Zarathustra und seine Lehre (der Mazdaismus)

Von Richard Beiderbeck, http://www.koinae.de

 

Dieser Beitrag behandelt den historischen Zarathustra.

Der Zarathustra Nietzsches hat kaum etwas mit der historischen Person zu tun. Wenn Sie etwas über Nietzsche, der sich in dem Gewande Zarathustras zum Propheten des Übermenschen macht, erfahren möchten, klicken Sie bitte hier:

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Quellen:

Fischer Lexikon „Die nichtchristlichen Religionen“, Frankfurt 1957

Fischer Lexikon: „Geschichte in Gestalten“

Hans Joachim Schöps: „Religionen in Ost und West“, Gütersloh 1961

Alfons Gabriel: „Die religiöse Welt des Iran“ Graz 1974

 

Zarathustra als historische Person

Der persischen Religions-Stifter Zarathustra (oder Zoroaster, wie ihn die Griechen nannten), soll in Raga in West-Iran geboren sein; er starb in Baktrien in Ost-Iran. Einer anderen Überlieferung zu Folge soll er in Shiz am Urmiasee (im heutigen Aserbeidschan) geboren worden sein. Wann Zarathustra gelebt hat, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Die Angaben schwanken zwischen 500 und 1000 v. Christus. Die meisten glauben, er lebte etwa zwischen 700 v. Chr. und 600 v. Chr. und war somit ungefähr ein Zeitgenosse von Buddha, Konfuzius und Deutero-Jesaja.

 

Der Name Zarathustra, „Zardosht“ [„Sardoscht“] bedeutet nicht, wie in manchen Quellen angegeben,"ein Besitzer alter Kamele", sondern kommt von Persisch „Goldlöckchen“ oder „Goldkopf“ – hergeleitet von „Zar“ (Haupt oder Kopf), „Dokht“ (von altpersisch bzw. Avestisch „Dokhtar“ [„Dochtar“] = zu deutsch Tocheter, englisch „Doughter“). Und weil Zarathustra Goldene Locken hatte als er zur Welt kam, hat man Ihn Zartosht genannt.....("Goldlöckchen" oder "Goldkopf".

 

Er soll bei seiner Geburt gelacht haben. Er ist also gewissermaßen der lachende Prophet, und in der Tat ist seine Lehre im Grunde optimistisch.

Sein Vater Pourusahaspa gehörte dem Geschlecht der Spitamas an und war wohl Prister eines Stammes von Viehzüchtern. In seiner Jugend wurde er von Dämonen und bösen Menschen verfolgt, aber er wurde vor diesen Nachstellunen gerettet - vielleicht deswegen, weil sie nur eingebildet waren. Als Zwanzigjähriger verließ er seine Heimat, um in der Wüste oder in den Bergen religiöse Meditationen zu machen. Im Alter von 30 oder 40 Jahren erschien ihm am Flusse Daitya (Oxus?) der Engel Voho Mano (oder Vohu Manah) und brachte ihn zum Thron des höchsten Gottes Ahura Mazda, der sich ihm offenbarte. Zwölf Jahre lang versuchte der Prophet vergeblich, Anhänger für seine Lehre zu finden. In dieser Zeit hatte er noch mehrere Visionen und wehrte siegreich die Teufel ab.

Erfolg hatte er erst, als es ihm gelang, den Fürtsten Vishtaspa, dessen Gattin und schließlich den ganzen Hofadel zu bekehren. Er heiratet eine vornehme Frau und erlangte großen Einfluß im Staat. Zarathustra starb im Alter von 77 Jahren eines gewaltsamen Todes, als der feindliche Nachbarfürst Arytaspa in die Hauptstadt Vishtaspas eindrang.

 

Die Lehre Zarathustras

Die Religion der alten Perser vor Zarathustra ähnelte der vedischen Religion in Indien. In der vedischen Religion gibt es ein Vielzahl von Göttern; Zarathustra sah in den alten Göttern Dämonen und bekämpfte sie. Er versuchte den Kult dieser Götter abzuschaffen - was ihm aber nicht ganz gelang.

 Zarathustra fasste die Religion des iranischen Volkes zusammen und baute sie weiter aus.

