. Denn jeder von
ihnen kann zum Amokläufer und Terroristen werden.
Jeder wird jeden kontrollieren – das hört sich
schrecklich an. Und doch ist es der normale Alltag in jeder Gruppe und in jedem
Dorf. Weniger dramatisch ausgedrückt – jeder schaut auf jeden. Und solange sich
jeder im Rahmen der Norm bewegt, wird das bald langweilig und uninteressant.
Man wird also eine Sensibilität für abweichendes Verhalten entwickeln.
Das Kollektiv macht
den Menschen
Der Mensch tritt als Kollektiv auf. Jedes
Lebewesen, das auf die menschliche
Spezies trifft, bekommt es früher oder später mit dem Menschen als Kollektiv zu
tun. Der Mensch als Individuum ist zwar nicht gerade dumm oder schwach, aber
erst im Kollektiv besitzt er die überlegene Intelligenz und Macht, die ihn zu
Herrscher über diesen Planeten gemacht hat.
Das Wort „Kollektiv“ hat einen denkbar
schlechten Ruf. Es erinnert an DDR und Kommunismus, an Diktatur und
Totalitarismus. „Der Einzelne ist nichts, das Kollektiv ist alles
!“. Solche Sprüche sind in übler Erinnerung. „Es gibt kein kollektives
Gehirn“ sagt Gary Cooper in einem alten Film. Gemeint ist, dass der Mensch als
Individuum allein über Intelligenz und Kreativität verfügt, während die dumpfen
Massen nur stumpfsinnig einem Führer folgen.
Das Kollektiv ist
etwas Positives, auch wenn das Wort negativ besetzt ist
Ich verstehe das Wort Kollektiv natürlich
etwas anders als die Stalinisten und Nazi’s. Meine
alltägliche Erfahrung ist, dass das Kollektiv weit intelligenter und auch
humaner ist als das Individuum. Ein kleines Beispiel: Die
Straßenverkehrsordnung wurde von einem Kollektiv erlassen. Aus den Erfahrungen
des Kollektivs hat sich nämlich ergeben, dass die Einhaltung von Regeln im
Straßenverkehr für alle besser und sicherer ist. Wenn man als Autofahrer die
andern Teilnehmer am Straßenverkehr beobachtet, merkt man schon bald, wie dumm,
kriminell und gefährlich Individuen sein können.
Das Wort Kollektiv ist durch die
totalitären Regime in Misskredit geraten. Schuld daran ist aber nicht das
Phänomen „Kollektiv“, sondern die Phänomene „Diktatur“ und
„Totalitarismus“; hier verfügen die
Individuen an der Spitze über unbeschränkte Macht und können ihren Wahn und
ihre Bösartigkeit ausleben, ohne dass sie das Kollektiv in die Schranken weisen
kann. Die unbeschränkte Macht verdanken sie dem Phänomen „Hierarchie“. Erst mit
Hilfe der von ihnen dirigierten Hierarchie gelingt es ihnen, große
Menschenmassen unter Kontrolle zu halten und sie zu lenken. Der Diktator an der
Spitze ist die logische Konsequenz jeder Hierarchie. In der Hierarchie wird das
Kollektiv von dem Individuum (oder der Gruppe) an der Spitze kontrolliert. Aber
eigentlich müsste doch das Kollektiv die Individuen an der Spitze
kontrollieren.
Diesen Gedanken hat sich die Demokratie
zu eigen gemacht und durch Wahlen, Gewaltenteilung, Föderalismus usw. erreicht,
dass das Individuum an der Spitze seine Macht nur begrenzt und nur auf Zeit
ausüben kann. Das ist eine erheblich Verbesserung, aber noch nicht das
Nonplusultra. Es wäre ja auch eine Gesellschaft denkbar, in der es überhaupt
keine Hierarchien gibt und in der alle Macht in den Händen des Kollektivs
liegt. Das ist nicht dasselbe wie Anarchie. Die Anarchisten wollen eine
Gesellschaft, in der überhaupt keine Macht ausgeübt wird und sich jeder selbst
überlassen bleibt. Sie fordern: „Keine Macht für niemand !“
Das endet dann in der Praxis so, dass man schon bald das Chaos satt hat und
nach einem „starken Anarchen“ ruft.
Omnikratie: Die sanfte Herrschaft des Kollektivs
„Alle Macht für alle !“,
ist dagegen der Grundgedanke der Herrschaft des Kollektivs. Ich nenne diese
Herrschaft des Kollektivs „Omnikratie“, die
„Herrschaft aller“. Das ist das genaue Gegenteil der Forderung der Anarchisten:
„Keine Macht für niemand“.
Aldo Capitini
(1899 bis 1968, Professor für Moralphilosophie an der Universität Perugia)
beschreibt in seinem Buch „Il Potere di Tutti" auf Seite
92 die Omnikratie als seine gewaltlose soziale Revolution, welche
die Macht auf möglichst viele Zentren und Gruppen verteilen will. Sie steht
damit im Widerspruch zum Zentralismus. Capitini ist
der Ansicht, daß die Demokratie nur die halbe
Wegstrecke zurückgelegt hat und daß sie zur Omnikratie werden muß, will sie
nicht wieder zum Gegenteil umschlagen, in die Oligarchie, die Herrschaft der
wenigen Reichen und Mächtigen.
Wir haben ja in der BRD schon die Demokratie, die
Herrschaft des Volkes. Wir sind das Volk. Aber wir herrschen nicht. Das tun
andere für uns, nämlich unsere Volksvertreter, welche die Gesetze machen. Aber
auch sie üben keine direkte Macht aus. Das tut der von den Volksvertretern
gewählte Bundeskanzler, der sich ein Kabinett aus Ministern zusammenstellt.
