Was wird die Zukunft bringen ?

Von Richard Beiderbeck, http://www.koinae.de

 

1.     Die Amerikanisierung aller Lebensbereiche wird weiter fortschreiten. Es werden immer mehr amerikanische Worte und Begriffe Teil unserer Sprache werden. Schätzungsweise 60 % aller Spielfilme oder Serien kommen aus den USA. Jeder Deutsche ist bestens mit dem Denken und Fühlen der dargestellten Personen vertraut; es ist unvermeidlich, dass er sich auch mit ihnen identifiziert, also quasi zum „Wahlamerikaner“ wird.

 

2.     Die Internationalisierung der deutschen Bevölkerung wird zunehmen. Es werden in Deutschland immer mehr Menschen leben, die nicht von deutschen Eltern abstammen.

 

3.     Die „Europäisierung“ der deutschen Politik wird zunehmen. Immer mehr Entscheidungen werden nicht in Berlin, sondern in Brüssel fallen.

 

4.     Die Gegenbewegung zu den drei oben genannten Entwicklungen wird sich weiter verstärken, d.h. ein Prozentsatz von 20 % bis 40 % der Bevölkerung werden mehr oder weniger stark Wert darauf legen, dass die deutsche Identität erhalten bleibt. Das werden vor allem diejenigen sein, deren persönliche Lage unbefriedigend ist und die bei der Modernisierung und Globalisierung zu den Verlierern gehören.

 

5.     Trotz der zunehmenden Polarisierung zwischen Nationalisten und „Multikulturalisten“ wird es in Deutschland weitgehend friedlich bleiben – solange zwei Drittel der Deutschen mit ihrer Situation einigermaßen zufrieden sind. Eine Wirtschaftskrise würde die Bundesrepublik einer Belastungsprobe unterziehen, die sie aber überstehen wird, ohne in den Extremismus abzugleiten. Das System der Demokratie ist elastischer und stabiler als viele annehmen. Die Demokratie und der Kapitalismus werden weder durch Gewalt noch durch einen hohen Wahlsieg extremistischer Parteien beseitigt werden.

 

6.     Berlin wird im Lauf der nächsten Jahrzehnte Paris und London an Bedeutung einholen, weil Berlin ein größeres „Hinterland“ hat, das bis ins Baltikum und nach Polen bis an die weißrussische Grenze reicht. Polen und das Baltikum werden sich nach Berlin hin orientieren. Die wachsende Bedeutung Berlins wird in Paris, London und Moskau Ängste und Neid hervorrufen; die künftigen deutschen Bundeskanzler müssen gute Diplomaten sein und den Empfindlichkeiten und Ängsten der Nachbarn mit Klugheit begegnen. Trotz seiner gewachsenen Bedeutung wird Berlin nicht das Zentrum Europas sein, sondern nur eines von mehreren. Die Europäische Zentralregion wird folgende Ballungsräume umfassen, die durch immer schnellere und billigere Verkehrsverbindungen immer mehr zusammenrücken werden: Groß-London, Groß-Paris, Nordostfrankreich, die Benelux-Staaten, Hamburg, Bremen, Köln, Düsseldorf und Ruhrgebiet, Lothringen-Saarland und die Rhein-Main und Rhein-Neckar-Region bis Straßburg. Diese Zentralregion wird wirtschaftlich und politisch das größte Gewicht in Europa haben und verhindern, dass Berlin zur dominierenden Stadt in Europa wird, selbst wenn es einmal 10 Millionen Einwohner haben sollte.

 

Die Zukunft Europas

 

Es wird noch weit mehr als 100 Jahre dauern, bis Europa ein den USA vergleichbarer Bundesstaat werden wird. In mancher Hinsicht wird Europa eher eine überdimensionierte Schweiz werden. Die unterschiedlichen nationalen Sprachen und Kulturen werden erhalten bleiben. An Stelle des Nationalbewusstseins wird teilweise ein stärkeres Regionalbewusstsein treten.

 

Europa wird keine Großmacht wie die USA sein, und es wird auch keine Großmachtpolitik betreiben. Es wird den USA die Führung und auch die damit verbundenen Probleme überlassen. Sollte aber ein gemeinsamer Feind die USA und Europa bedrohen, werden beide vereint kämpfen.

 

Die Zukunft der europäischen Rasse

 

(Anmerkung: Nicht jeder, der das Wort Rasse benutzt, ist ein Rassist.)

