Wer ist Satprem ?

 

Von Richard Beiderbeck, www.koinae.de

 

Satprem wurde 1923 als Sohn eines elsässischen Vaters und einer bretonischen Mutter in Paris geboren. Sein bürgerlicher Name ist Bernard Enginger. Er schloß sich der französischen Restistance an, wurde 1943 verhaftet und verbrachte anderthalb Jahre in den KZ’s von Buchenwald und Mauthausen. Dort wurde sein „ich“ ausgelöscht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er von einem Vetter in das südindische Pondicherry eingeladen, das damals eine französische Enklave war. Dort hatte er eine Begegnung mit Sri Aurobindo und erkannte in ihm eine verwandte Seele. Er blieb eine Weile im Ashram Aurobindos, kehrte dann aber nach Paris zurück. Von dort ging er nach Cayenne in französisch-Guyana und von dort als Goldsucher in den Urwald. Er bleibt etwa zehn Monate und wird in der Urwaldhölle fieberkrank – sprich: Malaria. Dann zieht es den Abenteurer nach Brasilien, dann nach Afrika: Sudan, Guinea, Elfenbeinküste, Dahomey, Nigeria, die Sahara. Inzwischen war Sri Aurobindo gestorben. 1953 kehrt er nach Pondicherry zurück. Mutter gibt ihm den Namen „Satprem“, das heißt: „Einer, der richtig liebt“. Sechs Jahre lang verbringt er bei „Mutter“ in Pondicherry. Er ist ein rebellischer und aufmüpfiger Individualist. „Mutter“ begegnet ihm mit Nachsicht und Verständnis. Aber immer wieder treibt es in hinaus in die Welt:  in den Kongo, nach Brasilien, Afghanistan, den Himalaja, Neuseeland, die Wüste Gobi. Die „Muttter“ glaubte zu wissen, was ihn wirklich umtrieb: die Suche nach Liebe. 1959 machte sie ihn zum Schüler in einem Tempel des tantrischen Buddhismus (dies ist der Buddhismus der Liebe, wobei das auch die ganz handfeste körperliche Liebe einschließt). Doch auch dort blieb er nicht lange. Er schloß sich einem Yogi an, wurde wandernder Bettelmönch und reiste mit ihm zu Fuß durch Ceylon (Sri Lanka). Dann setzt er sein Wanderleben fort, indem er in überfüllten Zügen durch Indien reiste. Als er davon genug hatte, kehrte er zur „Mutter“ zurück. Von nun an machte „Mutter“ ihn zu ihrem Schüler und Vertrauten. Sie führte ausgedehnte Gespräche mit ihm, die er mit dem Tonband aufzeichnete. Unter ihrer Leitung schrieb er das Buch „Sri Aurobindo, oder das Abenteuer des Bewusstseins“. Ihr verdankte er auch sein Buch „Auf dem Weg zum Übermenschen“.

„Mutter“ starb am 17. Nov. 1973. Danach machte sich Satprem daran, seine Aufzeichnungen der Gespräche mit „Mutter“ auszuwerten und zu veröffentlichen. Zunächst erschien „Mutter“, eine Trilogie. Dann folgte „Le mental des Cellules“, das im Jahr 1985 im Goldmann-Verlag unter dem Titel „Der Mensch hinter dem Menschen“ erschien. Dieses Buch ist eine Art Konzentrat der „Mutter“-Trilogie. Dann folgten Bücher über seine eigene Entwicklung: „Gringo“ und „Evolution II“. Inzwischen wurden auch die gesamten Aufzeichnungen Satprems über die Gespräche mit „Mutter“ unter dem Titel „Mutters Agenda“ herausgebracht: 6000 Seiten in dreizehn Bänden.

 

Satprem ist im April des Jahres 2007 in Ootacamund ( in den Nilgiris-Bergen, wo er zuletzt gelebt hat) verstorben.