Aber eigentlich herrschen nicht die Politiker, sondern die Interessenverbände,
die Großkonzerne und alle, die sich die Politiker kaufen können. Aber auch das
stimmt nicht: nicht die Politiker sind käuflich (wenigstens im Normalfall),
sondern die Parteien. Sie hängen nämlich von den Wahlkampfspenden ab. Die
Politiker nehmen das Geld, aber bereichern sich nicht persönlich daran, sondern
verwenden das Geld für Ihre Partei.
Wer herrscht nun wirklich in der Demokratie ? Alle herrschen - die einen mehr, die andern
weniger. Der Wähler herrscht eher weniger. Das Kapital herrscht eher mehr. Denn
das Kapital hat dem Staat Geld geliehen, und der Staat muß
seine Schulden bedienen. Deshalb steht er in einem demütigen
Abhängigkeitsverhältnis vom Kapital, um nicht zu sagen: in einer Art
Schuldknechtschaft. Deshalb verkauft der Staat
nach und nach alles, was er hat. Demnächst vielleicht auch die Schienen
und die Grundstücke, auf denen die Züge fahren.
Diktatur: Hier
herrscht die Gewalt der Waffenträger, d. h. Willkür und Ungerechtigkeit
Jede Diktatur herrscht durch die
Waffenträger, die durch Privilegien und Ideologie dem Diktator besonders treu
verbunden sind. Sie ermöglichen es dem Regime, den Bürger willkürlich und
ungerecht zu behandeln, denn Justiz und der ganze Staatsapparat sind in der
Hand der Waffenträger, zu denen auch die Geheimdienste und die Mafia zählen. So
kann der totalitäre Staat den Kapitalisten mit Gewalt das Kapital wegnehmen.
Die Zustimmung der Unterschichten ist ihm dabei sicher. Das ist das süße Gift
der Diktaturen. Aber das geraubte Kapital landet nicht bei den Unterschichten,
sondern bei den Bewaffneten und den Parteigängern des Diktators.
Die etwas subtilere
Art der Machtausübung durch Gewalt: Drohung, Erpressung und Korruption
Wenn der Stärkere klug ist, vermeidet er
es zu kämpfen, auch wenn er überlegen ist – es sei denn, er will sich und
anderen zeigen, wie stark und überlegen er ist. Wer aber die Gewalt quasi
professionell ausübt, z. B. die Mafia, versucht, die Anwendung von Gewalt zu vermeiden.
Denn auch wenn man einen Kampf gewinnt, so kann einem der Unterlegende doch
erheblichen Schaden zufügen. Also ist es besser, sich auf die psychologische Kriegsführung
zu verlegen: Man demonstriert seine Macht und seine Fähigkeit, Schaden
anzurichten. Der Schutzgelderpresser von der Mafia spricht erst einmal mit
seinem Opfer und macht ihm drastisch klar, was es für Folgen hat, wenn es nicht
zahlt. Bleibt das Opfer standhaft, wird erst mal Sachschaden angerichtet oder
das Haustier getötet. Bleibt dies ohne Wirkung, eskaliert es weiter mit
Körperverletzung. Hilft auch das nicht, wird Frau oder Kind bedroht usw.
Auch bei der Erpressung wird das Opfer
nicht dirket körperlich angegriffen, sondern man
droht dem Opfer großen Schaden an.
Bei der Korruption wird dem Opfer eine
Geldzahlung abverlangt. Wenn nicht gezahlt wird, wird eine Leistung verweigert:
Korrupte Behörden und Staatdiener erwarten, daß sie
ein Schmiergeld bekommen, ansonsten gibt es keine Genehmigungen und keine
Leistungen und wer nicht zahlt, muß mit vielerlei
Schikanen und Drohungen rechnen. All das ist die etwas subtilere Art des Raubes
und der Erpressung. Letztlich führt es dazu, daß das
Volk von einer parasitenklasse ausgesaugt wird und niemals zu Wohlstand kommen
kann. Das Produktivitätsniveau sinkt, weil das Volk sich sagt: was soll ich
mehr arbeiten oder mich unternehmerisch betätigen, wenn mir mein Gewinn doch
wieder abgenommen wird ?
So halten die korrupten und
gewaltbereiten Individuen die Mehrheit, also das Kollektiv, im Griff. Erst wenn
es mutige Individuen gibt, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen und
gegen die Korruption und die Willkür ankämpfen, kann eine
Rechtsstaat entstehen. Dazu muß aber das Kollektiv
solidarisch handeln und seine Vorkämpfer nicht im Stich lassen. Sonst stehen
diese auf verlorenem Posten. Ein Umsturz gelingt ohnehin meist nur, wenn die
herrschenden Individuen durch das Alter oder durch andere Umstände geschwächt
sind und wenn die Aufständischen Hilfe von außen erhalten.
Religion: Die
Herrschaft der Lüge und des Betruges
Die
Glaubensprofiteure und die Gläubigen sagen: „Wie kann Religion Lüge sein! Wir
sagen die Wahrheit, ja wir sind im alleinigen Besitz der Wahrheit. Wer an
unsere Wahrheit nicht glaubt, wird bis in alle Ewigkeit verdammt sein!“
Die wie sieht die Realität aus?: Vor Zweitausend Jahren hat Jesus das baldige Kommen des
Reiches Gottes angekündigt. Was ist gekommen: Die Inquisition, die Kreuzzüge,
die Pogrome, der Holokaust, Die Völkermorde in
Kambodscha, Ruanda, Darfour, Kongo usw. - und
unzählige Kriege. Wie heißt es in der Bibel: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen !“ Was haben 1400 Jahre Islam, zweitausend Jahre
Christentum und dreitausend Jahre Judentum für Früchte getragen? Wo ist die
Herrschaft des Guten? Wo ist das Reich Gottes?