In der Konkurrenz der Rassen und Kulturen hat die europäische Rasse mit der Entdeckung Amerikas, später dann mit der Entdeckung Australiens und mit der Besiedlung Sibiriens ihr Territorium ungeheuer erweitern können. Die Ureinwohner hat die europäische Rasse entweder ausgerottet oder zurückgedrängt. Auf diesem neuen Siedlungsland haben sich die Europäer (und die als Sklaven importierten Schwarzafrikaner)  ausgebreitet und vermehrt. Gleichzeitig haben die Europäer ihr Wissen und ihre Technologie beständig weiterentwickelt und ihren Vorsprung behauptet. Diese technische und wissenschaftliche Überlegenheit hat bei anderen Rassen und Kulturen ein latentes Minderwertigkeitsgefühl, ja sogar offene oder heimliche Feindschaft ausgelöst. Reaktion der weniger entwickelten Völker auf die europäische Überlegenheit sind Nationalismus und religiöser Fundamentalismus.

 

Inzwischen haben die Japaner, Koreaner u.a. bewiesen, dass auch Asiaten an der Spitze des technischen Fortschritts marschieren können. Die Inder waren den Europäern ohnehin schon immer im abstrakten Denken und im Philosophieren überlegen. Die Chinesen haben ebenfalls ein großes geistiges Potential.

 

Die Vorherrschaft der europäischen Rasse, vor allem auch der West- und Mitteleuropäer und der weißen angelsächsischen Protestanten  in den USA hat ihren Höhepunkt überschritten – was aber nicht heißt, dass das „europäische Reich“ in den nächsten hundert Jahren ebenso untergehen wird wie das römische Reich. Aber Parallelen sind schon erkennbar.

 

Zunächst fällt auf, dass die Siedlungsgebiete, welche die weiße Rasse in Amerika und Australien hinzugewonnen hat, jetzt mit allen anderen Rassen geteilt werden. Asiaten, Afrikaner, Araber und Lateinamerikaner wandern unaufhörlich und unaufhaltsam in die Territorien der europäischen Rasse ein – auch in die europäischen Gebiete. Diese Tatsache kann man nur zu Kenntnis nehmen, aber nicht verhindern. Eine Abschottung würde Europa und die USA zum Feind des Restes der Welt machen; die maßgebenden politischen Kräfte in USA und Europa wollen dies auch nicht.

Es ist klar, dass die europäisch/US-amerikanische Vorherrschaft einmal zu Ende gehen muss, und dass an Stelle der Vorherrschaft der europäischen Rasse eine Gleichberechtigung aller Rassen und Kulturen treten muss. Keine Vorherrschaft kann ewig währen, sondern es wird eines Tages zur Rebellion und zum Gegenschlag kommen. Deshalb ist es besser, wenn die Europäer den Einwanderungsdruck tolerieren, und es auch nicht zu verhindern suchen, dass Chinesen und Inder ihren eigenen technischen Fortschritt vorantreiben.

Niemand kann der europäischen Rasse die Garantie geben, dass die Japaner, Chinesen oder Inder eines Tages, wenn sie ein Übergewicht an Macht über die weiße Rasse haben, darauf verzichten werden, diese Übermacht zur Unterdrückung der weißen Rasse zu benutzen. Die Europäer können nur hoffen, dass bis dahin eine weltweite Kultur der Menschenrechte und des zivilisierten und humanen Umgangs miteinander etabliert ist. Sollten sich die anderen Rassen und Religionen gegenüber den Europäern aber ebenso intolerant und inhuman verhalten, wie es die weiße Rasse gegenüber anderen Rassen und Religionen getan hat, dann Gnade uns Gott !

Es bleibt für die Europäer die Hoffnung, dass nicht alle andern Völker und Kulturen gegen sie sein werden - und dass die Nichteuropäer untereinander uneins sein werden. Es bleibt auch die Hoffnung, dass die Europäer auch weiterhin so zäh, erfinderisch und arbeitsam bleiben werden, wie viele ihrer Vorfahren. 

 

Die Zukunft der multikulturellen Gesellschaft

 

Unter multikulturelle Gesellschaft verstehen ihre Befürworter eine Gesellschaft, in der die Vertreter unterschiedlicher Kulturen friedlich und harmonisch zusammeleben und sich durch gegenseitigen Austausch bereichern. Die Gegner der multikulturellen Gesellschaft verstehen darunter eine Gesellschaft, in der es Spannungen und Kämpfe, Unfrieden Terrorismus und Gewalt gibt. Entsprechend diesen unterschiedlichen Einstellungen gibt es auch unterschiedliche Prognosen für die Zukunft der multikulturellen Gesellschaft.