 

Das Awesta (" das Wissen")

Die Lehre Zarathustras ist in dem "Awesta" (oder Avesta) niedergelegt. Das ist eine Sammlung von Psalmen, "Gathas" genannt. Das Awesta bedeutet "Wissen". Auf Griechisch heißt Wissen "Gnosis". Man erkennt, daß die Gnosis ihre Wurzeln in dem Awesta hat. An Stelle von "Awesta" sagt man oft auch "Zend-Awesta", d. h. "Wissen der Tradition" und bedeutet: "kommentiertes Wissen". Der ursprüngliche Text des Awesta soll zur Zeit Alexanders des Großen verloren gegangen sein. Aus dem verbliebenen Resten stellten die Priester im 3. bis 4. Jahrhundert nach Christus einen Kanon zusammen (Sammlung der verbindlichen Schriften). Aber auch dieser Kanon ist nur zum Teil erhalten.

 Viele Iranisten vermuten, die uns heute vorliegende Niederschrift des Awesta aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert oder später stammt. Möglicherweise geschah dies, damit die Anhänger Zarathustras den Status von "Schriftbesitzern" (Christen, Juden und Mohammedaner) erhielten, die durch den Islam eine bevorzugte Behandlung erhielten.

 

Der Dualismus bei Zarathustra

 

Vorbemerkung: Die heutigen Anhänger Zarathustras glauben nur noch an Ahura Mazdah. Angra Mainyu (Angry meynu) wird nur noch als etwas Abstraktes angesehen: die schlechten Gedanken und Taten des Menschen, die durch gute Gedanken und Taten bekämpft werden müssen. Damit ist der heutige Mazdaismus (parsische Religion, Zorastrismus) eine monotheistische Religion.

 

Charakteristisch für die Lehre Zarathustras ist der Dualismus, der Glaube an zwei in etwa gleich mächtige Götter oder Prinzipien: Das Gute und das Böse. Der Gott des Guten (der Reinheit, der Wahrheit, des Lichtes) ist Ahura Mazdah, der Gott des Bösen (der Lüge, der Finsternis) ist Ahriman oder Angra Mainyu. Man hat auch schon die Lehre des Zarathustra einen auf halbem Wege stehengebliebenen Monotheismus genannt. Zarathustra selbst sagt aber die Vernichtung des bösen Prinzips voraus; nur das gute Prinzip bleibt übrig. Also wird an Stelle des Dualismus einst der Monotheismus treten. Die Auseinandersetzung zwischen dem guten und dem bösen Prinzip dauert laut Zarathustra bis zum Weltende, dann erst wird das Böse und die Lüge überwunden und völlig vernichtet und die Wahrheit siegt.

 

Vergangenheit und Zukunft der Welt

Die Mazdaisten glaubten: Es gibt vier Weltalter, von denen jedes 3000 Jahre dauert.

Im ersten Weltalter schafft Ahura Mazda die Engel, die guten Geister und die Seelen der Menschen. Er schafft aber noch nicht die materielle Welt. Diese Welt ist eine jenseitige, geistige Welt.

Im zweiten Weltalter wird die materielle Welt geschaffen und durch die Seelen belebt (auch die Tiere haben Seelen). Der erste Mensch heißt Gayomart, der über die Schöpfung herrscht. Die Schöpfung befindet sich in einem vollendeten, sündenlosen Zustand.

Der böse Geist Angra Mainya sieht mit Ärger und Neid auf die Schöpfung. Er kann sich ausrechnenen, daß im Endkampf das gute Prinzip die stärkeren Batallione haben wird. Er muß als handeln, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Aber noch kann er nicht handeln, denn der gute Geist kann ihn durch Aussprechen des heiligen Ahunavairya-Spruchs in Schach halten.

Im dritten Weltalter dringt der böse Geist Angra Mainya in die Welt ein. Er tötet den ersten Menschen und den ersten Stier. Angra Mainya erschafft die Dämonen und die schädlichen Tiere (Schlangen, Würmer, Heuschrecken, Ameisen und diese verbreiten sich über die Welt. Ahriman erschafft den Winter, die Dunkelheit, das Verbrechen und alle negativen Dinge, die den Menschen heimsuchen.

