Die Zähmung des Krieges heißt die Zähmung des
Individuums
Von
Mein Gesetz
von der Erhaltung des Leidens ist nur ein spezieller Fall eines
umfassenderen Gesetzes, des Gesetzes der Dualität. Dieses Gesetz besagt, dass jede
Handlung und jedes Ding, auch jede Person, und letztlich auch Gott, eine
positive und eine negative Seite haben, und dass sich beides die Waage hält.
Aus dem Gesetz der Dualität Gottes und seiner Schöpfung folgt, dass der
technische Fortschritt, welcher versprach, die die Menschen vor Not und Gefahr
zu schützen und ihr zukünftiges Überleben zu sichern, nun das Überleben der
Menschheit bedroht. Ich rede natürlich von den Massenvernichtungswaffen und der
Zerstörung der Umwelt.
Die Menschheit muß auf diese
Bedrohung eine Antwort finden, sonst wird sie aussterben. Das sage ich nicht
als Weltverbesserer, sondern als Beobachter. Bisher wurde noch jede Waffe, die
erfunden wurde, auch eingesetzt, und bisher hat nichts und niemand die Menschen
davon abhalten können, Krieg zu führen. Früher oder später wird der
„menschliche Genius“, auf den sich die Menschheit so viel einbildet, in der
Lage sein, die Biosphäre unseres Planeten so weit zu
zerstören, dass auf ihm kein höheres Leben möglich ist.
Aber ich habe die Hoffnung, dass die Menschheit rechtzeitig
einen Ausweg aus dieser Situation findet. Der Ausweg kann nur darin bestehen,
alle Armeen und militärischen Waffen zu verschrotten und durch ein System der
punktuellen, kontrollierte und dosierten
Gewaltanwendung zu ersetzen.
Die punktuelle, kontrollierte und dosierte Gewaltanwendung soll
die Massenvernichtungskriege ersetzen
Was heißt punktuelle, kontrollierte und dosierte
Gewaltanwendung konkret ? Es bedeutet, die
Gewaltanwendung nicht gegen unschuldige Menschenmassen zu richten – wie dies
auch noch heute immer wieder praktiziert wird - sondern die Verbrecher gegen
den Frieden und die Menschlichkeit gefangen zu nehmen und vor Gericht stellen –
oder, wo dies nicht möglich ist, sie gezielt sie (und nur sie) zu töten –
nachdem sie in Abwesenheit (da man ihrer ja nicht lebend habhaft werden konnte)
zum Tode verurteilt wurden. Das soll nicht heißen, dass ich für die Todesstrafe
plädiere. Aber wenn von der Menschheit nur dadurch Schaden abgewendet werden
kann, dass man ein Attentat auf einen Massenmörder, der das Amt eines
Staatschefs inne hat, ausführt, dann muß das eben
geschehen.
Ich schreibe diese Zeilen um November 2006. Saddam Hussein
wurde gerade zum Tode verurteilt. Aber hätte man das nicht mit weit weniger
Opfern unter der Zivilbevölkerung haben können ?
Musste deswegen die gewaltige Militärmaschine der USA in Bewegung gesetzt
werden, mussten Städte zerbombt, viele tausend unschuldige Zivilisten getötet
und ein Bürgerkrieg entfesselt werden ? Und ist dieser
Saddam Hussein nicht lediglich ein Lückenbüßer für den Terroristen Osama bin
Laden, über dessen Verbleib die USA fünf Jahre nach dem Anschlag auf das World
Trade Center immer noch nichts weiß ?
Die Analyse zeigt, dass die USA verwundbar ist, und dass ihr
all ihre Flugzeugträger, Panzer und Bomber keine Sicherheit geben können. Um
das Sicherheitsproblem zu lösen sind nicht Bomber und Panzer notwendig, sondern
es würde genügen, punktuelle und dosiert Gewalt gegen einzelne Individuen, z.
B. Saddam Hussein oder Osama bin Laden anzuwenden. Aber weder die USA noch ihre
Gegner, die Selbstmordterroristen, wenden die Gewalt gezielt, kontrolliert und
punktuell gegen die an, die sie eigentlich treffen wollen, sondern töten
wahllos Unschuldige.
Für diese Methode der punktuellen und dosierten
Gewaltanwendung sind Armeen und Soldaten völlig ungeeignet. Deren militärische
Tradition fordert nämlich die maximalen Schädigung und Vernichtung des Gegners
durch wuchtige Schläge – bzw. die langsame Zermürbung des Gegners durch einen
verlustreichen Dauerkrieg. Gebraucht werden aber zur Lösung des Gewaltproblems
nicht Militärs (da macht man den Bock zum Gärtner), sondern Polizisten und
Agenten und die vielfachen Möglichkeiten der Informationstechnologie.