 

Nach meiner Einschätzung wird es im Lauf der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte (nach einer Übergangsphase) eine Angleichung, ja sogar eine Verschmelzung der unterschiedlichen Kulturen geben. Aus der multikulturellen Gesellschaft wird in einer fernen Zukunft die monokulturelle Gesellschaft entstehen. Warum ? Weil es innerhalb jeder geschlossenen Gesellschaft und jeder isolierten Gruppe von Menschen einen starken Hang zur Konformität gibt. Nur so konnten ja die unterschiedlichen Kulturen sich herausbilden: Ein Stamm oder eine Region war weitgehend sich selbst überlassen und hat im Lauf der Jahrhunderte eigene Rituale, eigene moralische und religiöse Vorstellungen und Lebensweisen entwickelt. Der Zwang zur Konformität innerhalb einer Gruppe oder einer Gesellschaft kann so groß sein, dass alle, die von der Norm abwichen, stark unter Anpassungsdruck gesetzt werden, und – wenn dies ohne Erfolg bleibt – verbannt oder getötet werden. Dies ist ein Grundmuster menschlichen Verhaltens.

Nun ist es aber heute so, dass unser ganzer Planet ein geschlossenes Territorium ist, dessen Bewohner in einen immer enger werdenden Kontakt treten. Damit wächst auch der Zwang zu Konformität. Wenn man nämlich nicht gemeinsame Werte; gemeinsame Interessen und gemeinsame Umgangsformen entwickelt, dann wird dies zu Missverständnissen und Konflikten bis hin zu Bürgerkriegen und Massakern führen. Im Grund ist dies ja schon in vielen Teilen der Welt der Fall.

Auf die Dauer können verschieden Kulturen nicht nebeneinander bestehen. Entweder dominiert eine Kultur und unterdrückt alle anderen, oder die verschiedenen Kulturen (was oft auch heißt: die verschiedenen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten), müssen zu einem Ausgleich und zu einer gemeinsamen Basis kommen.

Es gibt kaum einen Menschen, der in mehr als zwei Kulturen wirklich verwurzelt ist. Es gibt vielleicht die multikulturelle Gesellschaft, aber es gibt  kaum multikulturelle Menschen. Es gibt meist nur den mono- oder bikulturellen Menschen. Bikulturell ist ein großer Teil der Intellektuellen der Dritten Welt. Sie sind in ihrer afrikanischen oder asiatischen Kultur aufgewachsen und haben dann einen Universität in den USA und Europa besucht. Sie sprechen fließend Englisch und sind mit der europäischen Kultur vertraut, ja sie sind sogar halbe Europäer oder Amerikaner. Aber zu Hause sind sie Moslem oder Buddhist usw. 

Auf mittlere Sicht werden die Menschen zwei Identitäten haben: man wird Mitglied der globalen Kultur sein, und man wird Mitglied einer regionalen Kultur sein, wobei die regionale Kultur wiederum eine spezielle Ausprägung einer nationalen Kultur ist.

Die Basis des zukünftigen Miteinanders der Kulturen wird sein:

1.     Toleranz gegen andere Religionen

2.     Intoleranz gegen Verletzung der Menschenrechte

3.     Gemeinsame Verhaltensnormen im täglichen Miteinander

4.     Eine gemeinsame Sprache (vermutlich Englisch)

 

Die Zukunft der Computer

 

Die Computer werden die Nachfolge des Menschen als die dominierende Spezies auf diesem Planeten antreten. Sie werden alle Attribute, die für ein Lebewesen charakteristisch sind, haben – auch die Fähigkeit, sich selbst zu reproduzieren.

 

Das Denken der Computer wird nicht nur das Denken der Menschen nachahmen, sondern sogar übertreffen. Den entscheidenden Einstieg für die selbständige Computerintelligenz wird die Fähigkeit der Computer sein, Bilder und Töne zu analysieren und sich ein Bild von der Wirklichkeit zu machen. 