Im vierten Weltalter sendet der gute Geist der Menschheit Zarathustra, dessen Seele schon zu Beginn des zweiten Weltalters geschaffen worden ist, aber bis zur Geburt Zarathustras in der nichtmateriellen Welt gelebt hat.

Zarathustra kann eine gewisse Besserung der Welt erreichen - aber je mehr Zeit nach seinem Auftreten vergeht, umso schlechter wird der Zustand der Welt.

Aber auf wunderbare Weise wird nach tausend Jahren eine reine Jungfrau von Zarathustra schwanger. Wie das ? Einst hat Zarathustra in einem See gebadet und dabei Samen verloren. Und nach tausend Jahren badete die Jungfrau darin und wurde von dem Samen schwanger. Die Zarathustrier haben also den Gedanken der künstliche Befruchtung erfunden. Aber auch das Wirken des neuen Propheten ist nur von beschränktem Erfolg und die Wirkung läßt wieder mit der Zeit nach. So folgen auf Zarathustra noch elf Propheten im Abstand  von jeweils tausend Jahren. Der zwölfte und ultimative dieser Heilsbringer ist der Saoshyant ("der Helfer" oder "Retter"), ein großer Heiland und König. Er ist von einer Jungfrau geboren und sein Zeichen wird ein leuchtender Stern am Himmel sein. Er wird die Auferstehung der Toten herbeiführen, ihnen ihre Körper wiedergeben  und in einen Endkampf mit dem Bösen eintreten. Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen werden drei Tage lang in der Hölle gepeinigt. Dann müssen Gute und Böse in den Fluß aus Feuer. Die Bösen werden meinem, sie würden in glühenden flüssigem Metall baden, während die Guten meinen werden, sie würden durch warme Milch gehen. Nach dieser Reinigung werden Gute und Böse gleichermaßen in das Reich Ahura Mazdas gelangen - es ei denn, sie hätten sich mit den Dämonen infiziert. Danach beginnt der große Endkampf, der mit der Vernichtung des bösen Geistes und all seiner Dämonen enden wird. Die Welt wird durch einen glühenden Metallstrom gereinigt und der gute Geist herrscht bis in die Ewigkeit über selige Wesen, die wieder im Zustand der paradiesischen Unschuld leben.

 

Ahura Mazdah, der "andere" Gott

Ahura Mazdah, später auch Ormazd genannt, ist der "andere" Gott, der sich von den Göttern der Polytheistischen Religionen unterscheidet. Er ist auch anders, als sich die Menschen vorstellen können. Deshalb gibt es über ihn keine Mythen und Legenden. Er ist der Einsame und Erhabene. Er ist nicht mit andern Götter verwandt, er hat auch keine Gemahlin.

 

Die himmlischen Heerscharen

Ahura Mazda hat Gehilfen, die ihn umgeben: zahllose Engel und Geister.  Die sieben obersten Engel heißen "Amesaha Spentas", das sind unsterbliche Geister, denen bestimmte Kompetenzbereiche zugeteilt sind. Die Amesha Spentas sind wohl zum Teil alte Gottheiten, deren Zuständigkeitsbereiche nun die Erzengel übernommen haben.

Die sieben Erzengel, die in seiner unmittelbaren Nähe sind, heißen: "Die gute Gesinnung" (Vohu Manah), "die Gerechtigkeit und Wahrheit" oder "beste Frömmigkeit" (Asha Vahista), "der göttliche Wille" oder "gewünschte Herrschaft" (Kshatra Vairya), "Demut und Frömmigkeit" oder "heilige Ergebung" (Spenta Armaiti), "die Vollkommenheit" oder "das Heil" (Haurvatat), "die Unsterblichkeit" (Ameretat), und "der Gehorsam" (Sraosha).

Vohu Manah herrscht über das Vieh, Asha Vahishta herrscht über das Feuer, Ksaharta Vairiya über die Metalle, Spenta Armaiti ist die alte Erdgöttin, Haurvatat ist die Herrscherin der Pflanzen, Ameretat herrscht über das Wasser. Sraosha ist der Götterbote, Dämonenbekämpfer und Nothelfer.