Die große Lüge der drei monotheistischen
Religionen ist die Behauptung, daß sie dem Menschen
das ewige Leben schenken können. Ein gewaltiges Versprechen, aber nur eine
gewaltige Lüge. Alle Menschen sind sterblich, und wenn es je eine Chance gibt,
die Geist und Persönlichkeit eines Menschen unsterblich zu machen, dann kommt
sie von Wissenschaft und Technik und nicht von der Religion.
Nietzsche sagte: „Gott ist tot !“ Aber da geht Nietzsche zu weit - denn Gott ist nicht
totzukriegen. Und wahrscheinlich ist es auch nicht wünschenswert. Aber eines
ist sicher: Jesus ist tot. Er ist nicht wiederauferstanden (es sei denn, er war
scheintot), und auch seine Anhänger werden nicht auferstehen und nicht in den
Himmel kommen. Hier ist der Wunsch der Vater des Glaubens.
Und so sind die Religionen, die das ewige
Leben versprechen, nur Lügengebäude, die nur auf den Hoffnungen der Gläubigen
beruhen.
Mittelalterlicher
Feudalismus: Die Herrschaft von Gewalt und Religion
Weder der Krieger noch der Priester kann
allein das Volk beherrschen. Beide sind aufeinander angewiesen. Der Krieger
braucht den Priester, um das Volk dumm und fügsam zu halten. Der Priester
braucht den Krieger, um die Ketzer und Ungläubigen mundtot zu machen. Beide zusammen
haben sie das ganze Mittealter hindurch die Welt regiert. In mancher Hinsicht
endete das Mittelalter erst mit dem ersten Weltkrieg und es besteht in der
islamischen Welt weiterhin fort.
Im Sozialismus (egal ob Sowjetsozialismus
oder Nationalsozialismus) trat an die Stelle der Religion die Ideologie,
anstelle des Papstes der Chefideologe und der Propagandaminister. Das Ergebnis
war das gleiche: Die Versklavung der Massen durch eine relativ kleine Zahl von
Individuen, die sich zum gemeinsamen Nutzen zusammengeschlossen haben, um mit
Lüge und Gewalt zu herrschen.
Demokratie: Das
geschützte Biotop für Kapitalisten
Der demokratische Rechtsstaat ist durch
Gesetze gebunden, die das Recht auf Eigentum und Profit garantieren und es vor
Ausplünderung, Erpressung und Korruption schützen. Deshalb fühlt sich das
Kapital hier wohl und geborgen. Aber das Kapital selbst handelt willkürlich und
ungerecht. Aber es tut dies komplizierter und oft wirkungsvoller als die
Bewaffneten in der Diktatur.
Die Opfer der kapitalistischen
Bereicherungsmethoden sind besser dran als die Opfer der Gewalt anwendendenden und Gewalt androhenden Methoden. Deshalb ist
es immer besser, von einem Kapitalisten als von einen Totalitaristen ausgeplündert zu werden. Der Kapitalist
schont nämlich Leib und Leben und er vermeidet die direkte Gewaltanwendung. Aber
auch er kennt die Gewaltanwendung, aber dies geschieht über den Staat, über
Anwälte, Richter und schließlich die Polizei, die z. B. eine Zwangsräumung
einer Wohnung oder eine Einlieferung ins Gefängnis oder Irrenhaus durchsetzen.
Die westlichen Demokratien haben auch die
Gewaltanwendung zivilisiert und humanisiert. Man hat Gelernt, nicht mit
Gewehren oder Kanonen auf Aufständische zu schießen, sondern mit Wasserwerfern
und Tränengas. Hätten die Chinesen diese Mittel besessen, hätte es 1989 das
Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens nicht gegeben.
Die Herrschaft des Kapitalismus ist also
humaner und angenehmer, auch effizienter.
Im Dienste des Kapitalismus stehen auch
die vielen Wissenschaftler und die Techniker, sowie die ganze Industrie, die
die Erfüllungsgehilfen des Kapitalismus mit überlegenen Waffen versorgen. So
kam es, daß der Kapitalismus trotz der meist
geringeren Motivation und der geringeren Opferbereitschaft seiner Soldaten über
die kriegerischen Eliten von Diktaturen siegen konnte. Hitlers SS war und die
fanatischen Moslemkämpfer sind dem Westen im klassischen Krieg unterlegen, weil
sie weniger und schlechtere Waffen haben. Produktivität und technisches know how helfen den westlichen
kapitalistischen Ländern über die islamische Welt zu triumphieren, was diese in
tiefe Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle stürzt, die sie kompenisieren und überkompensieren will.
Eine unmittelbare Gefahr für Leib und
Leben besteht für den Bürger in einer vom Kapital beherrschten Demokratie
nicht. Man nimmt uns nur das Geld ab. Da
es aber besser ist, sein Geld als sein Leben zu verlieren, ist die Demokratie
eindeutig die angenehmere Staatsform. Die Demokratie schützt den Bürger und
sein Eigentum. Deshalb ist die Demokratie beim Bürger beliebt, aber noch
beliebter beim Kapitalisten. Der Kapitalist kann in der Demokratie (und nur in
der Demokratie) seinen Besitz mehren und in astronomische Höhen wachsen lassen.
In der Demokratie muß er nicht fürchten, dass ein bewaffneter Trupp daherkommt und ihm alles
wegnimmt (einschließlich seines Lebens). George W. Bush will die Welt sicher
machen für die Demokratie und er will die Demokratie überall in der Welt
verbreiten. Welch ein lobenswertes Unterfangen ! Nur schade, dass er
„Demokratie“ sagt und „Kapitalismus“ meint.