Menschen lokalisieren und identifizieren, das ist die zukünftige
Methode der Weltgemeinschaft, um Kriege zu verhindern
Um einen Osama bin Laden vor Gericht zu bringen, müsste die USA und die Weltgemeinschaft ganz anders
organisiert sein. Die teuren Flugzeugträger und Tarnkappenbomber sind gegen
Terroristen machtlos. Die großen und mächtigen Flugzeugträger und Bomber sind
wie Saurier. Sie werden in Zukunft durch andere Waffen und Methoden ersetzt
werden.
Nun ist jedermann klar, dass den gigantischen Kosten, die
mit der Anschaffung und dem Unterhalt eines Flugzeugträgers oder einer Flotten
von Kampfflugzeugen verbunden sind, gewaltige Umsätze und Gewinne für die
Rüstungsindustrie und die Waffenhändler gegenüberstehen. Ganz zu schweigen von
den Arbeitsplätzen. Die Widerstände, neue Wege in der Landesverteiddigung
zu gehen, sind groß, und diejenigen, die den Widerstand leisten, sind reich und
mächtig.
Hinzu kommt auch, dass die Zeit für ein technisches und
organisatorisches Konzept, das die Armeen überflüssig macht, noch nicht reif
ist. Man kann heute nämlich noch nicht jeden Menschen dieser Welt
identifizieren und lokalisieren. Aber die technische Entwicklung läuft darauf
hinaus.
Der Krieg der Killerkommandos wird nicht stattfinden
Die USA haben unter einem Vorwand den Irak angegriffen und
sie haben dabei viele unschuldige Menschen getötet. Gemäß meinem
Rechtsempfinden hat die USA das Völkerrecht missachtet und die amerikanische
Armee und ihre verbündeten Armeen sind zu Kriegsverbrechern und Verbrechern gegen
die Menschlichkeit geworden. Inzwischen sehen das auch viele amerikanische
Bürger so – was dieser Nation zur Ehre gereicht. Eigentlich gehören Präsident
George Bush und Verteidigungsminister Rumsfeld ebenso vor ein
Kriegsverbrechertribunal wie Saddam Hussein und Milosevic. Es wundert nicht,
dass die USA die Konvention für die Schaffung eines Internationalen
Strafgerichtshofes nicht unterzeichnet haben. Offensichtlich will die
Supermacht USA ihre schmutzigen Kriege ungestört weiterführen. Deshalb haben sie
es auch abgelehnt, sich der Konvention gegen die Produktion, Verbreitung und
Benutzung von Landminen und Clusterbomben anzuschließen.
Als die USA den Krieg gegen Afghanistan und später gegen
Saddam Hussein eröffnete, war die Weltöffentlichkeit diesem Krieg nicht völlig
abgeneigt. Denn offiziell war es der Krieg der Weltgemeinschaft gegen
Regierungen, die sich über die Menschenrechte hinwegsetzten. Ein
Kriegsverbrecher und Verbrecher gegen die Menschlichkeit ist nicht durch die
nationale Souveränität geschützt. Die Menschenrechte stehen über der nationalen
Souveränität, und also kann sich kein Staatschef, weder Saddam Hussein, George
W. Bush noch Wladimir Putin auf die nationale Souveränität berufen, wenn es
darum geht, sich der Strafverfolgung durch den Internationalen Strafgerichtshof
zu entziehen.
Das große Problem ist, so hat der Krieg gegen Saddam Hussein
gezeigt, den Verbrecher aufzuspüren und ihn zu verhaften bzw. zu töten, ohne
Zigtausende unschuldige Menschen zu opfern und ein Land ins Chaos eines
Bürgerkrieges zu stürzen. Im Falle von Bush und Putin würde man sogar die Welt
in einen Atomkrieg stürzen. Deswegen erfreuen sich die Atomwaffen bei
Staatsmännern, die nicht zur Rechenschaft gezogen werden wollen, zunehmender
Beliebtheit, und wer sie noch nicht hat, will sie haben.
Doch zurück zu Saddam Hussein und den Irak: Auch wenn die
Weltgemeinschaft und die USA ursprünglich im Recht waren, so haben sie sich
durch die Wahl ihrer Mittel und durch ihre Methoden ins Unrecht gesetzt und
sind selbst zu Kriegsverbrechern geworden. Sie haben es versäumt, ihre Gewalt
gegen Saddam Hussein punktuell, kontrolliert und dosiert einzusetzen. Eine
einzige Kugel aus einem Gewahr oder einer Pistole hätten gereicht. Gewiß, die USA entwickelten bunkerbrechende
Waffen, den so genannten „Saddamizer“, der in Bunker
eindringen kann, indem er Betondecken durchschlägt. Aber es gelang nicht,
Saddam zuverlässig zu lokalisieren und ihn zu töten.
