Basierend auf dem Programm der
Österreichischen Volkspartei (ÖVP),
aber neu und teilweise anders gefasst.
Wir bekennen uns zur
Freiheit und Würde des Menschen und seine unveräußerlichen Menschenrechte. Mann
und Frau sind gleichwertig und gleichberechtigt. Wir bekennen uns zum
liberalen, sozialen und demokratischen Rechtsstaat. Wir lehnen jede Art von
religiösem oder ideologischem Extremismus oder Totalitarismus ab.
Nächstenliebe,
Gerechtigkeit und Toleranz sind für uns die verbindlichen Werte. Unsere Politik
dient dem Frieden zwischen den Menschen, Völkern und allen sozialen
Gruppierungen. Wir wollen keine Kriege, keine Klassenkämpfe und auch keinen
gnadenlosen Wettbewerb um Posten und materielle Vorteile, sondern wollen die
Menschen versöhnen und ihre Gegensätze durch faire Kompromisse und vernünftigen
Ausgleich der Interessen überwinden.
Tugenden wie
Ehrlichkeit, Fleiß, Verantwortungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Anständigkeit,
Höflichkeit, Respekt vor dem Mitmenschen, Sparsamkeit, Toleranz, Großzügigkeit
(nicht zu verwechseln mit Verschwendungssucht), Mitgefühl, Rücksichtnahme, die
Fähigkeit, Liebe und Freundschaft zu schenken und zu anzunehmen, Neugierde und
Wissensdurst, Aufgeschlossenheit und Offenheit für neue Menschen und neue Ideen
sollen unser Verhalten gegenüber den Mitmenschen und der Gesellschaft prägen.
Im Mittelpunkt
unserer Politik steht der Mensch mit seinem Anspruch auf Freiheit,
Gerechtigkeit, Lebensfreude, persönliches Glück, angemessenen Wohlstand,
Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung.
Solange ein Mensch nicht andere schädigt oder gefährdet, soll er das
Leben führen können, das er sich wünscht und tun, glauben, sagen und denken,
was er für richtig hält. Die freie Wahl eines Lebens- oder Sexualpartners ist
ein Menschenrecht. Niemand darf gezwungen werden, Gefangener in einer Beziehung
zu sein, die er ablehnt.
Die Erhaltung der
Schöpfung und die Schonung unserer Umwelt ist für uns eine Aufgabe von
besonderer Bedeutung. Die natürlichen Ressourcen sind nicht Eigentum einer
Nation oder einer Klasse, sondern sie gehören der gesamten Menschheit.
Jeder Mensch hat ein
Recht auf Privateigentum und auf angemessene Anerkennung und Bezahlung seiner
Leistung. Die soziale Marktwirtschaft ist für uns diejenige Wirtschaftsform,
die am besten geeignet ist, Wohlstand und Wohlbefinden für alle zu ermöglichen.
Und wollen den Unternehmergeist und die Kreativität unserer Bürger fördern und
honorieren. Außergewöhnliche Leistungen verdienen eine gerechte Anerkennung.
Wir lehnen den
Neoliberalismus und Manchesterkapitalismus ab. Der ungezügelte Wettbewerb führt
zur Ausbeutung der Arbeitnehmer und zur Konzentrierung des Kapitals in den
Händen von immer weniger Investoren, Banken und Großkonzernen. Das
Profitstreben muß seine Grenzen in der Verantwortung
gegenüber den Menschen, der Gesellschaft und den natürlichen Ressourcen finden.
Deshalb treten wir für die soziale Marktwirtschaft ein, die, erweitert um eine
ökologische Komponente, in unseren Augen die beste der möglichen Wirtschaftsordnungen
ist. Sie garantiert sozialen Frieden, wirtschaftliche Stabilität und
Prosperität auf Dauer. Der Staat muß die Bildung von
Kartellen und die übermäßige Zusammenballung von wirtschaftlicher Macht
verhindern, sozialen Ungerechtigkeiten und Verwerfungen gegensteuern und über
einen schonenden Umgang mit den Energie- und Umweltressourcen achten und
Wohlverhalten durch Anreize belohnen und Strafen sanktionieren.
