Zarathustra
und seine Lehre (der Mazdaismus)
Dieser Beitrag behandelt
den historischen Zarathustra.
Der Zarathustra
Nietzsches hat kaum etwas mit der historischen Person zu tun. Wenn Sie etwas
über Nietzsche, der sich in dem Gewande Zarathustras zum Propheten des
Übermenschen macht, erfahren möchten, klicken Sie bitte hier:
Quellen:
Fischer Lexikon „Die
nichtchristlichen Religionen“, Frankfurt 1957
Fischer Lexikon:
„Geschichte in Gestalten“
Hans Joachim Schöps:
„Religionen in Ost und West“, Gütersloh 1961
Alfons Gabriel: „Die religiöse
Welt des Iran“ Graz 1974
Der persischen
Religions-Stifter Zarathustra (oder Zoroaster, wie ihn die Griechen nannten),
soll in Raga in West-Iran geboren sein; er starb in Baktrien in Ost-Iran. Einer
anderen Überlieferung zu Folge soll er in Shiz am Urmiasee (im heutigen
Aserbeidschan) geboren worden sein. Wann Zarathustra gelebt hat, ist unter
Wissenschaftlern umstritten. Die Angaben schwanken zwischen 500 und 1000 v.
Christus. Die meisten glauben, er lebte etwa zwischen 700 v. Chr. und 600 v.
Chr. und war somit ungefähr ein Zeitgenosse von Buddha, Konfuzius und
Deutero-Jesaja.
Der Name Zarathustra,
„Zardosht“ [„Sardoscht“] bedeutet nicht, wie in manchen Quellen
angegeben,"ein Besitzer alter Kamele", sondern kommt von Persisch
„Goldlöckchen“ oder „Goldkopf“ – hergeleitet von „Zar“ (Haupt oder Kopf),
„Dokht“ (von altpersisch bzw. Avestisch „Dokhtar“ [„Dochtar“] = zu deutsch
Tocheter, englisch „Doughter“). Und weil Zarathustra Goldene Locken hatte als
er zur Welt kam, hat man Ihn Zartosht genannt.....("Goldlöckchen"
oder "Goldkopf".
Er soll bei seiner Geburt gelacht haben. Er ist also
gewissermaßen der lachende Prophet, und in der Tat ist seine Lehre im Grunde
optimistisch.
Sein Vater Pourusahaspa gehörte dem Geschlecht der Spitamas
an und war wohl Prister eines Stammes von Viehzüchtern. In seiner Jugend wurde
er von Dämonen und bösen Menschen verfolgt, aber er wurde vor diesen
Nachstellunen gerettet - vielleicht deswegen, weil sie nur eingebildet waren. Als
Zwanzigjähriger verließ er seine Heimat, um in der Wüste oder in den Bergen
religiöse Meditationen zu machen. Im Alter von 30 oder 40 Jahren erschien ihm
am Flusse Daitya (Oxus?) der Engel Voho Mano (oder Vohu Manah) und brachte ihn
zum Thron des höchsten Gottes Ahura Mazda, der sich ihm offenbarte. Zwölf Jahre
lang versuchte der Prophet vergeblich, Anhänger für seine Lehre zu finden. In
dieser Zeit hatte er noch mehrere Visionen und wehrte siegreich die Teufel ab.
Erfolg hatte er erst, als es ihm gelang, den Fürtsten
Vishtaspa, dessen Gattin und schließlich den ganzen Hofadel zu bekehren. Er
heiratet eine vornehme Frau und erlangte großen Einfluß im Staat. Zarathustra
starb im Alter von 77 Jahren eines gewaltsamen Todes, als der feindliche
Nachbarfürst Arytaspa in die Hauptstadt Vishtaspas eindrang.
Die Lehre Zarathustras
Die Religion der alten Perser vor Zarathustra ähnelte der
vedischen Religion in Indien. In der vedischen Religion gibt es ein Vielzahl
von Göttern; Zarathustra sah in den alten Göttern Dämonen und bekämpfte sie. Er
versuchte den Kult dieser Götter abzuschaffen - was ihm aber nicht ganz gelang.
Zarathustra fasste
die Religion des iranischen Volkes zusammen und baute sie weiter aus.