Wenn man genau hinschaut, braucht der
Kapitalismus weniger die Demokratie, sondern den Rechtsstaat, der das Recht auf
Eigentum und auf Profitmaximierung schützt. Man sagt „Demokratie“ aber man meint
einen Staat, in welchem weder der Krieger noch der Priester herrschen, sondern
der Kaufmann, der Finanzkapitalist, der Spekulant, Versicherer (der Wetten
abschließt, die im statistischen Mittel zu seinen Gunsten ausgehen – Prinzip
Spielbank) und der Bankier.
Der Staat, von dem diese Leute träumen
ist der „schlanke Staat“. Man könnte auch sagen: Der abgemagerte und
ausgezehrte Staat. Er soll nur eines garantieren: Das Recht auf Besitz und die
Mehrung des Besitzes durch Zinsen, Gewinnmargen und Spekulationen. Und wenn der
Unternehmer vor der Pleite steht, dann soll der Staat sozial sein und ihm unter
die Arme greifen. Die Gewinne werden privatisiert und die Verluste
sozialisiert.
Auch der Kapitalist braucht einen
Priester bzw. den Ideologen, der dem Volk eintrichtert, daß
die Herrschaft des Geldes und der Geldleute gottgegeben ist. Die Ideologie ist
der Neoliberalismus, und er wird von allen Medien verbreitet, die im Besitz des
Kapitals sind oder von ihm abhängig.
Kapitalismus: Wer
nicht reich wird, ist zu dumm dazu
Kapitalismus ! Welch ein Paradies für
alle, die es verstehen, sich auf legalem Wege zu bereichern ! Wozu Verbrechen
begehen, wenn man durch Geschäfte viel mehr verdienen kann ?
Wozu Völker unterdrücken, wenn man sie ganz elegant um ihr Geld und ihre
Rohstoffe bringen kann, indem man ihre Eliten korrumpiert und mit ihnen
gemeinsame Sache bei der Ausbeutung ihrer Länder und Völker macht
? Die Ausbeutung ganzer Länder
ist ein Schandfleck des Kapitalismus, aber sie ist eine noch größere Schande
für die lokalen Eliten, die ihr eigenes Volk an die Kapitalisten fremder Länder
verkaufen und als Gegenleistung damit belohnt werden, dass sie an der Macht
bleiben und sich ein Stück von der Beute nehmen dürfen.
Der Kapitalist braucht
keine Sklaverei
Der Kapitalist sagt sich: Wozu Sklaven
beschäftigen und überwachen, wenn man sich alle denkbaren Sklavendienste für
Geld kaufen kann ? Für Geld macht sich der Mensch viel
bereitwilliger und besser zum Sklaven als unter der Sklavenpeitsche. Und so ist
das Volk und er Staat in die Schuldknechtschaft gerutscht und sieht keinen
Ausweg mehr. Einer kleinen Zahl von Gewinnern steht eine immer größere Zahl von
Verlierern in dem Spiel: „Globaler Kapitalismus“ gegenüber.
Der atavistische
Reflex der Neonazis und Islamisten
In dieser Situation sehnen sich viele
Menschen, vor allem junge und gewaltbereite Männer zurück zu den Zeiten, in
denen nicht die Schläue der Kapitalisten, sondern der brutale Gewalt der
Krieger den Staat beherrschten.
Das Phänomen „Nazi“ erschließt sich
einem, wenn man die Situation der relativ jungen Männer nach dem Ersten
Weltkrieg betrachtet. Im Krieg haben Hitler und seine Anhänger gelernt, daß die Gewalt das optimale Mittel ist, um Erfolg zu haben.
Und nun kommen sie aus dem Krieg in das zivile Leben zurück und sehen, wie
andere inzwischen Karriere gemacht haben oder machen. Sie haben vier Jahre lang
unmenschliche Strapazen überstanden, sich für das Vaterland geopfert und was
ist der Dank: Das Finanzkapital tritt den Siegeszug an, die Kriegsgewinnler
kommen nach oben, es herrscht nicht der Krieger, sondern der Kapitalist.
Was ist der atavistische Reflex des
Kriegsheimkehrers? Er will sich mit Gewalt holen, was ihm zusteht, also den
Kapitalisten enteignen und die Staatsmacht an sich reißen. Aber das
kapitalistische Establishment bezahlt Polizei und Armee (besser gesagt, das,
was noch davon übrig geblieben ist).
Der Krieger will rauben und erobern.
Damit diese Raubzüge den Anschein der Rechtmäßigkeit haben, braucht der Krieger
den Ideologen und Propagandisten.
Aber gleichgültig, ob es sich um Neonazis
oder Islamisten handelt, die Charaktertypen und die
Motive sind ähnlich. Es handelt sich um Männergruppen, die mit der Gewalt ihrer
Waffen (und gegenüber den Frauen, mit der Gewalt von Faustschlägen und
Fußtritten) die ihnen (so glauben sie) von Natur aus zustehende männliche und
kriegerische Überlegenheit ausüben wollen. Ideologie und Religion sind nur das
Mäntelchen.
Am Rande sei erwähnt daß
die homoerotische Komponente in diesen Gruppen eine gewisse Rolle spielt, auch
der Eros zwischen älteren und jüngeren Männern, und daß
der Personenkult gepflegt wird. Die Frauenfeindlichkeit kommt auch daher, daß der junge Mann Frustration und Zurückweisung durch die
Frauen erfährt weil er arm, erfolglos, unflexibel, wenig selbstkritisch. So
sammeln sich die Erfolglosen und die zu kurz gekommenen und solchen
nationalistischen oder islamistischen Gruppen und
finden untereinander Halt und Bestätigung.