 

Die Entstehung des Internets und der mobilen Kommunikation legt nahe, dass alle Computer untereinander vernetzt sein werden und damit jeder Computer im Prinzip alles wissen und wahrnehmen kann, was ein anderer Computer weis, sieht oder hört. Die Computer haben also die Möglichkeit eine kollektive Intelligenz von fast göttlichem Ausmaß zu erlangen. Gegenüber dieser gewaltigen Intelligenz und Macht wird der Mensch nur eine Ameise sein.

Die Frage ist nun, wie die Computer mit ihren Schöpfern und „Vorfahren“ umgehen werden. Die Frage ist auch, wie die Menschen reagieren werden, wenn Sie die Gefahr erkannt haben. All das kennen wir ja aus Science-Fiktion Romanen, die aber eines Tages eine ungeahnte Aktualität gewinnen werden. Das Thema hat auch eine beachtliche philosophische Dimension.

Im Unterschied zum SF-Roman wird der Mensch den Computer aber nicht besiegen und zerstören, sondern die Computer werden die Oberhand gewinnen. Werden sie die Menschen ausrotten, wie der Mensch das wohl mit seinem Bruder, dem Neandertaler getan hat ?

 

Bei der Eroberung des Weltalls werden die Computer diejenige Lebensform sein, welche die größten Chancen hat. Im Weltall und auf fremden Planeten muss der Mensch immer sein Biotop und seine lebenserhaltenden Systeme mit sich führen. Ein Computer braucht nur Strom aus der Solarzelle und funktioniert im Vakuum.

 

Die Zeiten sind vorbei, in welcher die Schöpfung Jahrmillionen brauchte, um eine neue Spezies zu entwickeln. Die Entwicklung einer neuen Spezies – sei es ein intelligenter, lebendiger Computer oder sei es (mit Hilfe der Gentechnologie) eine neue Spezies eines Tieres oder eine neue Spezies Mensch. Ja, die drohende Konkurrenz der sich selbständig machenden und nicht mehr kontrollierbaren Computer wird den Menschen dazu veranlassen, seine Fähigkeiten mit Hilfe der Gentechnologie aufzurüsten, so dass der Mensch sich als Übermensch gegen den Supercomputer zu behaupten versucht.

 

All diese Gedanken sind nicht erfreulich und weit weg von unseren Alltagsproblemen. Die Menschheit wird sie deshalb noch eine Weile verdrängen und sich mit naheliegenderen Dingen beschäftigen. Ein Menetekel war aber schon, als ein Computer einen Schachgroßmeister zum ersten Mal besiegte.

 

Dennoch: Die Entwicklung des technischen Fortschrittes geht exponentiell vor sich; die Veränderungen und Neuerungen kommen in immer kürzeren Abständen.

 

Die Zukunft der Kriege

 

Das Zeitalter der „kämpfenden Staaten“ scheint mit der allmählichen Entstehung eines Europäischen Bundesstaates überwunden zu sein. Die Welt Adolf Hitlers ist gottseidank versunken. In Hitlers Vorstellung standen die Staaten in einem unerbittlichen Überlebenskampf, in dem sich nur der behaupten konnte, der alle andern besiegte, ihre Territorien schluckte und die Bewohner dieser Territorien entweder versklavte, ausrottete oder integrierte (ja nach Verhältnis zur „Herrenrasse“). Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges und der Entwaffnung, Besetzung und Erniedrigung Deutschlands war dieser Gedanke sogar für viele Deutsche nachvollziehbar. Der Psychopath Hitler konnte nur Erfolg haben, weil schon der Erste Weltkrieg verbrecherisch und krankhaft war. Seine Judenhass war ebenfalls das Ergebnis krankhafter und verbrecherischer Ideen, die andere entwickelt hatten, die aber von ihm Besitz ergriffen hatten wie böse Dämonen. Nicht nur der Täter Hitler, auch die Väter seiner Ideen sind schuldig geworden – so wie die schuldig werden, die diese Ideen heute noch propagieren. Konkurrenz und Wettbewerb sind im menschlichen und tierischen Leben unvermeidlich; so ist unsere Welt konstruiert. Aber die gnadenlose Vernichtung aller tatsächlichen oder vermeintlichen Konkurrenten ist von der Natur nicht gewollt.

 

Nachdem also Hitler und die Zeit der Vernichtungskriege und Vernichtungslager hinter uns liegt (besser: zu liegen scheint, denn noch immer gibt es Völkermord und Vernichtungslager), besteht die Hoffnung, dass uns ein großer Krieg erspart bleibt. Es bleibt die Hoffnung, dass auch die Bürgerkriege mit fortschreitender Zivilisierung der Menschheit und mit der zunehmenden Achtung der Menschenrechte  eines Tages der Vergangenheit angehören werden. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, der nur über einen wirksamen Internationalen Strafgerichtshof führen kann.