Das
Awesta (" das Wissen")
Die Lehre Zarathustras ist in dem "Awesta" (oder
Avesta) niedergelegt. Das ist eine Sammlung von Psalmen, "Gathas"
genannt. Das Awesta bedeutet "Wissen". Auf Griechisch heißt Wissen
"Gnosis". Man erkennt, daß die Gnosis ihre Wurzeln in dem Awesta hat.
An Stelle von "Awesta" sagt man oft auch "Zend-Awesta", d.
h. "Wissen der Tradition" und bedeutet: "kommentiertes
Wissen". Der ursprüngliche Text des Awesta soll zur Zeit Alexanders des
Großen verloren gegangen sein. Aus dem verbliebenen Resten stellten die
Priester im 3. bis 4. Jahrhundert nach Christus einen Kanon zusammen (Sammlung
der verbindlichen Schriften). Aber auch dieser Kanon ist nur zum Teil erhalten.
Viele Iranisten
vermuten, die uns heute vorliegende Niederschrift des Awesta aus dem 6.
nachchristlichen Jahrhundert oder später stammt. Möglicherweise geschah dies,
damit die Anhänger Zarathustras den Status von "Schriftbesitzern"
(Christen, Juden und Mohammedaner) erhielten, die durch den Islam eine
bevorzugte Behandlung erhielten.
Vorbemerkung:
Die heutigen Anhänger Zarathustras glauben nur noch an Ahura Mazdah. Angra
Mainyu (Angry meynu) wird nur noch als etwas Abstraktes angesehen: die
schlechten Gedanken und Taten des Menschen, die durch gute Gedanken und Taten
bekämpft werden müssen. Damit ist der heutige Mazdaismus (parsische Religion,
Zorastrismus) eine monotheistische Religion.
Charakteristisch für die Lehre Zarathustras ist der
Dualismus, der Glaube an zwei in etwa gleich mächtige Götter oder Prinzipien:
Das Gute und das Böse. Der Gott des Guten (der Reinheit, der Wahrheit, des
Lichtes) ist Ahura Mazdah, der Gott des Bösen (der Lüge, der Finsternis) ist
Ahriman oder Angra Mainyu. Man hat auch schon die Lehre des Zarathustra einen
auf halbem Wege stehengebliebenen Monotheismus genannt. Zarathustra selbst sagt
aber die Vernichtung des bösen Prinzips voraus; nur das gute Prinzip bleibt
übrig. Also wird an Stelle des Dualismus einst der Monotheismus treten. Die
Auseinandersetzung zwischen dem guten und dem bösen Prinzip dauert laut
Zarathustra bis zum Weltende, dann erst wird das Böse und die Lüge überwunden
und völlig vernichtet und die Wahrheit siegt.
Die Mazdaisten glaubten: Es gibt vier Weltalter, von denen
jedes 3000 Jahre dauert.
Im ersten
Weltalter schafft Ahura Mazda die Engel, die guten Geister und die
Seelen der Menschen. Er schafft aber noch nicht die materielle Welt. Diese Welt
ist eine jenseitige, geistige Welt.
Im zweiten
Weltalter wird die materielle Welt geschaffen und durch die Seelen
belebt (auch die Tiere haben Seelen). Der erste Mensch heißt Gayomart, der über
die Schöpfung herrscht. Die Schöpfung befindet sich in einem vollendeten,
sündenlosen Zustand.
Der böse Geist Angra Mainya sieht mit Ärger und Neid auf die
Schöpfung. Er kann sich ausrechnenen, daß im Endkampf das gute Prinzip die
stärkeren Batallione haben wird. Er muß als handeln, um nicht ins Hintertreffen
zu geraten. Aber noch kann er nicht handeln, denn der gute Geist kann ihn durch
Aussprechen des heiligen Ahunavairya-Spruchs in Schach halten.
Im dritten
Weltalter dringt der böse Geist Angra Mainya in die Welt ein. Er
tötet den ersten Menschen und den ersten Stier. Angra Mainya erschafft die
Dämonen und die schädlichen Tiere (Schlangen, Würmer, Heuschrecken, Ameisen und
diese verbreiten sich über die Welt. Ahriman erschafft den Winter, die
Dunkelheit, das Verbrechen und alle negativen Dinge, die den Menschen
heimsuchen.