Wie nahe sich Neonazis und Islamisten stehen zeigt sich auch in ihren gemeinsamen
Feindbild: Die jüdischen Kapitalisten, und ihnen gemeinsam ist der Glauben an
die geheime Weltherrschaft der Juden und Freimaurer. Aber diese Feindbilder
sind nur die Personalisierung anonymer Kräfte, nämlich des Kapitals und der
Bildung. Kapital, Wissenschaft du Technik prägen die Welt, und wer sich in
dieser Welt nicht behauptet, gehört zu den Verlieren und zu kurz Gekommenen.
In dieser Welt, in welcher die Krieger
entmachtet sind und bestenfalls als Räuber oder Söldner ein Auskommen finden,
sind die jungen Frauen oft die großen Gewinner. Sie sind fleißiger,
anpassungsfähiger, sprachbegabter, im Umgang mit Menschen geschickter,
zielstrebiger und erfolgsorientierter als die jungen Männer. Und als
Billiglohnarbeitskräfte sind sie gefragter, weil sie geduldiger, ausdauernder
und geschickter sind als junge Männer. Die belieben also arbeitslos und
schließen sich in den Ghettos zu maffiaähnlichen Gangs und Clans zusammen. Wie
diese jungen Männer ticken, kann man aus den Texten des Gangster-Rap’s
entnehmen: Gewalt wird verherrlicht, der Sexualakt als Synonym für Unterwerfung
verstanden.
Der Normalbürger –
zwischen Kapitalisten und Fundamentalisten zerrieben?
Als kritisch
nachdenkender Normalbürger mache ich mir ganz andere Sorgen um die Zukunft als
meine früheren Freunde von der grünen Partei. Durch die grüne Brille betrachtet
gibt es hauptsächlich ein Problem: Die Umweltverschmutzung und den Klimawandel.
Das Schöne an jedem Weltbild ist, daß es einem hilft,
die ganze komplexe Welt zu verstehen und zu erklären. Der Trick dabei: Die
ganze Welt wird nur unter einem Gesichtspunkt betrachtet. Für die Grünen ist
dieser Gesichtpunkt der Umweltschutz. Für die Gläubigen ist es die Religion,
für die Kapitalisten das Geld. Aber die Welt ist unendlich komplex. Und noch
komplizierter wird alles dadurch, daß Gut und Böse
eben nicht fein sauber zu definieren sind. Alles, was man tut, hat gute und
böse Folgen.
So zum Beispiel
auch mit dem Klimawandel. Wenn es in Deutschland wärmer wird, müssen wir im
Winter nicht so viel Öl und Kohle verbrennen und erzeugen weniger
Treibhausgase. Wenn es im Winter keinen Schnee mehr gibt, brauchen wir unsere
Straßen nicht mit umweltschädlichem Salz bestreuen. Wie bei jeder Veränderung
gibt es beim Klimawandel Gewinner und Verlierer.
Und so wird es
auch beim Überwachungsstaat sein. Es wird Gewinner und Verlierer geben. Aber
der Normalbürger wird nach der Einführung des Überwachungsstaates zu den
Gewinnern gehören. Zu den Verlierern werden die Verbrecher, die
Steuerhinterzieher, die Finanz- und Profitkapitalisten, die Extremisten, die
Gewaltbereiten und die Lügner und Betrüger sein.
Ist Demokratie die
einzige Alternative zur Diktatur ?
Wer Demokratie sagt, meint Kapitalismus –
auch wenn ihm das nicht bewusst ist. Es existiert bisher noch keine
Alternative. Wer glaubt, Diktatur sei eine Alternative, der muß
wissen: Wer für einen starken Mann an der Spitze ist, entscheidet sich für
Willkür, Unterdrückung, Korruption, Personenkult, Lügenpropaganda und Ausbeutung.
Das ist das Dilemma, vor dem wir stehen. Aber es gibt noch ein Drittes: die Omnikratie.
Omnikratie, die Herrschaft aller über alle, die Herrschaft des
Kollektivs
Die Omnikratie
ist zum heutigen Zeitpunkt nur eine
Utopie. Ich möchte sie aber lieber als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung
sehen.
Möglich wird die Omnikratie
dadurch werden, dass über jeden Menschen - und damit meine ich besonders die
Mächtigen und Reichen - drei Auskünfte aus dem Internet entnehmbar
sein werden:
Die Omnikratie will die Geheimnisse ans Licht ziehen
Die Omnikratie
will die Geheimnisse der Reichen und Mächtigen ans Licht ziehen. Je
menschenverachtender und krimineller ein Regime ist, umso mehr Geheimnisse hat
es. Die Regierung unserer BRD hat wenige Geheimnisse, und das macht sie richtig
sympathisch. Die USA unter Bush hat schon viel mehr Geheimnisse als die BRD, Rußland unter Putin hat wohl noch mehr, China hat wohl noch
mehr als die Russen. Aber Hitler und Stalin hatten noch viel, viel mehr
Geheimnisse. Omnikratie ist, wenn der Staat und die
Regierenden keine Geheimnisse haben. Und das ist sehr, sehr gut für das Volk.
Will die Omnikratie
den Kapitalismus und das Privateigentum abschaffen ?
Nein, weiß Gott nicht. Jeder soll ein Kapitalist sein – aber eben nur ein
kleiner Kapitalist – sagen wir mit einem eigenen Häuschen oder einer eigenen Wohnung
und einem eigenen Auto. Was darüber hinausgeht, ist mehr als einem
gerechterweise zusteht. Das hat man nicht wirklich durch seine eigene Leistung
verdient – obwohl jeder, der mehr hat, das genau das von sich behauptet. Aber
kann ein Mensch hundertmal oder tausend mal mehr leisten als der Durchschnitt
und ist es gerechtfertigt, dass er hundertmal oder tausendmal mehr verdient ?
Derartige Fragen werden als
„Neid-Diskussion“ abqualifiziert. Ja, der Deutsche schaut genau, was der andere
hat und vergleicht es mit dem, was er selber hat. Ist das Neid
? Oder ist es ein legitimer Wunsch nach gerechter Verteilung
?