 

Zivilisationen wurden immer wieder durch Barbaren zerstört, und die nackte Gewalt haben über das Recht und die Zivilisation triumphiert. Die Versuchung, andere für sich arbeiten zu lassen, anderen die Reichtümer und Privilegien wegzunehmen, die Versuchung, dem vermeintlichen Angreifer zuvor zu kommen, wird auch in Zukunft da sein. Zivilisation bedeutet Dekadenz und mangelnden Selbstbehauptungswillen. Wir werden niemals vor Barbarei sicher sein.

 

Was erschreckt und Angst macht ist die Vernichtungskraft der modernen Waffen, die Zunahme der Armut und Gewaltbereitschaft in den unterentwickelten Gebieten und die Zunahme der Kluft zwischen arm und reich. Die Kriege der Zukunft werden Kriege um die Rohstoffe und um Territorien sein. Ein wesentlicher Motor der Kriege wird das rapide Wachstum der Bevölkerung sein und die daraus resultierenden Verteilungskämpfe sein. Ich fürchte, einen ewigen Frieden wird es nicht geben – obwohl er für das Überleben der Menschheit von existenzieller Bedeutung ist.

 

Allerdings glaube ich, dass auch schwerste Zerstörungen unseres Planeten und unserer Umwelt die Menschheit und das Leben nicht völlig auslöschen werden, sondern dass nach Jahrzehnten und Jahrhunderten schlimmsten Leidens eine neue Blüte der Zivilisation möglich ist. Aber wie viel besser wäre es, wenn der Menschheit und dem Planeten der nächste große Krieg erspart bliebe. Wer aber die Menschen z.B. beim Autofahren beobachtet, weis eigentlich schon Bescheid: Es gibt viel zu viele unvernünftige Menschen, die schon um kleiner Vorteile willen bereit sind, andere zu gefährden und notfalls sogar zu töten. Da helfen auch keine Appelle an Vernunft und Humanität.

 

Die Zukunft des sozialen Fortschritts

 

Der technische Fortschritt hat dazu geführt, dass das, was früher das Privileg der Oberschicht war, heute in den entwickelten Nationen breiten Bevölkerungsschichten zugänglich ist. Anders sieht es natürlich in den Entwicklungsländern aus.

Bei uns ist es aber so, dass jedermann, der es will, sein Auto, seinen Computer, sein Telefon, seinen Fernseher seine Flugreise usw. haben kann.

Wenn man diese Tendenz in die Zukunft extrapoliert (was vielleicht nicht möglich ist), dann wird in Zukunft jeder sein eigenes Haus, seine Ferienwohnung und beliebig viel Freizeit haben.

Und wer wird die Arbeit tun und wer wird die Renten zahlen ?

20 %der Menschen werden noch arbeiten. Den Rest werden die Computer tun. Die Computer werden die Produktion, die Verwaltung, die Logistik und alle anderen lästigen Aufgaben weitgehend übernehmen (und, wie erwähnt, vielleicht eines Tages von den Dienern zu den Herren der Menschheit werden).

Woher werden die Ressourcen für diesen gesteigerten Konsum kommen ? Dies wird vor allem dann zum Problem, wenn die Bevölkerungszahl dramatisch wächst. In die Industrieländern dagegen schrumpft die einheimische Bevölkerung. Damit also dieses Paradies auf Erden Wirklichkeit werden kann, muss die Bevölkerungszahl zurückgehen. Eine rapide Steigerung der Bevölkerungszahl, vor allem auf globaler Ebene, würde alle Hoffnungen auf weltweiten materiellen Wohlstand zunichte machen.

 

Es gibt neben dem Wohlstand an materiellen Gütern einen kulturellen Wohlstand. Dieser verbraucht weit weniger Rohstoffe und ist durch Kopie beliebig ohne große Kosten vermehrbar und jedermann verfügbar. Ganz konkret gesprochen: jeder gute Film und jeder gute Musiktitel, jedes gute Gemälde und jedes Buch stellt für alle Menschen einen Gewinn dar, an dem jedermann über die Medien teilhaben kann (ohne große Kosten). Dies ist eine nicht zu unterschätzende Zunahme des Reichtums der Menschheit. Kultur und Wissen sind etwas geistiges, und das Geistige ist beliebig vervielfältigbar ohne großen materiellen Aufwand. Wenn jeder aber alles haben kann, was andere auch haben, ist das ein gewaltiger Schritt nach vorn in Richtung auf die soziale Gerechtigkeit und den sozialen Fortschritt.