Im vierten
Weltalter sendet der gute Geist der Menschheit Zarathustra, dessen
Seele schon zu Beginn des zweiten Weltalters geschaffen worden ist, aber bis
zur Geburt Zarathustras in der nichtmateriellen Welt gelebt hat.
Zarathustra kann eine gewisse Besserung der Welt erreichen -
aber je mehr Zeit nach seinem Auftreten vergeht, umso schlechter wird der Zustand
der Welt.
Aber auf wunderbare
Weise wird nach
tausend Jahren eine reine Jungfrau
von Zarathustra schwanger. Wie das ? Einst hat Zarathustra in einem See gebadet
und dabei Samen verloren. Und nach tausend Jahren badete die Jungfrau darin und
wurde von dem Samen schwanger. Die Zarathustrier haben also den Gedanken der
künstliche Befruchtung erfunden. Aber auch das Wirken des neuen Propheten ist
nur von beschränktem Erfolg und die Wirkung läßt wieder mit der Zeit nach. So
folgen auf Zarathustra noch elf Propheten im Abstand von jeweils tausend Jahren. Der zwölfte und
ultimative dieser Heilsbringer ist der Saoshyant ("der Helfer" oder
"Retter"), ein großer Heiland und König. Er ist von einer Jungfrau
geboren und sein Zeichen wird ein leuchtender Stern am Himmel sein. Er wird die
Auferstehung der Toten herbeiführen, ihnen ihre Körper wiedergeben und in einen Endkampf mit dem Bösen
eintreten. Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen werden drei Tage lang in
der Hölle gepeinigt. Dann müssen Gute und Böse in den Fluß aus Feuer. Die Bösen
werden meinem, sie würden in glühenden flüssigem Metall baden, während die
Guten meinen werden, sie würden durch warme Milch gehen. Nach dieser Reinigung
werden Gute und Böse gleichermaßen in das Reich Ahura Mazdas gelangen - es ei
denn, sie hätten sich mit den Dämonen infiziert. Danach beginnt der große
Endkampf, der mit der Vernichtung des bösen Geistes und all seiner Dämonen
enden wird. Die Welt wird durch einen glühenden Metallstrom gereinigt und der
gute Geist herrscht
bis in die Ewigkeit über selige
Wesen, die wieder im Zustand der paradiesischen Unschuld leben.
Ahura Mazdah, später auch Ormazd genannt, ist der
"andere" Gott, der sich von den Göttern der Polytheistischen
Religionen unterscheidet. Er ist auch anders, als sich die Menschen vorstellen
können. Deshalb gibt es über ihn keine Mythen und Legenden. Er ist der Einsame
und Erhabene. Er ist nicht mit andern Götter verwandt, er hat auch keine
Gemahlin.
Die himmlischen
Heerscharen
Ahura Mazda hat Gehilfen, die ihn umgeben: zahllose Engel
und Geister. Die sieben obersten Engel
heißen "Amesaha Spentas", das sind unsterbliche Geister, denen
bestimmte Kompetenzbereiche zugeteilt sind. Die Amesha Spentas sind wohl zum
Teil alte Gottheiten, deren Zuständigkeitsbereiche nun die Erzengel übernommen
haben.
Die sieben Erzengel, die in seiner unmittelbaren Nähe sind,
heißen: "Die gute Gesinnung" (Vohu Manah), "die Gerechtigkeit
und Wahrheit" oder "beste Frömmigkeit" (Asha Vahista), "der
göttliche Wille" oder "gewünschte Herrschaft" (Kshatra Vairya),
"Demut und Frömmigkeit" oder "heilige Ergebung" (Spenta
Armaiti), "die Vollkommenheit" oder "das Heil" (Haurvatat),
"die Unsterblichkeit" (Ameretat), und "der Gehorsam"
(Sraosha).
Vohu Manah herrscht über das Vieh, Asha Vahishta herrscht
über das Feuer, Ksaharta Vairiya über die Metalle, Spenta Armaiti ist die alte
Erdgöttin, Haurvatat ist die Herrscherin der Pflanzen, Ameretat herrscht über
das Wasser. Sraosha ist der Götterbote, Dämonenbekämpfer und Nothelfer.
