Die
Souveränität der Menschheit
Von: Beiderbeck www.koinae.de
Wenn auch die Menschheit noch nicht als
handelndes Subjekt existiert, sondern nur als leidendes Objekt nationaler
Egoismen, so existiert doch bereits die Einheit der Menschheit: Sie hat eine
einheitliche technisch-wissenschaftliche Zivilisation und sie hat einheitliche
Interessen, vor allem eines: zu überleben und die Zukunft zu bewältigen.
Die Schaffung des Weltstaates ist der einzig
mögliche Weg zum Frieden, doch die Nationen werden sich noch lange sträuben,
ihn zu begehen.
Nach den Rechtsnormen der präsumtiven
Weltrepublik begehen Nationalstaaten, die über Massenvernichtungswaffen
verfügen, ein Verbrechen gegen die Menschheit. Das Versagen der nationalen
Politiker bei der Schaffung einer Weltfriedensordnung ist schuldhaft.
Warum eine präsumtive, d.h. als
wahrscheinlich vorausgesetzte Weltrepublik? Weil sie noch keine greifbare,
sondern vorläufig nur eine begreifbare, eine intellegible Realität ist. Die
Weltrepublik als machtpolitische Realität ist, will sie sich verwirklichen,
darauf angewiesen, die Beschränktheit der nationalen Politik und die
Gleichgültigkeit des einzelnen Menschen gegenüber dem Schicksal der Menschheit
überwinden. Die präsumtive Weltrepublik als geistige Realität existiert als
solche bereits.
Jeder Staat ist in erster Linie eine geistige
Realität. Nicht die äußeren Kennzeichen, nicht Grenzstationen, Uniformen und
Gebäude sind der Staat, sondern die Vorstellung, die Menschen von ihm haben.
Wenn die Menschen ihn nicht mehr als Vorstellung akzeptieren, dann existiert er
nicht mehr.
Um die Weltrepublik Wirklichkeit werden zu
lassen, dazu bedarf es keiner äußeren Mittel, man braucht keine Waffen, keine
Uniformen, keine Gewaltanwendung. Es nur erforderlich, daß
die Vorstellung einer Weltrepublik von den Menschen als möglich und
wünschenswert akzeptiert wird. Sobald dies der Fall ist, wird der Weltstaat zur
faktischen Realität werden.
Braucht die Weltrepublik zu ihrer
Verwirklichung einen Parteiapparat? Nein. Das Medium der Politik sind: die
Medien. Plaketekleben und Wirtshausversammlungen sind
das Aufrechterhalten der Fiktion, die Welt wäre eine Kleinstadt und die
Politiker die Stadträte. Ist Geld erforderlich? Nein. Was braucht die
Weltrepublik dann? Nichts. Wir brauchen sie."