Nach den sieben Erzengeln kommen die Fravashis, das sind unsterblichen Seelen aller Lebewesen. Sie sind die geistigen Urbilder (oder Idealbilder) der einzelnen  Lebewesen und spiele die Rolle des Schutzengels. Selbst Ahura Mazda hat ein solches Urbild, das als geflügelter Mensch dargestellt wird.

 

Die dämonischen Heerscharen

Auch Ahriman hat seine Begleiter: eine endlose Schar von Teufeln und Dämonen umgeben ihn. Sie bevölkern die ganze Welt und verbreiten ständig Lug und Trug, Leid und Zerstörung. Die Urbilder der Teufel in Zarathustras Entwurf sind die alten Naturdämonen und Götter der Iraner.

 

Das Urteil über die Toten (die Cinvat-Brücke)

 Zarathustra glaubte an die Unsterblichkeit der Seele und an ein Leben nach dem Tode.

Nach dem Tod bleibt die Seele drei Nächte lang in der Nähe des ihres toten Körpers. Dann wird sie von einer schönen Jungfrau zur Cinvat-Brücke (Brücke der Trennung) geleitet. Die Mitte der Brücke ist wie die Klinge eines Schwertes. Für die Gerechten steht die Klinge waagrecht und ist 15 Speerlängen breit. So gelangen die Gerechten problemlos über die Brücke ins Paradies vor den Thron Ahura Mazdahs. Für die Seelen der bösen Menschen steht die Schwert-Brücke senkrecht nach oben und ist messerscharf; die Bösen stürzen deshalb in die Hölle - oder in minder schweren Fällen: in eine Art Fegefeuer.

 

Zarathustras Ethik

Die Seele des Menschen ist -  wie die ganze Welt - eine Kampfstätte zwischen guten und bösen, unheilbringenden Geistern. Der Mensch ist, ob er es will oder nicht, entweder Mitstreiter in der Armee des guten oder des bösen Gottes. Von der Entscheidung jedes einzelnen Menschen hängt es ab, ob die Sache Gottes oder des Teufels Fortschritte macht.

 Der Mensch ist frei, zu wählen, oder sich für das Gute oder das Böse entscheidet, er muß aber wissen, daß das Gute am Schluß siegen wird.

Die goldene Regel Zarathustras lautete: "Was Du nichts willst, daß Dir man tue, füge auch keinem andern zu". Der Mensch soll den Feind zum Freund machen, den Bösen gerecht und den Unwissenden gebildet. Die größte Tugend ist Gottesfurcht, dann Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit. Die schwerste Sünde ist der Unglaube. Wer sich vom Zarathustra-Glauben abwandte, wurde mit dem Tod bestraft. Zinsen lehnte Zarathustra ab.

Diese Morde aus Intoleranz, die Zarathustra wohl kaum in dieser Konsequenz gewollt waren, sondern von einer auf Machterhalt bedachten Priesterkaste (wahrscheinlich auch nicht zu seinen Lebzeiten), führt alles Positive im Zarathustra-Glauben ad absurdum.

 

Der Kult der Zarathustrier

Wie später die Katharer, legten die Zarathustrier großen Wert auf die Reinheit. Man durfte u. a. bestimmte Speisen nicht essen. Großen Wert legten sie darauf, gute und ehrliche  Menschen zu sein, nie zu betrügen und Wohltätigkeit zu üben.

Erste Lebenspflicht war Reinigung, Opfer und Gebet. Zarathustra duldete weder Tempel noch Götzen; Altäre wurden auf Hügeln, in Palästen oder im Zentrum der Stadt errichte. Auf diesen Altären wurden Feuer zu Ehren Ahuru Mazdas unterhalten, weshalb die Zarathustra-Anhänger "Feueranbeter" genannt wurden. In der Tat wurde das Feuer auch als der Gott "Atar" (Sohn des Herren des Lichts") verehrt. Das war wohl nicht im Sinne Zarathustras, aber hier setze sich wohl der alte Volksglaube durch. Der Herd im Haus galt als heiliger Altar; des Feuer durfte niemals ausgehen. Auch die Sonne, das ewige Feuer am Himmel, wurde ebenfalls als Verkörperung Ahura Mazdas verehrt.

Die Frauen genoßen Gleichberechtigung.