Nach den sieben Erzengeln kommen die Fravashis, das sind
unsterblichen Seelen aller Lebewesen. Sie sind die geistigen Urbilder (oder
Idealbilder) der einzelnen Lebewesen und
spiele die Rolle des Schutzengels. Selbst Ahura Mazda hat ein solches Urbild,
das als geflügelter Mensch dargestellt wird.
Auch Ahriman hat seine Begleiter: eine endlose Schar von
Teufeln und Dämonen umgeben ihn. Sie bevölkern die ganze Welt und verbreiten
ständig Lug und Trug, Leid und Zerstörung. Die Urbilder der Teufel in
Zarathustras Entwurf sind die alten Naturdämonen und Götter der Iraner.
Das Urteil über die
Toten (die Cinvat-Brücke)
Zarathustra
glaubte an die Unsterblichkeit der Seele und an ein Leben nach dem Tode.
Nach dem Tod bleibt die Seele drei Nächte lang in der Nähe
des ihres toten Körpers. Dann wird sie von einer schönen Jungfrau zur
Cinvat-Brücke (Brücke der Trennung) geleitet. Die Mitte der Brücke ist wie die
Klinge eines Schwertes. Für die Gerechten steht die Klinge waagrecht und ist 15
Speerlängen breit. So gelangen die Gerechten problemlos über die Brücke ins
Paradies vor den Thron Ahura Mazdahs. Für die Seelen der bösen Menschen steht
die Schwert-Brücke senkrecht nach oben und ist messerscharf; die Bösen stürzen
deshalb in die Hölle - oder in minder schweren Fällen: in eine Art Fegefeuer.
Zarathustras Ethik
Die Seele des Menschen ist -
wie die ganze Welt - eine Kampfstätte zwischen guten und bösen,
unheilbringenden Geistern. Der Mensch ist, ob er es will oder nicht, entweder
Mitstreiter in der Armee des guten oder des bösen Gottes. Von der Entscheidung
jedes einzelnen Menschen hängt es ab, ob die Sache Gottes oder des Teufels
Fortschritte macht.
Der Mensch ist frei,
zu wählen, oder sich für das Gute oder das Böse entscheidet, er muß aber
wissen, daß das Gute am Schluß siegen wird.
Die goldene Regel Zarathustras lautete: "Was Du nichts
willst, daß Dir man tue, füge auch keinem andern zu". Der Mensch soll den
Feind zum Freund machen, den Bösen gerecht und den Unwissenden gebildet. Die
größte Tugend ist Gottesfurcht, dann Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit. Die
schwerste Sünde ist der Unglaube. Wer sich vom Zarathustra-Glauben abwandte,
wurde mit dem Tod bestraft. Zinsen lehnte Zarathustra ab.
Diese Morde aus Intoleranz, die Zarathustra wohl kaum in
dieser Konsequenz gewollt waren, sondern von einer auf Machterhalt bedachten
Priesterkaste (wahrscheinlich auch nicht zu seinen Lebzeiten), führt alles
Positive im Zarathustra-Glauben ad absurdum.
Der Kult der Zarathustrier
Wie später die Katharer, legten die Zarathustrier großen
Wert auf die Reinheit. Man durfte u. a. bestimmte Speisen nicht essen. Großen
Wert legten sie darauf, gute und ehrliche
Menschen zu sein, nie zu betrügen und Wohltätigkeit zu üben.
Erste Lebenspflicht war Reinigung, Opfer und Gebet.
Zarathustra duldete weder Tempel noch Götzen; Altäre wurden auf Hügeln, in
Palästen oder im Zentrum der Stadt errichte. Auf diesen Altären wurden Feuer zu
Ehren Ahuru Mazdas unterhalten, weshalb die Zarathustra-Anhänger
"Feueranbeter" genannt wurden. In der Tat wurde das Feuer auch als
der Gott "Atar" (Sohn des Herren des Lichts") verehrt. Das war
wohl nicht im Sinne Zarathustras, aber hier setze sich wohl der alte
Volksglaube durch. Der Herd im Haus galt als heiliger Altar; des Feuer durfte
niemals ausgehen. Auch die Sonne, das ewige Feuer am Himmel, wurde ebenfalls
als Verkörperung Ahura Mazdas verehrt.
Die Frauen genoßen Gleichberechtigung.