Wir sehen im Prinzip
der Hilfe zur Selbsthilfe den richtigen Weg, soziale Not zu überwinden.
Wir wollen, dass
unser Land auf dem Feld der Bildung und der Kultur hinter keiner anderen Nation
zurücksteht. Dabei verstehen wird unter Bildung weit mehr als angelerntes
Schulwissen, sondern ein grundlegendes Verständnis der Welt, in der wir leben
und der Kultur, aus der wir schöpfen. Bildung heißt für uns auch Bildung der
Persönlichkeit, des Einfühlungsvermögens, des Herzens, der Charakterstärke, der
Selbstdisziplin und der Fähigkeit, ein selbstbestimmtes und
selbstverantwortetes Leben zu führen.
Wir sind eine
Volkspartei. Unser politischer Standort ist die Mitte des politischen
Spektrums. Unsere Mitglieder und Wähler kommen aus der Mitte der Gesellschaft.
Wir wollen keine Partei sein, welche die Interessen und Wünsche eines
speziellen Teils unserer Gesellschaft vertritt. Wir vertreten die Interessen
unseres ganzen Volkes und orientieren uns am Nutzen und am Wohlergehen der
breiten Bevölkerungsmehrheit. Wir gehen an die Lösung politischer Probleme mit
Vernunft, Augenmaß und der Fähigkeit zum Dialog und zum Kompromiss heran. Wir
wollen die sozialen Gruppen nicht spalten, sondern versöhnen. Extreme
Randpositionen und Fundamentalismus lehnen wir entschieden ab.
Die Demokratie kann
in unserem Land nur dann blühen und gedeihen, wenn es Bürger und Politiker gibt, welche die demokratischen
Ideen verinnerlicht haben und danach handeln. Ohne Demokraten gibt es keine
Demokratie. Ohne das ehrenamtliche politische Engagement der Bürger und
vertrauenswürdige und verantwortungsbewusste Politiker, die das Gemeinwohl zur
Richtschnur ihres Handelns machen, kann es keine Demokratie geben. Diese
Grundlagen wollen wir fördern und verteidigen.
Wir verteidigen den
Rechtsstaat, die Gewaltenteilung, den Föderalismus, die Unabhängigkeit der
Gerichte und die Bindung von Verwaltung und Justiz an Recht und Gesetz, das
Recht des Bürgers auf Rede- und Versammlungsfreiheit und die Freiheit der
Presse und der Medien ein.
Unser Staat ist als Föderation,
als Bundesrepublik Deutschland, aufgebaut, in welcher die Bundesländer ein
großes eigenes Gewicht haben. Dieser
Föderalismus darf niemals in Frage gestellt werden. Aber es darf die Frage
erlaubt sein, ob der Zuschnitt und die Zahl der Bundesländer noch den
wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten entspricht. Wir könnten uns
vorstellen, die 16 Bundesländer durch eine ähnliche Zahl an Metropolregionen
und ihre verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Einzugsgebiete, zu ersetzen,
z. B. Berlin-Brandenburg. Wir könnten uns auch vorstellen, in unsere
parlamentarische Demokratie noch mehr Möglichkeiten für Bürgerentscheide auf
allen staatlichen Ebenen einzubauen.
Ohne unabhängige
Medien kann es keine freie demokratische Gesellschaft geben. Die Medien
gewinnen in unserer Demokratie immer mehr Macht. Das heißt aber auch, dass sie
immer mehr Verantwortung haben, objektiv und fair zu berichten, Sitte und
Anstand zu wahren und das geistige und kulturelle Niveau des Bürgers zu heben.
Die Medienlandschaft muß vielgestaltig bleiben. Wenn
sich die Medienmacht in den Händen weniger oder gar eines einzigen
zusammenballt, bedeutet dies das Ende der Demokratie und den Beginn der
Diktatur.
Unsere Partei ist
zwar den christlichen und humanistischen Grundwerten verpflichtet, sie würdigt
die caritativen, erzieherischen und kulturellen
Leistungen der großen christlichen Religionsgemeinschaften, aber sie bleibt
religiös und weltanschaulich neutral. Religion und Staat sind strikt zu
trennen. Wir wollen keinen Gottesstaat und keine Herrschaft der religiösen
Führer.