Die menschliche
Intimsphäre bleibt von der Neugier des Kollektivs verschont
Jeder soll über jeden alles wissen – es
sei denn, es betrifft die menschliche Intimsphäre – sprich Sex etc. Wer mit wem
ins Bett geht und wer wen betrügt, wer welche Krankheiten, Süchte oder
Perversionen hat - das interessiert das Individuum meist sehr – das Kollektiv
im Einzelfall nicht, außer der vom Normalen abweichende Zustand des Einzelnen
stellt es für die Gesamtheit eine Gefahr dar. Das Kollektiv ist viel humaner
und anständiger als die Individuen.
Glasnost, also Transparenz, ist eines der
Grundprinzipien der Omnikratie. Die technischen
Grundlagen dafür sind zur Zeit im Entstehen: Die
notwendige Leistungsfähigkeit der Computer und Computerprogramme, das Internet,
die Handys, die Webcams. Es geht nicht darum, die
Leute im Schlafzimmer beim Sex zu filmen und das ins Internet zu stellen. Es
geht auch nicht darum, herauszufinden, wer mit wem fremdgeht oder wer welche
Krankheiten hat. Es gibt einen privaten Bereich, der absolut geschützt werden muß. Das Recht aus Privatleben ist ein menschliches
Grundbedürfnis, und der Anspruch darauf ein Menschenrecht.
Die Omnikratie bedeutet eine Welt fast ohne Verbrechen
Was aber nicht privat in der Omnikratie bleiben kann, ist, wie viel Geld die Leute
verdienen, womit sie es tun und wie viel und wofür sie ihr Geld ausgeben. Wenn
für das Kollektiv, also für jedermann, im Internet offen gelegt wird, wer wann
wo was eingenommen und ausgegeben hat, wir es fast unmöglich sein, Betrug,
Diebstahl oder Korruption zu begehen.
Die Kontrolle der Geldflüsse durch das
Kollektiv wird dazu führen, dass die Verbrechen, die Korruption und die Verschwendung
ganz entscheidend eingedämmt werden. Das wird den allgemeinen Wohlstand
erheblich vermehren.
Um das erreichen, muss der anonyme
Geldverkehr abgeschafft werden. Konkret heißt das als erstes: Die Abschaffung
des Bargeldes. Bargeld ist anonym. Wenn mir jemand die Brieftasche klaut, das
Geld herausnimmt und die Brieftasche wegwirft, ist nicht mehr nachvollziehbar,
wo mein Geld geblieben ist.
Identifikation und
Lokalisation sind die großen Themen der kommenden Jahre
An der Abschaffung des Bargeldes wird
schon lange und mit zunehmendem Erfolg gearbeitet (allerdings nicht an der
öffentlichen Transparenz der Geldflüsse). Bei der Zahlung mit Kreditkarten ist
eine Frage noch nicht zufrieden stellend gelöst, nämlich folgende: „Ist der
Mann, der mit einer Kreditkarte zahlt, wirklich derjenige, der er zu sein behauptet ?“ Die Omnikratie ist
essentiell darauf angewiesen, dass jedes Individuum eindeutig identifiziert und
lokalisiert werden kann. Identifikation und Lokalisation von Menschen ist das
große Thema der kommenden Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte.
Die Industrie und die Gesellschaft
arbeiten intensiv daran, die Identifikation und Lokalisation aller Menschen zu
ermöglichen – auch wenn das meist gar nicht ihre Absicht ist. Jeder, der mit
wachem Verstand die Welt beobachtet, kann sehen, was gerade passiert:
Jeder, der ein Gespräch mit seinem Handy
führt, kann identifiziert und lokalisiert werden. Überall, wo man beim Einkauf
seine Kreditkarte oder Payback-Karte benutzt, wird
man lokalisiert und identifiziert. Die Bahnhöfe und öffentliche Plätze werden
von Kameras überwacht. Die Software wird eines Tages Gesichter identifizieren
können.
Schon heute weiß man, wer alles in einem
Flugzeug sitzt. In Zukunft wird man auch wissen, wer alles in einem Zug oder
einem Bus sitzt (und ob er bezahlt hat) – schlechte Zeiten für Schwarzfahrer ! Überall wird auch eine Kamera die Fahrgäste
überwachen (schlechte Zeiten für Randalierer und Vandalen). Man wird auch
wissen, wer alles in einem Gebäude ist.
Die Technik wird all dies möglich machen
– und die Terroristen machen es wünschenswert. So sind die Terroristen Teil der
Kraft, die das stets Böse will, und doch das Gute schafft.
Schon heute kann die Polizei am
Straßenrand eine Kamera aufstellen und die Nummerschilder aller
vorbeifahrender Autos registrieren. An den Autobahnbrücken wird im Zuge
der Mauterhebung registriert, welcher LKW durchfährt. – vielleicht auch in der
Zukunft welcher PKW.
Identifizierung: Ein
Grund zur Besorgnis, aber auch zur Hoffnung
Der Mensch wird immer mehr identifiziert
und lokalisiert. Ein Grund zu Besorgnis ? Ja. Aber auch ein Grund zur Hoffnung.
Es gibt ein wachsendes Bedürfnis, die Menschen zu identifizieren und zu
lokalisieren. Wenn die Leute merken, dass es für sie mit keinerlei Nachteilen,
aber mit Vorteilen und Annehmlichkeiten verbunden ist, wird die Überwachung
immer mehr akzeptiert werden. Es ist doch angenehm, nicht mehr in der
Wartschlange an der Supermarktkasse zu stehen, sondern einfach mit seinem
Einkaufswagen durch den Ausgang zu fahren, und „der Supermarkt“ weiß, wer ich
bin und was ich gekauft habe. Der Preis für die Waren wird automatisch von
meinem Konto abgebucht.