Nun könnte man sagen, die USA hätten noch viel mehr Spione
in den Irak schicken sollen, um Saddam Hussein aufzuspüren. Das wäre sicher
billiger und letztlich weniger verlustreich für die USA gewesen. Aber die
Neigung von Staatsmännern, auf andere Staatsmänner Spione und Killerkommandos
anzusetzen, ist nur dann vorhanden, wenn sie damit rechnen können, dass ihre
Gegenspieler nicht das gleiche gegen sie versuchen werden. Staatschefs
bekriegen sich nicht persönlich. Sie bringen sich nicht gegenseitig um. Getötet
werden fast immer nur die Untertanen.
Das Alamut-Konzept ist nicht tragfähig
und auch nicht wünschenswert
Die Methode des Hassan i Sabbah,
des „Alten vom Berge“, der 1090 n. Chr. die schwer zugängliche Burg Alamut in Persien eroberte und von dort aus seine
Meuchelmörder ausschickte, um die Mächtigen der Welt mit Mord zu bedrohen, hat
die Welt fasziniert und erschreckt. In gewissen Maß ist Osama bin Laden ein
Nachahmer des Alten vom Berge (aber das ist nur ein Teilaspekt). Immerhin hat
Osama bin Laden versucht, den Präsidenten George Bush durch einen gezielten
Flugzugabsturz aufs Weiße Haus zu töten – was den sich so markig gebenden
Präsidenten zutiefst erschreckte und zu einer von persönlicher Angst
getriebenen Flucht nach vor, nämlich hinein in den Krieg, antrieb. Bush wirkt
auf mich nicht wie ein Held, sondern wie ein Herrenfriseur, der über den Krieg
schwadroniert.
Das Alamut-Konzept ist militärisch
nicht tragfähig, weil die Festung und seine Insassen lokalisierbar sind, und
weil alles, was lokalisierbar ist, durch Waffen oder Verrat eingenommen werden
kann. Der Alte vom Berge würde heute in der Falle sitzen, auch wenn sich seine
Burg viele tausend Meter unter der Erde in irgendwelchen verzweigten
Höhensystemen oder auf dem Boden des Ozeans befinden würde.
Nun könnte man eine auf den ersten Blick positive Variante dieses
Konzepts entdecken, wenn man annehmen würde, der „Alte vom Berge“ wäre ein
Freund der Menschheit und ein Feind aller Diktatoren und Kriegsverbrecher.
Nehmen wir also an, er würde irgendwo auf seiner Festung sitzen und die Welt
beobachten. Immer dann, wenn ein Tyrann seine Untertanen unterdrückt oder seine
Nachbarn bedroht, würde er seine Agenten ausschicken, damit sie im Stile eines
James Bond den Übeltäter und seine Komplizen zur Strecke bringen würden. Man
könnte sogar noch weiter phantasieren und sich vorstellen, dass dieser Alte vom
Berge im Auftrag der Weltgemeinschaft handeln würde, vielleicht sogar der
Generalsekretär der UNO wäre. Aber wünschenswert wäre ein solches Konzept
nicht, weil es sich der demokratischen Kontrolle entziehen würde. Die Gewaltanwendung
wäre zwar punktuell und dosiert – aber sie wäre nicht kontrolliert.
Es bleibt nur das Konzept des kollektiven, weltweiten
Überwachungsstaates
Das Problem der Massenvernichtungswaffen, welches die
Zukunft der Menschheit bedroht, besteht darin, dass verantwortungslose,
verbrecherische oder verrückte Individuen sich in den Besitz von
Massenvernichtungswaffen setzen können – z. B. dadurch, dass sie Staatschef
werden oder dass sie ihren Reichtum und ihre Macht oder ihre Schläue oder ihr
verbrecherisches Genie dazu benutzen, Möglichkeiten zu finden, die Menschheit
zu bedrohen.
Das Problem ist nicht das Kollektiv, sondern das Individuum.
Das Kollektiv muß Wege finden, das Individuum zu
überwachen und zu kontrollieren – besonders dann, wenn das Individuum mächtig
ist.
Letztendlich läuft das nicht nur auf den Weltstaat, sondern
auf den Weltstaat, der alle Menschen kontrolliert, lokalisiert und überwacht,
hinaus. Heute erscheint ein solcher „Welt-Überwachungsstaat“ für 99,99 Prozent
aller Menschen als ein Albtraum, der um jeden Preis vermieden werden muß – selbst um den Preis des eigenen Untergangs.
Man muß schon ein Exzentriker,
Querdenker und Spinner sein, um einen solchen Welt-Überwachunsstaat
als wünschenswert und für das Überleben der Menschheit für notwendig zu
erachten. Wenn man aber die Dinge konsequent zu Ende denkt, erscheint diese
Lösung als die einfachste und wirksamste. Und ich glaube, dass sie sich in der
Zukunft durchsetzen wird.