Demokratie ist nicht
nur eine Staatsform, sondern auch ein sich ständig erneuernder und weiter entwicklender Prozess. Gesetze und Verwaltungsvorschriften
tragen den Stempel der Umstände und Rahmenbedingungen, unter denen sie
entstanden sind. Diese ändern sich mit der Zeit, und eines Tages sind die
Gesetze, und Vorschriften, die auf eine bestimme Situation hin geschaffen
wurden, veraltet. Deshalb muß sie Sinnhaftigkeit
von Gesetzen und Vorschriften ständig überprüft werden. Es dürfen nicht nur immer neue Gesetze und
Vorschriften erlassen weden, sondern es müssen
Vorschriften, die das Leben der Bürger und die Wirksamkeit der Verwaltung
einschränken und zu unnötigen Kosten und Aufwand führen, auch wieder abgeschafft
oder modernisiert werden. Wirtschaft und Gesellschaft dürfen durch einen
Wildwuchs an Vorschriften nicht stranguliert werden. Der Gesetzgeber darf nicht
den Ehrgeiz entwickeln, alles und jedes zu regulieren. Dies ist zum Scheitern
verurteilt. Der Staat ist auf die Eigeninitiative und das Verantwortungsgefühl
der Bürger angewiesen. Der Staat kann und soll nicht alles regeln.
Wir treten für
weniger Bürokratie und weniger Gesetze ein. Die Gesetze sollen klar,
verständlich, sinnvoll und einfach sein.
Der Staat muß nicht alle öffentlichen Aufgaben durch ein Heer von
Beamten und Staatsbediensteten erledigen wollen und seine Bürokratie immer
weiter aufblähen. Öffentliche Aufgaben können oft auch durch private
Dienstleistungsunternehmen effizienter und kostengünstiger übernommen werden.
Das findet aber dort Grenzen, wo die Profitinteressen der privaten Unternehmer
der Sicherheit und dem Nutzen der Allgemeinheit entgegenstehen.
In Deutschland soll
sich jeder Bürger frei bewegen können und vor Gewalttaten und Verbrechen sicher
sein. Seine körperliche Unversehrtheit, sein Eigentum, seine Reche und seine
Freiheit müssen wirkungsvoll geschützt werden. Die Gerichte müssen schneller
und effizienter arbeiten und die Personalstärke, die technische Ausstattung und
die Arbeitsbedingungen der Polizei sind für uns noch lange nicht
zufriedenstellend. Wir kritisieren, dass für politische, sportliche oder
kulturelle Großveranstaltungen riesige Polizeiaufgebote zusammengezogen werden
müssen, die vom Steuerzahler finanziert werden müssen. Die Kosten sollte der Veranstalter und der Besucher tragen.
Der Kampf gegen den
Missbrauch von legalen und illegalen Drogen ist für uns ein vorrangiges Ziel.
Wir lehnen eine Freigabe sogenanner „weicher“ Drogen
ab. Drogenkriminalität muß mit aller Härte betrieben
werden, über die Suchtgefahren müssen jugendliche und Eltern aufgeklärt und
beraten werden.
1. Wirtschafts- und
Steuerpolitik
Wirtschaftsstandort Deutschland
Deutschland als
führende Exportnation kann seine Position im globalen Wettbewerb nur behaupten,
wenn es das Niveau seiner Bildungseinrichtungen nicht nur hält, sondern weiter
verbessert und die Leistungen und die Zahl seiner Wissenschaftler, Techniker
und Kreativen jede Art weiter steigert. An Forschung und Bildung darf nicht
gespart werden. Aber nicht alles, was gefördert wird, dient wirklich dem
Fortschritt und der Mehrung des Wissens und des Volksvermögens.
Viele Innovationen
kommen nicht von den Universitäten oder den Großkonzernen, sondern aus dem
Mittelstand und von Menschen, die näher an den tatsächlichen Wünschen und
Erfordernissen der Menschen und der produktionstechnischen Abläufen sind. Diese
Art von Innovation und Entwicklung ist ebenso förderungswürdig wie die
Eliteuniversitäten und großen Forschungsinstitute und –projekte.