Die Zarathustrier und die Parsen (die heutigen
Zarathustrier) begraben ihre Toten nicht und verbrennen sie auch nicht (um
zu verhindern, daß die Erde, das Wasser
oder das Feuer durch die Leichen verunreinigt werden). Die Toten werden weit
entfernt von den Wohngebieten auf "Türmen des Schweigens"
niedergelegt, wo sie den Vögeln und anderen aasfressende Tiere preisgegeben
werden.
Die Geschichte der
Religon Zarathustras
Der persische Großkönig Darius I. war Anhänger und Förderer
der Zarathustra-Religion. Darius sah sich als König von Ahuramazdas Gnaden. Zu
Zeit der Arsakiden und der Sassaniden (226 bis 642 n. Chr.) war die Lehre
Zarathustras (der Mazdaismus) Staatsreligion. Die Priester wurden immer
mächtiger und immer intoleranter gegen Andersgläubige.
Wandlungen des Zarathustra-Glaubens im Lauf der Geschichte
Gemäß des jüngeren Zend
Awesta hat Ahura Mazdah nicht das gesamte Universum geschaffen, sondern nur die
guten Dinge. (In dem älteren Awesta hat er noch alles geschaffen). Alles Böse
und Unreine hat dagegen Ahriman geschaffen.
Der Mazdaismus wandelte sich in den Zervanismus um. Die
Zervanisten glaubten, daß den beiden antagonistischen Göttern die
"unendliche Zeit" (zervan akaranan) übergeordnet sei. Aus ihr seinen
der gute und der böse Gott hervorgegangen.
Unter dem Shah Kawad (489-531 n. Chr.) trat der
Sektengründer Mazdak auf. Die Mazdakiten, die eine Art Kommunismus vertraten,
glaubten, daß jeder Mensch das Recht auf einen gleichen Anteil an Gütern
hätten. Dieser paradiesische Urzustand sei durch dämonische Mächte gestört
worden - deshalb sei eine Neuverteilung
der Besitzverhältnisse herzustellen.
Der Shah Kawad unterstützte zunächst die Mazdakiten, weil er
seine Macht auf Kosten der Großgrundbesitzer ausdehnen wollte. Später bekämpfte
er die Sekte und ließ kurz vor seinem Tode zahlreiche Mitglieder durch seinen
Thronfolger Chosrau niedermetzeln.
Mit dem Vordringen des
Islam wich der Mazdaismus zurück.
Im 650 n. Chr. breitete
sich in Persien der Islam aus; die Religion Zarathustras verschwand fast ganz. Heute
gibt es in ganz Persien nur einige Tausend Zarathustra-Anhänger. Um dem Druck
durch den Islam zu entgehen, wanderten zahlreiche Mazdaisten auf die Halbinsel
Kathiavar in der indischen Provinz Gudscharat aus, das aber 1490 von den
Moslems erobert wurde. Die Parsen gingen nach Surat, später nach Bombay. Da sie
fleißig und betriebsam waren, kamen sie als Kaufleute zu beträchtlichen
Vermögen. Sie waren für moderne Ideen aufgeschlossen und nahmen eine führende
Stellung in der indischen Nationalbewegung ein. Sie wurden Wegbereiter der
Industriealisierung. Die Weltfirma Tata wurde von Parsen aufgebaut. Trotzdem
blieben sie in ihren religiösen Bräuchen konservativ. Ihre Religion allerdings
machte Anleihen bei der Theosophie und beim indischen Glauben an die Seelenwanderung.
Die weitreichenden
Einflüsse der Zarathustra-Religion
Auch wenn die Religion Zarathustras heute nur noch relative
wenige Anhänger hat (die Parsen), so hat seine Lehre und seine Vorstellungen
die Bibel, den Koran, den Mithraskult, den Manichäismus und die Gnosis und die
gnostischen Sekten tief beeinflußt.
Heute sind Engel und
Schutzengel wieder modern. Sie stammen aus Zarathustras Ideenwelt.
Unschwer erkennt man auch, daß Bibel und Koran die
Vorstellungen Zarathustras vom jüngsten Gericht, vom Teufel und den Engeln, vom
Sündenfall, von der jungfräulichen Geburt, vom Heiligen Geist und so manches
andere übernommen haben.