 

Das größte Privileg ist meiner Ansicht das Privileg, das tun zu dürfen was einem Freude und Genugtuung bereitet. Ein Künstler, Wissenschaftler oder ein leitender Angestellter arbeitet zwar oft schwer; aber eigentlich ist es trotzdem keine Arbeit, sondern eine Beschäftigung und Selbstverwirklichung. Arbeit im engeren Sinne ist nach meinem Verständnis all das, was monoton, gefährlich und mit unangenehmen Empfindungen verbunden ist, also z.B. Fabrikarbeit, Arbeit auf dem Bau usw.

 

Der größte soziale Fortschritt wäre, wenn jedermann das Privileg hätte, nur noch das tun zu müssen, was ihm Erfüllung und Freude bringt. Eine Utopie ? Nicht mehr ganz. Aber natürlich hätte dieser Fortschritt auch seinen Preis.

 

Die Zukunft des Kapitalismus

 

Der Kapitalismus wird überall dort bestehen, wo Recht und Gesetz regieren. Dort wo Gewalt und Korruption regieren, kann der Kapitalismus nicht bestehen. Zum Kapitalismus gehört der freie Markt. Einen freien Markt kann es nur dort geben, wo Verkäufer und Käufer nicht befürchten müssen, betrogen, beraubt und erpresst zu werden.

Bei uns gibt es eine Zweiteilung der Aufgaben zwischen Staat und Wirtschaft: Der Staat sorgt für die Sicherheit und Ehrlichkeit der Marktteilnehmer, die Wirtschaft sorgt für Arbeitskräfte und die Steuern. Der Versuch den Staat in ein Wirtschaftsunternehmen zu verwandeln muss im Gegenzug dazu führen, dass die Wirtschaftsunternehmen staatliche Aufgaben übernehmen. 

 

Nachdem jetzt der Sozialismus überwunden ist, scheint der Kapitalismus fest und unerschütterlich zu stehen. An eine Wiederkehr einer sozialistischen Revolution glaube ich nicht. Aber der Kapitalismus wird im Informationszeitalter ein anderer sein. Das Internet und die Computer begünstigen nämlich die Planwirtschaft. Vielleicht hat der Sozialismus zu früh schlapp gemacht. Vielleicht hätte er im Internetzeitalter eine gute Chance gehabt.

 

Wie auch immer, das Internet könnte dazu führen, dass man einen erneuten Versuch unternimmt, den Bedarf der Menschen im Vornherein zu ermitteln und die Produktion entsprechend zu planen.

 

Wenn auch der Sozialismus tot ist, so werden die elementaren Ideen des Sozialismus nie an Aktualität verlieren, sondern immer wieder auftauchen, solange es arm und reich gibt. Der grundlegende Gedanke des Sozialismus ist, dass die Reichen ihren Besitz mit den Armen teilen sollen. Dieser Gedanke wird bei den Reichen auf wenig Gegenliebe stoßen; die “Sozialisten“ (oder wie immer sie sich nennen werden) werden gezwungen sein, ihre Forderungen mit Gewalt durchzusetzen – was zu einer Diktatur führen wird, oder sie werden als gemäßigte Sozialisten (also Sozialdemokraten) für einen allmählichen Wandel eintreten.

In Zeiten extremer Not und extremer Umstände werden die radikalen Sozialisten die Oberhand gewinnen, in ruhigen und friedlichen Zeiten die Sozialdemokraten, die sich in diesen Zeiten immer mehr den Kapitalisten annähern werden.

 

Der Kapitalismus wird in dem Maße ab Ablehnung stoßen, in welchem er sich zum Manchesterkapitalismus zurückentwickelt. Das wird unvermeidlich zu einer Gegenbewegung führen. Deshalb wäre es ein Fehler der heute maßgebenden Personen (und das sind nur noch bedingt die Politiker), frühkapitalistische Verhältnisse anzustreben. Wenn der Prozentsatz der Arbeitslosen und der zu kurz gekommenen eine kritische Masse überschreiten würde, und wenn ein Teil der Medien und der Intellektuellen das Denken und Fühlen der „Verlierer“ machtvoll artikulieren würde, dann wäre die herrschende Gesellschaftsordnung ernsthaft in Gefahr. Der beste Schutz vor dem Sozialismus ist eine soziale Politik.