Mit Besorgnis sehen
wir, wie deutsches Know how
von asiatischen Konkurrenten schamlos gestohlen wird und dazu dient,
konkurrierende Billigindustrien aufzubauen. Schon zu viele Arbeitsplätze in
Deutschland sind in fremde Länder exportiert worden.
Die starke Exportabhängigkeit
der deutschen Wirtschaft ist auch eine Schwäche, die sich in Krisenzeiten
schmerzlich bemerkbar macht. Wir sollten mehr für den eigenen Markt produzieren
und danach streben, von Energie und Rohstoffimporten unabhängiger zu werden.
Jede Tonne Rohöl, die wir einsparen, nimmt von uns den Druck, unsere Ölrechnung
durch Exporte bezahlen zu müssen.
Der Wirtschaft
weniger durch Subventionen, als vielmehr durch eine Vereinfachung der
Steuergesetze und durch geringere Steuerlasten gedient. Dem Verbraucher hat
Anspruch auf eine hohe Qualität der Produkte, einen stabilen Geldwert und einen
sparsamen und vernünftigen Umgang mit seinen Steuergeldern.
2. Bildung
Bildung bedeutet für
uns Sicherung der Zukunft. Es gibt ein Bürgerrecht auf Bildung und persönliche
Entwicklung. Bildung vermittelt ein Weltbild und ein Wertesystem, befähigt zur
kritischen Weltbetrachtung und zur verantwortungsvollen Entscheidung.
Das Bildungsangebot muß die Verschiedenheiten der Menschen und ihrer Begabungen
und Fähigkeiten berücksichtigen. Die mangelnde Finanzkraft der Eltern darf
nicht dazu führen, dass einem begabten und fleißigen Kind der Besuch von
Gymnasium und Universität versagt bleibt.
Wir sehen die
Gefahr, dass die Lehrpläne überfrachtet sind und die Lernenden mit einem Zuviel
an Stoff überfordert werden – zumal vieles, was mühsam erlernt werden muß, im späteren Leben keine praktische Bedeutung hat,
während vieles, was später gebraucht wird, nicht gelehrt wurde.
Hinzu kommt, dass
mit dem rasanten Fortschritt vor allem in den Informationstechnologien immer
neue Kenntnisse und Fähigkeiten gefragt sind, die die Schule gar nicht lehrte.
Deshalb gewinnt das Feld der Erwachsenbildung immer mehr an Bedeutung und muß gefördert werden.
3. Wissenschaft und
Technik
Forschung und
Technologie sind unverzichtbar für die Aufrechterhaltung und die Verbesserung
unserer Lebensbedingungen und unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Deshalb genießen sie einen besonderen Vorrang, wenn es darum geht, in die
Zukunft zu investieren.
4. Neue Medien und
Telekommunikation
Wir erkennen klar,
welche überragende Bedeutung dieser Politikbereich für unsere Zukunft hat. Die
Informations- und Computertechnologien werden nicht nur unsere Wirtschaft,
sondern auch unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Die Datennetze müssen
weiter ausgebaut werden, die IT-Industrie in unserem Land ist zu fördern. Wir
sollten auf diesem Gebiet nicht vom know how und von der Produktion in anderen Ländern abhängig
sein, auch wenn wir nicht mit den asiatischen Billiglohnländern mithalten
können. Das Wissen über alle Bereiche der Informationstechnologie, von der
Produktion der Hardware bis hin zur Erstellung hochwertiger Software muß alles in unserem land durch eigene Spezialisten und
Betriebe möglich sein. Dies ist für uns von strategischer Bedeutung.
5.
Kunst und Kultur
Ohne Kunst und
Kultur ist das Leben des Menschen arm und leer. Unsere Gesellschaft schuldet
dem Künstler, gleichgültig ob er Maler, Schriftsteller, Komponist, Musiker,
Sänger, Fotograf, Filmemacher, Schauspieler, Regisseur, Architekt oder was auch
immer sei, (im weiteren Sinn zählen wir sogar die Artisten und Profisportler
dazu), zu großem Dank verpflichtet. Leider kann die breite Masse der Künstler
von den Honoraren einiger weniger Stars nur träumen, sondern muß in äußerst bescheidenen Umständen leben. Hier hat die
Gesellschaft gegenüber den wahren Künstlern, deren Opfer und deren Fähigkeiten
oft nicht gewürdigt werden, eine Verpflichtung.