Es kann lebensrettend sein, wenn die
Notarzt-Einsatz-Zentrale von dem Gerät, das einen überwacht, sofort verständigt
wird, wenn sich der Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert.
Es besteht die Gefahr,
dass es Ausgegrenzte gibt
Es wird allerdings zweierlei Menschen
geben: diejenigen, die registriert und kreditwürdig sind und diejenigen, die
kein Konto haben, nicht als Nutzer und Nutznießer dieser
Internetgesellschaft registriert sind
und keinen Zugriff und keinen Zutritt haben.
Man kennt das ja aus
Science-Fiction-Filmen: Das kleine Häuflein der Rebellen gegen das übermächtige
Imperium hält sich in Höhlen oder Untergrundschächten auf und kämpft für die
Freiheit, indem es den allmächtigen Überwachungsstaat austrickst. Dreimal darf
man raten, wem die Sympathie gehört. Dreimal darf man auch raten, wer hinter
der Finanzierung eines derartigen Filmes steckt: Das kapitalistische
Establishment.
Ja, und dann gibt es natürlich auch noch
die geistigen Nachfahren der Kohlrabi-Apostel, die sich von der Unterdrückung
durch den Konsumterror und die moderne Arbeitswelt auf irgendwelche
Brachflächen im Weichbild einer Metropole flüchten und dort ihre Kartoffel
selbst anbauen.
Wie soll die Omnikratie
mit diesen Aussteigern und Rebellen umgehen ? Zur Omnikratie
gehört, dass es keine Ausgegrenzten in dem Sinne gibt, dass ihnen der Zugriff
auf die Zivilisation verweigert wird. Wenn sie es aus freien Stücken tun, also
Aussteiger und Rebellen aus innerer Überzeugung sind, so bleibt ihnen das
selbst überlassen, solange sie niemanden gefährden oder niemandem schaden.
Natürlich wird es „Nichtregistrierte“ geben, denn jedes System hat Lücken und
Fehler. Aber es sollte keine Ausgegrenzten geben.
Die Omnikratie und die Volksentscheide (d. h. direkte
Demokratie)
In der Omnikratie
wird man die Wahlen per Computer und Internet abhalten. Die Wahlen werden nicht
geheim sein, sondern es wird offen liegen, wer welche Partei und welchen
Kandidaten gewählt hat. Jeder muß sich zu dem
bekennen, was er wählt. So wird einem Wahlbetrug vorgebeugt. Der Sinn des
Wahlgeheimnisses ist, den Wähler vor Repressionen zu schützen. In der Omnikratie gibt es keine Repressionen. Also braucht es auch
kein Wahlgeheimnis.
(Ich gebe zu, dass ich an dieser
Forderung nach Aufgabe des Wahlgeheimnisses selbst große Zweifel habe. Aber mir
ist nicht klar, wie man den Widerspruch auflösen kann, dass man im Internet
geheime Wahlen abhält und gleichzeitig garantiert, dass die Wahlen nicht
manipuliert werden. Nur wenn jeder nachprüfen kann, ob und was als sein Votum
auch richtig registriert wurde, kann niemand das Wahlergebnis verfälschen).
Die Wahlen per Internet ermöglichen es
auch, die plebiszitäre Demokratie, also Volksentscheidungen und Volkabstimmungen auf jeder politischen Ebene (Gemeinde,
Bundesland, Nation) abzuhalten. Die Parlamentarier und die Parteien haben den
Volksabstimmungen in der Verfassung geringen Raum gelassen. Der Grund ist
angeblich, dass der Bürger unmündig und inkompetent in schwierigen Sachfragen
ist, außerdem durch Propaganda manipulierbar. Aber das sind nur vorgeschobene
Gründe. Die Volksentscheide sind eine unliebsame Konkurrenz zum etablierten
politischen System, das Angst hat, Macht und Posten zu verlieren. Zudem ist die
Demokratie ohnehin mühsam, und je mehr mitentscheiden, umso mühsamer wird das
politische Geschäft. Ich kann jeden Parteivorsitzenden gut verstehen, der seine
Entscheidungen am liebsten mit seinem „Küchenkabinett“ aushandelt.
Der „Idlok“ – Identifikator und Lokalisator
Wenn die Omnikratie
in Deutschland eingeführt würde, würde das bedeuten, dass jeder, der sich hier
aufhält, und jeder der in Deutschland einreist, mit einem „Idlok“
versehen sein muß. Ein Idlok
ist ein „Identifikator und Lokalisator“.
In der Praxis wird dies ein Apparat sein, es möglich macht, den Träger des Idloks jederzeit zu identifizieren und zu lokalisieren.
Ohne Idlok können keine finanziellen Transaktionen
gemacht werden und bestimmte Gebäude und Zonen überhaupt betreten werden.
Konkret: Bahnhöfe, Verkehrsmittel, öffentliche Platze und Gebäude, aber auch
Läden und Hotels.
Das Idlok
enthält alle biometrischen Merkmale (Fingerabdrücke – auch die gentechnischen,
Irismuster, Körpermaße usw.) und überhaupt alle Daten über den Träger
gespeichert, sodaß es praktisch nicht möglich ist,
das Idlok eines anderen Menschen zu benutzen. Das Idlok registriert alle Bewegungen und Gespräche des Idlok-Trägers. Es ist quasi auch ein Art Blackbox mit Voice-Recorder. Diese Aufzeichnungen werden aber im
Normalfall nicht offen gelegt. Nur wenn der Idlok-Träger
Opfer eines Verbrechens ist oder selbst ein Verbrechen begeht, kann dieses Voice- und Movement-Rekorder
seine Daten freigeben.