 

Die Zukunft des Internets

 

Das Internet macht es möglich, dass jeder alles wissen kann. Da jetzt der Mobilfunk mit dem Internet verknüpft wird, wird jeder an jedem beliebigen Punkt der Erde alles wissen können.

Genaugenommen wird dieses Privileg aber nur derjenige haben, der „drin“ ist. Alle anderen werden „draußen“ sein. Es besteht also die Gefahr einer Zweiklassen-Gesellschaft. Da aber die Tendenz des technischen Fortschrittes dahin geht, dass jeder alles haben kann, was die anderen auch haben, sehe ich diese Gefahr des Zerfallens der Gesellschaft in Internet-Insider und Nicht-Internet-Privilegiert nicht so kritisch.

 

Kritischer ist vielleicht, dass man von jedem, der an das Internet angeschlossen ist, auch alles wissen kann. Solange im globalen Dorf jeder über jeden alles wissen kann, ist das nicht besonders schlimm. So ist es schon seit Jahrtausenden in jedem realen Dorf. Schlimm ist es nur, wenn nur die Herrschenden über jeden alles wissen können.

Eine interessante Variante wäre aber die, dass jeder über die Herrschenden und Privilegierten alles wissen kann, z.B. auch über die Kontenbewegungen der Politiker und der politischen Parteien, aber auch über die der Spitzenmanager. Also nicht: „Der „gläserne“ Bürger, sondern: der „gläserne Politiker“.

 

Die Zukunft von Dax und Dow Jones

 

Was wird schon sein? Auf lange Sicht werden sich die Aktienindizes etwa alle 5 bis 10  Jahre verdoppeln. Das muss ja so sein, weil das Geld, das man in Rentenpapieren anlegt, sich ja auch verdoppelt, wenn auch vielleicht nicht so schnell. Dafür ist ja bei den Aktien auch das Risiko größer.

Natürlich muss sich das angelegte Geld vermehren, denn die Preise verdoppeln sich auch alle 10 bis 15 Jahre.

Warum steigen die Preise ? Weil die Geldmenge ständig zunimmt. Bei einer Verzinsung von 5 % sind nach einem Jahr aus 100 Euro 105 Euro geworden. Wenn das Bruttosozialprodukt aber nur um 2 % gestiegen ist, dann ist 3 % mehr Geld da als Waren. Die Folge: Die Preise steigen. Also wird auch der Dax steigen, denn wohin mit dem überschüssigen Geld ?

 

Die Zukunft der Religion

 

Es gab eine Zeit, da gab es bei uns nur eine Religion, und alle glaubten daran (oder taten so, als würden sie daran glauben). Heute geht die Tendenz dahin, dass jeder an das glaubt, was er will. Dieser Tendenz werden sich selbst die Moslems, die bei uns leben, kaum entziehen können. Obwohl mit der Einwanderungswelle die Zahl der Moslems in unserem Land erheblich zugenommen hat, wird der Islam in Deutschland nicht auf dem Vormarsch sein, sondern in die Defensive geraten. Mit zunehmenden Bildungsgrad werden die Moslems den Koran in Frage stellen. Den Koranlehrern wird es wie den christlichen Kirchen gehen: die Gläubigen werden immer weniger werden.

 

Ein Teil der Intellektuellen, die das geistige Leben in unserem Land prägen, neigt zum Buddhismus und zu buddhistischem Gedankengut – weil sich dies auch mit den ökologischen Prinzipien besser verträgt als das Christentum. Ein anderer Teil der Intellektuellen neigt zu einem romantischen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, sind also Gegner jeder Religion, speziell aber des Christentums, obwohl sie am Islam mindestens genauso viel zu kritisieren finden würden. 

 

Schlechte Zeiten für den Papst !

Aber in ländlichen Gebieten und in bestimmten, traditionell geprägten Milieus wird das Christentum noch viele Jahrhunderte überdauern.

Ob sich nach dem Tode von Johannes Paul II. die Kirche demokratisieren und modernisieren wird, ist schwer zu sagen. Aber sie wird sich wohl auf den Weg dorthin machen -  gaaaanz langsam.