Aber nur, wenn wir
den unbekannten deutschen Künstler fördern und ermutigen, kann unsere Kultur
ihre Reichhaltigkeit bewahren, statt im Einheitsbrei der importierten
US-Fernesehserien und der importierten Musik zu versinken.
Die bäuerliche Land-
und Forstwirtschaft in Form des bäuerlichen Familienbetriebes muß bewahrt und gefördert werden und der bäuerliche
Lebensraum erhalten bleiben. Die bäuerlichen Einkommen müssen gesichert werden,
indem der Bauer für seine Produkte einen fairen Preis erhält. Massentierhaltung
und Agrarfabriken lehnen wir ab. Der Verbraucher soll mit qualitativ
hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden, und diese Lebensmittel sollen einen
angemessenen Preis haben und der Bauer soll in den Genuß
dieser angemessenen Erlöse kommen.
Den Landwirten sind neue Einkommensquellen durch den
Fremdenverkehr, die Landschaftspflege, die Energieerzeugung aus Biomasse und
bei der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte zu
erschließen. Die ländliche Infrastruktur ist zu stärken und die Arbeitswelt zu
dezentralisieren.
Wir müssen die
Versorgung unseres Landes mit Energie und Rohstoffen sichern. Konkret heißt
das: Weg von den fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle und hin zu den
erneuerbaren Energien, die im eigenen Land produziert werden, also
Windenergie-, Wasserkraft, Solarenergie, Energie aus Biomasse, Erdwärme. Nach
wie vor gilt der Satz, dass Energiesparen die beste Energiequelle ist.
Eine funktionierende Volkswirtschaft braucht leistungsfähige
Verkehrswege. Die Planung und Finanzierung dieser Verkehrswege muß Aufgabe des Staates bleiben. Auf lange Sicht ist weder
dem Bürger noch der Wirtschaft mit von privaten Investoren finanzierten
Verkehrswegen gedient. Die Erlöse aus der Benzin- und Automobilsteuer solle
ausschließlich für den Ausbau, Instandhaltung und die Sicherung der
Verkehrswege und die Finanzierung der Bahn und des öffentlichen Nahverkehrs
verwendet werden.
Wir wenden uns
dagegen, dass private Grundbesitzer und private Anrainer sowie
Umweltschutzorganisationen die für das Gesamtwohl notwendigen Straßen und
Schienenbauprojekte immer wieder verzögern können. Hier müssen die Interessen
der Allgemeinheit mehr Gewicht bekommen.
Es soll aber auch
unnötiger Verkehr (und unnötige Energieverschwendung) vermieden werden, indem
man dafür sorgt, dass Wohnung, Arbeitsplatz und Einkaufsmöglichkeiten nicht
unmäßig weit entfernt von einander liegen.
Denjenigen, die in
Not sind und sich nicht oder nur unzureichend selbst helfen können, muß die Gesellschaft Hilfe gewähren. Wir befürworten
deshalb ein leistungsfähiges und gerechtes Sozialsystem. Aber dieses
Sozialsystem darf nicht mißbraucht und ausgebeutet
werden. Jeder Mensch ist verpflichtet, zu versuchen, die eigenen Möglichkeiten
und Kräfte zu nutzen, um sich selbst aus seiner Notlage zu befreien bzw.
Vorsorge zu treffen, dass er schon gar nicht in eine solche Notlage gerät.
Nach dem
Subsidiaritätsprinzip soll der Staat nur dann tätig werden, wenn sich jemand
nicht aus eigener Kraft oder mit Hilfe der Familienangehörigen und Freunde aus
seiner Notlage befreien kann.
Wir wollen eine
Gesellschaftsordnung, in der sich der einzelne Mensch bestmöglich entfalten kann,
aber auch seinen gerechten Anteil übernimmt, wenn es um die Sorge um Kinder und
Alte, Kranke und Behinderte geht.
Da es immer mehr
alte Menschen gibt, während gleichzeitig die Zahl der Geburten konstant bleibt
oder sogar fällt, müssen immer weniger Erwerbsfähige immer mehr Menschen
versorgen, die aus Gründen des Alters oder der Gesundheit nicht mehr arbeiten
können. Hier muß es zu einem gerechten und fairen
Interessenausgleich zwischen Alten und Jungen, Gesunden und Kranken kommen.
Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Geld, das für die Schaffung und
Sicherung von Arbeitsplätzen investiert wird, fehlt bei der Finanzierung von
Krankenhäusern und Pflegeheimen – und umgekehrt. Ohne Arbeitsplätze und
wirtschaftliche Tätigkeit gibt es keine sozialen Einrichtungen; aber jeder, der
heute arbeitet, kann morgen auf diese sozialen Einrichtungen angewiesen sein.
Wir als Partei der
bürgerlichen Mitte sind besser als andere Parteien, die nur einseitig die
Interessen einer Klientel vertreten, geeignet, einen fairen Interessenausgleich
zu finden.
Unser Ziel muß es sein, die Eigenverantwortlichkeit der Bürger für
ihre gesundheitliche und soziale Lage zu fördern. Jeder ist für seine
Gesundheit auch selbst verantwortlich, und jeder, der seine Gesundheit durch Alkoholexzesse,
maßloses Rauchen, Risikosportarten oder eine ungesunde Lebensführung ruiniert, muß sich darüber klar sein, dass er damit die Solidarität
der Gesellschaft übermäßig strapaziert. Er sollte deshalb einen Teil des
Schadens, den er anrichtet, auch aus eigener Kasse begleichen.
Wir lehnen das
bedingungslose Grundeinkommen ab. Wir halten diesen Vorschlag für eine soziale
Utopie, die in der Praxis weder finanzierbar noch wünschenswert ist. Jeder, der
arbeitsfähig ist, sollte auch arbeiten. Leider haben Bundesregierung und Parlament
darin versagt, eine Wirtschaftsordnung zu etablieren, welche nicht von den
Interessen des Finanzkapitals, der Spekulanten, Betrüger und Ausbeuter geprägt
ist. Der maßlose Reichtum und Gewinn ist untrennbar verbunden mit der
Verschuldung und dem Abstieg in die Armut weiter Teile der Bevölkerung.
Selbst vor dem
Volkseigentum macht die Gier der Profiteure nicht mehr halt.
Wir wollen, daß Spekulations- und Betrugsgeschäfte in Zukunft unmöglich
werden und daß alle unmäßigen und nicht
gerechtfertigten Gewinne und Einkünfte an den Staat fallen. Dazu ist es
erforderlich, daß alle Steueroasen und alle
Schlupflöcher für Steuerflüchtlinge verschwinden und der Bankensektor streng
durch den Staat kontrolliert wird.
Wir wollen eine
Gesellschaft, in welcher es weder extreme Armut noch extremen Reichtum gibt.
Frauen und Männer
sollen in Familie und Beruf und am Arbeitsplatz und in der Politik
gleichberechtigte Partner sein.
In der sozialen
Realität ist nach wie vor die Frau diejenige, welche die Hauptlast bei der
Erziehung der Kinder und der Führung des Haushaltes trägt.
Wir setzen uns
dafür, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten
und dass sie die gleichen Bildungs-, Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten
haben. Wir treten für die Schaffung von mehr Kindergärten und
Kindertagesstätten ein, um der Frau den Wiedereintritt in das Berufsleben zu
erleichtern.
Kinder bringen
Lebendigkeit, Phantasie und Erneuerung in unsere Welt. Sie brauchen unseren
Schutz, wir müssen ihnen Orientierung an Werten bieten. Kinder haben
unveräußerliche Menschenrechte und dürfen nicht der Gewalt oder Demütigung
ausgesetzt werden, sondern sind partner der Eltern.
Aber die Eltern müssen ihnen auch vermitteln, dass die Wünsche eines Kindes auf
die Bedürfnisse und Interessen der anderen Mitglieder der Familie und der
Gesellschaft Rücksicht nehmen müssen.
Die Erziehung muß das eigenverantwortliche Handeln und die Fähigkeiten
zur Lösung von Problemen und Konflikten fördern. Der junge Mensch soll zu
eigener Initiative, eigenem Nachdenken und verantwortungsbewusstem Handeln
erzogen werden.