Das Idlok ersetzt die Schlüssel und die Kreditkarte
Das Idlok
ersetzt nicht nur die Kreditkarte, sondern auch den Wohnungs- und
Autoschlüssel. Ein Auto kann nur benutzt werden, wenn man dazu autorisiert ist
und sich durch sein Idlok identifiziert. Wer das Auto
benutzen darf, entscheidet der Besitzer es Autos. Ebenso ist es bei Häusern,
Wohnungen und Privatgrundstücken.
Aber nicht nur Menschen können
lokalisiert und identifiziert werden, sondern auch Gegenstände. So verfolgen
heute schon die Paketdienste die Spur ihrer Pakete. Man kann alle Gegenstände,
die Wert oder Interesse sind (z. B. Waffen gefährliche Gegenstände, Autos,
Schiffe, jede Art von Fracht) identifizierbar und lokalisierbar machen.
Das Kollektiv der Kollektive
ist die Menschheit
Wer ist nun das Kollektiv
? Dies ist eine sehr weitreichende Frage. Das Kollektiv, das können
zunächst nur ein paar Menschen sein oder einzelne Städte, welche sich die
Prinzipien der Omnikratie zu eigen
machen. Aber das Kollektiv an sich ist die gesamte Menschheit.
Wenn sich eine Gruppe von Menschen für
die Omnikratie entscheidet, schließen die Menschen
untereinander einen Gesellschaftsvertrag ab, der vergleichbar mit dem
Gesellschaftsvertrag ist, den die Philosophen an den Anfang des Staates
stellen. Dieser herkömmliche Gesellschaftsvertrag besagt, dass die Menschen
darauf verzichten, Gewalt, Erpressung, Diebstahl und Betrug gegeneinander
anzuwenden, sondern übereinkommen, sich an Gesetze und Regeln zu halten und die
Formulierung und Durchsetzung dieser Regeln dem Inhaber des Gewaltmonopols,
also dem Staat überlassen. Die Omnikratie erweitert
nun diesen klassischen Gesellschaftsvertrag um den Zusatz, dass jedermann sich
bereiterklärt, der Gemeinschaft aller Bürger seine Identität, seinen
Aufenthaltsort, seinen Besitz und seine Einkünfte im Internet offenzulegen.
Daraus ergibt sich auch das Recht des Bürgers, jederzeit zum Internet Zugang zu
haben und jederzeit in die Daten aller anderen Bürger Einsicht zu nehmen.
Die Omnikratie wird
behutsam eingeführt werden (und mit sanften Mitteln)
Nehmen wir also einmal an, in Deutschland
wäre die Omnikratie verwirklicht. Was dies alles für
Konsequenzen hat, kann ich nur grob abschätzen und wichtige Details werden mir
sicher entgehen. Das ist das Dilemma jedes Weltverbesserers und
Zukunftspropheten. Mir ist schmerzhaft bewusst, dass der Teufel im Detail
steckt. Sollten meine Ideen verwirklich werden, muß
man sehr sorgfältig darauf achten, wo die Schwachpunkte, Fehler und
Fehlentwicklungen liegen. Veränderungen müssen immer Schritt für Schritt und
behutsam durchgeführt werden. Man muß neue Ideen oft
auch gar nicht mit einer großen Kraftanstrengung und mit Gewalt durchsetzen.
Die Entwicklung wird zwangläufig von selbst in diese Richtung gehen, wenn die
Zeit reif ist.
Wenn in einem Staat die Omnikratie weiter fortgeschritten ist als in den anderen,
wird sich dies als Vorteil im Wettbewerb der Nationen auswirken – so wie sich
die Demokratie im Wettbewerb als überlegen gezeigt hat. Die Omnikratie
wird den Wohlstand der Mehrheit deutlich anheben. Das kann gar nicht anders
sein, denn wo es fast kein Verbrechen und weniger öffentliche und private
Verschwendung gibt, kann der allgemeine Wohlstand nur steigen.
Die Überwachung des Individuums, vor allem
des reichen, mächtigen, verbrecherischen, süchtigen, gefährlichen, krankhaften
Individuums durch das Kollektiv ist eine
Notwendigkeit. Denn nur so kann die Menschheit auf die Dauer überleben. Es
dürfen niemals einzelne, unkontrollierte Individuen Gewalt über
Massenvernichtungswaffen erlangen. Aus diesem Grund wird sich die Omnikratie auf den gesamten Planeten und die gesamte
Menschheit ausdehnen. Letztlich bleibt der Menschheit keine andere Wahl. Die
Menschheit muß zu einem einzigen Kollektiv werden. Wie
anders kann es auch sonst sein ? Sollen
verantwortungslose und verbrecherische Individuen die gesamte Menschheit mit
dem Untergang bedrohen können ? Soll ein zweier Hitler
die Welt in einen Atomkrieg stürzen ? Soll ein zweiter
Osama bin Laden nicht nur das World Trade Center, sondern ganz New York und
Schutt und Asche legen ?
Soll ein Teil der Menschheit den andern
Teil ausschließen ? Soll ein Teil der Menschheit der
Kontrolle durch das Kollektiv entzogen sein, und der andere nicht
? Soll in einem omnikratischen Teil der Welt
Wohlstand für jeden vorhanden sein, während der andere Teil in Krieg und Armut verharrt ? Soll ein Teil den anderen mit Haß
und Vernichtung bedrohen ?
Ich denke nur zu Ende, was andere, welche
die Computer und das Internet, geschaffen haben, in Gang gesetzt haben. Die
Informationsgesellschaft hat eine eigene positive Dynamik entwickelt. Letztlich
liegt hier die Antwort auf die Frage: wie kann die Menschheit mit der Drohung
begegnen, dass ein verbrecherisches und verrücktes Individuum die ganze
Menschheit dezimieren oder gar auslöschen kann ?