 

Die Zarathustrier und die Parsen (die heutigen Zarathustrier) begraben ihre Toten nicht und verbrennen sie auch nicht (um zu  verhindern, daß die Erde, das Wasser oder das Feuer durch die Leichen verunreinigt werden). Die Toten werden weit entfernt von den Wohngebieten auf "Türmen des Schweigens" niedergelegt, wo sie den Vögeln und anderen aasfressende Tiere preisgegeben werden.

 

Die Geschichte der Religon Zarathustras

Der persische Großkönig Darius I. war Anhänger und Förderer der Zarathustra-Religion. Darius sah sich als König von Ahuramazdas Gnaden. Zu Zeit der Arsakiden und der Sassaniden (226 bis 642 n. Chr.) war die Lehre Zarathustras (der Mazdaismus) Staatsreligion. Die Priester wurden immer mächtiger und immer intoleranter gegen Andersgläubige.

 

Wandlungen des Zarathustra-Glaubens im Lauf der Geschichte

Gemäß des jüngeren Zend Awesta hat Ahura Mazdah nicht das gesamte Universum geschaffen, sondern nur die guten Dinge. (In dem älteren Awesta hat er noch alles geschaffen). Alles Böse und Unreine hat dagegen Ahriman geschaffen.

Der Mazdaismus wandelte sich in den Zervanismus um. Die Zervanisten glaubten, daß den beiden antagonistischen Göttern die "unendliche Zeit" (zervan akaranan) übergeordnet sei. Aus ihr seinen der gute und der böse Gott hervorgegangen.

 

Die Sekte der Mazdakiten

Unter dem Shah Kawad (489-531 n. Chr.) trat der Sektengründer Mazdak auf. Die Mazdakiten, die eine Art Kommunismus vertraten, glaubten, daß jeder Mensch das Recht auf einen gleichen Anteil an Gütern hätten. Dieser paradiesische Urzustand sei durch dämonische Mächte gestört worden -  deshalb sei eine Neuverteilung der Besitzverhältnisse herzustellen.

Der Shah Kawad unterstützte zunächst die Mazdakiten, weil er seine Macht auf Kosten der Großgrundbesitzer ausdehnen wollte. Später bekämpfte er die Sekte und ließ kurz vor seinem Tode zahlreiche Mitglieder durch seinen Thronfolger Chosrau niedermetzeln.

 

Mit dem Vordringen des Islam wich der Mazdaismus zurück.

Im 650 n. Chr. breitete sich in Persien der Islam aus; die Religion Zarathustras verschwand fast ganz. Heute gibt es in ganz Persien nur einige Tausend Zarathustra-Anhänger. Um dem Druck durch den Islam zu entgehen, wanderten zahlreiche Mazdaisten auf die Halbinsel Kathiavar in der indischen Provinz Gudscharat aus, das aber 1490 von den Moslems erobert wurde. Die Parsen gingen nach Surat, später nach Bombay. Da sie fleißig und betriebsam waren, kamen sie als Kaufleute zu beträchtlichen Vermögen. Sie waren für moderne Ideen aufgeschlossen und nahmen eine führende Stellung in der indischen Nationalbewegung ein. Sie wurden Wegbereiter der Industriealisierung. Die Weltfirma Tata wurde von Parsen aufgebaut. Trotzdem blieben sie in ihren religiösen Bräuchen konservativ. Ihre Religion allerdings machte Anleihen bei der Theosophie und beim indischen Glauben an die Seelenwanderung.

 

Die weitreichenden Einflüsse der Zarathustra-Religion

Auch wenn die Religion Zarathustras heute nur noch relative wenige Anhänger hat (die Parsen), so hat seine Lehre und seine Vorstellungen die Bibel, den Koran, den Mithraskult, den Manichäismus und die Gnosis und die gnostischen Sekten tief beeinflußt.

 Heute sind Engel und Schutzengel wieder modern. Sie stammen aus Zarathustras Ideenwelt.

Unschwer erkennt man auch, daß Bibel und Koran die Vorstellungen Zarathustras vom jüngsten Gericht, vom Teufel und den Engeln, vom Sündenfall, von der jungfräulichen Geburt, vom Heiligen Geist und so manches andere übernommen haben.