Wenn die Kinder aus dem
Haus sind, nähert sich die Familie der Phase, in welcher Eltern bzw. Großeltern
sich nicht mehr allein versorgen können und der häuslichen Pflege durch die
Familienagehörigen bedürfen. Auch hier darf die Gesellschaft die Familie nicht
allein lassen, sondern die Familien sind durch die Pflegeversicherung, durch
ambulante Pflegedienste und durch Tagespflegestätten und Altenheime zu
unterstützen und die schwere Arbeit des Pflegpersonals ist angemessen zu
honorieren.
Der ältere Mensch
soll möglichst lange ein selbstbestimmtes und von fremder Hilfe unabhängiges
Leben führen können und gegen Armut und Vereinsamung abgesichert sein. Wir
treten für ein altersgerechtes Wohnen, Essensversorgung, Unterstützung im
Haushalt und Einbindung des alten Menschen in das gesellschaftliche, geistige
und kulturelle Leben ein.
14. Behinderte
Behinderte sind ein
Teil unserer Gesellschaft. Ein behinderter Mensch verliert nichts von seinem
Anspruch auf Würde und Respekt durch seine Mitmenschen. Sie dürfen nicht als Betreuungsobjekte
betrachtet werden, sondern sie sind gleichberechtigte Partner. Wir wollen ihnen
helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und Teil unserer Gesellschaft zu
sein, und nicht eine diskriminierte Randgruppe.
Für Rollstuhlfahrer
sollen möglichst barrierefreie Wege und Aufzüge geschaffen werden. Für Blinde,
Gehörlose und Sprachbehinderte soll die Entwicklung computergestützten Systemen
gefördert werden, die ihre Behinderung zumindest teilweise kompensieren.
Entsprechende Forschungs- und Entwicklungsaufträge sind vom Staat zu vergeben.
15. Ausländer
Unsere Identität,
unsere Sicherheit und unsere Rechte als Deutsche müssen gewahrt bleiben. Wir
wollen nicht Fremde im eigenen Land werden. Gleichzeitig erkennen wir den
Anspruch der Fremden und Ausländer an, mit Respekt und Mitmenschlichkeit
behandelt zu werden. Im Rahmen der internationalen Rechtsnormen soll
Deutschland Asylsuchenden ein Aufenthaltsrecht gewähren. Aber dieses Recht
steht nur tatsächlich in ihrem Heimatland verfolgten zu. Der Wunsch nach einem
besseren und reicheren Leben allein genügt nicht als Grundlage einer
Asylgewährung.
Unsere sozialen
Sicherungssysteme und unser Schulsystem wurden zu einer Zeit konzipiert, als es
selbstverständlich war, dass sie von Deutschen für Deutsche gemacht sind.
Wir treten für eine
friedliches Zusammenleben und gegenseitigen Respekt zwischen Ausländern und
Deutschen ein. Jemand, der sich über Jahre hin in Deutschland aufhält oder
sogar die Deutsche Staatsbürgerschaft erwirbt, übernimmt damit nicht nur Reche,
sondern auch Pflichten. Er sollte die deutsche Sprache erlernen, die deutschen
Gesetze als verbindlich ansehen, deutsche Umgangsformen und deutsche Werte
übernehmen und sich in die deutsche Gesellschaft integrieren. Das heißt nicht,
dass er seine kulturelle und religiöse Identität aufgeben soll, aber diese
fremde Identität darf nicht seine Integration in die deutsche Gesellschaft
behindern. Wenn dies gewährleistet ist, sind die kulturellen Traditionen der
Deutschen mit Migrationshintergrund eine wertvolle Bereicherung
unseres deutschen Alltags, und wir sind auch bereit, von fremden Kulturen und
Tradition zu lernen und sie wertzuschätzen.
16. Schutz des ungeborenen Lebens
Wir haben
uneingeschränkte Achtung vor dem Leben eines Menschen - auch dann, wenn er noch nicht geboren
ist. Wenn allerdings die Geburt eines
Kindes zum Tod der Mutter führen kann, oder wenn die Mutter das Opfer einer
Vergewaltigung geworden ist oder wenn das Embryo so stark geschädigt ist, dass
das daraus entstehende Kind nicht lebensfähig sein wird, halten wir einen
Schwangerschaftsabbruch für moralisch vertretbar. Wir können uns auch nicht
darüber einigen, ab der wievielten Woche der Schwangerschaft ein Embryo den
Status eines Menschen hat und fühlen uns in dieser Frage auch nicht kompetent.
