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Am Deutschen Tor in Landau (Pfalz) finden wir ein Portrait des Sonnenkönigs Ludwig XIV, umgeben von einem Strahlenkranz als wäre er der Sonnegott persönlich. Darüber steht auf einem Spruchband:
„Nec
pluribus impar“, das heißt
wörtlich: „Auch nicht mehreren ungleich“. Sinngemäß bedeutet es: „Auch einer
Mehrzahl überlegen“. Mit „Mehrzahl“ war die Vielzahl der größeren und kleineren
deutschen Fürsten gemeint. Im Klartext heißt dann der Spruch: „Meine lieben deutschen
Fürsten, Ihr seit zwar recht zahlreich, aber ich als einzelner (und einmaliger
und wunderbarer) Sonnenkönig bin Euch trotzdem überlegen.“
Nachdem Ludwig der
Vierzehnte im Jahr 1648 Landau als Beute des dreisigjährigen
Krieges erhalten hatte, ließ er von seinem Festungsbaumeister Vauban die Stadt zur „stärksten Festung der Christenheit“
ausbauen. Trotzdem wurde sie zwischen 1700 und 1704 viermal belagert und
erobert. 1815 verloren die Franzosen Landau und 1867 wurden die Festungmauern bis auf kleine Reste abgetragen. Das Deutsche
und das französische Tor (beide mit dem Bild des Sonnenkönigs) blieben
erhalten.
Der Hochmut des Sonnenkönigs
und das Unrecht, das Ludwig der Vierzehnte Deutschland angetan hat, musste
früher oder später eine gerechtfertigte deutsche Reaktion (die Reichgründung
Bismarcks), später dann deutschen Hochmut und deutsches Unrecht gegen
Frankreich hervorrufen.
Die gerechtfertigte Reaktion
kann man auf dem Bismarckdenkmal aus dem Jahr 1912 in Pirmasens ablesen. Dort
steht: „Der Einheit gewidmet, zur Einheit mahnend“.
Übrigens ließ die
„Duftmarke“, die der Sonnenkönig in Landau am Deutschen Tor hinterlassen hat,
die Preußen und die Bayern (damals eine Mittelmacht mit Großmachtträumen),
nicht ruhen: Die Bayern hinterließen in unmittelbarer Nähe einen riesigen
steinernen Bayern-Löwen und die Preußen ein Denkmal mit Kaiser Friedrich III.
Deutsches Tor, Landau (Pfalz) Bismarckdenkmal, Pirmasens