Wir bejahen die
Familienplanung und das Wunschkind. Durch Erziehung und Aufklärung soll
verhindert werden, dass junge Frauen ungewollt schwanger werden. Sollte eine Frau
trotzdem ungewollt schwanger werden, soll ihr Beratung und Hilfe zuteil werden.
17.
Menschenwürdiges Sterben
Jeder Mensch hat das
Recht, in Würde zu sterben. Patientenverfügungen über das Abschalten
lebensverlängernder Systeme sind als verbindlich anzuerkennen.
Umwelt- und
Naturschutz
Schutz und Erhaltung
unserer natürlichen Umwelt und ein nachhaltiges Wirtschaften sind für uns eine
Verpflichtung. Energiesparende und abfallarme Technologien und Recycling sind
zu fördern.
18. Wohnen
Ziel unserer
Wohnungspolitik ist es, jedermann mit einer menschenwürdigen Wohnung von
angemessener Größe zu versorgen. Die Bildung von Wohneigentum ist durch die
Förderung des Bausparens, der Kapitalbildung sowie durch steuerliche
Vergünstigungen zu erleichtern. Der Schutz
der Mieter vor der Willkür des Vermieters ist ebenso zu gewährleisten wie der
Schutz des Vermieters vor Vandalismus und Mietern, die prinzipiell keine Miete
zahlen und eine zugemüllte und ruinierte Wohnung
hinerlassen.
19. Freizeit und Sport
Jeder Mensch hat
einen Anspruch auf angemessene Freizeit, um Erholung, Unterhaltung,
Lebensfreude, Selbstverwirklichung und neue, bereichernde Eindrücke. Er soll
Zeit und Muße haben, sich fortzubilden, Kunst, Kultur oder Natur zu genießen,
seine Hobbys zu pflegen und mit anderen Menschen gesellig zusammen zu
sein.
Wir wollen deshalb
den Sport, die Kultur, die Geselligkeit und die Bildung fördern, um das Leben
der Menschen zu verschönern und zu bereichern. Deshalb befürworten wir den Bau
und den Ausbau von Sport- und Begegnungsstätten, kulturelle Einrichtungen wie
Museen, Bühnen, Fortbildungsstätten, Parkanlagen und alles, was das Leben der
Bürger reicher und interessanter macht.
Wir fördern auch die Eigeninitative der Bürger
auf diesen ebenso wie auf den sozialen, kulturellen, caritativen
und sonstigen Gebieten.
20. Deutschland und Europa
Auch wenn wir die
ausufernde europäische Bürokratie, ihre zahlreichen Regulierungen und ihren
Subventionsdschungel kritisieren und ablehnen, so bekennen wir uns doch zum Gedanken,
der Europäischen Einigung als unverzichtbare Garantie für den Frieden auf
unserem Kontinent. Europa hat uns von der Geisel des Krieges befreit und das
harmonische Zusammenleben mit unseren Nachbarn gebracht. Außerdem ist Europa
der größte Absatzmarkt für unsere Produkte.
Wir
Deutschsprachigen, also Deutschland, Österreich, Holland, Belgien und Luxemburg
sind diejenigen, die von der Bevölkerungszahl und der Wirtschaftskraft her das
stärkste Gewicht in Europa haben. Deshalb wird Europa nie etwas unternehmen
können, das unseren Interessen grundlegend zuwiderläuft. Deshalb wird Europa
uns stets mehr nutzen als schaden.
21. Deutschland und die Welt
Im Verhältnis zu den
anderen Staaten der Welt wollen wir unsere Interessen wahren, aber niemals mit Krieg
und Gewalt durchsetzen – es sei denn, man greift uns auf unserem eigenen
Territorium an. Dank der Europäischen Union sind wir nur von befreundeten
Nachbarn umgeben. Ziel unserer Außenpolitik muß eine
Welt sein, in der alle Nationen und Menschen in Frieden und Freundschaft
miteinander leben.